Getönte Gesichts­cremen: Günstige Produkte punkten

Wie schon bei vielen Kosmetik-Tests, zeigt sich auch diesmal, dass ein hoher Preis kein Garant für Top-Qualität ist

Wien - Getönte Tagescremen versprechen einen frischen, ebenmäßigen und gepflegten Teint sowie Pflege für die Haut. Die Stiftung Warentest hat im Labor und in einem groß angelegten Praxistest geprüft, ob getönte Tagescremen für normale Haut diesen Ansprüchen gerecht werden. Sechs von zehn getesteten Cremen erfüllen dieses Versprechen "gut". Die Note "sehr gut" erhielt keine einziges Produkt. Die beste Creme ist um 18,40 Euro pro 100 Milliliter zu haben. Es gibt aber auch gute um weniger Geld, teilte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit.

Weniger Deckkraft als Make-up

Bei den geprüften Cremen sorgen ähnlich wie bei Make-up Farbpigmente (meistens ­Eisenoxid) für die Tönung. Die Pigmentdichte der getönten Cremen und daraus resultierend ihre Deckkraft ist aber geringer als die von Make-up. Wer ein unproblematisches Hautbild hat, hat die besten Voraussetzungen, mit einer getönten Creme makellos und natürlich-frisch auszusehen. Unregelmäßigkeiten oder kleine Pickel können mit einer getönten Creme alleine allerdings nur begrenzt versteckt werden.

Preis oft nicht gerechtfertigt

Insgesamt wurden zehn in Österreich erhältliche Produkte untersucht und von über 150 Probandinnen und Profitesterinnen im Alltag erprobt und bewertet. Die Hautverträglichkeit wurde bei allen Produkten als sehr gut bewertet. Wie schon bei vielen Kosmetik-Tests, zeigte sich aber auch diesmal, dass ein hoher Preis kein Garant für Top-Qualität ist.

Die teuren Cremen von Douglas (37,90 Euro/100 ml), Vichy (56,83 Euro/100 ml) und Shiseido (73 Euro/ 100 ml) heimsten jeweils nur ein "durchschnittlich" ein. Der Grund: Diese - durchaus hochpreisigen - Gesichtscremen waren entweder in kosmetischer oder in pflegender Hinsicht günstigeren Produkten deutlich unterlegen. Die besten Ergebnisse erzielte Nivea Visage Getönte Feuchtigkeitscreme, erhältlich um 18,40 Euro pro 100 Milliliter. Ebenfalls gut, aber noch preiswerter sind die getesteten Gesichtscremen von dm/Balea (5,90/100 ml), Müller/Terra Naturi (6,98/100 ml) und Bebe Young Care (14,88/100 ml).

Die besten Pflegeeigenschaften mit einer "guten" Gesamtnote wies Olaz Complete Touch of Foundation (20,60 Euro/100 ml) im Test auf. Für die Verpackung kassierte die Creme allerdings ein "nicht zufriedenstellend": Diese täuscht bei Weitem mehr Inhalt vor als tatsächlich vorhanden ist. Ebenso stecken die Cremen von Müller/Terra Naturi, Bebe Young Care und Vichy in klassischen Mogelpackungen.

Als einziges Produkt wurde Dr. Hauschka Tönungs Pflegecreme mit "nicht zufriedenstellend" bewertet. Diese erzielte zwar bei den meisten Prüfpunkten gute Noten, bestand jedoch den Konservierungs-Belastungstest nicht. "Werden Cremen etwa mit nicht ganz sauberen Fingern benutzt, können Keime eingetragen werden", erläutert VKI-Experte Konrad Brunnhofer. Doch selbst in Produkten ohne Konservierungsstoffe - wie es etwa bei Dr. Hauschka der Fall ist - sollten potenzielle Krankheitserreger bald wieder absterben. Das war allerdings nicht der Fall. Die Keimzahl stieg während des Tests sogar an.

Das Unternehmen Dr. Hauschka erklärt in einer Stellungnahme, dass bei der Art der Verpackung der Creme (einer Aluminiumtube) unter normalen Umständen keine hygienischen Probleme auftreten sollten. Anfang letzten Jahres wurde jedoch die Zusammensetzung der Creme leicht verändert, und das Produkt NATRUE-zertifiziert. Die Creme würde nun auch den Konservierungsbelastungstest bestehen. (red)

Nähere Informationen

Details zum Test gibt es auf www.konsument.at sowie in der Februar-Ausgabe des KONSUMENT.

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3 Postings
So ein Zufall

dass immer die günstigeren Produkte besser abschneiden, als die qualitativ hochwertigen Cremen. Was ist mit Chanel & CO. Wenn erst mal Cremen in Tiegeln und nicht aus Tuben getestet werden, dann kann man wahrscheinlich die Keime mit freiem Auge sehen? Wie viele Bakterien befinden sich auf Geldscheinen, Türgriffen, im Wartezimmer von einem Arzt? Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, wo ich fremden Keimen ausgesetzt bin.

Ja, die Bazillen

Ich benuetze u.a. Dr Hauschka. Ich lebe uebrigens noch- die Keime schlugen bis jetzt nicht zu. Und viele der konventionellen Pflegeprodukte vertrag ich nicht - liegt wohl an den INCIs.
Aber trotz meiner Eitelkeit: es gibt wichtigeres als Kosmetik ;-)

dafür die olaz ist gut bewertet, außer verpackung.

nur wenn ich die incis anschaue da wird mir schlecht.

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