Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Vertreter der Immobilienwirtschaft zeigten sich in Aussendungen am Mittwoch durchwegs erbost über die heutigen Aussagen der Arbeiterkammer. Sie kritisierten durch die Bank, dass die AK bei ihren Berechnungen über die Mietensteigerungen der letzten zehn Jahre Kategorieanhebungen nicht berücksichtigte.
"Politisches Kleingeld"
"Wenn ein Altmieter bis vor seinem Auszug nur zwei Euro pro Quadratmeter bezahlte und der Vermieter die Wohnung in weiterer Folge renoviert und als Kategorie A Wohnung zum Richtwertmietzins neu vermietet, dann ergibt sich hier vordergründig eine deutliche Mietensteigerung, die jedoch von der Arbeiterkammer in populistischer Weise dazu verwendet wird, politisches Kleingeld zu schlagen", ärgert sich Anton Holzapfel, Geschäftsführer des Österreichischen Verbands der Immobilientreuhänder (ÖVI). Er spricht in einer Aussendung von "undifferenzierter Panikmache" der AK. "Faktum ist, dass bei aufrechten Mietverträgen der Hauptmietzins nur im Ausmaß der Wertsicherung steigen kann, da bekanntlich in bestehende Verträge nicht eingegriffen werden kann."
Für den Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKÖ, Thomas Malloth, sind die Aussagen der AK "ein Lehrbeispiel dafür, wie man statistische Zahlen manipulativ einsetzt". Bei der "bewusst verkürzten Darstellung" der Arbeiterkammer werde "ganz gezielt nicht auf die in den letzten zehn Jahren zum Wohle der Mieter erfolgte Qualitätsverbesserung der Wohnungen eingegangen". Es gebe heute kaum noch Wohnungen der Kategorie D ohne WC und Bad im Wohnungsverbund, so Malloth, diese Kosten würden sich natürlich auch in angepassten Mieten niederschlagen. "Es gibt ja auch keine Luxuslimousine zum Preis eines Kleinwagens."
Zuzustimmen sei der AK dahingehend, "dass junge Menschen und Familien einen wesentlich größeren Teil ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben müssen als privilegierte Mieter, welche noch den Friedenskronenzins bezahlen, der nicht einmal ausreichend ist, um
ein Wohnhaus vor dem Verfall zu bewahren. Damit subventionieren diese jungen Familien in der Regel gut situierte Altmieter", kritisiert Malloth.
"Zu Unrecht am Pranger"
Für den Präsidenten des Österreichischen Haus- und Grundbesitzerbundes, Friedrich Noszek, versucht die AK "mit fragwürdigen Argumentationen und aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen Vermieter als Preistreiber an den Pranger zu stellen. Zu Unrecht."
Die Renovierungskosten seien in den letzten zehn Jahren exorbitant gestiegen und liegen zwischen 600 und 1.000 Euro pro Quadratmeter. "Danach wird der Hauptmietzins der Wohnungs-Kategorie angepasst. Der - gesetzlich vorgeschriebene - Richtwert ist etwa für Wien zwischen 2001 und 2011 von 4,16 Euro um 75 Cent auf 4,91 Euro gestiegen; und dieser Richtwert ist für die Vermieter maßgebend", so Noszek in einer Aussendung. Weiters seien Preisvergleiche über einen Zeitraum von 20 Jahren ebenfalls zu hinterfragen: "Die Statistik Austria hat nach eigenen Angaben erst seit 2005 richtig verfügbares Datenmaterial."
Ludwig fordert bundesgesetzliche Regelung
Argumentative Unterstützung für die Arbeiterkammer kam am Mittwoch hingegen aus den Reihen der rot-grünen Wiener Stadtregierung. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) forderte ein Gesetz, um die Richtwertmieten transparenter zu machen. Dem überproportionalen Anstieg der Mieten könne "nur durch eine bundesgesetzliche Regelung entgegengewirkt werden". "Gerade beim Preis- und Kündigungsschutz herrscht dringender Handlungsbedarf", erklärte Ludwig in einer Aussendung.
Die Zuschläge zu den Richtwertmieten sollten begrenzt werden, weiters sollte die Möglichkeit einer Befristung "nur bei Vorliegen bestimmter Gründe - wie etwa bei Eigenbedarf - vorgesehen sein. Der Befristungsabschlag von 25 Prozent kommt in der Praxis nicht zum Tragen."
Ellensohn beklagt "Untätigkeit des Bundes"
Auch für den Klubobmann der Grünen Wien, David Ellensohn, ist "die Untätigkeit des Bundes bei der überfälligen Novellierung des Mietrechtes nicht mehr tragbar. Alle Jahre wieder beklagen unterschiedliche Organisationen, gestützt auf Daten der Statistik Austria, die steigenden Mieten, die auch zur Inflation entscheidend beitragen. Offensichtlich verhallen diese Appelle aber ungehört", so Ellensohn, der eine "grundlegende Reform mit fairen, nachvollziehbaren Mietzinsobergrenzen" forderte. (red)
Bruckbauer: Mieten treiben Inflation an, diese beflügelt wiederum die Mieten
Auswertung von 150 Inseraten: Ungerechtfertigte Aufschläge vor allem bei befristeten Mietverträgen - Mieter zahlen im Jahr oft um mehrere tausend Euro zu viel
Thema "Soziales und Wohnen" im Grundsatzprogramm: "Sozialkarte" für Bedürftige und Möglichkeit des Kaufs der eigenen Gemeindewohnung gefordert
Laut einer "internen" Studie für das Maklernetzwerk Re/Max sind 82 Prozent der Österreicher für regelmäßige Überprüfungen. Die ÖVP sieht ihre Linie bestätigt
VP-Seniorenbund will Förderungen für Barrierefrei-Umbauten - SP-Pensionistenverband fordert Sozialtarife für Strom und Gas
Zweckbindung von Wohnbaugeldern gefordert - Kogler: Entscheidungen im Parlament "herbeibewegen"
SJ-Chef Moitzi will mit Gemeinden über günstige Wohnungen für "Hausstandsgründer" reden - Mietervereinigung und SPÖ unterstützen Forderungen
Sozialistische Jugend und Junge ÖVP starten Kampagnen für "leistbares Wohnen". Die JVP will "erstes Eigenheim" steuerfrei machen
Juraczka: "Wir wollen niemanden raushauen", aber alle zehn Jahre sollte Anspruch überprüft werden, im Fall des Falles "marktadäquate Miete" gezahlt werden
Wolfgang Kirnbauer, Obmann des Wiener Mieterschutzverbands, spricht über fragwürdige Gutachten und erklärt, warum er das Richtwertsystem "an sich für gut" hält
Analyse von Mikrozensus-Daten: Bei einer 75m²-Wohnung, die 2010 befristet neu vermietet wurde, zahlt ein Mieter jährlich 2.240 Euro zu viel
Vassilakous Vorstoß hält Wohnbaustadtrat Ludwig ungeeignet für die Volksbefragung. Die Lagezuschläge auf den Richtwert will er "überprüfen" lassen
Hausbesitzer vs. Mieterschützer: Martin Prunbauer und Georg Niedermühlbichler im Gespräch über Zuschläge, Altmietverträge, Markt und Regulierung
Arbeiterkammer: "Versagen des Richtwertsystems sorgt auch für stark steigende Zinshauspreise" - Baugebot für unbebaute Grundstücke gefordert
Der öffentliche und geförderte Sektor stellt den Löwenanteil der Mietwohnungen in Wien, und auch der größte Teil des Privatsektors unterliegt Beschränkungen - zumindest auf dem Papier
Die noch im Herbst geplante zehnjährige "Einschleifregelung" entfällt, volljährige Kinder müssen höheren Baurechtszins zahlen
Betriebskosten-Aufstellungen auch elektronisch erhältlich - Gutschriften für vier von fünf Gemeindebau-Bewohnern
Mietervereinigung: Mieter von privaten Wiener Wohnhäusern zahlen im Schnitt bereits 30 Euro pro Monat für die Haus-Versicherung, die eigentlich der Eigentümer zahlen sollte
MVÖ-Präsident Niedermühlbichler: Rasant steigende Wohnkosten "nicht mit Steigerungen bei Betriebskosten zu argumentieren"
8,7 Prozent mehr für Eigentum prognostiziert - Warnung vor Überhitzung des Marktes
Von den höheren Richtwertmieten sind 350.000 Menschen betroffen. Der Großteil von ihnen in Wien, wo Wohnbaustadtrat Michael Ludwig die Intransparenz bei Zuschlägen kritisiert
ÖHGB-Präsident Noszek: "Investitionen in Gebäude immer schwieriger zu finanzieren"
Das Justizministerium hat am Freitag die neuen Richtwerte veröffentlicht
AK untersuchte Mietensteigerungen der letzten zehn Jahre - Fazit: Betriebskosten sind nicht schuld an gestiegenen Wohnkosten
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.