Überflüssig & ungesund

Verbraucherzentrale verdammt Kinderlebensmittel

26. Jänner 2012 11:45
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    Foto: apa/harald schneider

    Kinder sind eine attraktive Zielgruppe für den Handel.

Konsumentenschützer stellen kindgerechte Lebensmittel an den Pranger - Mit Lockangeboten in der Werbung soll endlich Schluss sein

Supermarktregale sind voll von Lebensmitteln, die speziell für Kinder gemacht sind. Gelockt werden die Kleinen mit bunter Aufmachung oder einem Spielzeug als Beigabe. Die Eltern glauben an die Extraportion gesunde Milch und das Versprechen, dass weniger Salz oder Zucker enthalten ist. Die deutsche Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) will die Konsumfalle Kinder-Köder nun aus der Werbung verbannen. 

Eine vom vzbv in Auftrag gegebene aktuelle Umfrage hat ans Licht gebracht: 40 Prozent aller Verbraucher glauben kritiklos, was die Werbung verspricht. Dabei sind Kinderlebensmittel wie Milchprodukte und Cerealien laut Ernährungsexperten keineswegs an die kindlichen Bedürfnisse angepasst. Im Gegenteil: Sie werden als vollkommen überflüssig und sogar ungesund bewertet. Der vzbv betont: Kinder bräuchten keine "Extrawürste", sondern sollten ab einem Jahr in die normale Familienkost eingebunden werden.

Wirkungslose Selbstverpflichtung

Eine im Jahr 2009 in Kraft getretene EU-weite Selbstverpflichtung zeigt wenig Wirkung. Sie beinhaltet, dass Werbung an unter Zwölfjährige nur für Produkte erlaubt ist, die bestimmten Nährwertkriterien entsprechen. Zwar haben 19 Unternehmen, darunter die Hersteller Nestlé, Danone und Coca-Cola, die EU-Pledge unterzeichnet, gehandhabt wird die Selbstverpflichtung allerdings vollkommen unterschiedlich. Die Zugabe von kleinen Extras, wie Spielzeug, Sammelaufklebern oder Gutscheinen, ist beispielsweise weiterhin gängige Praxis. 

"Alle Lebensmittel für Kinder müssten unschädlich sein", heißt es im Bericht der Verbraucherschützer, die den völligen Verzicht auf an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit ungünstigem Nährwertprofil fordern. (derStandard.at, 26.1.2012)

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Frau Techne
09.02.2012 18:44
"So wertvoll wie ein kleines Steak"

Es spricht ja nichts dagegen, hin und wieder einen Fruchtzwerg oder eine Milchschnitte zu essen, wenn man auf diesen künstlichen aromatisierten chemischen Geschmack steht und weiß, was man da ungefähr in der Hand hat.

Im Sinne einer breitestmöglichen Risikostreuung halte ich mich ohnedies an die Regel: Von allem was, aber alles in Maßen.

Kritisch wird's für mich tatsächlich mit der Werbung (Slogan z.B. wie in der Überschrift), mit der vielen Menschen, die nicht über ausreichende(s) Informationen/Wissen für die selbständige Bildung eines Urteils verfügen, etwas Falsches eingeredet wird.

Chocoholic
29.01.2012 19:50
Phne Zusatz von künstlich beigegebenen Aroma, Farb usw -stoffen

Wär schon amalwas....

Spucks
30.01.2012 10:43

Um das zu umgehen, kann man einfach so weit wie möglich unverarbeitete Lebensmittel kaufen und sie selbst verarbeiten.

Salz Burger
31.01.2012 11:01

Stimmt. Da wären wir wieder beim unten erwähnten Leberkässemmel, das doch von unverarbeitet schon recht weit weg und deshalb nur bedingt empfehlenswert ist.

Spucks
31.01.2012 20:01

Ich hatte vor etwa 1 Jahr eine seitenlange Diskussion mit Ihnen, weil Sie ständig davon redeten welches hochwertige und gute Lebensmittel eine Leberkässemmel doch ist. Deshalb habe ich auch jetzt damit angefangen ;)

Salz Burger
01.02.2012 22:13

Ich habe ja auch kein Problem damit. Leberkäse ohne Brot und nur mit Senf ist mir inzwischen allerdings lieber.

Nick31
29.01.2012 19:36
"Extraportion gesunde Milch"

Ein Widerspruch in sich.

Zitronenbaum
30.01.2012 12:35

... weils eine genetische Mutation ist, dass wir in Europa Milch verdauen können?

Nick31
08.02.2012 13:14
Falsch in mehrlei Hinsicht.

- "Wir" stimmt nicht, es sind in ganz Europa etwa 75%, die Milch "vertragen". Wobei mit steigendem Milchkonsum und der erhöhten Aufmerksamkeit dem Intoleranz-Problem gegenüber diese Zahl Jahr für Jahr sinkt.
- Auch die, die sie "vertragen", vertragen sie nicht ein Leben lang. Die Fähigkeit, Milch halbwegs effizient und ohne größere Schäden verdauen zu können, nimmt mit dem Alter ab.
- "vertragen" ist, wie Sie mir sicher zustimmen werden, lange nicht dasselbe wie "gesund". Ich vertrage z.B. Alkohol in relativ hohen Mengen (bei denen ein durchschnittlicher Südostasiate längst im Koma liegen würde) - GESUND ist er deshalb noch lange nicht.

smutye
31.01.2012 09:20
nein; weil wir keine kaelber sind

Kritifax
29.01.2012 14:31

eltern sollten denken lernen.

neandertaler
01.02.2012 14:54

ist ein guter ansatz, für die eltern währe es aber auch hilfreich, wenn sie nicht gegen die verschiedensten werbemaßnamen der diversen lebensmittelkonzerne ankämpfen müssten.

Spucks
28.01.2012 13:24
"40 Prozent aller Verbraucher glauben kritiklos, was die Werbung verspricht."

Dass sehr viele Österreicher Volltrottel sind wusste ich ja, aber dass es ganze 40% sind schockiert mich jetzt schon etwas.

Nick31
29.01.2012 19:41

...gemein wäre es, nach dem Unterschied zu fragen zwischen jenen 40%, die der Werbung kritiklos glauben, und Ihnen, der Sie diese Aussage kritiklos glauben.
:-)

Spucks
30.01.2012 10:38

;)
Der Aussage glaube ich schon, nur ist halt die Frage wer an der Umfrage mitmachte. Ich hoffe mal schwer, dass sie nicht repräsentativ war.

Nick31
29.01.2012 19:38

Auch der intelligenteste Mensch versagt, wenn er von klein auf mit Falschinformationen "gefüttert" wird.

Ulrich Nagel
28.01.2012 19:10

Weitere 40% glauben jeder Umfrage, die verfoeffentlicht wird.

Spucks
30.01.2012 10:38

Okay, ich muss zugeben, dieser Konter war gut ;)

Bürgerüberwachungs- und Totengräberindustrie
27.01.2012 20:58
Wenn wir unseren Kindern weiter Rattenfutter füttern, wird die Sache wohl schwer gut ausgehen.

Wenn man uns schon kollektiv für dumm hält, ist es umso wichtiger, im kleinen Kreis Mündigkeit zu beweisen und für möglichst gesunde Lebensmittel zu sorgen.

Echinacea
27.01.2012 19:45
Die Chemiefabriken dürfen ja alles herstellen - bitte holt euch das Buch - Die Suppe lügt -

es ist ein Wahnsinn, wie alles hergestellt wird - unsere Kinder haben keine sicheren Lebensmittel mehr - es ist zuviel Gier in den Hirnen von den Herstellern

Salz Burger
28.01.2012 12:12

Unsere Kinder haben heute sehr viel sicherere Lebensmittel, als zu früheren Zeiten. Einer der Vorteile von heute ist eine Lebensmittelkontrolle, der alle verkauften Lebensmittel unterworfen sind. Das ist ein wesentlicher Fortschritt gegenüber früheren Generationen, wo es kaum Konservierungsmittel und keine Kühlschränke gab und Lebensmittel zuhause oder am Bauernhof unbemerkt dahingammelten. Lebensmittelvergiftung, früher eine häufige Todesursache, ist recht selten geworden.

MIP1
28.01.2012 18:56

Grundsätzlich absolut richtig. Die Qualität der Lebensmittel hat sich in den letzten hundert Jahren enorm verbessert, vor allem aufgrund der besseren Lagerung (einschließlich Kühlung etc.).

Ergänzung: Konservierung gab es auch früher (Fermentieren, Trocknen, Einsalzen). Die in den letzten Jahrzehnten entwickelten Konservierungsmittel haben sicher den geringsten Anteil an der Qualitätsverbesserung. Die meisten Lebensmittel kommen ja ohne so etwas aus.

Edward NORTON
27.01.2012 14:46
Hier der AK test: http://tinyurl.com/7lt44zy

Bei 8 % der Produkte sind Azofarbstoffe enthalten. Diese stehen im Verdacht Allergien
auszulösen und zu Hyperaktivität bei Kindern beizutragen. Für bestimmte Azofarbstoffe
wird gemäß der EU-Zusatzstoffverordnung nach Anlauf einer Übergangsfrist daher
künftig der Hinweis zwingend vorgeschrieben sein: „kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“

Das finde ich beunruhigender als Fett und Zucker.

Auszug aus der hall of shame:

http://tinyurl.com/6pwrgph

Salz Burger
28.01.2012 12:35

Zucker steht nicht nur in Verdacht, Schäden anzurichten, es ist eindeutig nachgewiesen.

Edward NORTON
28.01.2012 14:36
Deswegen kann mittlerweile auch jeder Mündige seinen Zuckerkonsum dosieren.

Im anderen Fall bedarf es besserer Kennzeichnungen und mehr Transparenz, falls Sie den Sinn meines Posts noch immer nicht verstehen wollen.

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