Grüne fordern ÖIAG auf, Telekom-Unterlagen zu übermitteln
Die Staatsholding ÖIAG will den möglichen 200 Mio. Euro-Jahresverlust der teilstaatlichen Telekom Austria Group nicht bewerten. "Analysteneinschätzungen kommentieren wir nicht und verweisen in diesem Zusammenhang auf die Telekom Austria", hieß es dazu aus dem Büro von ÖIAG-Chef Markus Beyrer auf APA-Anfrage.
"Wir sind der stabile österreichische Kernaktionär der Telekom Austria"
Ob es als Folge einer negativen Jahresbilanz eine Dividendenkürzung geben soll, ließ die ÖIAG mit Verweis auf die letzte Dividendenhalbierung offen. Zur angestrebten Aufstockung des Anteils des Investors Ronny Pecik und des ägyptischen Milliardärs Naguib Sawiris auf 25 Prozent erinnerte die Staatsholding an die Aussendung vom 22. Dezember des Vorjahres. Darin hieß es: "Wir sind der stabile österreichische Kernaktionär der Telekom Austria". Sollte das Investorenduo wie angekündigt aufstocken, wäre der Anteil des Staates aber nur mehr um drei Prozent höher als jener von Pecik und Sawiris. Sollten die beiden zu den 25 Prozent auch noch eine Aktie dazu erwerben, hätten sie eine Sperrminorität.
Korruptions-U-Ausschuss
Die Vorsitzende des Korruptions-U-Ausschusses, die Grüne Gabriela Moser, hat unterdessen ÖIAG-Chef Markus Beyrer aufgefordert, die Erkenntnisse der von der Telekom-Taskforce zur Aufklärung der zahlreichen Korruptionsvorwürfe beauftragten Wirtschaftsprüfungskanzlei BDO zu übermitteln. Sollte Beyrer dem nicht nachkommen appellierte Moser an Eigentümervertreterin Finanzministerin Maria Fekter (V), Druck auf Beyrer auszuüben. Aus dem Finanzministerium hieß es dazu mit Verweis auf ein noch in Arbeit befindliches Gutachten der Telekom, dass Fekter erwarte, dass die Telekom rechtskonform vorgehe. Das Finanzministerium habe dem U-Ausschuss jedenfalls sämtliche Unterlagen übergeben. Morgen, Donnerstag, finden bereits die ersten Zeugenbefragungen statt. (APA)