Journalisten warnen vor Sicherheitspolizeigesetz

26. Jänner 2012, 18:13
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    foto: der standard/newald

    Der Verfassungsschutz will durch die Novelle zum Sicherheitspolizeigesetz Einzeltätern leichter auf die Spur kommen. Kritiker fürchten, dass damit unschuldige Einzelne zum Handkuss kommen.

Kommende Woche wird die Novelle zum Sicherheitspolizeigesetz im Innenausschuss behandelt, Ende Februar soll sie beschlossen werden

Wien - Die geplante Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes (SPG) stößt bei der Journalistengewerkschaft auf scharfe Kritik. "Wir werden versuchen, auf alle im Nationalrat befindlichen Gewerkschafter aufklärend einzuwirken", sagt Journalistengewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer zum Standard: "Die ins Auge gefassten Änderungen treffen unseren Berufsstand ins Mark."

Denn die Neuerungen in dem Gesetz, das die Kompetenzen der Polizei zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung regelt, seien extrem "schwammig formuliert". So sehr, dass die diskutierte Ausweitung der "Gefahrenerforschung", auf deren Grundlage der Verfassungsschutz Beobachtungen im gewaltbereiten und terrorverdächtigen Milieu durchführt, von - bisher - nur Gruppen auf - künftig - auch Einzelne eine kritische Berichterstattung verunmöglichen könne.

Bauer: "Es liegt in der Natur der Journalistenberufs, sich beim Recherchieren, etwa über politisch radikale Gruppen, gegebenenfalls auch über Strafbares in Kenntnis zu setzen. Das tut man als Einzelperson - und könnte laut SPG-Novelle ins Fadenkreuz des Verfassungsschutzes geraten." - mit Observierungsmaßnahmen wie Lauschangriff und Einsatz verdeckter Ermittler als Folge.

Die Gefahr der Einschränkung journalistischer Freiheit wäre selbst durch eine Ausnahmebestimmung nicht beseitigt, meint Bauer: "Journalismus lebt von Informanten, die als Einzelpersonen künftig gleichfalls gefährdet wären. Diese Novelle schürt ein Klima der Furcht."

Rubina Möhring (Reporter ohne Grenzen) und Fred Turnheim (Österreichischen Journalistenclub) teilen die Vorbehalte des Journalistengewerkschaftschefs. Diese fußen vor allem auf der geplanten Änderung von Paragraf 21, Absatz 3 des Sicherheitspolizeigesetzes.

Dort wird die "Beobachtung einer Person" an die Voraussetzungen geknüpft, dass sich jemand öffentlich, schriftlich oder elektronisch "für Gewalt gegen Menschen, Sachen oder die verfassungsmäßigen Einrichtungen ausspricht" - oder aber "Mittel und Kenntnisse" erwirbt, die Sachen oder Menschen gefährden. Sei "damit zu rechnen", dass damit "Gewalt herbeigeführt" werden soll, habe der Verfassungsschutz auf den Plan zu treten.

Ministerium will beruhigen

"Dieser Passus ist missbrauchssicher", beruhigt ein Sprecher des Innenministeriums. Es sei klar definiert, dass nur im Fall eines "Aufrufs zur Gewalt" ausgespäht werden solle. Grünen-Justizsprecher Albert Steinhauser bezweifelt dies: "Diese Regelung und die gesamte Novelle sind überschießend und missbrauchsanfällig."

Sollte die SPG-Novelle beschlossen werden, so tunlichst mit "besseren Rechtsschutzbestimmungen", fordert er. Die am Mittwoch vom Innenministerium angekündigte Präzisierung der Aufgaben des Rechtsschutzbeauftragten bei derlei Beobachtungen seien "unzureichend". (Irene Brickner, DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2012)

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Posting 1 bis 25 von 88
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Papp Kamerad
00
Ist euch schon aufgefallen:

Ich bin seit bald 10 Jahren hier registriert, seit kurzem werde ich durch ein Pop-Up damit belästigt, meine E-Mail Adresse zu ändern, da ich frecher Kerl mir erdreistet habe, mehrere Nicks unter der gleichen Adresse zu registrieren.

Bei einem anderen Nick stimmt meine E-Mail Adresse nicht (mehr), hier werde ich dazu angehalten, eine gültige einzugeben.

Davon abgesehen, dass es für die Usersecurity sehr schlecht ist, e-mail adresse und pwd als Logindaten heranzuziehen, läuft es auf die eindeutige Zuordenbarkeit der Userdaten hinaus.

Hat sicher rein gar nichts mit der sich anbahnenden verschärften Gesetzeslage zu tun. Wo ist mein Aluhut?

Super!

GhostInside
00
Mittel und Kenntnisse" erwirbt, die Sachen oder Menschen gefährden

Da kann also schon der Besitz eines Buches den Verfassungsschutz auf den Plan rufen.
Anscheinend lernt die Justiz aus dem Tierschützerprozess, und will für die Zukunft jegliche mediale Berichterstattung unterbinden.

VI SHU
00
"Dieser Passus ist missbrauchssicher"

eh kloar, mindestens so sicher wie die mafia §§ gegen harmlose tierschützer...

Markus Hochstaffl=Wasserpfeiffenorschloch
00
30.1.2012, 12:42
Internet: Ich habe nichts zu verbergen... Wirklich???

http://www.youtube.com/watch?NR=... QpZn5s8Isg

erkelteter tiger
23
28.1.2012, 09:50
journalisten machen gar nichts

das ist ja das problem

österreichs medien gehören banken und parteien, die diese gesetze wollen

und auch der orf, der gerade ein bisserl redakteursfreiheit gespielt hat, ist bei diesem thema schon wieder parteiorgan

auch schon einige untergänge überlebt
03
27.1.2012, 19:18
Es wird mir ein spass sein polizeilogisch aufzufallen!;) II

auch schon einige untergänge überlebt
03
27.1.2012, 19:17
Liebe mitposter! I

Nehmen sie die gelegenheit wahr, und sagen (schreiben) sie ihre meinung solange sie dafür noch nicht verfolgt werden. Kaufen sie jetzt ihren dünger. Im frühling könnten sie dafür einer hochnotpeinlichen befragung durch – da ja hauptsächlich nach polizeilogik (mir wird schwindelig, wenn ich nur daran denke WAS das FÜR EINE LOGIK sein könnte) –den vor ort eingeschleusten SPITZEL verhört. Und – gnade ihnen gott, wenn sie ein paar hektar land besitzten, dann lassen sie das düngen lieber und hoffen sie auf die gunst der naturgewalten.
Sind sie in einen verein? Vielleicht katzenzüchter? Na dann prost, mahlzeit – hoch verdächtig! Und wahrscheinlich veganer auch noch! Ich sehe, ohne dass ich über prophetisches talent verfüge, äußerst schwarz. ;-)

Erwin Wolfram
00
28.1.2012, 00:47
...

die polizei wuerde niemand de rland hat belaestigen, der staendestaat versucht nur landlose zu missbrauchen...

Markus Hochstaffl=Wasserpfeiffenorschloch
00
27.1.2012, 18:54

Klaus erklärt Innere Sicherheit:
http://www.youtube.com/watch?v=J... re=related

wasawos
09
27.1.2012, 16:57
Mir wird speiübel.....

Unsere Gesetze sind nun schon darauf ausgerichtet jedweden Widerstand gegen die "Macht der Mächtigen" im Keim zu ersticken. Unsere Freiheit ist dahin. Die breite Masse wird zur "Schaniklasse" gemacht, bei minimalem Lohn und den kleinen Freuden des Lebens. Wenn wir uns jetzt nicht wehren ist es zu spät!

GhostInside
00

aus politologischer Sicht ist nun der Eintritt in die präfaschistische Phase eingeleitet.

Lichtfreak
02
27.1.2012, 13:18
Lasst sie nur tanzen

auf der Hofburg!

Schon bald wird auch gar keine Demonstration mehr möglich sein, ohne sich strafbar zu machen.

burniman
011
27.1.2012, 11:46

Unsere Regierung gehört entmachtet !!!!
Diese Regierung entmachten sonst uns !!!!

Peter Holland
04
27.1.2012, 13:31

Jetzt sind Sie registriert.

Das haben Sie jetzt davon!

Cmd. Ed Straker
01
27.1.2012, 10:49

Das heisst wir sollten noch vor Inkrafttreten dieses Gesetzes zum Sturz der Regierung aufrufen </sarcasm>

Koe1
04
27.1.2012, 10:14
Natürlich geht es auch um Zensur

higgs - wozu?
01
27.1.2012, 10:51

das sicherheitspolizeigesetz schein schon zu wirken - dieses forum ist absolut gesichert, gegen meine postings - zensur ist so ein hartes wort, angst vor der wahrheit trifft es besser;-)

SUCG
 
00
27.1.2012, 09:54
is eh wurscht

bei einer vergewaltigung da rufe nicht die polizei, denn sie ist ja schon dabei

higgs - wozu?
03
27.1.2012, 09:47

sicherheitspolitik - das klingt ja soooo positiv - die sorgen sich um unsere "sicherheit", die guten.

wenn man sich dann jedoch die gesetze und regelungen anschaut, und da reicht schon ein blick in den vertrag von lissabon oder das amerikanische pendant, den patriot act 1+2, um genau zu erkennen um wessen sicherheit es da geht, wie der einsatz der sicherheitskräfte gegen die eigenen bevölkerung legalisiert wird, wie man die möglichkeit der todesstrafe in europa über eine hintertür einführt etc. - da bereitet man sich auf kommende ereignisse sehr gezielt vor, befürchte ich - was einen aber wenig wundert, wenn man bedenkt, daß unsere ver"führer" sich eh nur mehr mit privatarmee und panzerlimo unter volk trauen, vor lauter "volksnähe"

Steilpass
03
27.1.2012, 09:41
Was regen wir uns groß auf?

Unsere Volksvertreter machen doch nur ihren Job aka das, wofür sie bezahlt werden.
Dass die alle davon überzeugt sind, mit solchen Gesetzen das beste für uns, (und letztendlich auch sich und den Staat) zu machen, glaubt ihnen eh keiner mehr.

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
018
27.1.2012, 09:17
Verfolgt werden darf nach Wunsch der ÖVP, wer <<"Mittel und Kenntnisse" erwirbt, die Sachen oder Menschen gefährden.>>

Also wer in Zukunft die Machenschaften der Mensdorff-Pullöys, Strassers, Grassers und Meischbergers und sonstiger Madoffs aufdeckt, gerät auf die Abschussliste.

Denn ergefährdet Menschen und Sachen, welche vom ÖVP-System als staatstragend angesehen werden.

el jefe1
01
27.1.2012, 09:10
selber schuld

wenn wir das so hinnehmen! Gegen den burschenschaftlerball werden 3000 protestanten erwartet, aber gegen gesetze wie diese geht keiner auf die straße. Wir haben wirklich kein mitleid verdient, dumm wie wir sind!!

a_waunsinniga
012
27.1.2012, 08:59
und der Strache lacht sich ins Fäustchen

die SPÖ-ÖVP Koalition entwirft genau jenes Gesetz, dass der Strache als erster einführen würde, wenn er Kanzler werden würde um seine Macht abzusichern.

pachlar
012
27.1.2012, 08:52
Ja ja, die alte DDR war ein Kindergarten !!!

Heutzutage kann dank der heutigen Technik (Datenvernetzung) jeder Bürger durch Mausklick bespitzelt und von jedem einzelnen ein Profil erstellt werden.
20 Jahre zurück hat man hierzulande noch laut geschrien wie im "Ostblock" bespitzelt wird.

Heute ist der Kontroll-Polizeistaat bei uns und in ein paar Jahren haben wir auch eine Diktatur...

Die Gier der Macht-geilen Politiker kennt keine Grenzen !!!

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
02
27.1.2012, 20:51
Bisher hat jedes System, das auf Überwachung gesetzt hat, in einer Katastrophe geendet.

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