Britisches Gericht untersagt Nachstellung fotografischer Werke

26. Jänner 2012, 14:48
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Neuer Entscheid sieht auch Nutzung geschützter Fotos für Montagen als illegal an

Ein Urteil des UK Patents County Court vom Jänner 2012 sorgt derzeit für Aufregung in der Medienwelt. Demnach verstoße es gegen das Gesetz, wenn man einen "bedeutenden Teil eines fotografischen Werkes" zur Erzeugung eines neuen Fotos nachgestellt würde. Diese umstrittene Entscheidung ging aus dem Fall "Temple Island Collections Ltd v New English Teas Ltd and Another (No. 2)" hervor. Darin ging es um ein von New English Teas in Auftrag gegebenes Bild, das laut Richterin Judge Birss QC zu sehr einem anderen Bild der Temple Island Collections aus dem Jahr 2005 ähnelte.

Zu sehen ist in beiden Bildern ein roter Doppeldeckerbus, der vor schwarz-weißem Hintergrund die Westminster Bridge überquert. Obwohl die Inhalte nicht identisch sind, hätte man sich einiger Eigenschaften (wie der Komposition und des Stils) bedient, die Teil der ursprünglichen Kreation seien.

Neues Terrain betreten

Mit ihrer Entscheidung betritt Richterin Birss neues Terrain im britischen Urheberrecht. Bislang räumte das Gesetz ohne weiteres die Möglichkeit ein, bekannte Fotografien selbst und ohne Einschränkung nachzustellen. Berühmtes Beispiel ist das Bild der Beatles, während sie die Abbey Road überqueren. Das Foto regte unzählige Künstler zu kreativen Hommagen an.

  • Das Original und die Nachstellung (u)
    foto: temple island collections ltd

    Das Original und die Nachstellung (u)

  • Artikelbild
    foto: new english teas ltd
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