Hinterwäldlerische Weltkarriere

26. Jänner 2012, 17:08
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Das Vorarlberger Quintett HMBC gastiert am Freitag im Innsbrucker Treibhaus

Holstuonarmusigbigbandclub - oder kurz HMBC - ist der geradezu unaussprechbare Bandname von fünf Vorarlberger Vollblutmusikern. Philipp Lingg, Andreas Broger, Bartholomäus Natter, Johannes und Stefan Bär beherrschen Trompete, Flügelhorn, Saxofon, Klarinette, Posaune, Gitarre, Akkordeon, Bassflügelhorn et cetera, und jeder gleich mehrere davon. Seit Kindertagen musizieren sie miteinander, vorwiegend Bregenzerwälder Volksmusik. Diese reichern sie jedoch mittlerweile mit Rhythmen, Harmonien und Melodien aus dem Jazz, Reggae und dem Funk an. Der traditionellen Besetzung sind sie hingegen treu geblieben.

Vor eineinhalb Jahren gelang dem Quintett der Überraschungscoup. Ihr grooviger Song - Vo Mello bis ge Schoppernou - eroberte die Ö3-Charts. In hinterwäldlerischer Mundart - einer Sprache, die östlich des Arlbergs nicht mehr als Deutsch wahrnehmbar ist - jammern sie über den mühsamen Heimweg im Vollrausch nach durchzechter Nacht, und zwar von Mellau bis nach Schoppernau. Das Video dazu wurde auf Youtube Millionen Mal angeklickt. Seither hat sich das Leben der Band gehörig verändert. Konzerte führen sie bis nach New York, und man bittet sie auch schon zu Fernsehauftritten.

Auf ihrer nunmehr dritten CD Lieble finden sich ausschließlich Eigenkompositionen, Funknummern genauso wie melancholische Trauerwalzer und Tangorhythmen, aber auch diverse schräge Volksmusikweisen. Am Freitag gastieren sie mit ihrer unvergleichlichen Melange im Innsbrucker Treibhaus. (dns / DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2012)

27. 1., Innsbruck, Treibhaus, 21.00

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    foto: rough trade

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