Informationsaustausch

USA verteidigen Datenzugriff in Europa

26. Jänner 2012 18:36

Die US-Heimatschutzministerin ist zuversichtlich, bald ein Abkommen mit Österreich über Fahndungsdaten "hinzukriegen"

US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano verteidigte im Gespräch mit dem STANDARD vehement den von Washington angestrengten Informationsaustausch über Daten von Bürgern. Seit 2007 gibt es eine Vereinbarung, die Airlines verpflichtet, vor Flugantritt 19 Angaben eines Passagiers - von der Kreditkartennummer bis zum Menüwunsch - an US-Behörden weiterzugeben. "Das hat uns geholfen", sagte Napolitano und verwies, ohne ins Details zu gehen, auf den vereitelten Terroranschlag am Times Square in New York und auf die Mumbai-Attentate. Terrorfahnder oder die CIA können diese Daten auswerten.

EU-Parlament am Zug

Zu Datenschutzbedenken sagte sie am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, dass "viel mehr Persönlichkeitsschutz" in dem neuen EU-Abkommen enthalten sei. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die neue PNR-Übereinkunft (Passagier Name Record) im Frühjahr vom EU-Parlament beschlossen wird.

Dort gibt es aber genauso kritische Stimmen wie im Rat der Innenminister, in dem Mitte Dezember das Abkommen dennoch akzeptiert wurde. Österreich, Deutschland und Frankreich hatten sich der Stimme enthalten. Die Daten bleiben weiter bis zu 15 Jahre gespeichert, wiewohl bei der Neuverhandlung erreicht wurde, dass eine teilweise Anonymisierung nach sechs Monaten erfolgt. "Es ist ein gutes Abkommen und enthält viel Privatsphäre", erklärt Napolitano. "Unter bestimmten Umständen soll über Daten verfügt werden können."

USA-Österreich-Abkommen als "Notwendigkeit"

Als "Notwendigkeit" bezeichnet Napolitano ein zwischenstaatliches Abkommen, das seit Monaten zwischen den USA und Österreich verhandelt wird. Es sieht Austausch von Fahndungsdaten vor. Die US-Bundespolizei FBI soll damit direkten Zugriff auf die Fingerabdruck- und DNA-Datenbank des Bundeskriminalamtes bekommen - und umgekehrt (DER STANDARD berichtete). "Wir haben Diskussionen mit Österreich, um das hinzukriegen", sagte Napolitano.

Sie stellte dies als normalen Vorgang für Staaten hin, die am so genannten "Visa-Waiver"-Programm teilnehmen. Im Gegenzug für US-Visafreiheit werden strenge Sicherheitsauflagen gefordert. Die USA haben bereits bilaterale Abkommen mit 16 europäischen Ländern geschlossen, mit vier weiteren wird verhandelt. Auf EU-Ebene ist dieser Versuch bisher an der Datenschutzfrage gescheitert. Österreich hat, wie die beteiligten Ministerien beteuern, strengere Datenschutzauflagen ausverhandelt als alle anderen Länder.

Napolitano nimmt in Davos an Debatten teil über die Verbesserung der Sicherheit bei Versorgungsketten - etwa im Cargobe-reich auf Schiffen und Flugzeugen. Allgemeines Fazit: Es gebe Lücken, die Terroristen nutzen könnten, Kontrolle sei schwierig. (Alexandra Föderl-Schmid aus Davos, DER STANDARD-Printausgabe, 27.1.2012)

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Gilgamesh
31.01.2012 11:32

Ein Fall für das Gericht, denn ein Staat hat seine Bürger zu SCHÜTZEN und nicht an durchgeknallte Hill-Billys zu denunzieren!

Die USA würden einen US-Bürger nicht einmal an Österreich ausliefern, wenn dieser ein Mörder wäre, aber Österreich soll alle Daten unbescholtener Bürger einem Überwachungsstaat geben...

Satzende
29.01.2012 10:10
das klappt schon

unsere spindis und faimanns unterzeichnen e alles ohne es zu lesen (siehe acta ) das hat man davon wen man analphabeten wählt

Moondancer
29.01.2012 08:17
USA ...Neurotik der besonderen Art:

Eine Flugbegleitung: Wien-Washington mit einem Ehepaar, das für flugunfähig aus gesundheitlichen Gründen erklärt wurde, als med. Beistand um den Flug zu überleben..Übergabe im Transitbereich an die Angehörigen, sofortiger Rückflug nach Wien, ohne den Kontrollbereich zu verlassen. Die Übergabe erfolgte in Sichtweite (und unter Aufsicht) von Flughafenbeamten. Trotzdem: 2 mal die Schleuse passiert, 2 mal Personenkontrolle inklusive abgrabschen, Schuhe ausziehen. Meinen Wollpullover durfte ich nur anbehalten, weil ich der Beamtin erklärte, dass ich darunter nur einen Body trage und sie wegen "sexual harassement" klage, wenn ich ihn ausziehen muß. Freiwillig sieht mich die USA nicht wieder. Salonfähige Neurotik. Unsere Politiker sind feige.

Proconsul
28.01.2012 22:36
Warum werden

von US-Bürgern keine Fingerprints bei der Einreise in Schwechat genommen??

Monopoly mit Hut
31.01.2012 10:09

Weil es sinnlos ist?

Das Sammeln der Fingerabdrücke von unbescholtenen Bürgern bringt nichts. Brave Bürger bleiben unbescholten. Schlimme Bürger ziehen sich bei Straftaten Handschuhe an. Dumme schlimme Bürger verdienen es nicht anders. :p

Für die Suche nach Straftätern eignen sich diese Fingerabdruckleser nicht, weil die Fehlerrate zu hoch ist. Bei nur 1% Fehlerrate erwischt man einen von 100 Bösewichten nicht. Aber bei 100.000 Passagieren erhält man 1.000 false positives, wo unbescholtene Bürger mit Bösewichten verwechselt werden.

Und die Fehlerrate dieser Dinger liegt weit im zweistelligen Prozentbereich...

rasenmähermann
02.02.2012 12:07

Man kann es ja eh löschen, oder gleich gar nicht abspeichern. Nur um dem US Normalbürger den Schwachsinn vorzuführen den viele bei der Einreise in die USA erleben.

DerSepp
02.02.2012 09:53
Ist doch egal, ob's (noch) sinnfrei ist...

...aber wir hätten viiiele Daten mit denen Österreich wieder Kooperationen mit anderen Ländern aufbauen könnten.

& unbescholten ist ein Bürger nur, solage man nix gegen ihn gefunden hat.
Sind die Guantanamesen unbescholten? Oder gerade noch nicht?

DerSepp
02.02.2012 09:50
Dist doch egal, ob's (noch) sinnfrei ist.

Jup posts
31.01.2012 15:44
Doch, es bringt schon etwas

und zwar dem einfachen Ami vorzufuehren, wie sich sein Regierung bei den Anderen auffuehrt. Als Brasilien das machte, haben sich amerik. Touristen furchtbar aufgeregt, nach dem Motto, warum wir Unbescholtene aus dem schoenen Amerika usw. Dazu noch die de-fakto Visapflicht fuer Amerikaner in Oesterreich. Reziprozitaet. Sonst hoert sich das in Amerika nie mehr auf.

echt1
28.01.2012 16:32

was soll die aufregung, die wollen sowieso nur das legalisieren, was sie die verschiedenen geheimdienste schon lange machen. wer glaubt denn wirklich noch an datenschutz ?

meresi
29.01.2012 04:31
hast vollkommen recht...

bei einer befragung nach meinen einkünften, in philadelphia,1998... gab ich an das ich für eine schweizer firma arbeite, was nur zum teil zutraff, da ich mich zu diesen zeitpunkt arbeitslos gemeldet habe um ein paar monate zu reisen...der beamte bezichtigte mich sofort der lüge nachdem er den compu consultierte...daraufhin nahmen sich mich fast 3 stunden in den mangel...lol

albeit
28.01.2012 03:52
USA auf der Watchlist

der Datenzugriff der USA ist für den Fall dass Sie auf einer persönlichen Watch-List stehen ein untergeordnetes Problem

es sind die USA mit der Kündigung des Kyoto-Abkommens unter besonderer Beobachtung und haben den Besuch ihres Gebietes nicht in Aussicht

The Man with the Plan
27.01.2012 17:52

Was soll bitte eine "teilweise Anonymisierung" sein?

Wenn man die Verbindung zwischen einer Person und einem Faktum entfernt (vulgo anonymisiert), wird sie i.A. wertlos. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies gemacht wird. Vielmehr werden wahrscheinlich Teile der gesammelten Daten gelöscht. Nämlich die, die sowieso niemand gebraucht hat.

higgs - wozu?
27.01.2012 17:28

big brother is here - einer "liste der schande" wird asbald die "hassminute" folgen, wärend wir uns im doppeldenk üben, um nicht komplett die hoffnung zu verlieren und den irrsinn ja nicht zu durchschauen.

Trevor Goodchild
27.01.2012 17:22
ES DARF KEINEN DATENZUGRIFF FÜR UStasiA IN EUROPA GEBEN!!!!!!

Jägermeister
27.01.2012 15:51
Und das zu einem der Puzzlestücke: Online-Petition von AVAAZ ...

Unter dem nachfolgenden Link kann man die Online-Petition von AVAAZ gegen die endgültige Umsetzung von ACTA unterzeichnen: ??

http://www.avaaz.org/de/eu_sav... ?slideshow ??

Zur Zeit gibt es bereits über 500.000 Unterzeichner und der "Ticker" läuft und läuft und läuft ...

Jägermeister
27.01.2012 15:16
Das ist nur ein Puzzlestück auf dem Weg der lange so genannten "freien Welt" ...

... hin zur Einführung quasi-totalitärer Systeme!

Datenweitergabe-Abkommen, "Anti-Terror-Gesetze", Polizei-Befugnis-Gesetz, INDECT, ACTA, ... Global, europaweit aber auch regional nimmt dieser für die Freiheit der Betroffenen so bedenkliche Zug immer mehr Geschwindigkeit auf!

Die Öffentlichkeit wird in den meisten Fällen von den Regierenden ohne jegliche Transparenz der Entscheidungsabläufe vor vollendete Tatsachen gestellt!

Die betroffenen Bürger wurden bis jetzt auch von den Massenmedien so gut als möglich von allzu aufdringlichen Informationen "verschont" - es ist wirklich an der Zeit, von den Medien zu fordern, Berichte zu diesen Vorgängen nicht immer nur "im Kleingedruckten" zu verstecken!

Allmächtiger Satan
27.01.2012 14:15

The land of the brave and the free. Es gibt kein stärker reguliertes Land als die USA. Ein Tritt über eine gelbe Linie und man hat die Bullen am Hals, Flughäfen sind längst von Gauleitern und Gestapo kontrolliert, die politische Linienkorrektness hat seit 9/11 faschistische Ausmasse angekommen. Heute ist die Einreise nach China und Russland ist seit Jahren weniger bürokratisch als in die USA, denn diese Länder machen langsame Fortschritte, die USA hingegen sind im freien Fall zurück in eine Vergangenheit, die keiner will. Free ist dort längst keiner mehr. Aber Hauptsache, in god we trust.

der schwitzbär der schwitzt sehr
27.01.2012 13:40
Bin einverstanden, den USA alle Daten zu geben

von Personen, die es nicht lassen können, ins 4. Reich zu reisen

Aber was gehen euch die Daten der anderen Menschen an ?

Gambler
27.01.2012 12:59
i freu mich schon auf die wahlen im nächsten jahr

ein problem hab ich aber noch.
wem kann ich meine stimme geben?
ich habe da leider noch keine antwort gefunden.

für ein paar antwortmöglichkeiten wäre ich sehr dankbar.

Lilith Boessse
 
27.01.2012 21:45
sie haben gegen 13 uhr gepostet,

jetzt ists knapp 22 uhr.

keine antworten.

es steht traurig um österreich ;O)

TrueFalse
27.01.2012 12:26
Danke Frau Napolitano

Ich war mal als Kind in den USA und es hat mir dort sehr gefallen. Ich wollte definitiv nochmal hin, vor allem Las Vegas hätte mich sehr interessiert.

Aber das ich Daten von mir preisgeben muss, michvon der TSA begrapschen lassen muss und dann noch durch den Röntgenapparat, welcher mich mit Radioaktivität bombardiert.

Danke, aber sie haben es geschafft, dass ich eher in ein afrikanisches Land reisen würde als in ihren Polizeistaat den sie als "Land of the free" bezeichnen.

schniggschnagg
 
27.01.2012 11:48
Inwiefern hat euch das präventive Bespitzeln geholfen bitte?!

Am TimeSquare war die Bombe KAPUTT!!!! Die wär losgegangen! Und in Mumbai... wieviel Tote hätte es denn sonst noch geben können, außer die 100+ ?!?! Hallo, USA, ihr redet hier nicht mit euren Bürgern, denen ihr seit Generationen Blödsinn einredet... hier in Europa reflektiert man (noch)!!! Aber keine Sorge... mit der europaweiten Bildungs- und Bürgerrechtabmontierungspolitik, sind wir am besten Weg hin zu euch!

Geld Beutel
 
27.01.2012 09:32
Mich würde interessieren, ob ...

... EU-Europa, und zwar alle nationalen Verfolgungsbehörden, den selben Zugriffsgrad haben, wie FBI/US-Heimatschutz auf die Daten der EU.

Und weiters, was hält unsere honorigen EU-Parlamentarier davon ab, die selben strengen Auflagen von den US Amerikanern zu verlangen?
Oder ist dem schon so und wir wissen nichts davon? (was ich bezweifeln würde)

GB

schniggschnagg
 
27.01.2012 11:44
Ist nicht so.

Denn US-Bürger hinterlassen bei der Einreise keine Fingerabdrücke. Sie brauchen auch kein Visum nach Europa, genausowenig müssen sie ihren Aufenthaltsort (Hotel etc) im vorhinein bekannt geben. Auch sind beispielsweise Soldaten & Co immun gegen die Auslieferung nach Haag, das gerade von den Amis installiert und gefordert wurde. Auf SWIFT-Daten haben die USA Zugriff, die EU aber nicht auf Zahlungsdaten der Amerikaner. Obwohl gerade letzteres ist ein toller Deal für die EU, da diese einfach nationale Datenschutzgesetze umgehen und bei den Amis Informationen über die Zahlung ihrer Bürger verlangen kann, was sie im Normalfall ohne gerichtlichen Beschluß nicht könnte :-)

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