Würdigung des neuen französischen Völkermord-Gesetzes
Eriwan - Aus Freude über das neue französische
Völkermord-Gesetz trägt ein armenisches Baby nun den Vornamen
"Sarkozy". Die Eltern des Neugeborenen hätten sich am Mittwoch für
den Namen entschieden, sagte die Großmutter Alward Manukian am
Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Eigentlich sollte das Baby nach
seinem Großvater benannt werden, aber nachdem der französische Senat
das Gesetz trotz der Drohungen der Türkei verabschiedet hat, haben
wir beschlossen, es nach dem Präsidenten Frankreichs zu benennen",
fügte die Oma hinzu. "Möge unser Baby, Sarkozy Awetisian, ein ebenso
mutiger Mann werden wie sein Namensgeber."
Erdogan: Gesetz ist "Massaker an der Meinungsfreiheit"
Der französische Senat hatte am Dienstag ein zuvor von der
Nationalversammlung gebilligtes Völkermord-Gesetz verabschiedet -
trotz heftiger Proteste aus der Türkei. Nach dem Gesetz steht die
Leugnung eines in Frankreich anerkannten Völkermordes unter Strafe.
Darin eingeschlossen ist das Massaker an den Armeniern im Osmanischen
Reich zwischen 1915 und 1917. Die Türkei weist den Vorwurf des
Völkermordes entschieden zurück und setzt die Opferzahl mit bis zu
500.000 Menschen deutlich niedriger an als Armenien und ein Großteil
der internationalen Wissenschaft, die von 1,5 Millionen Toten
ausgehen.
Während der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan das
französische Völkermord-Gesetz als "Massaker an der Meinungsfreiheit"
verurteilt hatte, hatte Armeniens Präsident Sersch Sarkisian
Frankreich für seine "Größe" gewürdigt. (APA)