Österreich-Umsatz wuchs 2011 um knapp drei Prozent auf 195 Millionen Euro, für 2012 ist man "verhalten optimistisch"
Wien - Beim deutschen Haushaltsgerätehersteller Miele hat man keine
Angst, aufgrund der krisenbedingten Konsumeintrübung und zunehmender Billigware
aus Taiwan irgendwann vom Markt zu verschwinden. "Wir haben uns vier
Generationen in allen Krisen behauptet und werden auch diese schaffen", gab sich
Reinhard Zinkann, geschäftsführender Gesellschafter der Miele-Gruppe, am
Donnerstag in Wien zuversichtlich.
Für 2012 sei er "verhalten optimistisch", man könne in keine Glaskugel
blicken. Über einen Rückzug aus Problemländern wie Spanien, Griechenland oder
Portugal denke man aber nicht nach. "Wenn wir einmal auf einem Markt sind,
bleiben wir da."
Das Geschäftsjahr 2010/11 (per Ende Juni) sei eines "mit Höhen und Tiefen"
gewesen, sagte Markus Miele, der das Familienunternehmen neben Zinkann vertritt.
Es habe zwar "Problemfelder auf der Landkarte" gegeben, die aber durch Länder,
in denen es gut lief, aufgefangen werden konnten. Der Gruppen-Umsatz wuchs um 4
Prozent auf 2,95 Mrd. Euro. Ergebniszahlen gibt Miele nicht bekannt. In
Österreich stieg der Umsatz im vergangenen Jahr (Jänner bis Dezember) um knapp 3
Prozent auf 195 Mio. Euro - "und das in einem stagnierenden Markt", wie
Österreich-Geschäftsführer Martin Melzer einräumte.
"Galerie" Nummer 2
Heute wird der Haushaltsgerätehersteller in Österreich seine zweite "Galerie"
offiziell aufsperren, weltweit gibt es bereits 50. 10 Mio. Euro investierte das
Unternehmen in das neue Kundenzentrum im 23. Wiener Bezirk. Potenzielle
Miele-Kunden können die Geräte dort angreifen und ausprobieren. "Über den Preis
können wir nicht gewinnen, aber über den Wert und Service", meinte Miele.
Die Zukunft bei Haushaltsgeräten gehe noch mehr in Richtung Energieeffizienz,
niedrigem Wasserbrauch und "intelligenten", Smart-Grid-fähigen Geräten, war zu
hören. Sprich Geräte, die mittels Software auf die aktuellen Energiepreise
reagieren können und sich dann einschalten, wenn die Stromkosten gerade niedrig
sind.
Miele ist in 47 Ländern mit eigenen Vertriebsgesellschaften vertreten und in
weiteren 50 Ländern über Importeure. Das deutsche Unternehmen beschäftigt
weltweit rund 16.600 Mitarbeiter, in Österreich sind es 640. Sie arbeiten in der
Zentrale in Wals bei Salzburg und dem Produktionsstandort in Bürmoos. Weitere
Werke gibt es in China, Rumänien, Tschechien und Deutschland, dem
Hauptproduktionsland. (APA)