20 Milliarden Euro: Verwirrung um Sparvolumen

26. Jänner 2012, 12:50

Regierungsparteien weisen Gerüchte zurück - Präsentation möglicherweise doch Anfang Februar

Obwohl bisher keine Spardetails bekanntgegeben wurden, sickern nun doch einige Informationen aus den Regierungsverhandlungen durch. Laut "Zeit im Bild" soll der Sparumfang für die nächsten fünf Jahre 20 Milliarden Euro betragen, das Doppelte der bisher kolportierten zehn Milliarden Euro. Von den Einsparungen sollen alle betroffen sein, es dürfte das größte Sparpaket der Zweiten Republik werden.

Die "ZiB" beruft sich auf Informationen aus Verhandlungskreisen und spricht von folgenden Maßnahmen:

  • Für Arbeitnehmer: höheres Pensionsantrittsalter
  • Für Pensionisten: höhere Sozialversicherungsbeiträge
  • Für Grundbesitzer: Umwidmungsabgabe
  • Für Besserverdiener: Solidarbeitrag
  • Reduzierung der Spitalskosten auf das BIP-Wachstum
  • Für Beamte: Streichung des Biennalsprungs und Einführung einer Arbeitsplatzsicherungsabgabe

Eine Verkleinerung des Nationalrats ist demnach vorerst nicht geplant. Dazu sei eine Wahlrechtsreform nötig, sagte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer in der "ZiB2". Dies sei ein langfristiges Projekt. Gerüchten zufolge könnte das Sparpaket schon Anfang Februar präsentiert werden.

Verwirrung: ÖVP und SPÖ beharren auf zehn Milliarden

Woher die Zahl von 20 Milliarden Euro kommt, ist derzeit nicht klar. Bisher hat sich kein Regierungspolitiker öffentlich dazu bekannt. Im Gegenteil wurde sowohl von SPÖ als auch von ÖVP bekräftigt, dass sich am Sparbedarf von zehn Milliarden Euro bis 2016 nichts geändert habe. Wie es scheint, dürften die abweichenden Summen das Ergebnis kreativer Rechenmethoden sein.

Die Ausgangslage: Die Regierung hat sich das Ziel gesetzt, von 2012 bis 2016 das Defizit um zehn Milliarden Euro zu reduzieren. Dafür sollen heuer, also im ersten Jahr der Konsolidierung, zwei Milliarden Euro eingespart (oder durch neue Steuern eingenommen) werden. In der Folge sollen dann jedes Jahr weitere zwei Milliarden Euro an Einsparungen bzw. neuen Steuern dazukommen, bis im Jahr 2016 ein Konsolidierungsbetrag von zehn Milliarden Euro erreicht ist.

Parteien beschuldigen sich gegenseitig

Würde man nun diese jährlichen Sparvolumina bis 2016 kumulieren, kommt man zwar rein rechnerisch auf die eingangs genannten 30 Milliarden Euro: 2012 sind es demnach zwei, 2013 vier, 2014 sechs, 2015 acht und 2016 zehn Milliarden Euro, die eingespart bzw. eingenommen würden - in Summe also 30 Milliarden Euro. Dies bedeutet allerdings nicht, dass das Sparpaket tatsächlich größer wird. Vielmehr werden lediglich die in einem Jahr bereits erzielten Konsolidierungserfolge in den Folgejahren fortgeschrieben. Tatsächlich in jedem Jahr strukturell und nachhaltig eingespart werden folglich jeweils zwei Milliarden Euro und in Summe also zehn Milliarden Euro.

Beide Regierungsparteien bekräftigten am Donnerstag denn auch, dass diese Berechnungsmethode unredlich wäre, weil jedes Jahr eben nur zwei Milliarden Euro eingespart bzw. mehr eingenommen würden und nicht mehr. Am Sparvolumen von zehn Milliarden Euro bis zum Jahr 2016 habe sich nichts geändert, hieß es. Woher die kolportierten Zahlen kommen, ist nicht klar. SPÖ und ÖVP vermuten jeweils den anderen dahinter.

Ebenfalls kolportierte Gerüchte, wonach der Paket schon zu den Semesterferien Anfang Februar präsentiert werden könnte, wurden nicht offiziell bestätigt. (red/APA, derStandard.at, 26.1.2012)

Kommentar posten
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Dimple
00
28.1.2012, 12:57
Es ist ganz einfach

1. In jeglichem Bereich, wo öffentl. Körperschaften selbst tätig sind oder es sich um "verbundene Unternehmen" im Sinne des UGB handelt, ist jede Pensionierung ausser i.S. der Invaliditätspension ausgeschlossen.
2. Jegliche Subvention (egal, ob Landwirtschaft, Forschung, jegliche Vereine, Kultur, Umweltschutz,...) wird um 15% gekürzt - wer den Ausfall nicht wettmachen kann (durch private Spender), hat eben Pech gehabt
3. Keine Inserate mehr durch öffentl. rechtl. Körperschaften, Parteiförderung um 40% kürzen,
4. Grundsteuern und Umwidmungssteuern werden durch Gemeinden und Länder festgesetzt - damit müssen sie auch bei den Ausgaben auskommen.
lg
Dimple, Budgetsanierung geklappt

mike sierra
00
28.1.2012, 16:25

Naja, das ist Betriebswirtschaft.

In einer Volkswirtschaft führt das Motto "wer den Ausfall nicht wettmachen kann, hat eben Pech gehabt" dazu, dass das BIP um diesen Teil sinkt. Und wenn das BIP sinkt, fallen dem Staat auch die Steuern daraus (USt, Gewinnsteuern, Einkommens- und Lohnsteuern, ...) weg. Das heißt: Der Staat hat Pech gehabt, weil das Defizit nicht kleiner wird.

Noch dazu fallen bei Subventionen, die eine Kofinanzierung darstellen, auch die EU-Gelder weg. -> noch weniger BIP

ewald bauer
00
27.1.2012, 10:58
das zusammen legen

von einigen ministerien....und schon sind wieder einige posten eingespart, die wohl auch genug geld verschlingen...

Unterricht mit Wissenschaft
usw.
Beamtenmin. ganz weg (das kann wohl jemand nebenbei machen, warum sollen nur beamte bzw. vb´s die in pensi gehen nicht nachbesetzt werden und die verbleibenden dann die arbeit übernehmen) weg mit heinisch-hoschek

jane doe2
10
26.1.2012, 20:16

Die Bauern trifft es überhaupt nicht, da durch die Umwidmungssteuer nur weniger vom riesen Gewinn bleibt, aber weggenommen wird ihnen aktuell somit gar nichts. Super ÖVP, meint ihr das Volk ist wirklich so dumm, dass es das nicht überreisst?

Chris Quast
00
26.1.2012, 21:14

und die erbschaftssteuer machen wir deshalb auch nicht, oder glaubst die erben trifft es überhaupt nicht, da durch die erbschaftssteuer nur weniger vom riesen Gewinn bleibt, aber weggenommen wird ihnen aktuell somit gar nichts. Super SPÖ, meint ihr das Volk ist wirklich so dumm, dass es das nicht überreisst?

von övp bis spö lauter trotteln gelle !!

jane doe2
00
27.1.2012, 20:19

Das sollte aber um Himmels willen keine Symphatie für die SPÖ bedeuten. Das sind genau diesselben Vollk..... und teilweise sogar noch die größeren!

Mastermix
00
26.1.2012, 19:53
Bin schon gespannt

was Besserverdiener sein sollen. Bis jetzt habe ich (110 k€ brutto/Jahr) durch die kalte Progression immer verloren und bin trotz div Ankündigungen nie entlastet worden.

pepitant
00
30.1.2012, 21:30
Ist ja gut, diese Größenordnung

stellt ja noch kein Problem dar. Was der Weltwirtschaft Probleme bereitet, sind Größenordnungen, die in die Billionen gehen.
Weltweit wollen 122 Billionen $ Privatvermögen Zinsen lukrieren. Überlegen Sie mal kurz, wie eine Zinseszinskurve in diesen Dimensionen ansteigt. Um das zu "erwirtschaften" - das Wort stimmt so eigentlich nicht, weil die Realwirtschaft das nicht leisten kann, aber mir fällt grad kein besseres ein - sind Finanzhebel (wie z. B. Derivatehandel) erfunden worden. Nun, es kann schon sein, dass noch ein paar finanztechnische Innovationen einen Aufschub gewähren, aber mehr ist da nicht drin.
Nur, machen Sie auf der Straße zum Thema Kapital- akkumulation durch Zinseszins mal eine Umfrage. Geht uns hier nichts an, was ?

Doc Steel
01
27.1.2012, 07:46
das ist falsch

das einkommen ab dem der grenzsteuersatz von 50% gilt, wurde von € 51.000,-- auf € 60.000,-- erhöht.

Chris Quast
00
26.1.2012, 21:21

na ja mein lieber, da sollten sie sich aber schon zu den besserverdienern zählen.
ich weiß ist eine österreichische krankheit, wenns ums zahlen geht, wird gerne der vortritt gewährt.
wüsste jetzt ehrlich gesagt auch nicht warum jemand in ihrer "preisklasse" entlasten sollte.
sie gehören mit 110000 brutto/jahre zu den top 1% der lohnsteuerpflichtigen.
aber mWn, wurde für diese solidaritätssteuer 200k oder sogar 300k kolportiert (also reine augenauswischerei fürs fußvolk). also noch mal glück gehabt ;-).

Mastermix
11
26.1.2012, 23:43
vergiss nicht

dass ich somit auch mehr an steuern und sozialbeiträgen zahle als 99%. %mäßig und vor allem in absoluten beträgen. ich selbst nehme leistungen der krankenkasse von ca 100 € jährlich in anspruch. ob ich irgendwann staatliche pension bekomme ist auch eher ungewiss. ich investiere nicht in heuschreckenfonds und gebe mein geld gerne aus, also wär's schon irgendwie gerecht, wenn ich was zurück bekäm, oder?

Chris Quast
00
31.1.2012, 20:58

die alte övp-ausrede ;-).
nein, dich etwas mehr zu schröpfen würde schon passen mMn. (leute jenseits der 110k sind nicht mehr der arme mittelstand/mittelschicht)

noch gerechter wäre es wenn großvermögenseigner höher zur kasse gebeten würden.

darf ich fragen, sind die einkünfte hauptsächlich "lohneinkünfte", kapital, oder unternehmerischer tätigkeit.

sozialleistungen stimmt schon mal nicht denn die sind ja gedeckelt, und da kommen mehr bis zur grenze. (oder sehe ich das falsch)

Tirol6020
01
26.1.2012, 20:05
Da wirst auch nix mehr erleben.

Ich hab ca. ein Drittel und die gleiche Erfahrung...

Besserwisser
02
26.1.2012, 18:56
GESPART wird gar nichts. Es werden nur die Steuern und Abgaben ERHÖHT !

So wie immer.

Tirol6020
00
26.1.2012, 18:48
Wenn weiter so einseitig auf Arbeitnehmer gezielt wird, ...

... dann wird das kurzfristig einen großen Ausfall beim Konsum erzeugen, mittelfristig einen noch gewaltigeren, weil es dann schlicht rentabel wird, auszuwandern, und zwar zuerst für die Golden Agers, die dann mit der aus Österreich überwiesenen Rente spanische etc. Arbeitsplätze sichern werden, anschließend für den am besten qualifizierten Teil der Arbeitnehmer, die im Ausland relativ bessere Kaufkraft erzielen können (und dann hier auch keine Sozialversicherung mehr einzahlen).
Aber weiter als bis zur nächsten Wahl(spende) gedacht ist wohl zuviel verlangt.

Trichogramma
01
26.1.2012, 18:37
Leider ist zu befürchten...

...dass kein Cent der geplanten Mehreinnahmen für den Schuldenabbau verwendet wird, sondern dass wie in der Vergangenheit der Großteil via Finanzausgleich bei den Bundesländer-Kaisern zwecks großzügiger Verteilung von Wahlzuckerln landet. Aus vielerlei Gründen (Schutz der eigenen Klientel, Wählerverlust...) geht in die Politikerhirne nicht hinein, dass eine ECHTE Haushaltssanierung nur ausgabenseitig funktionieren kann. Unser nächster, noch unfähigerer Bundeskanzler wird leider Strache heißen.

maus 14
00
26.1.2012, 18:37

beamte sind so sicher wie
lebensmittelketten
banken
stahl- und oemv ,oebb , telekom…
daher auch bei
diesen x% mehr einfordern
und nicht nur bei einzelnen arbeitern und beamten

die gewinne , die alle zu lasten des einzelnen erwirtschaftet haben,müssen der volkswirtschaft wenigstens teilweise retourniert werden-mit dem rest könnts machen,was ihr wollts

José Atento
00
26.1.2012, 18:30
Naja,

der "Wille" ist vielleicht da, aber es wird wieder nichts damit werden. Wie wir die Regierung kennen, kommt die nächste große Krise wieder dazwischen und die Schulden steigen noch viel weiter an.

Tirol6020
00
26.1.2012, 18:29
20 Mrd sind pro Kopf...

34,4 Ederer-Tausender, die zusätzlich abzuliefern sind.
Dabei haben wir doch seit 1995 erst die Hälfte eingesackt??

*A* B* W* Ä* H* L* E* N*
10
26.1.2012, 18:24
DIESES POLITIKER GSINDL WILL KEINEN EINZIGEN ABGEORDNETEN EINSPAREN !!!

*A* B* W* Ä* H* L* E* N*
*A* B* W* Ä* H* L* E* N*
*A* B* W* Ä* H* L* E* N*
*A* B* W* Ä* H* L* E* N*
*A* B* W* Ä* H* L* E* N*

*A* B* W* Ä* H* L* E* N*

Weg mit dieser Bande von Blutsaugern

lordderringe
00
26.1.2012, 18:21

Wieso fragt sich eigentlich kaum jemand, bei wem die ganze Welt verschuldet ist??? Das Geldsystem dient doch nur noch dem Finanzadel dieser Welt, und nicht den Staaten und ihren Bürgern.

*A* B* W* Ä* H* L* E* N*
10
26.1.2012, 18:20
DIESE 600 STEUERSCHMAROTZER WOLLEN KEINEN EINZIGEN Nationalrat- Landtag- Bundesratsabgeordneten *E*I*N*S*P*A*R*E*N*

UND ALLE EIGENEN PFRÜNDE BEHALTEN

DAS BLÖDE STIMMVIEH ABER NACH STRICH UND FADEN MELKEN

Liebe Korruptionisten, wenn das klappt und zu keinen massiven politischen verschiebungen führt

GEHE ICH AUCH IN DIE POLITIK

So BLÖD kann die Bevölkerung ja nicht sein?

ich nicht
00
26.1.2012, 18:20
wo ist die gerechtigkeit, wenn leute pensionen kassieren, die sie nicht eingezahlt haben ?

Tirol6020
00
26.1.2012, 18:17
"...eine Wahlrechtsreform nötig" - no na!

Für die aufgezählten Seltsamkeiten braucht es immer Gesetzesänderungen:
Pensionen etc.: Sozialrechtsänderungen
Beamte, Vertragsangestellte: Dienstrechtsänderungen
Widmungsabgabe: Neun Landesrechtsänderungen
"Besserverdienende" (wohl so ab 1.800 netto): Steuerrechtsänderungen
Natürlich muss das Wahlrecht geändert werden, wenn es weniger Abgeordnete sein sollen. Das Einzige, was für die Politiker dagegen spricht, ist die Möglichkeit, selbst davon betroffen zu sein.
Dann lieber alle anderen abzocken, am besten drei- und vierfach: Man stelle sich einmal eine beim Bund angestellte Klinikärztin vor, sagen wir so um die 40, die diesen Artikel liest...
Ich würde da an deren Stelle schon einmal an andere Länder denken, wo es auch nett ist.

maus 14
11
26.1.2012, 18:08

autofahrer
raucher
beamte
pensionisten
radfahrer
normale arbeitnehmer-
-können blechen für
bankendesaster
zocker
spekulanten
unkontrollen
börsenhaien
ausgliederungen
personalabbau in allen öffentlichen bereichen
wumm-was sagt eine konjunktur dazu?

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