Schneearmer Winter sorgt für Radfahrrekorde

  • "Vorarlberg und die Städte Salzburg und Graz zeigen vor, dass bei guter 
Radfahrinfrastruktur viele Menschen, ob Alt oder Jung, auf das Fahrrad 
umsteigen. Viele Städte, aber auch Regionen in Österreich haben hier 
noch einiges aufzuholen", betont Bettina Urbanek vom VCÖ.
    foto: apa/bernd thissen

    "Vorarlberg und die Städte Salzburg und Graz zeigen vor, dass bei guter Radfahrinfrastruktur viele Menschen, ob Alt oder Jung, auf das Fahrrad umsteigen. Viele Städte, aber auch Regionen in Österreich haben hier noch einiges aufzuholen", betont Bettina Urbanek vom VCÖ.

Österreichweit treten vier von zehn Alltagsradfahrer auch zwischen November und Jänner in die Pedale

Der in weiten Teilen Österreichs schneearme Winter sorgt für Radfahrrekorde, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt.

Österreichweit treten vier von zehn Alltagsradfahrer auch zwischen November und Jänner in die Pedale, in Graz waren im November bei einigen Zählstellen so viele Radfahrer unterwegs wie im Juli und August.

Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich groß: Jeder zweite Alltagsweg ist kürzer als fünf Kilometer. Der VCÖ fordert eine bessere Infrastruktur für das Radfahren.

Winterlicher Radfahrboom

"Der milde Winter verringert nicht nur die Heizkosten, sondern hilft den Haushalten auch bei den Mobilitätsausgaben zu sparen. Es gibt in vielen Städten heuer einen regelrechten winterlichen Radfahrboom", stellt VCÖ-Expertin Bettina Urbanek fest.

In Graz waren im November an einigen Zählstellen so viele Radfahrer wie im Juli und August unterwegs, im Dezember hat noch immer jeder zweite in die Pedale getreten. Und auch für den Jänner zeichnen sich bisher neue Rekordwerte ab.

Der VCÖ weist darauf hin, dass schon in den vergangenen Jahren die Zahl der Radfahrer kontinuierlich gestiegen ist. "Das Fahrrad ist für immer mehr Menschen ein Verkehrsmittel für alle Jahreszeiten", resümiert Urbanek. Im Vorjahr fuhren rund eine halbe Millionen Österreicherinnen und Österreich zwischen November und Februar mit dem Rad.

Umstieg auf das Fahrrad zahlt sich aus

Angesichts der gestiegenen Spritpreise zahlt sich der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad aus, wie die Untersuchung zeigt. Gerade auf kurzen Strecken ist der Spritverbrauch von Autos hoch. Wer einen Arbeitsweg von fünf Kilometer hat, kann sich durch den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad monatlich rund 25 Euro an Spritkosten sparen.

Zudem ist Radfahren gesund, beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und hilft, den Winterspeck los zu werden. Wer 80 Kilogramm wiegt und eine halbe Stunde mit dem Fahrrad fährt, verbrennt rund 240 Kilokalorien - das ist mehr als eine Portion Gulaschsuppe hat.

Forderung nach verbesserter Infrasturktur

Um im Winter sicher mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, ist eine gute Beleuchtung besonders wichtig. Da die Fahrbahn rutschiger ist, sollte der Sattel etwas niedriger gestellt werden, damit die Füße bequem den Boden erreichen. Zudem empfiehlt der VCÖ in den Wintermonaten eine defensivere Fahrweise und erhöhte Aufmerksamkeit.

Damit mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen können, fordert der VCÖ eine verbesserte Radfahrinfrastruktur. "Vorarlberg und die Städte Salzburg und Graz zeigen vor, dass bei guter Radfahrinfrastruktur viele Menschen, ob Alt oder Jung, auf das Fahrrad umsteigen. Viele Städte, aber auch Regionen in Österreich haben hier noch einiges aufzuholen", betont Urbanek. Wichtig ist zudem, dass die Gemeinden und Städte im Fall des Schneefalls auch die Radwege räumen. (red, derStandard.at)

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