Das Privileg der Pragmatisierten

Hintergrund | 25. Jänner 2012, 18:54

Aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis leiten sich Unkündbarkeit und andere Vorteile ab

Von den 133.000 Beamten im Bundesdienst haben 58 Prozent ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis. Ihr Privileg: Die Unkündbarkeit - es sei denn, es liegen schwere Vergehen vor. Aus dieser Sonderstellung leiten sich weitere Vorteile ab, etwa, dass diese Staatsdiener keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge einzuzahlen brauchen. Seit 2003 herrscht allerdings ein Pragmatisierungsstopp im Bundesdienst. Und so machen rund 42 Prozent des Personalstands mittlerweile die Vertragsbediensteten aus. Ihr Dienstvertrag entspricht in etwa dem von ASVG-Angestellten. (nw, DER STANDARD, Printausgabe, 26.1.2012)

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25 Postings
rrrn
 
00
31.1.2012, 07:28
Falsch

auch Beamte kann man kuendigen (siehe Beamtenrecht).
Ausserdem: bei jeder Umfrage zu den Berufswuenschen steht (mit ca 60 Proz.) an 1. Stelle: Beamte.
Und: das aktuelle Uni-gesetz wieder Privilegien (Beamte) geschaffen: "http://portal.tugraz.at/portal/pa... 0_01.pdf", S. 18: ... senior scientists ...

ncc1701c
01
27.1.2012, 21:11
Privileg?

Unkündbarkeit gibt es doch auch in Sparkassen und Versicherungen...dort heisst es "Definitivstellung"

Alfred Zopf
13
27.1.2012, 07:06

Es gibt zusätzlich den Nachteil, dass Beamte bis zum Tod Beamte sind, d.h. auch im Ruhestand disziplinär belangt werden können z.B. zu 3 Monatsbezüge bestraft werden können, usw. Im Beamtendienstrecht gibt es noch eine Grauslichkeit, dass per Weisung der/die Beamte/in eine gesetzeswidrige Handlung durchführen muss, er/sie hat nur die Möglichkeit diese Weisung schriftlich zu verlangen, durchgeführt werden muss sie. Am Besten wäre sowieso alle BeamtInnen in ein Vertragsbedienstetensystem überzuleiten, damit wäre auch die Möglichkeit beim Arbeits- und Sozialgericht seine/ihre Rechte durchzusetzen. Die Vorteile des Beamten-Dienstrechts liegt bei der Dienstgeberin und nicht bei den BeamtInnen.

Henry44
01
27.1.2012, 07:14
Wie viele Disziplinarmaßnahmen bei Beamten im Ruhestand kennen Sie?

da muss ein Beamter wohl etwas Besonderes anstellen, was wohl auch strafrechtlich relevant sein dürfte.

Das halte ich nicht für ein gutes Argument, um Nachteile des Beamtenstandes zu beweisen.

Alfred Zopf
10
27.1.2012, 07:31

Es geht um die Möglichkeit, z.B. beim Skandal "Wilhelminenberg" wäre das sehr wohl umsetzbar. Im Gegensatz sind Vertragsbedienstete hier viel freier als die beamteten KollegInnen. "Jeder/jede Beamt/in hat sich vorbildhaft zu verhalten und das Ansehen des Beamtentums darf nicht verletzt werden". Vertragsbedienstete sind im Gegensatz dazu als ASVG-PensionistInnen disziplinär nicht belangbar und nur über eine Zivilklage zu belangen und selbst dadurch vielfach mehr geschützt, weil öffentlich und nicht im "Geheimen".

rari
04
26.1.2012, 20:47
An den Pranger ! Mittelalterlich !

das hört man insbesondere aus staatlichen Medien, wenn es um die griechischen Listen der Steuerhinterzieher geht. In Österreich stehen die Beamten schon seit Jahren am mittelalterlichen Pranger ! "Leistung soll sich lohnen !" - da zählt aber offensichtlich die Leistung einer Krankenschwester, die Leistung eines Feuerwehrmannes oder einer Polizistin/eines Polizisten nicht dazu. Zu dieser allgemeinen Einstellung haben insbesondere auch staatliche Medien viel beigetragen. In Österreich werden die Arbeitnehmer der Privatwirtschaft von bestimmten Medien erfolgreich gegen die Arbeitnehmer im Staat aufgehetzt. In anderen Ländern ist Solidarität angesagt, denn beide sitzen im selben Boot, wenn es darum geht Spekulationskrisen zu finanzieren.

maus 14
03
26.1.2012, 20:38

so toll
wieso haben nicht alle kritiker den weg des beamtentums in ihrer jugend eingeschlagen

habens vielleicht zu wenig gekriegt-damals?

maus 14
00
26.1.2012, 20:34

statistik austria nur kann zahlen liefern
akademikereinkommen seit 1980-privat vs. beamte
oder
arbeitereinkommen seit 1980-privat vs. beamte
wie schaut das aus?
schwarz verdientes geld der nicht beamten ausgenommen
jeder weiss insgeheim ,dass viel schwarz gemacht wurde

Beamter
01
26.1.2012, 19:20
Das Verwaltungs- und Politparadies Österreich ; damit der nächste Artikel up to date ist ;-)

WIR HABEN in SUMME, und Politiker sind auch Beamte ;-)

133.000 Bundesbeamte
141.000 Landesbeamte
213.000 Firmenbeamte

Summe: 487.000 Beamte (EU zählweise)

Dazu kommen noch alle staatsnahen Institutionen, Gemeindebedienstete, Landesversicherungen u.s.w

4.361.000 Erwerbstätige
2.703.700 NICHT Erwerbstätige
2.073.000 Pensionisten

25% Beamte ohne Ausgelagerte + Versicherungen +

Wie viele Einwohner?

davon: 667 TOP Politiker 4000 – 8000 Euro = 1/10.000 Verhältnis Politiker/Einwohner

2357 Bürgermeister
41.500 Gemeinderäte =
1/200( in Summe) VerhältnisP/E

http://diepresse.com/home/wirt... -in-Dienst

und www.goed.at

Beamte müssen arbeiten, Politiker sind KARENZIERT !

drwestbahn
01
26.1.2012, 12:24
DANKE

für die längst überfällige Differenzierung zwischen Vertragsbediensteten und Beamten!

Sicher
01
26.1.2012, 08:23
Abfertigung

Die Beamten traemen immer von der tollen Abfertigung der ASVG. In der Realitaet bekommen nur sehr wenige eine hohe Abfertigung. Wer kann schon 10-20 Jahre im gleichen Job bleiben ? Rueckstellungen gibt es keine mehr. Ausserdem sind ein grosser Teil schon lange in Abferrtigung neu.

el ka
01

ich kenne eine menge:
z.B. golden handshakes bei großen firmen wie siemens
1. teil abfertigung lässt ein jahr gut leben (daneben ALG)
2. teil abfertigung monatliche leistung (mit festem steursatz) ca. 5 jahre bis zum pensionsalter, daneben geringfügige beschäftigung (ohne zu arbeiten) um sich günstig selbstversichern zu können

davon können beamte nur träumen

politint
122
25.1.2012, 20:37
Privilegien

Zu den Beamtenprivilegien zählen auch z.B.:
a) Selbstbehalt beim Arztbesuch
b) beamtete Frauen haben das gleiche Regelpensionsalter wie Männer - 65 Jahre.
c) keine Abfertigung - Vertragsbedienstete bekommen die normale Abfertigung und die Jubiläumsgelder.
d) Beamte unterliegen lebenslänglich dem Disziplinarrecht.
e) Der Staat erspart sich für seine pragmatisierten Mitarbeiter seit Jahrzehnten den Dienstgeberbeitrag für die Pensionsversicherung.
f) der pragmatisierte Mitarbeiter darf sich fast täglich sagen lassen dass er faul, blöd, unflexibel usw. ist.
Ich könnte die Liste der "Privilegien" noch lange fortsetzen.

Henry44
11
26.1.2012, 19:12
Wenn die Pragmatisierung so viele Nachteile hat,

wieso hat sich dann jemals ein öffentlich Bediensteter pragmatisieren lassen? Das war ja wohl kein Zwang.

Und warum ertönt unter den Vertragsbediensteten landauf landab die Klage, dass kaum mehr pragmatisiert würde?

hachriti
01
26.1.2012, 22:56

Weil ich zum Beispiel nicht die Möglichkeit in meinem Beruf etwas anderes als Beamter zu werden. Ich hätte natürlich auch als Zeitsoldat abrüsten können (12*10.000 ATS = ca 743€, keine Krankenversicherung, Zeit wird nur für die Pension angerechnet, keine bezahlten Überstunden, 1*24Stunden Dienste ohne überstunden, keine Reisekosten auf Kursen und ein paar Grausigkeiten habe ich bestimmt schon vergessen). Aber ich sah meine Tätigkeit als Dienst an der Gemeinschaft (bewiesen in mehreren Einsätzen) in Östereich. Darum wurde ich Beamter. In dem Wissen das ich nicht viel habe aber dass sicher. Stimmt inzwischen auch nicht mehr. In der Privatwirtschaft würde ich dass doppelte bekommen aber eine Selbstständige Person in der Familie reicht.
mfg

Henry44
00
26.1.2012, 23:24
Welche Qualifikation haben Sie?

bzw. welchen Beruf, wenn Sie behaupten, dass Sie in der Privatwirtschaft das Doppelte bekommen würden?

Meine Tochter ist 30 Jahre alt, ist Akademikerin und verdient in der so toll zahlenden Privatwirtschaft so viel wie eine neu beginnende Volksschullehrerin.

hachriti
01
26.1.2012, 23:40

Ich unterrichte im Prinzip IKT, und habe eine Freiberufliche Tätigkeit als Trainer für Netzwerktechnik bei der ich meinen Monatsgehalt in einer Woche verdiene (im Urlaub und versteuert). Ich bin gelernter EDV und Telekommunikationstechniker, beim Bund bin ich A2 - Beamter. Das sind also keine Fantasie-zahlen. Nebenbei ist das in der Branche der Einstiegsgehalt. Ich persönlich finde diesen Salär schon teilweise unanständig aber wenn man betrachtet, dass ein EDV Trainer oft nur 2-3 Wochen unterrichtet in 2 Monaten. Ich habe bei meinen Verwandten und bekannten die Erfahrung gemacht das der Einstiegsgehalt bei Jungakademikern sehr oft Verhandlungssache ist. Was hat den ihre Tochter studiert?
mfg

Henry44
00
27.1.2012, 00:11
Meinte Tochter hat Pädagogik und Soziologie studiert,

hat die Trainerausbildung und arbeitet als Trainerin mit arbeitslosen Jugendlichen, um diese für den Arbeitsmarkt fit zu machen.

Keine einfache Tätigkeit mit reichlich Frust und bescheidenen Erfolgserlebnissen.

Seth Gecko
00
27.1.2012, 18:14
psychologie, soziologie, politik, etc.

ist wichtig, jedoch schlecht bezahlt und für die privatwirtschaft eher unwichtig. leider.
da der öff. dienst die akademiker dieser sparten nicht mehr aufnimmt-> arbeitslos.
da hätte ihre tochter, (wie auch ich) etwas "gscheites" studieren müssen.

hachriti
03
27.1.2012, 00:33

Aber Zweifellos eine wichtige. Ich wünsche Ihr viel freude in ihrer Tätigkeit. Es war doch immer schon so in AT dass soziale Berufe schlechter bezahlt werden. MMn ein Fehler.
mfg

Beamter
04
26.1.2012, 19:26
weil trotz geringerem Einkommen

EINE ARBEITSPLATZ und GEHALTs SICHERHEIT
VERSPROCHEN ZUGESAGT wurde

MITTLERWEILE wird das verteufelt.

DIE Frau finanzministerin wußte vor 2 Monaten nicht, dass die Republik pleite ist?

SIE SAGTE IN VERHANDLUNGEN 2,9 % zu um 1 Monat später 3 % abzuziehen

DAS PROBLEM liegt nicht bei den beamten, sondern bei dieser total verblö...d ten neuen Politikerkaste ohne Anstand und Skrupel

erxxich
101
25.1.2012, 19:32
Wohlerworbene Rechte gelten scheinbar nur für Beamte jedoch nicht für ASVG'ler !!! Deshalb sofort Überführung der pragmatisierten Beamten ins ASVG !!

Bis jetzt haben alle Grauslichkeiten nur die ASVG'ler betroffen !!

Wutbürger 2012
01
26.1.2012, 20:00
Pragmatisierung, Biennalsprünge wurden nicht von Gott erfunden.

Die Anzahl der Beamten (ca. 500.000) wurde nicht aus dem Nirwana vorgegeben.

Eine Gesetzesflut, die von Beamten umgesetzt werden muss war keine Idee der Beamten.

Hier waren kurzsichtige bzw. BLINDE/ KORRUPTE Politiker am Werken, die ausschließlich die eigenen Interessen vertreten

"ICH – ICH – ICH" und immer neue Blödheiten

erfanden,

um neue Beamte zu kreieren.
Beamte die dagegen „aufmuckten“ wurden versetzt, gemobbt, oder finanziell ruiniert.

Was heute an Blödheiten existiert, wurde von KORRRUPTEN nicht das Maul VOLLKRIEGENDEN Politiker produziert.

Büssen werden es die mit „wohlerworbenen“ Rechten ausgestatteten beamteten

*M*E*N*S*C*H*E*N

Linienspektrum
01
25.1.2012, 21:27

Dann wären z. B. klarerweise auch alle jemals von einem Beamten eingezahlten Selbstbehalte bei der bva (verzinst) zu refundieren, denn die Beamtenkrankenversicherung kann es dann ja auch nicht gegeben haben. Diesen Reset kann sich niemand leisten.

Martin Brunner
01
25.1.2012, 20:49
ja genau - so einfach

nur dass dann die rückstellungen der abfertigung für alle schlagartig zu stellen wären - und sich das derzeit wohl keiner leisten kann....

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