Was bei der AUA fehlt
Was soll man von einem Management (AUA) halten, dass trotz massiver Verluste Boni kassiert und der Belegschaft erklärt, dass gespart werden muss? Was soll man von einem Eigentümer (Lufthansa) halten, der den Vorstand bei der chronisch defizitären Tochter von zwei auf drei Mitglieder aufstockt? Noch schlimmer: Was soll man von einem Eigentümer halten, der an die Spitze seiner Tochter einen Mann setzt, der in den vergangenen zehn Jahren lediglich Airlines verwaltet hat (Jaan Albrecht war Chef der Star Alliance, einem losen Bündnis mehrerer Airlines) und in dieser Zeit keine operative Erfahrung im Führen einer Airline hat?
Warum sollen die Lieferanten (OMV, Flughafen, Austro Control) der AUA erneut Preisnachlässe geben, wo sie doch mit 500 Millionen an Steuergeldern an die Lufthansa weitergereicht wurde? Wo versteckt sich Lufthansa-Chef Christoph Franz? Hinter der Bekundung, die AUA sei selbstständig und müsse ihre Probleme alleine lösen? Es stimmt, unter der Führung von Franz schaffte die Swiss nach der Pleite der Swissair einen fulminanten Neustart. Bloß der Vergleich AUA und Swiss hinkt: Damals gab es Hochkonjunktur, die Swiss war von allen Altlasten befreit; vor allem aber hatte die Swiss hochmotivierte Mitarbeiter. Man wusste, dass zwar auf die Kosten geachtet werden müsse, aber es gab auch eine Vorstellung davon, woher die Erträge kommen sollten. Das fehlt bei der AUA. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.1.2012)