Kopf des Tages

Rechtsaußen-Verteidiger mit Ballgefühl

26. Jänner 2012, 18:58

Udo Guggenbichler ist Organisator des WKR-Balls

Erst am Samstag, fünf Uhr früh, kann Udo Guggenbichler (37) sich entspannen: Dann wird am WKR-Ball traditionell zum Abschluss die Burschenherrlichkeit gesungen - was sehr erleichternd sei, wie Guggenbichler den Burschenschaftlichen Blättern verriet. Der Kärntner organisiert das wichtigste soziale Ereignis für Österreichs schlagende Studenten: den Ball des Wiener Korporationsrings (WKR).

Dabei ist Guggenbichler selbst ein sehr untypischer "Bursche": 1974 als Bergbauernkind in Villach geboren, war ihm die akademische Karriere nicht in die Wiege gelegt - im Gegensatz zu etwa 80 Prozent der anderen Verbindungsbrüder, deren Väter selbst Akademiker und Burschenschafter waren.

Bereits in der HTL trat Guggenbichler seiner ersten Verbindung bei, der t.V. Hollenburg zu Ferlach, es folgten Mitgliedschaften in der akademischen Arminia in Graz und der Albia in Wien. 2002, mit 27, wurde Guggenbichler Vorsitzender des österreichischen Pennäler Rings, dem Dachverband von etwa 60 österreichischen Schülerverbindungen.

Er sei ein "Positivbeispiel für Zuwanderung aus einem kulturnahen Bereich", sagte er in einem Interview zu seiner Karriere als Kärntner in Wien. In der FPÖ hat er es bisher trotzdem nicht weit gebracht. Obwohl bereits seit 22 Jahren politisch aktiv, ist er heute Bezirks-Obmann der FPÖ in Wien-Währing, wo er sich gegen Notschlafstellen für Obdachlose und für neue Schutzwege starkmacht.

2007 fiel er Heinz-Christian Strache in den Rücken und dementierte dessen Behauptung, Straches Paintball-Spiele seien eine offizielle Veranstaltung des Pennäler Rings gewesen. 2011 zog er sich Andreas Mölzers Unmut zu, weil er für manche seiner umstrittenen Gäste keine Ballkarten herausrücken wollte. Als aber 2007 das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands die Streichung aller Subventionen für den Pennäler Ring verlangte, weil dieser "starke rechtsextreme Tendenzen" habe, verteidigte er seine Burschen erfolgreich, der Ring durfte die Gelder behalten.

Zuletzt saß Guggenbichler mit frischem Schmiss und Albia-Bruder und FP-Gemeinderat Wolfgang Jung im "Club 2", um die Ehre der Burschenschaften zu retten. Dafür führt die Albia gern eines ihrer prominentesten Ex-Mitglieder an, Theodor Herzl. Was ihre heutigen Mitglieder gern verschweigen: Herzl war 1883 aus Protest ausgetreten. Der Antisemitismus war ihm zu viel geworden. (Tobias Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 45
1 2
Der große Mann
20
29.1.2012, 09:34

Muss schrecklich für Linke sein, nicht alle Subventionsgelder selber abgreifen zu können sondern mit anderen teilen zu müssen!

beser Wolf
01
29.1.2012, 14:14

Und das Problem hat die Rechte nicht? Das müssen Sie genauer erklären! :-)

beser Wolf
00
28.1.2012, 13:02

Wo ist denn jetzt der "frische Schmiss"? Bin ich blind oder ist der so klein, dass man ihn mit freiem Auge nicht sehen kann?

drfeurstein
01
28.1.2012, 17:54
Der Guggi

hat einen ziemlichen Paradeschmiss, der ist aber schon uralt. Da ich Ihn persönlich kenne und er immer wieder teils unflätigst auch innerhalb der FP angegriffen wird ist es in meinen Augen nur fair,auch mal zu sagen, dass er ein feiner Kerl ist, nicht zuletzt weil er sich für die ärmsten der Armen im Bezirk stark macht, im Gegensatz abgehalfterten Mölzer der im EU Parlament zu sitzt, Sitzungen schwänzt und immer blader wird

Peter Hammer 06
00
Wissen Sie mittlerweile schon....

...warum der so feine Kerl GEGEN Notschlafstellen ist?

Lenny Leonard
01
Wenn er sich für die Ärmsten der Armen stark macht,

wieso ist er dann gegen Notschlafstellen für Obdachlose in seinem Bezirk?

beser Wolf
00
28.1.2012, 19:11

... aber der sieht nicht aus, wie eine frische Schnittwunde. Ging mir nicht um ein Urteil über den Herrn Guggenbichler, sondern um die Beobachtungsgabe des Herrn Müller... :-)

Senfgurkenkalif der Zweite
00
27.1.2012, 17:12
"der Ring durfte die Gelder behalten. "

BITTE WAS!?

B612
00
27.1.2012, 17:16

es geht um den österreichischen Pennäler Ring

kybernicus
01
27.1.2012, 15:32
Er sei ein "Positivbeispiel für Zuwanderung aus einem kulturnahen Bereich", sagte er in einem Interview zu seiner Karriere als Kärntner in Wien.

... ahh- das verstehen die politischen Geisterfahrer also unter "Zuwanderung"...

B612
00
27.1.2012, 15:16

Das sind genau die Dinge, die ich nicht verstehen kann: wie kann man nur in einer ernsthaften Zeitung Dinge schreiben, die ganz offensichtlich nicht wahr sind ( "frischer Schmiss" )?

der letzte leser
11
27.1.2012, 15:12

"Positivbeispiel für Zuwanderung aus einem kulturnahen Bereich" LOL - Dieses Subjekt stammt aus Kärnten.

tom29s
00
27.1.2012, 12:57
super überschrift...

nur ein kleines adjektiv vor rechtsaussen-verteidiger fehlt noch:
unterbelichteter...

hockshank
02
27.1.2012, 11:56

"..das zeigt allerdings, aus welcher Zeit sie stammt: aus der Steinzeit. Nur sehen die Schmucknarben der Maori hübscher aus als die zerhackten Fressen der deutschen Juristen und Mediziner."

http://www.textlog.de/tucholsky... major.html

Skalde
01
27.1.2012, 10:20
Mit nur ganz wenig

Recherche hätte man vermutlich rausfinden können, dass Guggenbichler und Jung in keiner gemeinsamen Verbindung sind...

des is mei extra
116
27.1.2012, 09:28
...wo er sich gegen Notschlafstellen für Obdachlose (...) starkmacht.

die Partei des kleinen Mannes...

Magic Washroom
02
27.1.2012, 14:45
der faschismus des kleinen mannes.

die "ehrlichen" und "anständigen", die leben zwar auch alle in einer 30m^2 wohnung, haben am ende des monats nix zum fressen, wenn dann aber der herr feine burschenschafter mit seinem stattlichen gehalt gegen die obdachlosen schimpft, dann hat der kleine mann wem gefunden, auf dem er auch hintreten kann. ist ja fad dauernd nur von so feine herrn burschenschafter getreten zu werden, da brauchts wem, wo man selber hintreten darf.

hellfast
01
27.1.2012, 11:05

da geht's wohl um die meldemannstraße...

Peter Hammer 06
00
Nein, um den geplanten VinziPont in Währing,....

..."dank" dieses Herrn nie ausgeführt.

sainty1
11
27.1.2012, 08:03
typisch..mit jemanden Werben der sie eigentlich hasst..

naja..so täuscht man dumme Menschen..also genau FPÖ-Masche

Der Große von Gegenüber
314
27.1.2012, 06:52

In voller Wichs zeigt er den After,
der vollgewichste Burschenschafter!

Südmährer
32
27.1.2012, 08:02
haben sie

für dieses tolle gedicht lang gebraucht oder war das ein sponti?

vorsicht ironie!

Peter Hammer 06
00
VdSt!Sudetia - Kameradschaft Planetta, stimmts?

Der Große von Gegenüber
010
27.1.2012, 09:16

Gefällts Ihnen? Und hier gehts weiter:

Den Schädel verhauen und leer im Gehirn
gehaßt von den Damen, geliebt von der Dirn
auf der Wange Schmiß auf Schmiß
in den Knochen Syphilis
schwarz-rot-gold am After ...
das sind die deutschen Burschenschafter.

beser Wolf
02
26.1.2012, 23:25

wo is denn der "frische schmiss"? gar nicht gesehen... werd mir das nochmals auf tvthek anschauen...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 45
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.