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Was soll man von einem Management (AUA) halten, dass trotz massiver Verluste Boni kassiert und der Belegschaft erklärt, dass gespart werden muss? Was soll man von einem Eigentümer (Lufthansa) halten, der den Vorstand bei der chronisch defizitären Tochter von zwei auf drei Mitglieder aufstockt? Noch schlimmer: Was soll man von einem Eigentümer halten, der an die Spitze seiner Tochter einen Mann setzt, der in den vergangenen zehn Jahren lediglich Airlines verwaltet hat (Jaan Albrecht war Chef der Star Alliance, einem losen Bündnis mehrerer Airlines) und in dieser Zeit keine operative Erfahrung im Führen einer Airline hat?
Warum sollen die Lieferanten (OMV, Flughafen, Austro Control) der AUA erneut Preisnachlässe geben, wo sie doch mit 500 Millionen an Steuergeldern an die Lufthansa weitergereicht wurde? Wo versteckt sich Lufthansa-Chef Christoph Franz? Hinter der Bekundung, die AUA sei selbstständig und müsse ihre Probleme alleine lösen? Es stimmt, unter der Führung von Franz schaffte die Swiss nach der Pleite der Swissair einen fulminanten Neustart. Bloß der Vergleich AUA und Swiss hinkt: Damals gab es Hochkonjunktur, die Swiss war von allen Altlasten befreit; vor allem aber hatte die Swiss hochmotivierte Mitarbeiter. Man wusste, dass zwar auf die Kosten geachtet werden müsse, aber es gab auch eine Vorstellung davon, woher die Erträge kommen sollten. Das fehlt bei der AUA. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.1.2012)
in dieser sehr zutreffenden Analyse: SWISS konnte vor allem auchdeshalb saniert werden, weil sie mit einer nationalen Kraftanstrengung rekapitalisiert wurde. Ist schon ein bißchen her, aber ich habe da so 4 Mrd. Franken in Erinnerung. 2 bis 3 Mrd EUR würden auch bei Austrian Airlines Wunder wirken!
Das war nur ein Air France/KLM Verhinderungskauf durch die LH. Jetzt ist man drauf und dran die AUA zu einer Zubringerairline nach München, Frankfurt, Berlin und Zürich umzubauen. New York (wegen der UNO Connection) wird man der AUA vielleicht noch lassen...
Viel wahres am Ende des Artikels: Bei der Swiss-Sanierung gab es Hochkonjunktur und hochmotivierte Mitarbeiter (unausgesprochen - hier bei der AUA nicht).
Damit ist eine Sanierung praktisch nicht moeglich, auch gibt es kaum moegliche Kaeufer.
Was wird daher ein profitbewusste Eigentuemer tuen? Schauen, dass er die Assets (Slots in Wien) und Marktanteil moeglichst zur Konzernmutter transferiert, und dann kostenguenstig zusperrt.
Geht man von dieser langfristigen Strategie aus, machen die Massnahmen Sinn: Wenn man sowieso zusperrt, wird man nicht Management- Talente verschwenden, man wird moeglichst wenig investieren und wird versuchen, moeglichst viele Mitarbeiter zu vergraulen, so dass man keine Abfertigung zahlen muss
Und da kommt Betriebsrat und Gewerkschaft (+SPÖ) ins Spiel.
Zuerst wird die Kuh gemolken und so weit gebracht dass sie Sahne statt Milch gibt und wen die Kuh vor dem verenden ist gibt man dem Fleischer noch ein bischen Kleingeld damit er die Kuh nimmt. Er hält sie am Leben aber jetzt gibt sie mal weder Milch noch Sahne. Woher auch, jeder Tropfen wird sofort vom Betriebsrat als wohlerworbenes Recht abgesaugt.
blöd AT mit "Familiensilber" umgeht.
AUA wurde mit "verschenken könne wir immer noch" (Androsch), "keine Eile" (Fay) und "wir haben noch Zeit" (Michaelis) zur Ertrinkenden herunter beschwichtigt.
Zum Schaden der Mitarbeiterinnen.
Und zum Prototypen politischer Feigheit. Statt die Auswüchse oben beschriebener Managementpraktiken generell POLITISCH zu bekämpfen, werde Unternehmen des öffentllichen Sektors als Spielfeld für klassenkämpferische Härte und als Feigenblätter missbraucht.
Zum Schaden der Mitarbeiterinnen.
Da wird eine Airline über viele Jahre vom Staat im Sturzflug in den Abgrund gefüht sodass sogar noch die beschrieben 500 Millionen Steuergelder bezahlt werden mussten um überhaupt einen Käufer zu finden.
Dann klagen neunmalkluge Journalisten an, warum die Airline nicht innerhalb kürzester Zeit saniert ist.
Besser sie hätten vor langem Sanierungen und ein vernünftiges Management statt eine rot-weiss-rote Heckflosse gefordert. Dann wäre die Heckflosse jetzt noch echt rot-weiss-rot.
es ist der typische raunzkommentar im Stile Föderl-Schmid. "das ist blöd, das passt nicht, der ist ein trottel,..."
konstruktiv oder gar differenziert ist was anderes. schade nur, dass die republik 500 mio euro gezahlt hat und der laden jetzt nicht saniert sondern zugesperrt wird.
die AUA ist unsanierbar - weil das unternehmen in Ö ansässig ist und Ö-mentalitäts mitarbeiter hat
im grunde genommen sind die meisten sanierungsfällle in Ö (fairerweise anzumerken auch in Frankreich) nicht sanierbar!
Allerdings nicht wegen dem Management und denen da "oben"..
sondern wegen der einstellung Ö mitarbeiter zur arbeit, gehalt, "erworbenen rechten" (die man selbstverständlich auch bei pleitebetrieben nicht aufgeben darf) - und den vielen querschüssen von AK, Gewerkschaften, - vorallem wegen Betriebsräten die in Sanierungssitationen vollkommen blind sind (und insgeheim auf den ausgleichsfonds für MA hoffen) - und nicht zuletzt wegen der vielen Betriebsvereinbarungen! - die ja alle UNkündbar sind auch bei drohender pleite
Die AUA-MitarbeiterInnen waren eine hochmotivierte Truppe, und das Unternehmen hat von 1970 bis 2000 fast durchgehend schöne Gewinne geschrieben - bis Schwarz-Blau nach der "Wende" hineinregiert und mit ihren genialen Managern das Unternehmen rasch ruiniert hat.
Richtig geführt, können österreichische Mitarbeiter genial sein. Bis 2000 waren Austrian Airlines ein international respektiertes österreichisches Paradeunternehmen.
wenn ein großes unternehmen so strauchelt, liegt das so gut wie NIE an den mitarbeitern, sondern praktisch IMMER an einer inkompetenten führung (oder absicht seitens der eigentümer, aber das ist eine andere geschichte...)
wie ela vie schon schreibt, gibt es eine ganze reihe österreichischer unternehmen (mit großteils österreichischen mitarbeitern), die auch international durchaus gut aufgestellt sind, also wirds wohl NICHT an den mitarbeitern liegen...
da wundert mich aber schon, dass es sehr viele österreichische unternehmen gibt, die auch im großen reigen der weltwirtschaft mitmischen und sehr erfolgreich geführt werden. offensichtlich macht eine gute unternehmensspitze doch sehr viel aus und die hat es m.e. bei der aua zuletzt mit dem hr.sörensen gegeben.
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