Do & Co übernimmt

ÖBB-Speisewagen soll für alle billiger werden

26. Jänner 2012, 12:00

Aus sieben Bewerbern ist der börsenotierte österreichische Top-Caterer Do & Co als Ausschreibungssieger für den Speisewagenauftrag der ÖBB (Österreichische Bundesbahnen) hervorgegangen. Ab 1. April sorgt das von Attila Dogudan gegründete Unternehmen für Speis und Trank an Bord von ÖBB-Zügen. Zunächst für vier Jahre, mit Verlängerungs-Option um zwei weitere Jahre. Für alle soll es billiger werden als bisher, wurde in einer Pressekonferenz in Wien versichert.

ÖBB-Chef Christian Kern sprach von einer einfachen und klaren Entscheidung, die nicht so kompliziert war wie seine sonstigen Managemententscheidungen üblicherweise seien. Für die Kunden und die Bahn sei dies eine win-win-Situation. Auch die "Zuschüsse" der Bahn zum Catering werden sinken, laut Kern in der Vertragslaufzeit um rund 42 Mio. Euro. Standardprodukte wie Kaffee, Mineralwasser oder Snacks werden billiger verkauft. Das war eine klare Vorgabe des Unternehmens - ebenso die Maßgabe, dass alles frisch gekocht und "österreichisch" sein müsse. Und: "Keine Experimente".

Aus dem Auftragswert machen sowohl Kern als auch Dogudan ein Geheimnis. Laut Dogudan geben Bahnfahrer, die Speisewagen bzw. Bahncatering an ihren Plätzen nutzen, im Schnitt 5 bis 10 Euro aus. Eine Hochrechnung auf rund 8 Millionen Speisen pro Jahr bei den ÖBB-Zügen ist ausdrücklich nicht erwünscht. Ende des Jahres zählt die ÖBB 85 Speisewagen.

Neue Marke, attraktive Preise

Dogudan sieht nicht weniger als 45 Millionen Bahnpassagiere als unmittelbares Potenzial für "seine" Zugrestaurants. In wenigen Wochen wird er fürs Bahncatering eine neue Marke vorstellen, der Betrieb erfolgt über eine 100-Prozent-Tochter von Do & Co. Die Preise seien "extrem attraktiv. Wo kriegen Sie einen ordentlichen Espresso für 1,90 Euro oder eine frisch gebackene Hühnerbrust um 9,90 Euro? Da zahlt es sich fast aus, Bahn zu fahren statt ins Restaurant zu gehen."

Der Do & Co-Chef weiß auch, dass er bei Kunden und Konkurrenz unter extrem kritischer Beobachtung stehen wird. Alle drei Monate soll ein Update der Akzeptanz und Marktdurchdringung durch unabhängige Umfragen erfolgen. Bahn-Catering sei - u.a. wegen der anderen "Buchungslage" - freilich eine ganz andere Herausforderung als die Verpflegung und Essenszubereitung an Bord von Flugzeugen. Beim räumlichen Umfeld sei der Unterschied nicht ganz so groß: Was man im Flugzeug auf zwei Quadratmetern für 300 Leute schaffe, werde wohl auch in engen Zugswaggons möglich sein, meint der Caterer. Er wird auch aufs Tempo drücken.

Dogudan hatte sich in der Vergangenheit schon um die Bewirtschaftung der Speisewagen der ÖBB beworben. Jetzt hat es anstandslos geklappt, obwohl der börsenotierte Konzern nicht per se das billigste Angebot gelegt hat.

Vom früheren Betreiber E-Express hat sich die ÖBB getrennt. Vorwürfe, es sei teils abgelaufene Ware serviert worden, hatte der einstige Betreiber stets bestritten.(APA)

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Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium
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Und die gebackene Hühnerbrust um € 9,90 nimmt der Gast

dann im Stehen, bestenfalls an eine "Gesäßstütze" gelehnt, ein?

R. Lexer
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Die Stehimbisse der RJ werden umgebaut bzw. sind es teilweise schon.

Kräuterpfarrer Escobar
00
27.1.2012, 08:25
Juhuuu! Ich bin in den letzten 10 Jahren ein einziges Mal mit dem (Auto-)Reisezug gefahren. Ein Frühstück 30 min nach dem Losfahren in der Früh ab Wien sollte ja kein Problem sein.

Denkste! Nach 40 Minuten Wartezeit im Speisewagon rückte der Kellner nach und nach raus, was es nicht gab. Fazit nach 5 Minuten hin und her und eine Aufzählung, welche Teile vom "Business Frühstück" ausgegangen sind - Fazit: Es gab n i c h t s . Keine Semmel, kein Schinken, keinen Kaffee. Ich könne extra Honig oder Nutella haben. Zum nichts dazu.

Das Knurren von meinem Magen hat in Villach fast die Fahrgeräusche übertönt.

Ich hab mir geschworen, ich setz mich nur noch voll ausgestattet mit selbstmitgebrachten Getränken und Essen in den Zug.

Gut, dass diese Volltr0tt3ln von e-catering endlich weg sind. Hoffentlich melden die rasch Konkurs an. (Was auch die logische Konsequenz aus dem Service ist.)

Animation
 
00
27.1.2012, 01:17
warum eine 100% tochter dafür gründen?

auf so einen job scheiss ich, leider gibts genug arme teufel die dort hackeln gehen werden müssen...
natürlich werden die auch billiger bezahlt werden als die vorher - SCHEISSE!

re coba
00
29.1.2012, 11:52
erstens

was hat ihre ueberschrift mit ihrem text zu tun??

zweitens - schon mal was von kollektivvertrag gehoert?

Montgomery McFerryn
00
27.1.2012, 00:23

Naja wenn die Portionen so groß sind wie im Flieger dann ist der Preis aber nicht mehr attraktiv.
Und vom geschmacklichen find ich es auch nicht besonders berühmt.

theVenusProject.com
 
00
26.1.2012, 21:18
da lob ich mir die ikea restaurant preise :)

lukaspunkt
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und es wird der größte tiefkühl-mist serviert.

clearlake
03
26.1.2012, 23:33
die finden sie günstig???

soviel glutamat wie in deren soßen gibts nicht einmal in der knorr fabrik....

Herzerzog Johann
20
26.1.2012, 20:54
Für alle billiger?

Muß man sich jetzt auch noch mit dem Pöbel ums dürre Weckerl auseinandersetzen?

scrotum2012
00
26.1.2012, 19:51

also für mich ist der dogudan einer der meißt verkannten gastronomen.
und ich weiß wovon ich spreche. da ich dessen zeug mehrmals im monat "runterwürgen" muß.

Montgomery McFerryn
00
27.1.2012, 00:24

Wenn sie mit verkannt meinen das er viele einflußreiche Leute kennt dann haben sie sicher recht.
Erfolg durch Freunderlwirtschaft hat in Österreich leider Tradition.

Zrp Zrpov
 
00
26.1.2012, 23:56

Was ist ein meißt verkannter gastronom? Und kann sich der Dogudan jetzt geschmeichelt fühlen oder war das ein meißterhafter Dolchstoß?

m3a
00
26.1.2012, 18:34

ein pächter der bezahlt bekommt? coole sache...

coffee anyone?
02
26.1.2012, 18:26
Kamma bitte wer erklären was DAS heissen soll?

"Laut Dogudan geben Bahnfahrer, die Speisewagen bzw. Bahncatering an ihren Plätzen nutzen, im Schnitt 5 bis 10 Euro aus. Eine Hochrechnung auf rund 8 Millionen Speisen pro Jahr bei den ÖBB-Zügen ist ausdrücklich nicht erwünscht."

Denkverbot?

Michael B.4
01
26.1.2012, 22:37
Nein

Eine Verschwörung, denn ein Denkverbot erübrigt sich in Österreich eigentlich, weil es gar nicht notwendig ist. Das ergibt sich von selbst.

Mit "nicht erwünscht" ist gemeint, dass man sich aus den Eckdaten (8 Mio*5 oder 10 + Zuschuss der ÖBB) eigentlich den Umsatz hochrechnen kann. Im Worst-case also 40 Mio + x + 42 Mio Zuschuss. Und x ist nicht bekannt, weil keine Zahlen dazu bekannt gegeben wurden/werden, daher ist eine Hochrechung nicht sinnvoll.

chacun à son gout
02
26.1.2012, 18:09
schaumamal

Do&Co ist ein durchaus spannendes Unternehmen, das es geschafft hat, in einer Generation unglaublich zu wachsen und für diese Masse auch vernünftige Speisen zu servieren. Haubenküche ist das meist nicht - auch nicht im Restaurant am Stephansplatz. Aber durchaus ok. Ich denk mir, dass jede Verbesserung zum jetzigen Zustand schon ein Gewinn ist. Ich würde allerdings in den nächsten Wochen auf das Catering in den ÖBB verzichten wollen - die werden sich wahrscheinlich nicht mehr sonderlich anstrengen :-)

Pauli Feuerstein
00
26.1.2012, 17:00
die AG vom Dogudan wird gut verdienen :)

Staatssekretär
14
26.1.2012, 16:51
"Auch die "Zuschüsse" der Bahn zum Catering werden sinken, laut Kern in der Vertragslaufzeit um rund 42 Mio. Euro."

Kann das jemand erklären?

Nicht nur, dass die ÖBB keinen Gewinn machen mit dem Essen - die müssen auch noch was zuschließen?

Heißt, dass jeder Fahrgast - egal ob er was ist oder nicht - 1 oder 2 Euro seiner Fahrkarte für das Essen von anderen zahlt?!

Man lernt nie aus...

Montgomery McFerryn
00
27.1.2012, 00:27

Nein das bedeute nicht das jeder Fahrgast automatisch fürs Essen mitbezahlt egal ob er was ist oder nicht, sondern das jeder Steuerzahler das tut.

clearlake
00
26.1.2012, 23:37
das frag ich mich auch...

wie schafft man es bei knapp 3,- euro für ein mineralwasser noch was zuschiessen zu müssen????

Die teuerste Werksküche Europas...???

Montgomery McFerryn
00
27.1.2012, 00:27

Die Parteifreunde wollen halt auch bezahlt werden. :-)

der_kleine_pariser
 
03
26.1.2012, 22:11

bei 42mio Eur sind es etwa 18Ct/Reisender oder (fairerweise nur auf diese aufgeteilt) 55Ct/Fernreisender.

sfb
00
26.1.2012, 18:47

...gestärkt durch diese erkenntnis würde ich den lerneifer gleich beibehalten und einmal nachrechnen, was rauskommen würde, wenn jeder fahrgast - und jeder fahrgast ist - "1 oder 2 Euro" allein für das catering bezahlen würde.

Mac McMack
31
26.1.2012, 18:30
wie man hört

kostet das ganze dem steuerzahler eine gute million euro. pro monat wohlgemerkt. und dann wurde lt. diesem standard artikel nicht einmal der preisgünstigste anbieter genommen. eigentlich ein skandal sondergleichen wenn es um steuergelder geht.

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