UNO: Kämpfer in Bani Walid sind keine Gaddafi-Anhänger

26. Jänner 2012, 15:05

Menschenrechtsbeauftragte Pillay alarmiert über tausende Gefangene von Milizen - "Ärzte ohne Grenzen" berichtet von Folter in Misrata

New York - Der Libyen-Beauftragte der UNO, Ian Martin, sieht in den jüngsten Zusammenstößen in der Stadt Bani Walid keinen Aufstand von Anhängern des getöteten Machthabers Muammar al-Gaddafi, sondern Kämpfe zwischen bewaffneten Einwohnern und Revolutionsmilizen. Der Konflikt sei falsch berichtet worden, sagte Martin laut dem Sender BBC am Mittwochabend (Ortszeit) vor dem UNO-Weltsicherheitsrat in New York.

Die Zusammenstöße in Bani Walid würden allerdings die Notwendigkeit zur Aussöhnung zwischen den Rebellen und den ehemaligen gaddafitreuen Kämpfern unterstreichen, sagte Martin. "Das ehemalige Regime mag mittlerweile entmachtet sein, aber die libysche Bevölkerung muss weiterhin mit dessen tief verwurzeltem Erbe leben."

Die UNO-Beauftragte für Menschenrechte, Navi Pillay, warnte, die ehemaligen Revolutionsmilizen seien außer Kontrolle geraten. Milizionäre würden mehr als 8.000 angebliche Anhänger Gaddafis ohne rechtliche Grundlage in rund 60 Geheimgefängnissen gefangen halten und zum Teil foltern. Die Übergangsregierung sei zu schwach, um den Milizen Einhalt zu gebieten. "Das vorherige Regime mag gestürzt sein, aber die harte Realität ist, dass das libysche Volk weiter mit seinem tief verwurzelten Erbe leben muss", erklärte Martin. 

Ärzte ohne Grenzen: Folter in Misrata

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat unterdessen bekannt gegeben, die Arbeit in den Internierungszentren der libyschen Stadt Misrata zu beenden. Mitarbeiter haben festgestellt, dass Gefangene gefoltert werden und ihnen medizinische Hilfe vorenthalten wird, teilte die Organisation am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Teams von Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) arbeiten seit August 2011 in den Internierungszentren in Misrata, um kriegsverletzte Gefangene zu behandeln. Die Mitarbeiter seien immer öfter mit Patienten konfrontiert gewesen, die Verletzungen als Folge von Folter während Verhören aufwiesen. Ärzte ohne Grenzen hätten insgesamt 115 Patienten behandelt, die Verletzungen durch Folter aufwiesen, und hat alle Fälle an die zuständigen Behörden in Misrata gemeldet.

Seit Jänner wurden Patienten, die in die Verhörzentren zurückgebracht wurden, sogar erneut gefoltert, betonte die Organisation. "Das ist vollkommen inakzeptabel. Wir sind in Misrata, um Kriegsverletzte und kranke Gefangene medizinisch zu versorgen - aber sicher nicht, um wiederholt dieselben Patienten zwischen Verhörsitzungen zu behandeln", erklärte Christopher Stokes, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Belgien.

Auslöser für den Rückzug aus Misrata war ein Vorfall im Jänner. Ärzte ohne Grenzen beobachteten, dass Patienten dringend notwendige medizinischen Hilfe versagt wurde. Trotz Meldung der Notlage der Häftlinge und Bitte an die Behörden, Misshandlungen von Gefangenen zu verhindern, wurden verletzte Gefangene weiter verhört und gefoltert. (APA)

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Oddo Wolf
01
13.2.2012, 00:03
Aussöhnung zwischen den Rebellen und den ehemaligen gaddafitreuen Kämpfern

Das wird niemals passieren. Nicht in 100 Jahren. Niemals. Wer das nicht begreift ist wirklich ahnungslos.
Verräter des Landes und der Stämme, die Libyen an die Kolonialisten ausgeliefert haben werden verfolgt bis in Tod. Aussöhnung? Ihr müsst echt einen in der Birne haben.

Alle Libyschen Stämmesführer (130) und Clanführer (2000) pfeifen auf den NTC. Der NTC ist dort Niemand. Libysche Stammesführer mit Jahrhundertgeschichte sind doch keine Knechte von NATO-Söldnern. Das sind arabische Fürsten und Grafen. Die machen ihre Politik wie schon immer. Sie haben Gericht gehalten über Saif al Islam und ihn von der Anklage (Mord u. Anstiftung zum Mord), freigesprochen. Basta, und was ist jetzt?
http://derstandard.at/plink/132... 4/24819709

Kritiker1A
01
30.1.2012, 19:11
Die Neuen Verbrecher machen genau im dem Stil weiter den Sie Gaddafi vorgeworfen hatten!

Heiner Müller
10
29.1.2012, 17:18
Wie sollten es auch

Gaddafianhänger gewesen sein. Die sind doch alle bei uns und posten für die Konterrevolution.

Seine Durchlaucht
45
26.1.2012, 20:53
"aber die libysche Bevölkerung muss weiterhin mit dessen tief verwurzeltem Erbe leben"

Soll das bedeuten, daß die Bevölkerung weiterhin kostenlose Bildung, kostenlose Gesundheitsversorgung, kostenloses Brot, usw. bekommt?

Kritiker1A
00
30.1.2012, 19:11
Nein, aber Sie werden kostenlos in der Wüste verscharrt !

naval
32
27.1.2012, 06:51

In fast allen arabischen Ländern ist Bildung und Gesundheitsversorgung kostenlos. Informieren sie sich, bevor sie posten.

nemo sander
00
informier dich du einmal, weder in mauretanien

marokko, tunesien, ägypten, sudan, jordanien, syrien, irak, yemen ist die gesundheitsfürsorge kostenlos, wie sollte das auch möglich sein, im gegenteil, wer kein geld hat, der hat auch pech, da haben sie wohl die golfstaaten und saudiarabien mit allen arabischsprachigen ländern verwechselt. in libyen geht das nun wohl auch zu ende.

casus belli
01
29.1.2012, 10:35

Libyen ist im übrigen ein afrikanisches Land naval...

DerStadtrat
01
29.1.2012, 10:10
Seine Frage war, ob das in Libyen JETZT auch noch so ist.

crème brûlée
13
26.1.2012, 23:06

und die libyschen frauen ihre rechte behalten dürfen?

Helix.
34
26.1.2012, 20:16
Schwere Vorwürfe von Ärzte ohne Grenzen

Die NGO stellte wegen der wiederholt festgestellten Folter von Gefangenen nun ihre monatelange Arbeit in den Internierungszentren in Misrata ein.

Wie Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag berichtete, seien Mitarbeiter oft mit Patienten konfrontiert gewesen, „die Verletzungen als Folge von Folter während Verhören“ aufgewiesen hätten.

Die Behörden, haben auf wiederholte Berichte und Beschwerden - teils persönlich bei Regierungsvertretern - nicht reagiert.

Sie hätten versucht, „die medizinische Arbeit von Ärzte ohne Grenzen zu instrumentalisieren oder zu behindern“.

Patienten seien teilweise während der Verhöre zur Behandlung gebracht worden, „um sie wieder fit zu machen für die nächste "Befragung"!

Helix.
33
26.1.2012, 20:03
Was andere Medien schon berichten, während der Standard noch schläft:

Schwere Vorwürfe von Ärzte ohne Grenzen

Die NGO Ärzte ohne Grenzen stellte wegen der wiederholt festgestellten Folter von Gefangenen nun ihre monatelange Arbeit in den Internierungszentren in Misrata ein.

Wie Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag berichtete, seien Mitarbeiter immer öfter mit Patienten konfrontiert gewesen, „die Verletzungen als Folge von Folter während Verhören“ aufgewiesen hätten.
Die NGO erhebt schwere Vorwürfe gegen die Behörden, die auf wiederholte Berichte und Beschwerden - teils persönlich bei Regierungsvertretern - nicht reagiert hätten.

Charles Duchemin
412
26.1.2012, 17:41
"ohne rechtliche Grundlage in rund 60

Geheimgefängnissen gefangen halten und zum Teil foltern. "

Also bitte lieber Übergangsrat.
Schnell die Gesetzesvorlage aus den USA übersetzen und schon habt ihr die rechtliche Grundlage dafür, Menschen ohne Anklage, Richter und Anwalt verrotten zu lassen.

Forma99
512
26.1.2012, 15:29
aaahhh.

aber alles wird besser ..... jetzt foltern und morden halt andere... Gut gemacht NATO

Malkaye
01
29.1.2012, 07:43
ich kann mich an keine folterberichte aus gaddafi-zeiten erinnren.

schon garnicht von MSF und in diesem umfang.

"gaddafi der folterer" wurde erst während der NATO intrige propagiert.

trotzdem grün ;)

Elettra
614
26.1.2012, 16:44
@Forma99 amnesty international bestätigt

http://www.amnesty.org/en/news/l... 2012-01-26

Unsere NATO nahen und von Österreichs Zeitungen hoch gejubelten Demokratie Helden

"Rats"

sind der Folter überführt

Weh mir
49
26.1.2012, 15:21
der übliche

bewußt vom Westen herbeigeführte Zustand

Chien de Pique
514
26.1.2012, 15:21

Grandiose Entwicklungen.
Die Bevölkerung, wirkliche Zivilisten, wehrt sich gegen die bewaffneten Banden - und der "demokratische" Übergangsrat lässt die Stadt belagern und schickt Kampfflugzeuge; ungefähr die Reaktion also, deretwegen man das ganze Elend begonnen hat.
Die ehemaligen Insassen der Geheimgefängnisse und ausgewählte, rechtzeitig übergelaufene ehemalige Betreiber derselben betreiben diese zusammen weiter.

Das sind eben die Folgen, wenn man einseitig eingreift und Gewalt nicht ächtet, sondern unterstützt.

DerStadtrat
510
26.1.2012, 15:27

"ungefähr die Reaktion also, deretwegen man das ganze Elend begonnen hat. "

In wirklichkeit ist die Lage jetzt um einiges schlimmer als unter Gaddafi.

"Milizionäre würden mehr als 8.000 angebliche Anhänger Gaddafis ohne rechtliche Grundlage in rund 60 Geheimgefängnissen gefangen halten und zum Teil foltern."

Sowas gabs unter Gaddafi nicht.

Bastardl
43
26.1.2012, 18:04

habens leicht selbst nachgesehen und nur knapp weniger als 8000 demokratisch gesinnte Folteropfer gefunden...

Kritiker1A
00
30.1.2012, 19:14
Wenn es unter Gaddafi Grausamkeiten gab, so werden diese ja durch die aktuellen Vorgänge nachträglich quasi gerechtfertigt!

DerStadtrat
00
29.1.2012, 10:13
Wie viele Berichte hast du gefunden?

Elettra
612
26.1.2012, 15:13
Rolle der Systemmedien thematisieren

Die Frage drängt sich auf

welche Machtstrukturen regieren tatsächlich unser schönes Land Österreich,

ist es ein Hase Reflex der Zeitungs- Eigentümer Banken vor dem AAA Großkapital ?

oder ist es ganz einfach das kleine Schmiergeld mit dem der Laden von oben bis nach unten wie geschmiert läuft.

Der Waehlerwille
 
87
26.1.2012, 15:28
Und weil "die Systemmedien" (übrigens ein Begriff der extremen Rechten)

so sehr geschmiert sind .. wird über die tatsächlichen Umstände ebenhier berichtet.

Ein fröhliches selektives Lesen weiterhin.

YuandI
26
26.1.2012, 17:22
"Begriff der extremen Rechten"

... ein Niklas Luhman war ein extremer Rechter?!?

Das begreifen der Begriffe funktionliert halt nicht derart, dass man sich ständig mit anderen vergleicht ... oder andere mit andere.

Dieser Relativismus was derzeit in manchen Kommentaren herauszulesen ist, grenzt schon derart an Schwachsinn, sodass man schon fast sagen könnte: so argumentieren die Dementen auch ;-)

SELBST Denken - Kritisch Denken!

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