Ski-WM 2013

Schladming und der Müllslalom

26. Jänner 2012, 16:16

Schladming will sich in der Top-Liga der alpinen Hochburgen einzementieren: Der Nachtslalom war ein weiterer Probegalopp - mit einigen Einfädlern

Schladming - Es war ein Volksfest, das sich am Dienstag beim Schladminger Nachtslalom entlang des Steilhangs und im Zielraum der Planai abgespielt hat. Geht es nach dem Willen der Touristiker im Hauptort des Ennstals, soll es noch viele solcher Volksfeste geben. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel wünscht sich allerdings auch etwas Kitzbüheler Flair in die steirische Winterlandschaft - und das nachhaltig.

Er habe Prinz Hubertus von Hohenlohe gebeten, seine Kontakte in die Welt der Hübschen und Schönen für Schladming zu nützen. Etwas Schickeria gehöre ganz einfach zur Skiweltmeisterschaft nächstes Jahr. Die Promis sollen längerfristig internationales Publikum ins Ennstal locken. Denn nur mit internationalen Gästen sei Wachstum in der Region noch möglich.

Top-Liga alpiner Tourismusdestinationen

Der Gefahren, die damit einhergehen, sei man sich bewusst, sagt Jürgen Winter, Bürgermeister des 4500 Einwohner zählenden Städtchens. Durch vorausschauendes Handeln sei das Risiko für die gewachsene Wirtschaftsstruktur im Tal und die ökologische Balance - Stichwort Umweltverbrauch - beherrschbar. Die Chancen, die mit der Verankerung Schladmings in der Top-Liga alpiner Tourismusdestinationen verbunden seien, würden überwiegen.

Das sehen freilich nicht alle so. "Die Qualitäten der Region liegen woanders und erschöpfen sich nicht darin, Touristen mit der Seilbahn den Berg hinaufzubringen und ins Tal fahren zu lassen" , sagte Manfred Koblmüller vom Ökologie-Institut dem Standard.

Koblmüller war Leiter eines Projekts, bei dem im Auftrag des Landes Steiermark Vorschläge für eine möglichst umweltverträgliche Nachnutzung der WM zusammengetragen wurden. Der Akzent lag auf einer sanfteren als der dann realisierten Form von Tourismus. Schladming habe die Chance genützt, viel Geld von Bund und Land lockerzumachen. 290 Mio. Euro betragen allein die Förderungen. "Das Geld ist für sehr traditionelle Projekte wie Straßenbau, Tiefgarage und Seilbahn ausgegeben worden, statt beispielsweise eine attraktive Bahnanbindung zu realisieren, wie dies St. Anton gemacht hat" , sagte Koblmüller. Der Tiroler Ort profitiere auch elf Jahre nach der WM noch von der damals getätigten Investition in eine neue Zulaufstrecke und einen neuen Bahnhof.

Mehrwegbecher

Der Bahnhof in Schladming wird zurzeit zwar um gut 20 Mio. Euro behindertengerecht umgebaut, ist aber nicht wirklich nahe bei den Wettkampfstätten. Zudem ist die Bahnlinie durch das Ennstal einspurig. Bürgermeister Winter: "Der Generalverkehrsplan ist nicht meiner; die Entscheidung über einen zweispurigen Ausbau der Schiene durch das Ennstal wird in Wien oder Brüssel getroffen, nicht in Schladming."

Zumindest das Müllproblem habe man in den Griff bekommen. Die Einführung von Mehrwegbechern habe das Abfallaufkommen und die Unfallgefahr wegen herumliegender Scherben bei Großevents wie dem Nachtslalom stark reduziert. "Nun wollen wir noch die Plastikflaschen wegbekommen und stattdessen Mehrweggebinde forcieren" , sagt Winter. Solarzellen am Dach des erst kürzlich eröffneten Kongresshauses und Kollektoren auf der in Bau befindlichen neuen Kläranlage sollen ein weiteres Signal sein, dass bei allen Entscheidungen sehr wohl umweltpolitische Überlegungen mit eine Rolle spielten.

Große Events, kleine Dinge

"Die kleinen Dinge summieren sich auch", sagt Zukunftsforscher Andreas Reiter. "Bei Großevents wird es immer so sein, dass sie zumindest auf den zweiten Blick viele Löcher haben, wo sie nicht grün sind. Wichtig ist, dass irgendwo begonnen wird."

ÖSV-Präsident Schröcksnadel nennt bis zu 450.000 Besucher als Ziel für die zehn WM-Tage nächstes Jahr. Beim Nachtslalom waren es 45.000 - zehnmal so viel, wie Schladming selbst Einwohner hat. (Günther Strobl, DER STANDARD, Printausgabe, 26.1.2012)

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Koe1
00
31.1.2012, 09:57
Wenn die Schickimickis kommen, ....

Dann werde ich Schladming künftig fernbleiben

sysiphos
 
01
26.1.2012, 19:45
stimmt diese zahl wirklich?

290 millionen klingt ja geradezu obszön und abstrus viel in diesen zeiten. wofür und wozu? mit welchem benefit? welcher nachhaltigkeit? das ist doch bloß extrem lachhafte geldverbrennung durch wichtigtuer, und geld in die eh schon vollen taschen von schröcksnadel und co stopfen, nichts weiter!

Des Gauwuzls einzige faire Hand
03
26.1.2012, 18:10
Die Gier macht das Rennen 1/3

sicher sehr komplex). Ein Kleinkrieg der Kindergartenniveau hat und eigentlich eine Sitcom daraus gemacht werden sollte. Wenn z.B. eine Veranstaltung in Schladming stattfindet werden die Plakate in der Ramsau runter gerissen und umgekehrt.
- Die Einheimischen sch….. auf Umwelt, sobald für Sie der "Rubel" (und das ist wörtlich zu nehmen) rollt. Auch in dieser Gegend werden die geschmierten "Hüttendürfer" ins unendliche anschwellen.
- Schrecknagel hat Mavianeveau und soll sich ruhig mit seinen Promis (hahaha… Im Schlammiger Nightrace konnte man sehen: Vera Russwurm, Fortell oder wie man den Schreibt und so unwesentlich weiter...

alla riscossa
00
26.1.2012, 18:17
du hast wahrscheinlich recht,

aber deine rechtschreibung ist trotzdem unter jeder sau!

Des Gauwuzls einzige faire Hand
11
26.1.2012, 18:25
Danke...

aber ich war in Rasche als ich getippt habe und hatte keine Lust das Ganze nochmals auf Tippfehler (die vielen, vielen) zu überprüfen. Shame on me, ich weiß... :-)

einbeinige
21
26.1.2012, 23:00

Tippfehler oder "in Rage sein" sind nicht verantwortlich dafür, dass man weder Grammatik noch Rechtschreibung beherrscht...

Des Gauwuzls einzige faire Hand
02
26.1.2012, 18:09
Die Gier macht das Rennen 1/2

woanders ihr Glück zu probieren.
- Vertuschungen im großen Stil!!! Im Herbst wurde von einer Disko ein Jungendlicher erstochen, was in so einem Ort normalerweise, die Titelseite der Krone bedeuten würde. Aber, ja keine negative PR und die Journalisten spielen hier schön brav mit. Die freuen sich ja auch schon, wenn sie anstatt den täglichen stumpfsinnigen Copy&Pasten von APA-Artikeln endlich bei so einem Highlife dabei sein können, gratis am Puffet naschen dürfen und wenn alles gut geht mit irgendend einem Prominenten abgelichtet werden dürfen.
- Zwischen Schladming und Ramsau am Dachstein schwelgt sein Jahren ein Kleinkrieg, weil die Ramsau nicht in den Tourismusverband eingegliedert werden wollte (die Gründe hierfür sind sicher

Frühlingsgefühle ohne Nebenwirkung
01
26.1.2012, 18:21
Ja darum...

nennt sich SChladming auch "Schladming - Dachstein", weil sie halt die Bergbahn an sich gerissen haben und den Gletscher im Sommer in Massen versticken. Die Ramsau wurde von SChladming förmlich von der Landkarte geschlöscht... :-)

Des Gauwuzls einzige faire Hand
03
26.1.2012, 18:09
Die Gier macht das Rennen 1/1

Also einmal ein paar Punkte auf den Punkt Betracht…
- Sehr viele (zumeist die Intelligenteren) Gastro- und Hoterliebetriebe finden die WM überflüssig, da sie zu einem Zeitpunkt stattfindet, an dem sie sowieso 100%ig ausgelastet sind und auf ihre Stammgäste (das sind solche, die jedes Jahr wieder kommen) nicht verkrämen wollen
- Bedient die WM hauptsächlich eine lokale Möchtegern-Elite, die sich den Kuchen schön brav aufteilen (leider darf man hier ja keine Namen nehmen, aber dazu gehören z.B. ehemalige Lehrer, die irgendwie ins OK gepurzelt sind.
- Seit dem den SChladmingern die WM zugesagt wurde, sind die Preise von Wohnungen (Kauf und Miete) skrupellos angestiegen, womit immer mehr junge gezwungen sind, die "Stadt" zu verlassen und

Frühlingsgefühle ohne Nebenwirkung
00
26.1.2012, 18:16
Das stimmt...

den außer der neuen Infrastruktur wird da gar nix nach den paar Tagen WM nachhaltig sein...

Sanduhr
01
26.1.2012, 16:09
Solarzellen ??

da werden Solarzellen installiert und parallel ein Nachtslalom mit Schneekanonenhilfe durchgeführt.
Vielleicht mal Ausrechnen was diese sinnlose Pistenbeleuchtung bei Nacht Strom braucht.
Ich bin immer froh wenn die Piste dunkel wird und man den wunderschönen Sternenhimmel sehen kann.

selbst-denker
00
26.1.2012, 16:37
auf den punkt gebracht

und nach dem wirbel ist wieder alles beim alten: mieser öffi-verkehr, transitlaster, kein geld für die jugend, die kultur, für soziales, gesundheit und bildung. muss ja gespart werden ...

tramezzino
01
26.1.2012, 15:50
die reichen russen

kommen nicht mit der bahn, also wurscht, wo sich der bahnhof befindet. und die russkis wird der hubertus auch nicht anlocken können, also brauch ma kan hubertusmantel.

die top hotels gehen auch in kitzbühel sehr schleppend.

Wer will nochmal??
010
26.1.2012, 15:40
Heute, wo jeder Winter mit einer Wahrscheinlichkeit von maximal 50% daherkommt, noch an ungehemmten Turbowachstumsschitourismus zu glauben und 100e-Millionen€ DAFÜR investieren ist eine Schande für jedes denkende Hirn und Herz.

Zur Armutsbekämpfung wird nicht so megamäßig lobbyiert.

selbst-denker
01
26.1.2012, 16:34
nicht nur

auch die bereiche kultur, jugend, gesundheit nebst sozialem und öffentlichem nahverkehr im bezirk liezen könnten mit 100 mio euro noch lange NACHHALTIG subventioniert werden und entsprechnd gute arbeitsplätze jenseits des wetter- und klimabahängigen tourismus in der region sichern. aber wollen unser politikerInnen das?

Frühlingsgefühle ohne Nebenwirkung
00
26.1.2012, 18:14
Vollkommen richtig....

aber mit diesem Projekten wird die Jugend (und da braucht man nur mit jenen reden, die sich das Wohnen nicht mehr leisten können) vertrieben...

E Pie
 
05
26.1.2012, 15:01
ich als gebürtiger steirer wünsche

den schladmingern alles gute. ich hab mit meinen 27,29,und 31 jährigen kindern und meinen enkeln vor 3 jahren in schladming urlaub gemacht. aber für mich alten mann (+70) war dort der müde hund begraben. auch kulinarisch bewegt man sich auf niedrigsten beisl niveau. wenn man aber nur mehr schön und reich vorort haben will schauts nach kitzbichl. dort können sich die einheimischen die preise im eigenen ort schon lange nicht mehr leisten und wandern ab. darüber hinaus ist in kitz außerhalb der weltccup saison der hund begraben... ski heil...

flotter denker
02
26.1.2012, 13:06
Schaun wir mal, ob das aufgeht.

Muessten halt noch die Lifte ein bissl besser vernetzen!

tramezzino
00
26.1.2012, 15:51

schladming auf die wurzeralm ist ein wenig bescheiden... aber haus nach schladming ist schon ganz ok, da hat man auch letztes jahr einen mühsammen schlepper durch einen sessellift ersetzt.

FatFaceRicky
06
26.1.2012, 12:39

EUR 290 MIO - das ist doch zum Kotzen. Das sollen bitte die Liftgesellschaften und Hotelliers zahlen, wer anderer profitiert ja eh nicht davon. Die zum Hungerlohn prekär angestellten Ossis machen die Arbeitsmarkt-Statistik auch nicht fett.

Kontrahent1
02
26.1.2012, 12:35
Prominenz in dieses Inferno?

Solche Bilder halten ganz andere Menschen fern. Man wollte die Massen, die hat man und die wird man so schnell nicht los. Saufen, Grölen und Unsportlichkeit von Pyrotechnik bis Schneeballwerfen und Sportler ausbuhen.- Party, Party, viel Vergügen! Wer sich durch diese Massen zu einem 'VIP-Zelt' o.ä. kämpfen mag, muß schon Lugner oder Maier heißen;-)

daemeth
00
26.1.2012, 14:22

anscheinend ist pyrotechnik nur im stadion "gefährlich"^^

Kontrahent1
00
27.1.2012, 14:32

ist dort auch verboten. Nur scheint es keinen zu stören, ausser, wenn die Rennläufer eingenebelt werden. Ein paar angesengte Anoraks sind Kollateralschäden;-)

captain__ingwer
128
26.1.2012, 11:24

wahnsinn, da werden die millionen reingepulvert, um einigen wenigen riesengewinne auf kosten der natur und kommender generationen zu bescheren. kenne kein so voll ausgebautes schigebiet, und was machen die, sie schlagen neue pistenschneisen in bisher unberührte seitentäler (preunegg)
der schisport ist doch schon längst tot, warum kann man dieses dahinsiechen nicht beenden, und den steuertropf abdrehen und die freiwerdenden ressourcen in bereiche stecken, die langfristig das gedeihen der region sicherstellen?

selbst-denker
00
26.1.2012, 16:30
das

frage ich mich auch ... aber beton ist härter als hirnschmalz.

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