"Peking hat für kulturelle Werte in der Bevölkerung kein Gespür"

Interview |

China-Experte Heberer über Differenzen in der tibetischen Autonomiebewegung und die Ängste Chinas

Bei neuen Protesten gegen die chinesische Herrschaft wurden in Tibet diese Woche bis zu sechs Menschen getötet und 60 verletzt. Zahlreiche Selbstverbrennungen tibetischer Mönche und Nonnen sorgten im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Seit mehr als 60 Jahren wehren sich die Menschen im größten Hochland der Erde gegen die chinesische Fremdherrschaft. Chinas Machthaber hingegen sehen das "Dach der Welt" als durch sie befreite Region. China-Experte Thomas Heberer vom Duisburger Ostasieninstitut spricht im Interview mit derStandard.at über unterschiedliche Sichtweisen und die zentrale Rolle der Integrationsfigur Dalai Lama.

****

derStandard.at: Das Jahr des Drachen beginnt in China mit tibetischen Protesten, die niedergeschlagen werden. Im vergangenen Jahr haben sich mindestens zwölf buddhistische Mönche, Nonnen und frühere Mönche aus Protest selbst verbrannt. Kann man hier von einer neuen Qualität tibetischen Protests gegen China sprechen?

Heberer: Die Selbstverbrennungen bedeuten schon eine neue Qualität. Im Buddhismus beeinträchtigen solche Taten die Wiedergeburt. Die Kette an Selbstverbrennungen weist darauf hin, dass es unter jungen Tibetern dazu mittlerweile eine andere Auffassung zu geben scheint. Nämlich, dass Selbstverbrennungen sehr wohl ein Teil eines Wiedergeburtsprozesses sein können, wenn und insofern sie Ausdruck des Einsetzens für sein eigenes Volk und seine Religion sind. Zudem sind sie zu begreifen als Protest gegen das Ausmaß an Kontrolle und Bevormundung durch chinesische Behörden. Zudem glaube auch, dass die Selbstmordattentate der arabischen Welt hier eine gewisse Vorbildrolle spielen mögen. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass man nur sich selbst und nicht anderen schadet bzw. schaden will.

derStandard.at: Schon 2008 wurden großflächige Proteste gegen China gewaltsam niedergeschlagen. Hat sich seither für die Tibeter etwas geändert?

Heberer: In den tibetischen Gebieten existiert aus unterschiedlichen Gründen nach wie vor eine starke Unzufriedenheit. Einerseits ist man unzufrieden, dass die Integrationsfigur der tibetischen Nation, der Dalai Lama, langfristig wohl nicht zurückkehren wird. Andererseits betreibt China Negativpropaganda gegen den Dalai Lama. Er würde die Spaltung des Landes betreiben, alle Proteste der Tibeter seien vom Ausland gesteuert. China hat einen Tag zur Feier der Befreiung vom Sklavendasein der Tibeter eingeführt. All das zusammengenommen mag starke Unzufriedenheit der Tibeter hervorrufen und Proteste auslösen, die dann wiederum gewaltsam niedergeschlagen werden. Eine Endlosspirale.

derStandard.at: Haben die Tibeter überhaupt eine Chance?

Heberer: Es gibt schätzungsweise fünf Millionen Tibeter in China. Das sind etwa 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung und fünf Prozent aller ethnischen Minderheiten. Das Zahlenverhältnis zeigt, dass es für die chinesische Regierung nicht sonderlich schwer ist, das Ganze unter Kontrolle zu halten. China geht davon aus, dass Tibet seit dem 18. Jahrhundert zu China gehört, alle Dalai Lamas sind seit damals von der chinesischen Regierung ernannt worden. Das gilt auch für den jetzigen Dalai Lama.

Interessanterweise hat die chinesische Regierung 2007 ein Gesetz verabschiedet, das sich mit der Anerkennung tibetischer Reinkarnationen durch den Staat befasst. In diesem Gesetz geht man zurück auf eine Regelung, die Kaiser Qian Long im 18. Jahrhundert eingeführt hat. Tibetische religiöse Führer ziehen aus einer Porzellanvase den Namen der jeweiligen Reinkarnation, wobei ein Vertreter der chinesischen Zentralregierung anwesend ist und sein Einverständnis gibt. Das soll symbolisieren, dass Tibet sich einerseits als Teil Chinas versteht, andererseits jedoch seine religiösen Angelegenheiten prinzipiell selbst regeln kann, solange es die Zugehörigkeit zu China akzeptiert.

Größere Autonomie allein für Tibet würde ein neues Problem mit sich bringen. Denn dann würde ein Großteil der 54 anderen ethnischen Minderheiten in China, die zum Teil eine viel größere Bevölkerung umfassen als die Tibeter, ebenfalls größere Selbstverwaltungsrechte einfordern. Das aber würde insgesamt die Frage nach einer neuen Staatsstruktur aufwerfen. Von daher ist die Frage der Ausweitung von Autonomie also nicht eine reine Frage der Tibeter. Eine solche Veränderung der Staatsstruktur ist gegenwärtig jedoch nicht vorstellbar.

derStandard.at: Eine chinesische "Methode", der Lage Herr zu werden, ist es auch, in Klöstern "Spitzel" einzuschleusen, die die Menschen überwachen. Aus dem Kloster Kirti in der Region Aba, einem Zentrum des tibetischen Buddhismus, sollen in den vergangenen Monaten Mönche verschleppt worden sein. Es soll sogenannte patriotische Schulungen geben.

Heberer: In Klöstern, wo sich die Protestbewegung stärker formiert, versucht der Staat Kontrolle und Beobachtung zu verstärken. Mittel wie "Patriotische Erziehung der Mönche" halte ich für ungeeignet. Mit ihren Mitteln beweisen die chinesischen Behörden bislang keine hohe Problemlösungskompetenz.

derStandard.at: Der Dalai Lama hat im vergangenen Jahr die politische Verantwortung gegen den Willen der meisten Tibeter an den Juristen Lobsang Sangay weitergegeben, der nun Premierminister der Exilregierung im indischen Dharamsala ist. Wie hat sich das bisher ausgewirkt?

Heberer: In Tibet selbst spielt diese Übergabe keine große Rolle. Die Exilregierung hat unter den Tibetern auch kein großes Standing. Lobsang Sangay ist nicht sehr bekannt, und die Führungsfigur ist und bleibt der Dalai Lama. Auch spricht Sangay nur gebrochen Tibetisch. Schon von daher ist er nicht die Person, die gewährleisten könnte, dass es bei den Verhandlungen mit China zu irgendwelchen greifbaren Ergebnissen kommen könnte. Ohne den Dalai Lama dürfte der Einfluss der tibetischen Exilregierung noch schmäler werden.

derStandard.at: Was wird aus der tibetischen Freiheitsbewegung nach dem Tod des 14. Dalai Lama?

Heberer: Ähnlich wie im Falle des Panchen Lama (zweitwichtigster Würdenträger Tibets, Anm.), wo zwei Reinkarnationen anerkannt wurden (eine durch den Dalai Lama, eine durch die Regierung in Peking), könnten dann auch zwei Dalai Lamas existieren. Die chinesische Seite hat schon erklärt, dass die Reinkarnation innerhalb Chinas erfolgen wird, der Dalai Lama wiederum hat verkündet, dass sich die Reinkarnation vermutlich im Ausland vollziehen wird. Damit wäre die tibetische Bewegung gespalten. Darauf hofft Peking natürlich.

Auch jetzt existiert unter den Tibetern keine Einigkeit. Es gibt einerseits den tibetischen Studentenverband im Ausland, der für radikalere Lösungen eintritt, und andererseits die Älteren um den Dalai Lama, die nach einer friedlichen Lösung in Form größerer Autonomierechte streben. Auch im religiösen Bereich existieren durchaus unterschiedliche Strömungen und Sekten, die sich bekämpfen.

derStandard.at: Das Wirtschaftswachstum in der Region Tibet ist laut chinesischen Angaben enorm. Wie geht es dem Durchschnitt der Menschen wirtschaftlich?

Heberer: Zweifellos hat die Wirtschaftsentwicklung in den tibetischen Gebieten einen Aufschwung genommen. Die Infrastruktur ist durch den Bau von Straßen, Schulen und Krankenhäusern massiv verbessert worden. Die Preise für Fleisch sind gestiegen, was für die Viehzüchter und Nomaden höhere Einkommen bedeutet. Zufriedenheit oder Unzufriedenheit von Ethnien haben aber nicht nur mit der Erhöhung des Bruttoinlandprodukts oder höheren Investitionen zu tun.

Ein gewisses Maß an kultureller und religiöser Selbstbestimmung sowie sozialer Gleichheit gehört auch dazu. Das Problem ist, dass chinesische Behörden bislang wenig Gespür für solche Fragen entwickelt haben. Partiell wird schon jede Bewegung Richtung kultureller Eigenständigkeit als Versuch begriffen, sich von China abzuwenden. Der Mangel an Verständnis und ungenügendes Konfliktmanagement machen es so schwierig, eine Lösung zu finden.

derStandard.at: Wie funktioniert das Zusammenleben der Tibeter mit den neu angesiedelten Chinesen?

Heberer: Es gibt eine Untersuchung eines chinesischen Soziologen in Bezug auf Lhasa, die festgestellt hat, dass beide in sehr separierten Sphären leben. In der Neustadt leben hauptsächlich Han-Chinesen, in der Altstadt hauptsächlich Tibeter. Beiden haben relativ wenig miteinander zu tun. Doch es wandern nicht nur Han zu, sondern vor allem auch Hui-Händler. Die Hui sind ebenfalls eine ethnische Minderheit. 2008 wurde in Lhasa sogar die Moschee der muslimischen Hui von tibetischen Protestierern niedergebrannt.

derStandard.at: Seit Jahren wird die Tibet-Frage auf internationaler Ebene thematisiert, der Dalai Lama ist ein gerngesehener Gast. Trotzdem hat sich an der Lage der Tibeter kaum etwas verändert.

Heberer: Die Tibet-Frage ist für die westliche Welt eine Frage der Menschenrechte und nicht der tibetischen Unabhängigkeit. Und auch die wird durch die Realpolitik oft überlagert. Für die internationale Staatengemeinschaft ist Tibet untrennbarer Bestandteil Chinas. Kein Staat würde eine Unabhängigkeitsbewegung unterstützen. Auch aus völkerrechtlicher Sicht ist Tibet Teil Chinas. Schon der Völkerbund, die Vorläuferorganisation der UNO, erkannte Tibet nicht als unabhängigen Staat an. Daran dürfte sich auch in Zukunft nichts ändern. (mhe, derStandard.at, 26.1.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 178
1 2 3 4 5
China setzt in Tibet auf Gewalt!

"Der aufstrebenden wirtschaftlichen und politischen Macht China dürfe nicht erlaubt werden, „sich derart unmoralisch und gewalttätig zu benehmen“, sagte Lobnsang Sangay".

Diesen Satz von Lobsang Sangay kann man nicht wichtig genug nehmen. Bei dem Konflikt in Tibet kommt man nicht umhin, zu glauben, dass die westlichen Regierungen aus Angst, es sich mit China wirtschaftlich zu verscherzen, sich in Sachen Einforderung von UN-Menschenrechten stillzuhalten. Das ist zutiefst feige und unmoralisch. Die Bevölkerung in Tibet und allen voran Mönche und Nonnen die sich zum tibetischen Buddhismus und zum Dalai Lama bekennen, erleiden unglaubliche Demütigungen seitens der chinesischen Behörden.

„Den Dalai Lama als gewaltlos zu bezeichnen, ist ein Witz“

http://www.faz.net/aktuell/p... ml#Drucken

Die übliche Hetze kommt 'im Westen' nicht gut an

Die chinesischen Parteikader und auch viele chinesische Foren-Schreiber kapieren einfach nicht, dass unbewiesene Beschuldigungen und unhaltbare Diffamierungen des Dalai Lama oder der Exilgemeinde das Gegenteil vom erhofften Effekt bewirken.

Dass der 'zuständige Minister für Tibet' selbstverständlich Chinese ist, spricht ja zur Genüge für sich und den Grad der Unterdrückung des tibetischen Volkes.

Hör mal, was willst du von mir? 1

In Peking ist die Regierung, Chinesen, die wiederum ist legitimiert durch die chinesische Revolution. Letztere hat erwirkt, dass der Dalai Lama seine Koffer packen musste. China wie auch Tibet waren entsetzlich rückständige Staaten. Die Völkergemeinschaft hat Chinas Anspruch auf den Tibet als völkerrechtskonform eingestuft.

Die Völkergemeinschaft hat Chinas Anspruch auf den Tibet als völkerrechtskonform eingestuft

sag mal, red keinen Unsinn ..

Un Sinn ist kein Mandat des Völkerrechts und die Haltung anderer Staaten zu Tibet ist so sehr widersprüchlich wie es Sand am Meer gibt..

"Dioe Völkergemeinschaft", so es sie gibt, hat die gewaltsame Annexion als entgegensprechend den Gepflogenheiten des ..
Völkerrechts angesehen..
wie wohl es hoheitliche Bezüge Chinas zu Tibet gibt

Aber das ist wohl zu hoch für Dich..

Hör mal, was willst du von mir? 2

Der damalige Dalai Lama hat einen feudalistischen Staat mit unglaublichen Menschenrechtsverletzungen hinterlassen, nicht gerade ein Argument für ihn. Traurig, einfach nur traurig, dass keiner auf die Idee kommt, dass alle Bewohner der Region miteinander klar kommen sollten, oder? Worum wird denn gekämpft? Die bösen Chinesen investieren Mrd. um den Wohlstand zu mehren und viele Tibeter sind auch dankbar.

Der Westen interessiert mich mit seinem angeblichem Wahrheitsmonopol nicht, GB war dort Kolonialmacht, nicht gerade positiv. Deshalb wollen sie keine Einmischung, völlig zurecht.

Investitionen! - und wer profitiert davon?

die milliarden fliessen hauptsächlich in ominöse Infrakstrukturprogramme die zumi Ziel haben:
1. Superlative Prestigeprojekte zu sein - schliesslich ist man ja eine aufstrebende Großmacht und muss etwas darstellen.
2. die Besiedlung des tibetischen Hochlands mit immer mehr Han-Chinesen - die wiederum mit viel Geld gelockt werden müssen um zum bleiben motiviert zu sein.
3. Abbau von Bodenschätzen
4. militärische Abwehrprojekte inst.
Und jetzt frage ich: Was erhält der einfache, tibetische Arbeiter, Bauer, Nomade etc. von diesem Geld?
China hat ein Großziel in Tibet. Alles tibetische auszulöschen und zu sinisieren. Die tibetische Kultur gibt es dann nur noch in chinesischen Museen zu bewundern. Dann verdient China auch damit noch viel Geld

Zu 1.: Bei 1,35 Milliarden Menschen müssen alle Bauprojekte zwangsläufig gigantisch sein. Bei uns propagiert man "think big". Bei den Chinesen soll es plötzlich schlecht sein, in ihren Dimensionen normal zu denken.

Zu 2.: Bei wirtschaftlichen Investitionen kommen immer Facharbeiter hin. Diese Facharbeiter wollen auf ihre Kultur nicht verzichten, also kommen auch andere Chinesen hin. Da die Facharbeiter besser verdienen als die tibetischen Bauern, verdienen dann diese Händler auch besser.

Zu 3.: Das ist bei uns ja ganz anders.

Zu 4.: Das ist wohl in allen Ländern so.

Ich war in China. Man ist eher stolz auf die Minderheiten. Aber wenn man die Unabhängigkeit will, ist jedes Land eher restriktiv.

Das Mittelalter in den eigenen Köpfen

Immer schön geschmeidig bleiben, space ;-)

Der junge Dalai Lama hat keine Greueltaten begangen, im Gegenteil: seine erste Amtshandlung war, den Armen die Schulden zu erlassen.

Aber China ist ja heute noch ein feudalistischer Staat mit unglaublichen Menschenrechtsverletzungen.

Bekämpft doch erst einmal das Mittelalter in den eigenen Köpfen:
http://tibetfocus.com/2011/12/1... s-ausland/

Tibet wird immer ein "Stachel im Fleisch" für China sein.

Na Ja, eine Leuchte bist Du ja nicht, hast den Artikel auch wirklich gelesen ..;)

Haben Sie als Briefträger zu wenig Liebe abbekommen?

Freiheit für die Indianer!

Gebt ihnen ihr Land zurück, denn die Weißen haben kein Gespür für die kulturellen Werte der Ureinwohner.

friedliebend

Die Fahigkeit zu Denken ist eine erstaunliche Sache, jedoch kann Sie einen auch in ein erstaunliches Dilemma fuehren. Es ist bisweilen zu sehen dass Menschen die eigentliche Wahrheit nicht mehr erkennen und stattdessen dem Weg ihrer eigenen Gedanken immer weiter folgen und daraus Schuesse ziehen die mit der Realitaet am Ende nichts zu tun haben. Gleichwohl wie man von einem verdorbenem Korn nicht auf eine schlechte Ernte schliessen sollte so sollte man auch nicht den Buddhismus oder die tibetischen Moenche als gewalttaetig oder gar menschenverachtend bezeichen. Dieser Schluss waere vollkommen falsch, jedoch lassen einige der Kommentatoren ihn zu. Tibeter wie auch Chinesen sind an sich friedliche Voelker mit guten Menschen und der Buddhismus

China würde ohne Tibet wohl überleben, hätte aber eInbußen in den ökonomischen - und Rohstoffbilanzen.
Amerika ohne Amerikaner wär Pause

weil die ursprünglichen bewohnerInnen amerikas deiner meinung nach nicht in der lage wären, eine funktionierende gesellschaft aufzubauen? oder was verleitet dich zu dieser annahme, dass amerika ohne die eingewanderten europäer nicht existent wäre?

und selbst wenn es so wäre: rechtfertigt das irgendetwas?

nein, sondern weil die Syntax vom Amerika von heute spricht!

Mal sehen wie es weitergeht

Tatsache bleibt, dass der Einmarsch der Chinesen gigantisches Leid, Säuberungen und quasi ökonomische Apartheid über die Tibeter gebracht.
Westler "Intellektuellen" die dies bestreiten gebührt Verachtung.

Tatsache bleibt aber auch, dass sich die Lage seit der Mao Tyranei radikal verbessert hat.
Zwar liegt der chinesische Stiefel der Polizei und Bürokratie noch auf Tibet.

Aber durch wirtschaftlichen Aufschwung, Ausbau der Infrastruktur und Einführung allgemeiner Bildungs und Gesundheitsinstitutionen.
Ist der Lebensstandard und Erweartung Tibets so hoch wie nie zuvor.

Die Niedergang der Klösterkultur läßt sich auch banal erklären, dass viele junge Menschen mehr Lebensoptionen (Jobs, Ausbildung etc.) haben ;)

Tatsache ist auch daß die "Verbesserung" der wirtschaftlichen Lage keine große Kunst - vom 19. - zum 21 Jh. war. Nur Tibet genießt keinen Reichtum, es ist China, da ja alles in der Hand von Han - Chinesen

Die Lebenserwartungsstatistik stieg auch bei Indianern, so sie nicht dem Alkohol verfallen sind (leider)

Keine Kunst in der neuen Zeit

Bitterste Armut in den ländlichen Gegenden

Radikal verbessert? In den Städten sind nahezu alle Geschäfte fest in chinesischer Hand.

Abseits der Städte Lhasa und Shigatse leben die Menschen im tibetischen Hochland noch heute in bitterster Armut. Viele Schulen sind noch nicht einmal beheizt, die Leute haben keine Decken und auch kein Brennholz, um sich vor der Kälte zu schützen. Die Zustände in tibetischen, ländlichen Gegenden sind eher eine Schande für China.

Die Hilfsorganisation "Help in Action" engagiert sich in Tibet und hat tiefen Einblick in die Armut der tibetischen Bevölkerung:

http://www.help-in-action.de/humanitae... tml#scuola

Alles, was die chin. Parteikader in Tibet tun, ist eigenen Interessen geschuldet - um die Menschen in Tibet ging es zu keinem Zeitpunkt.

die bitterste armut ist wohl das, was tibet mit 90% der ländlichen regionen chinas auf das engste verbindet.

nur so als denkanregung, damit nicht immer wieder nationalismus als heilmittel gegen soziale und kulturelle missstände propagiert wird.

aber solange wir hier in österreich den animalischen herdentrieb nicht überwunden haben, ist es schwer, es von anderen zu verlangen.

Wenn Sie die Befreiungsstrebungen eines überfallenen und kolonialisierten Volkes als "Nationalismus" sehen müssen Sie irgendetwas am Begriff des "Nationalismus" völlig falsch verstanden haben.

nein, ganz und gar nicht. wenn hier leute von der armut "der tibeter" sprechen und vom profit "der chinesen" daraus, dann entspricht das wohl der bourgeoisen weltsicht, geht angesichts der bitteren armut in weiten teilen chinas an der realität vorbei.

es tut mir leid, ihr bürgerliches weltbild zu zerstören, aber "tibet" vs. "china" spielt es eben nicht. im allgemeinen darf davon ausgegangen werden, dass der chinesische bauer, dem gerade mal soviel bleibt, um seine familie leidlich zu ernähren mit seinem pendant in tibet weitaus mehr gemeinsam haben als ihre jeweiligen nationalen führer.

Entschuldigung, aber es sind doch gerade die Besetzungs-Befürworter, die ständig damit "argumentieren", dass es dem tibetischen Volk jetzt unter der chin. Herrschaft "viel besser" gehe!

Wenn China - wie Sie ganz richtig sagen - selbst so viel Armut unter der eigenen Bevölkerung hat, sollte es sich vielleicht einmal um soziale Gerechtigkeit im eigenen Land kümmern, statt fremde Länder zu okkupieren!

Diese Armut in China hat nämlich sehr wohl mit den extrem auseinanderklaffenden Einkommensverhältnissen der Chinesen zu tun.

Während in Shanghai die Prunkbauten wachsen wie die Schwammerln und einige Leute in Luxus schwelgen, dürfen Wander- und FabriksarbeiterInnen etc. um wenig Geld schuften, um diesen Reichtum der Bonzen zu ermöglichen!

Posting 1 bis 25 von 178
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.