Studiengebühren: Bundes-SPÖ akzeptiert Salzburger Beschluss

26. Jänner 2012, 13:29

Für SP-geführte Länder Wien und Steiermark sind Studiengebühren aber kein Thema - Töchterle fühlt sich "erneut bestärkt"

Wien - Nach der Zustimmung der Salzburger SPÖ zu einem Antrag auf Wiedereinführung der Studiengebühren im Salzburger Landtag zeigt sich die Bundes-SPÖ gelassen. Im Ö1-"Mittagsjournal" gab SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas an, dass es in einer "großen Partei" nun mal Themen gebe, "wo es unterschiedliche Meinungen gibt". Das sei "zu akzeptieren und respektieren". SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl sieht keinen Grund, "auf ÖVP-Linie einzuschwenken". "Aus meiner Sicht gibt es gesellschaftspolitisch sinnvollere Steuereinnahmen als eine Bildungssteuer", so Kuntzl zu Ö1.

"Schweigende Mehrheit"

Burgstaller hatte zuletzt von einer "schweigenden Mehrheit" pro Studiengebühren innerhalb der SPÖ gesprochen und angekündigt, beim nächsten Bundesparteitag ein Modell zu deren Wiedereinführung vorzulegen. Sowohl der Wiener Bürgermeister Michael Häupl als auch der steirische Landeshauptmann Franz Voves hatten sich in der Vergangenheit kompromissbereit gezeigt, sehen darin aber derzeit kein Thema.

Die SPÖ Wien verwies auf APA-Anfrage auf einen aufrechten Bundesparteitagsbeschluss, "in dem keine Wiedereinführung der Studiengebühren vorgesehen ist", wie eine Sprecherin erklärte. Zu dem stehe die SPÖ Wien. Im Büro des steirischen Landeshauptmanns Franz Voves verwies man auf die Position, dass es zuerst ein gerechtes Stipendiensystem geben müsse. Voves hatte im Abtausch mit der Einführung der gemeinsamen Schule der Zehn- bis Vierzehnjährigen "Studiengebühren mit sozialen Abfederungen" vorgeschlagen. Der steirische SPÖ-Klubobmann Walter Kröpfl meinte, man werde sich damit ernsthaft befassen, wenn es einen einheitlichen Einkommensbegriff als Grundlage für die Stipendien gebe. Die Studiengebühren müssten außerdem sozial gestaffelt sein.

Töchterle erfreut

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle sieht sich indes durch den Salzburger Beschluss von SPÖ und ÖVP in seine Forderung nach Studiengebühren "erneut bestärkt", wie es aus seinem Büro gegenüber der APA heißt. Der Abänderungsantrag setzt für eine Wiedereinführung wörtlich ein "sozial gerechtes, ausgebautes Stipendiensystem" voraus, damit "für sozial schwächere Schichten keine finanziellen Zugangsbeschränkungen aufgebaut werden". Mit den sozialen Komponenten in Töchterles Studienbeitragsmodell werde dem Antrag in Salzburg "bereits Rechnung getragen", so das Ministerium.

Scharfe Kritik am "Vorpreschen Salzburgs" kommt indes von den Grünen. "Unsere einheitliche Hochschulpolitik im Bund darf nicht aufs Spiel gesetzt werden", so der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald in einer Aussendung. "Wir Grüne lehnen regional unterschiedliche Lösungen strikt ab. Wir dürfen aus der Hochschulpolitik keinen Fleckerlteppich werden lassen." (APA)

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20 Postings
die zwei des
20
27.1.2012, 12:35

Ich hab ja gleich gewusst, dass die SPÖ beim Thema Nein zu Studiengebühren umfällt. Dieses ganze nein, nein wir wollen keine Studiengebühren, war nur Kosmetik!

Der Chronist
30
27.1.2012, 10:52

Offenbar steht Faymann hinter Burgstaller, die haben eine geheime Absprache.

Faymann will die Partei biegen, um dem Spindelegger zu Willen zu sein. Es geht nur mehr um die Machtbegierde des größten Veräters der Sozialdemokratie seit Otto Bauer.

smea_gol
01
27.1.2012, 11:39

und habens auch belege für ihr gewäsch?

systemfehler1
56
26.1.2012, 21:27
Freier Zugang zur Bildung heißt:

Keine Schul- und keine Studiengebühren.
Ein sozialdemokratischer Grundsatz, an dem aus meiner sicht nicht gerüttelt werden darf.
Stipendium, sozial gestaffelt, heißt nur:
-massiver Verwaltungsaufwand
-massenhaft Lücken und darauf folgender Mißbrauch, gerade auch derer, die sich Studeingebühren durchaus leisten könnten(ich nenne das den "Fortell-Wussow-Effekt")
-unterm Strich teuer und nicht effizienter.

Also: Zurück zum Start und, liebe Frau Burgstaller, lösen sie sich bitte ein ÖVP-Parteibuch.

Zynami
21
27.1.2012, 09:57
Gilt das auch für Fachhochschulen?

Die haben seit eh und je Studiengebühren, sogar höhere!

Oder unterliegen nur die UNI-Studien der Ideologie statt der Bildung?

Fledrian
02
30.1.2012, 12:22

Fachschulen haben ja prinzipiell mit Bildung nicht viel zu tun. (Hui Öl ins Feuer)

Der Chronist
66
26.1.2012, 17:46

Tja, das wars mit der SPÖ. Jetzt verlieren die noch mehr WählerInnen, weil sie nicht begreifen, dass die Umfragen zwar Mehrheitsmeinungen widerspiegeln, deshalb aber noch lange keine neuen WählerInnen bringen.

Anders gesagt: Wenn die SPÖ die Politik der ÖVP macht, gewinnt die ÖVP zwar nicht unbedingt Stimmen, aber die SPÖ verliert welche. Und das bedeutet: 4. Platz - denn die FPÖ und die Grünen legen zu.

Strache wird das Land zugrunde richten, aber was solls. Es gibt auch anderswo schöne Plätze und akzeptable Lebensbedingungen. Man muss ja nicht in einem Land bleiben, das zum dritten Mal seit 1934 einen Faschismus etabliert.

Die Neuheit dabei: Diesmal ist er wirklich gewählt und gewollt.

Fledrian
00
30.1.2012, 12:23

Also dass die Grünen noch sonderlich weiter steigen bezweifle ich.

baneck08
12
26.1.2012, 20:47
Geh, wenn du schon da bist

dann lies den Artikel vor dem Posten

systemfehler1
12
26.1.2012, 21:29
Sensationell auch die grünen Stricherl.

Da gibt´s anscheinend Leut´, die nur die Postings lesen.

Herzerzog Johann
02
26.1.2012, 22:36

Der Artikel ist nur ein Hindernis auf dem Weg ins Forum.

Android1337
02
26.1.2012, 19:38

Faszinierend, wie Sie aus der Einführung einer Studiengebühr das Wiederaufkommen des Faschismus herleiten ^^

Resilienzfaktor
11
27.1.2012, 11:52

Naja, gewisse Zusammenhänge lassen sich da mMn schon erkennen. Einerseits wird es sich fürchterlich rächen, wenn junge Menschen sich nicht mehr entfalten können (gerade die junge Intelligenz wird, wenn sie aufgrund sozialer Determinanten systematisch aus der tertiären Bildung gedrängt wird, entsprechend reagieren und sich selber Räume schaffen>> Radikalisierung). Auch wenn das - aus einem weitgefassten, quasi historischen Blickwinkel - durchaus positiv im Sinne eines "reinigenden Gewitters" verlaufen kann, so lässt sich nicht leugnen, dass die genaue Dynamik schwer einzuschätzen ist. Ein Blick auf die letzten Wahlen zeigt, dass die FP immer mehr auch bei (verständlich) enttäuschten MaturantInnen beliebte Alternative ist. Protest=rechts in Ö

120 Jahre Karl Schranz
00
27.1.2012, 16:17
ziemlicher quatsch.

die fpö wird nicht von "enttäuschten maturanten" gewählt, sondern ist unter jungwählern mit matura und eltern mit matura sehr schwach.

und es gibt genug länder in europa, die studiengebühren oder zugangsbescränkungen haben (z.b..niederlande, schweden, norwegen etc), ohne auf den weg in den faschismus zu sein.

Fledrian
00
30.1.2012, 12:25

Die Niederlande nämlich...

Resilienzfaktor
10
27.1.2012, 11:58

Aja: Und die, die links ausweichen, werden am ehesten Grün wählen (die sind, trotz ihren bürgerlich-konservativen Einsprengseln, grad in soziapolititischen Fragen sicher linker angesiedelt als die SP).

Ich muss sagen, ich find diese Überlegung nicht so unlogisch..könnt mir gut vorstellen, dass sich das noch so entwickelt
(wobei ich bei der Einschätzung des Faschismus mit dem Poster "Chronisten" wahrsch. nicht unbedingt einer Meinung bin)

Der Chronist
41
27.1.2012, 14:06

Wo die FPÖVP herrscht, ist Faschismus. Ihr werdet Euch noch so wundern, wenn das kommen sollte.

120 Jahre Karl Schranz
10
27.1.2012, 16:12
schwarz-blau war politisch schädlich, falsch und nepotistisch.

von faschismus hat man aber eher wenig gesehen.

Slimerhorst
00

Das wär dann heute aber Schwarz-Orange. Die Bagage die sich heute "Blau" schimpft hat noch keiner von uns je in Regierungsämtern gesehen. Und bei denen ist Faschismus nicht ausgeschlossen.

Der Chronist
31
26.1.2012, 22:35

Tu ich ja gar nicht - aber, pscht: Nicht weitersagen.

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