In Den Haag angeklagte Top-Politiker treten zurück

26. Jänner 2012, 17:17

Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angekündigt

Addis Abeba/Nairobi - Zwei in die Kritik geratene kenianische Spitzenpolitiker sind am Donnerstag von ihren Ämtern zurückgetreten. Sie reagierten damit auf eine Entscheidung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag (IStGH). Vor wenigen Tagen hatte das Gericht angekündigt, ihnen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit den Prozess zu machen. Das teilte das Büro des Präsidenten Mwai Kibaki in Nairobi mit.

Uhuru Kenyatta, der Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta, legte sein Amt als Finanzminister nieder. Vize-Ministerpräsident wolle er jedoch weiter bleiben. Der Chef des öffentlichen Dienstes, Francis Muthaura, reichte ebenfalls seinen Rücktritt ein.

Morde, Vergewaltigungen, Vertreibungen

Der IStGH hatte am vergangenen Montag beschlossen, neben Kenyatta und Muthaura auch dem früheren Bildungsminister William Ruto und dem Moderator eines lokalen Radiosenders, Joshua Arap Sang, den Prozess zu machen. Den vier Männern wird vorgeworfen, 2007 massenweise Morde, Vergewaltigungen und Vertreibungen organisiert und geschürt zu haben, die Kenia nach den damaligen Präsidentenwahlen erschüttert hatten. Die monatelangen blutigen Unruhen hatten das ostafrikanische Touristenland an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht.

Hintergrund waren Auseinandersetzungen zwischen Präsident Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga, die sich beide zum Wahlsieger erklärt hatten. Bei den darauffolgenden Ausschreitungen waren mehr als 1.300 Menschen ums Leben gekommen. Die brutalen Übergriffe zwischen verschiedenen Stämmen, die 600.000 Menschen in die Flucht trieben, hörten erst auf, als Odinga im März 2008 das Amt des Ministerpräsidenten in einer Koalitionsregierung übernahm.

Kenyatta und Ruto haben bereits angekündigt, sich trotz des bevorstehenden Prozesses bei der Präsidentenwahl Anfang 2013 um das Amt des Staatschefs zu bewerben. "Mein Gewissen ist rein, es war rein und es wird immer rein sein. Ich bin unschuldig in allen Anklagepunkten", hatte Kenyatta nach der IStGH-Entscheidung erklärt. (APA)

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10 Postings
Twiga09
00
30.1.2012, 07:53
Unklar

Ich find den Artikeln unklar... um welche zwei Politiker geht es? Kenyatta und Muthaura oder Kenyatta und Ruto?

Ich empfehle die "Dialy Nation" für solche Berichte: Kenianische Tageszeitung!

Seiten Taisei
00
Oder "The Standard"

www.standardmedia.co.ke/

tramezzino
00
27.1.2012, 12:20
politiker aus kenia sind zurückgetreten...

d.h. sie haben schon genügend kohle in die schweiz und die unsa geschafft und tauchen demnächst unter.

NONE
03
27.1.2012, 03:50

Warum werden eigentlich immer nur afrikanische Despoten angeklagt? Und ab und an mal so Leute wie Milosevic?

Wieso nicht US "Politiker" oder andere europäische Gangster?

Wieso ist Den Haag so parteiisch?

johannes schenk1
21
27.1.2012, 09:48
Die USA haben das Abkommen nicht ratifiziert.

Dh: sie können nicht angeklagt werden. (oder irre ich mich da?)
Und Europa: wer denn genau, und wofür?
Ich weiss nicht, wie oft und wo sie in Afrika schon waren. Aber was sich die Politik hier leistet ist eine gute Stufe höher als in Europa.
Sie selbst schreiben von "afrikanischen Despoten" - nun, welche europäischen fallen Ihnen denn ein?
(dabei sollten Sie wissen, dass Krieg an sich beim Strafgerichtshof kein Grund für eine Anklage ist)

Johannes Benn
00
26.1.2012, 22:42
.

und der europaeische steuerzahler darf den spaß zahlen

johannes schenk1
00
27.1.2012, 09:50
Gut investiertes Geld.

Wenn es gelingt, durch solche Massnahmen die Regierungen aller Staaten transparenter, und den Menschenrechten geneigter zu machen, kann das kaum zu viel kosten.

Marquis de Sade
 
02
26.1.2012, 21:43

ist zwar eine andere Größenordnung aber könnte man vielleicht auch einige österr. Politiker in Den Haag anklagen?

...nur weil ich sehen möchte, ob was passiert.

johannes schenk1
00
27.1.2012, 09:51
Wofür genau?

Vielleicht sollten Sie sich erst einmal anschauen, wofür man beim Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden kann, bevor Sie so etwas posten?

XPEH
00
27.1.2012, 07:56

dummheit und unfähigkeit ist leider kein straffähiges delikt

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