Reaktion auf Abzugsdrohung aus Frankreich
Brüssel - NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat die
Verbündeten im Afghanistan-Einsatz aufgefordert, sich an den vereinbarten
Zeitplan eines Truppenabzugs bis Ende 2014 zu halten. "Es ist wichtig für den
Erfolg des Einsatzes, dass wir unsere Verpflichtung für diesen vereinbarten Plan
beibehalten", sagte Rasmussen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in
Brüssel. Er reagierte damit auf Äußerungen des französischen Präsidenten Nicolas
Sarkozy, der einen früheren Abzug nach dem Tod von vier französischen Soldaten
in Afghanistan am Freitag nicht ausgeschlossen hatte.
Die vier unbewaffneten Soldaten waren von einem afghanischen Soldaten beim
Sport erschossen worden. Bei dem Täter handelte es sich möglicherweise um einen
Taliban, der sich in der afghanischen Armee anwerben ließ. Der Mann gab an, den
Angriff wegen des vor kurzem veröffentlichten Videos von einer Leichenschändung
durch US-Soldaten begangen zu haben. Die französische Regierung machte
inzwischen deutlich, dass es keinen überstürzten Abzug aus dem Land geben
werde. (APA)