Teilorganisationen dafür

ÖVP für Anhebung des Pensionsantrittsalters von Frauen ab 2014

26. Jänner 2012, 13:07

Gemeinsames Modell für vorgezogene schrittweise Angleichung

Wien - Die sechs ÖVP-Teilorganisationen haben einen konkreten Vorschlag für die vorgezogene Angleichung des Pensionsantrittsalters der Frauen an jenes der Männer vorgelegt. Ab 2014 soll das Frauen-Pensionsantrittsalter schrittweise angehoben werden, bis 2024 soll es auf das Männer-Alter von 65 Jahren angeglichen sein. Nach der geltenden Regelung sollte 2024 erst mit der Angleichung begonnen werden. Dazu verlangten die ÖVP-Politiker am Donnerstag in einer Pressekonferenz eine Reihe von Begleitmaßnahmen, etwa eine bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten und gezielte Arbeitsmarktaktionen.

Das ÖVP-Modell konkret: Ab 2014 wird das Frauen-Pensionsantrittsalter von derzeit 60 Jahren schrittweise angehoben - bis 2016 um vier Monate pro Jahr, ab 2017 um sechs Monate pro Jahr. Damit wären 2024 die 65 Jahre erreicht, die auch für die Männer gelten. Damit müssten sich Frauen ab den Geburtsjahrgängen Ende 1953/1954 auf einen späteren Pensionsantritt einstellen. Die 1992 fixierte geltende Regelung sieht eine Angleichung ab 2024 vor.

Mit dem ÖVP-Modell würde die "Einkommenslücke der Frauen in der Pension geschlossen". Die längere Erwerbsarbeit brächte ihnen um durchschnittlich 370 Euro pro Monat höhere Pensionen, betonte ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm. Frauen seien heute benachteiligt, weil ihnen mit dem früheren Pensionsantritt "die besten Jahre" für die Berechnung fehlen würden, sagte der stellvertretende ÖAAB-Chef und ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger.

Einfache Mehrheit im Nationalrat

Der Vertrauensschutz sei mit dieser "sanften" schrittweisen Anhebung gewährleistet, meinte Seniorenbund-Obmann Andreas Khol. Außerdem könnte das Modell mit einfacher Mehrheit beschlossen werden - anders als von Sozialministerium und Kanzleramt auf ihren Homepages dargestellt. Denn der Verfassungsgerichtshof habe Ähnliches bei der Abschaffung der "alten" Frühpension 2003 gebilligt.

Dass aber auch für ein einfaches Gesetz der Koalitionspartner SPÖ gewonnen werden muss, ist den ÖVP-Politikern klar. Schittenhelm hofft auf die "Überzeugungsarbeit" von ÖVP-Chef Michael Spindelegger - dem man das Modell vorgelegt habe. Sie kann sich "nicht vorstellen, dass der Koalitionspartner auf Dauer Nein sagt".

Die ÖVP-Politiker forderten eine Reihe von Begleitmaßnahmen: Kindererziehung müsse voll - mit vier Jahren pro Kind, unabhängig vom Altersabstand - auf die Pension angerechnet werden. Das Arbeitsmarktservice müsse mit einem "Beschäftigungspaket 50 plus" dafür sorgen, dass ältere Arbeitnehmerinnen auch einen Job haben. Schittenhelm will auch ein "automatisches" Pensionssplitting von Eltern diskutieren.

Höhere Einstiegsgehälter

Die Junge ÖVP drängt auf ein Bonus-Malus-System mit höheren Zuschlägen für Arbeiten nach dem gesetzlichen Pensionsalter. Außerdem plädierte die stellvertretende Bundesobfrau Bettina Rausch für eine flachere Lebensverdienstkurve - also höhere Einstiegsgehälter mit geringeren Zuwächsen.

Angelika Winzig, die stellvertretende "Frau in der Wirtschaft"-Vorsitzende, zeigte sich namens des Wirtschaftsbundes überzeugt, dass die längere Erwerbstätigkeit von Frauen "nicht sehr problematisch" für den Arbeitsmarkt wäre. "Wir brauchen die älteren Arbeitnehmer", meinte sie. Für Theresia Meier vom Bauernbund ist es besonders wichtig, "dass Kinder kein Schaden für die Pension" sind.

Nicht auseinandergesetzt hat man sich laut Khol mit der "Kosten-Nutzen-Frage" - also der Frage, was die frühere Angleichung an Einsparungen bringen bzw. die Begleitmaßnahmen kosten würden.

Das Modell wurde - nach dem "Startschuss" durch ÖVP-Frauen und Seniorenbund - gemeinsam von allen sechs Teilorganisationen erarbeitet. Dass bei der Präsentation am Donnerstag nur die Chefs zweier Organisationen dabei waren (ÖAAB, Wirtschaftsbund, Bauernbund und Junge ÖVP hatten Vertreter geschickt), begründete man damit, dass bewusst Frauen der Vortritt gelassen worden sei - und im Fall der ÖAAB-Chefin Innenministerin Johanna Mikl-Leitner mit Terminproblemen. (APA)

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Roman Valent1
 
00
23.4.2012, 08:31
In der Theorie verloren....

ja, es ist schwer, überhaupt heutzutage, die Theorie mit der Praxis zu vereinen. Aber immer neuere Regelungen zu entwerfen, die dann in der Praxis wieder nicht gelebt werden können..Das ist der falsche Weg.
Der ÖVP stünde es gut an wieder ein wenig auf ihren "Vornamen" zu hören, es zu leben, nämlich das Christliche in ihrer Seele zu finden und auf die Stimmen des Volkes zu hören, diese wertschätzen. Das sollte sich auch in der Politik leben lassen.

Ich denke, die vorherigen Postings ernst zu nehmen, wäre schon ein guter Anfang.

Sonst wird diese Partei in Kaltherzigkeit schön langsam vergehen.

Gelber Stern
00
23.2.2012, 19:08
Ganz ehrlich, welches Unternehmen will schon 50+ Angestellte ....

.... wiklich haben. Man vergleiche die Belastbarkeit von 30jährigen mit 50jährigen, sehe das ja in meiner Firma. Ich mach doppelt so viel Arbeit in 30 Stunden pro Woche, wie eine knapp 50jährige mit einer 39 Stundenwoche, von den dauernden Wehwehchen und Krankenständen gar nicht zu sprechen. Wir sind ein großes Unternehmen, viele um die 50 herum kommen mit den Anforderungen des heutigen Arbeitslebens gar nicht mehr zurecht, man kann PC, Programme, Hintergrundwissen, usw. noch so oft erklären und schulen, trotzdem ist der Arbeitseinsatz nur halb so viel Wert, weil einfach zu langsam. 50+ kommt halt nimma mit. Ich weiß, das ist jetzt sehr überspitzt geschrieben, aber lasst uns mittleren Generation die Omas/Opas zur Unterstützung im Alltag, ..

Gelber Stern
00
23.2.2012, 19:14
.... bei Kindern, Haushalt und Beruf.

Ich möchte ab einem gewissen Alter auch nicht mehr so auf Vollgas in der Firma tätig sein und lieber mal meine Kinder in ihrem Alltag unterstützen, ich bin dann einfach nicht mehr der Antriebsmotor, weil die Arbeitsweise wieder anders sein wird, wie heute, wer weiß, ob ich das dann überhaupt noch umsetzen kann und die Anforderungen werden immer mehr und nicht weniger. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich mit 50+ nicht mehr die Leistung erbringen kann, wie ich es heute mache.

Gelber Stern
00
23.2.2012, 19:10
... mit Kindern, Haushalt und Beruf, wir bringen die Topleistung ..

... und die Älteren können es bissl ruhiger angehen lassen. So einfach ist das.

Wenn ich über 50 bin, passe ich lieber auf meine Enkelkinder auf, helfe meinen Kindern im Alltag, damit sie die Motoren sein können, weil da meine 100%-Powerzeit einfach schon vorbei ist. Sicher noch arbeiten gehen, ganz klar, aber ich bin dann nicht mehr die treibende Kraft eines Unternehmens, dessen bin ich mir bewusst.

Gelber Stern
00
23.2.2012, 19:17

Und nochwas, wie wäre es mit Arbeitslosenzahlen senken und allen Menschen ein Berufsleben ermöglichen, bevor ich die nächsten in die Arbeitslosikeit dränge?

Leser Franz
00
Sauerei!!!

So etwas können nur PolitikerInnen fordern, die selbst keine familiären Verpflichtungen und die eigenen Schäfchen im Trockenen haben. Ältere ArbeitnehmerInnen werden ab 50 aus dem regulären Arbeitsmarkt gedrängt und haben in dem Alter so gut wie keine Chancen auf einen ausbildungsgerechten Wiedereinstieg. Wie soll das gehen? Wenn Unternehmer Ältere nicht wollen/brauchen, kann das AMS auch nichts ausrichten - höchstens viel Geld verbrennen und die Statistik frisieren, damit es nicht so grauslich ausschaut. Die Jungen werden mit prekären J ausgebeutet und die Älteren in die Altersarbeitslosigkeit gedrängt. Ein höheres Pensionsalter ist rasch eingeführt - "hinter mir die Sintflut" - typisch ÖVP!

I. O.
02
Vorprogramierte

Pensionraub und Stoß in Altersarmut!

super cat
05

Noch mehr Langzeitarbeitslose? Solange ältere Arbeitnehmer (ab 50) nicht am Arbeitsmarkt gefragt sind, ist eine Anhebung des Pensionsalters doch sinnlos.

täglich ALLES1
02
und gerade ÖVP

Ausgerechnet die sgn. Wirtschaftspartei plädiert für die Anhebung des Pensionsalters.
Dabei werden gerade in der Privatwirtschaft die Menschen über 50 gnadenlos gekündigt!!!
So etwas ist doch grenzenlos unverschämt!!

na dann..
04

anstatt die jungen am arbeitsmarkt einzubringen nötigt man alte leute zu schuften bis sie , am besten, tot umfallen nur um an pensionen zu sparen. pfui teufel regierung !! schickt die alten in pension und schaut das die jungen menschen arbeit haben dass saprt mehr wenn man mit der arbeitslosen gegenverrechnet.

I. O.
01
Genau!

Pensionisten könnten man nicht nur als "Last" betrachten! Sie könnten das Wirtschaft ankurbeln, durch ihren Freizeitbeschäftigungen, Wellness-Sport, Kultur-Kurse...usw.
Aber die Langzeitarbeitslosen-Heer und enteignete Mindestsicherten Heer wird wirklich für Last der Gesellschaft!

sonne-licht
 
51
28.1.2012, 20:37
am meisten gefällt mir

alle die schon in pension sind, stehlen sich davon und die schulden sollen dann die jungen generationen aufarbeiten.

danke dafür!

I. O.
02
Die Alten haben schon ihren Leistungen gebracht!

40-45 Jahre gearbeitet, beträge gezahlt... großgezogen die jüngere Generationen...und vergessen die Jüngeren nicht; sie werden einmal auch alt.....

kuonrad
03
30.1.2012, 15:16
Alt werden und in Pension gehen müssen

heißt bei Ihnen "sich davonstehlen"? Sollte man den "Alten" vielleicht gleich Gift ins Futter mischen?
Vielleicht wissen Sie es noch nicht (Ihre Aussage deutet sehr darauf hin!): Sie werden auch älter, jeden Tag, wirklich!

Gustav Lecker
00
28.1.2012, 10:46
leicht

naja die können sich ja überhaupt nicht vorstellen wie es ist als 65 jähriger am Bau um wenig Geld zu hackeln. Die Fehler haben ja die Politiker schon vor jahrzehnten gemacht und dafür löffeln wir jetzt die Suppe aus.

GhostInside
03
27.1.2012, 12:31
Pensionsantrittsalter

gehört generell herabgesetzt und nicht dauernd erhöht. Man verplempert genug Lebenszeit durch Lohnarbeit.

anyuser
 
00
so ist es ! wir arbeiten um zu leben und nicht umgekehrt

ausserdem sind die jungen produktiver. wenn es sich nicht auszahlt zu arbeiten, dann deswegen weil die gier der unternehmerkaste keine grenzen kennt.
es ist dumm die massen 60h die woche auszubeuten und die anfallenden gesundheitskosten der allgemeinheit umzuhaengen anstatt den profiteuren der menschenschinderischen ausbeuterkultur.
es reicht wenn wir 30h arbeiten um die menschen an dem erwirtschafteten teilhaben zu lassen.
besteuert gehoert die produktivitaet und nicht die menschliche arbeitskraft....
jeder von uns kann es besser als die gekauften politfratzen.

Alfred Zopf
01
27.1.2012, 07:20
Garantie für die Frauen bis 2024 !

Nur wenn klar ist, dass Frauen mit 60 Jahren bis 2024 keine Abschläge wegen vorzeitigen Pensionsantritt erhalten, kann von einer Verbesserung gesprochen werden, Abschläge bis dahin würden ja eine Verschlechterung darstellen und wäre somit das Gegenteil von einer Verbesserung. Da bin ich ja sehr gespannt, wie das wirklich umgesetzt werden könnte, ohne eine mögliche Benachteiligung der Frauen.

Waran
02
27.1.2012, 01:43
Pension

Unabhängig von den Arbeitslosen, die notgedrungen entstehen, sollten Menschen länger im Arbeitsverhältnis gehalten werden.
Das ist ein anderes Thema und offenbart nur die Perversion dieses Systems, genannt Kapitalismus

Die statistische Lebenserwartung der Frauen ist ungefähr um die Spanne des früheren Pensionsantrittsalter höher als die der Männer.

Alfred Zopf
00
27.1.2012, 07:46

Schon darüber nachgedacht, ob die höhere Lebenserwartung nicht auch mit den früheren Pensionsantrittsalter zu tun hat ?

Waran
00
27.1.2012, 10:41
Lebenserwartung

Das war der Hintergrund, weshalb ich diese Erkenntnis möglichst wertfrei einstellte.
Es wäre aber unseriös, die höhere Lebenserwartung von Frauen auf diesen Umstand zu reduzieren.
Männer neigen dazu, gefährlicher, ungesünder, stressvoller udgl. zu leben. Da spielen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle.
Insgesamt spielt die im Regelfall längere Lebensarbeitszeit von Männern sicher eine Rolle.

GhostInside
02
27.1.2012, 12:28

deswegen gehört generell die Arbeitszeit verkürzt.

Chris Quast
31
26.1.2012, 15:58

wenn sie das durchbringen wähl ich wieder mal övp !
naja ein bissal mehr müssten sie schon auch noch zusammenbringen, aber ein schritt in die richtige richtung

super cat
00

Mich würde interessieren: wie viele Frauen gehen in Frühpension und wie viele Männer?

byron sully
15
26.1.2012, 15:30

der vorschlag ist richtig und unterstützenswert, eine unterscheidung nicht gerechtfertigt. aber das sollte genauso für die löhne gelten. sowohl das beharren der "linken reichshälfte" auf dem unterschiedlichen pensionsalter wie das beharren der "rechten reichshälfte" auf unterschiedlichem lohnniveau sind ungerecht und inkonsequent. gleichberechtigung auf allen ebenen: also angleichung des pensionsalters UND des lohnniveaus von männern und frauen. aber offenbar ist den einen nur das eine ein anliegen und den anderen nur das andere.

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