Neue Theater-Plattform

Aufruf zur Umverteilung

26. Jänner 2012, 18:11

19 Wiener Bühnen fordern mehr Fördergelder

Wien - Das Podium beeindruckte: 19 Wiener Theater schlossen sich zur Plattform zeitgenössischer Theater- und Tanzhäuser (PZTT) zusammen - und 18 waren bei der Pressekonferenz am Donnerstag mit je einer Person vertreten. Unterschiedlicher können die Bühnen zwar nicht sein (das Spektrum reicht vom Lilarium und dem Salon5 über das TQW und den Rabenhof bis zum Schauspielhaus), ihr Anliegen aber ist das gleiche: in Zeiten, in denen mit Kürzungen gerechnet werden muss, eine Umverteilung der Fördermittel zu erwirken. Hubsi Kramar u. a. riefen zum "Kampf" auf.

Große Kulturtanker gäbe es in jeder Stadt; Kellertheater in hoher Dichte hingegen seien ein Spezifikum von Wien: Man trage bei zum typischen Flair. Und als Schwarm könnten die vielen Fische den großen Tankern Paroli bieten. Man jonglierte geschickt mit Zahlen: Im Vergleich zu den Großbühnen (inklusive Bundestheatern) erhalten die Fische recht bescheidene Summen. Die PZTT fordert daher u. a. mehr Geld vom Bund und eine Vereinheitlichung der Förderstruktur, die für alle gelten soll - samt Evaluierung nicht nur der Fische, sondern auch der Tanker.

Die Politik erteilte postwendend Absagen: Kunstministerin Claudia Schmied (SPÖ) meinte, es sei kontraproduktiv, die Fördernehmer gegeneinander auszuspielen; der Bund werde sich weiter auf seine Institutionen, zeitgenössische Kunst sowie österreichweite Programme konzentrieren. Und SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny kann sich nicht vorstellen, dass die derzeit vom NPO-Institut vorgenommene Evaluierung auf die großen Bühnen ausgeweitet wird. (trenk / DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2012)

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12 Postings
Jose Saramago1
00
27.1.2012, 14:31
das geschäft der dinosaurier...

sehr geehrter Herr Trenkler,
warum besorgen sie mit ihren machtgefälligen formulierungen das geschäft der großen kulturszene-dinosaurier? angst ums inseratengeschäft? zittern um den platz in der festloge? oder aufruf zum szenedarwinismus? und die lichtvollen äußerungen von Claudia "mrs. kommunalkredit" Schm. über den sorgsamen umgang mit fördergeldern könnten ja auch unter umständen stirnrunzeln hervorrufen. diese gefahr besteht bei ihnen augenscheinlich nicht. ich empfehle turnusmäßige erdungen im luftigen kultur-business.

LOST GRINGO
00
27.1.2012, 02:54

Die selbe Unverhältnismässigkeit bei der Vergabe der Fördermittel für Kunst ist auch jüngst ( naja,- Sommer 2011) in einer AMTlichen Studie und Evaluierung der Stadt Graz zutage getreten.
Resultat=0

Cooper the Bloom1
 
01
27.1.2012, 01:52
Simon McBurney oder Deborah Warner waren darunter...

und das bewirkte wiederum, und das war wohl der wichtigste Erfolg dieser Reform: Es fand eine künstlerische Erneuerung im Theater statt, wie sie es vorher so konzentriert nie gegeben hat. Aber das ist England, und da heißt das oberste Gebot: "Fairness". In Österreich werden bestimmte Bühnen von vorne herein von einer Bewertung ausgeschlossen (Kammeroper, Schauspielhaus, TAG neuerdings auch, und selbstverständlich die "Tanker"). Wie soll da eine Durchlässigkeit entstehen? Und wie soll eine Theaterreform ohne Durchlässigkeit funktionieren? Mailath steht mit seiner Antwort für das Scheitern der Reform und ist offenbar nicht lernfähig! Schmied will gleich nur die Tanker fördern. Dazu fällt mir einfach nicht ein! Wie lange sind sie noch im Amt?

Cooper the Bloom1
 
01
27.1.2012, 01:48
Ich bin fassungslos über die bornierte Stellungnahme

der beiden "Kulturpolitiker"... Mailath gibt eine Studie in Auftrag um zu erfahren, woran die Theater Reform gescheitert ist. Das ist so einfach, weil es so vorhersehbar war: Es waren NICHT alle Theater der Stadt eingebunden. Weder die "Tanker", noch das Schauspielhaus und die Kammeroper. In London gab es Ende der 80-ger Jahre eine umfassende Theaterreform, die hervorragend geklappt hat. Dort waren selbstverständlich SÄMTLICHE Theater eingebunden, Tanker, Mittelbühnen und Freie, alle, die vom Staat Geld erhielten wurden mit einem einheitlichen Kriterienkatalog bewertet. Das Ergebnis? Es fand eine plötzliche Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Häusern statt, die es bis dahin nie gab, hervorragende "Freie" zogen ins National Theatre

Standardleser71
00
26.1.2012, 22:52
Was ist der Standard für ein Blatt?

Wenn man den Artikel von 13:19 Uhr liest (APA Meldung) und den obigen von "trenk" abends, hat man den Eindruck, dass da inzwischen ein Anruf von höherer Stelle in der Redaktion erfolgte, die Angelegenheit in faktisch gegenteilige Stimmung umzubauen... nämlich die Fakten unter den Tisch fallen zu lassen ...? Umgefallen?

smily record
00
27.1.2012, 10:50
Zustimmung

Das ist nicht nur fragwürdig, sondern wirklich frech.
Aufforderung an alle, die beiden Artikel mal zu vergleichen! Da hat jemand nicht nur einen Anruf bekommen.

Tintininafrica
22
26.1.2012, 22:38
Bühnen...

Fordern ?
Klar, sie haben das Recht auf das Geld der Steuerzahler, damit sie ihr Hobby nachgehen können.

Jose Saramago1
00
27.1.2012, 14:23
die bösen theater...

jaja, die nehmen uns das ganze geld weg, die brauchen auch so viel, die kleinen theater, ganz im gegensatz zu banken, luftraumverteidigung oder in den berg gebohrte löcher, die sich alle ja mit ganz klitzekleinen sümmchen begnügen müssen...

Tintininafrica
01
26.1.2012, 22:38
Bühnen...

Fordern ?
Klar, sie haben das Recht auf das Geld der Steuerzahler, damit sie ihr Hobby nachgehen können.

Standardleser71
21
26.1.2012, 22:45
Rechtschreibung und Grammatik

dienen zum besseren gegenseitigen Verständnis in der Kommunikation - und da gehören Kultur und Theater auch dazu, zum Leben. Aber wie man an deinem Kommentar sieht, Tintininafrica, gehen dir diese Zusammenhänge nicht nur ab, du kannst nicht mal einen fehlerlosen Satz schreiben. Vielleicht ist das in Africa anders, aber Tintin war auch nur ein Kolonialist...

HansPeter10
00
27.1.2012, 13:56

Die Grammatik ist nicht der Kern des Problems. Er hat schon recht. Jeder kleine Gewerbetreibende muss schauen wie er zurecht kommt, um nicht Pleite zu gehen.
Gründen ein paar "Künstler" ein "Theater" muss Steuergeld her. Nichts gegen Kellerbühnen, aber schauts wie ihr euch selbst über Wasser halten könnt.

haphazardly
00
27.1.2012, 18:48

aber auch ihr posting trifft nicht den kern des problems:

das steuergeld der kulturförderung sollte ja nicht dazu da sein, "irgendwelche" künstler zu erhalten, sondern ideen/projekte/angebote, die der gemeinschaft einen nutzen bieten zu ermöglichen.

klar lässt sich nun die frage stellen, wer diesen nutzen definiert, nur finde ich nicht dass es dreist is, wenn sich 19 off- und off-off bühnen zusammentun und drauf hinweisen, dass sie ständig am existenzminum herumkrebsen (und dadurch vieles verunmöglicht wird), während eine handvoll häuser den allergrößten anteil der ressourcen erhalten und - wie gerade die letzten jahre zeigen - leider eher verheizen, ohne nennenswerten künstlerischen mehrwert zu schaffen..

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