Bio-logische Vision für das Vulkanland

26. Jänner 2012, 13:58
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Südoststeirische Region soll auf nachhaltige Bodenbewirtschaftung umsteigen

Kornberg - Das Steirische Vulkanland ist eine Erfolgsgeschichte. Mit viel Überzeugungsarbeit und Durchhaltevermögen haben es seine Initiatoren geschafft, eine der (vermeintlich) rückständigsten Regionen des Landes wirtschaftlich, kulturell und sozial so aufzuwerten, dass mittlerweile ein Großteil der Bevölkerung stolz auf diesen Lebensraum ist.

Nachhaltigkeit ist dabei ein Schlüsselbegriff, der in der Landwirtschaft aber erst im Ansatz berücksichtigt wird. Die Produktion konzentriert sich auf großflächigen Anbau von Mais, dem Hauptfutter für die Schweinezucht.

Die Probleme der Massentierhaltung, vor allem aber der Klimawandel fördern nun das Umdenken. Nach Studien etwa des international renommierten Grazer Klimaforschers Gottfried Kirchengast ist der langfristige Erwärmungstrend in der Südoststeiermark im Sommer dreimal so hoch wie der weltweit gemessene. Die Niederschläge gehen sommers wie winters laufend zurück. Derzeit fallen in der Region jährlich im Schnitt noch mehr als 800 Liter Wasser auf einen Quadratmeter. Nach den Berechnungen aufgrund des Klimawandels werden es in wenigen Jahrzehnten nur noch 500 Liter sein. Die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens wird daher entscheidend für die Zukunft der Landwirtschaft sein.

Fruchtfolge als Bedingung

Logische Konsequenz, wie Josef Ober, Obmann des Vereins Steirisches Vulkanland, und seine Mitarbeiter sie sehen: biologischer Landbau. Dessen Grundbedingung ist Fruchtfolge, also jährlicher Wechsel der Bepflanzung. Dadurch entsteht mehr Humus, der wiederum mehr Wasser aufnehmen und speichern kann.

Gerade die Südoststeiermark mit ihren kleinräumigen Strukturen und Hügellandschaften sei prädestiniert für den Bio-Landbau, meinte Ober am Dienstag bei der Vorstellung des Projekts. Das könne auch eine Chance für viele Kleinbetriebe sein: etwa die Herstellung hochwertiger Lebensmittel in "Hausmanufakturen". Aber auch für Ölkürbis und Käferbohne aus Bio-Produktion sieht Josef Renner, Geschäftsführer von Bio-Ernte Steiermark, große Nachfrage. In der ersten Projektphase geht es vor allem um Bewusstseinsbildung. Begleitender Partner ist die Bioregion Mühlviertel (OÖ). Dort sind bereits 27 Prozent der Betriebe biozertifiziert. Im Vulkanland sind es 3,5 Prozent - noch. (Josef Kirchengast, DER STANDARD, Printausgabe, 26.1.2012)

  • Auch für Ölkürbisse aus Bio-Produktion sehen Experten große Marktchancen.
    foto: der standard/kirchengast

    Auch für Ölkürbisse aus Bio-Produktion sehen Experten große Marktchancen.

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