"Jugendcoaches" sollen Zahl der Schulabbrecher senken

25. Jänner 2012 15:15

Schulische und berufliche Perspektiven aufzeigen - Pilotprojekte in Wien und der Steiermark gestartet

Wien - In Wien und der Steiermark hat mit den "Jugendcoaches" ein neues Projekt gestartet, mit dem die Zahl der Schulabbrecher gesenkt werden soll. Derzeit haben acht Prozent der Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren maximal einen Pflichtschulabschluss. Das seien zwar deutlich weniger als im europäischen Durchschnitt, so Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Mittwoch bei der Präsentation. Die "Jugendcoaches", die seit Anfang des Jahres Jugendlichen im neunten Schuljahr dabei helfen, ihre schulischen und beruflichen Perspektiven auszuloten, sollen den Anteil jedoch weiter senken.

Kriterienkatalog

Dabei ist es Aufgabe der Lehrer, mit Hilfe eines Kriterienkatalogs jene Schüler zu identifizieren, die bereits das neunte Jahr in der Schule verbringen und die aus Sicht der Pädagogen nicht wissen, wie ihre Schul- oder Berufslaufbahn weitergehen soll und deshalb möglicherweise aus dem System fallen könnten. Ob die Jugendlichen das Angebot annehmen, bleibt ihnen selbst überlassen. Durch die Unterschrift einer Zustimmungserklärung sollen auch die Eltern ins Boot geholt werden. Auch bereits vorhandene Schülerberater, Schulpsychologen und -pädagogen sollen eingebunden werden.

Die "Jugendcoaches" - laut Hundstorfer sollen etwa Sozialarbeiter und -pädagogen eingesetzt werden - arbeiten gemeinsam mit den Schülern heraus, wo diese Hilfe brauchen und ob weitere Betreuung nötig ist. Das kann entweder Beratung zu Berufsorientierung oder Schulwahl sein oder, in einem weiteren Schritt, eine Analyse der Fähigkeiten und Stärken der Schüler inklusive praktischer Erfahrungen in der Arbeitswelt oder Schnuppertagen an Schulen oder in Projekten. Insgesamt kann das Jugendcoaching bis zu einem Jahr dauern.

Steiermark und Wien

In der ersten Phase sollen in der Steiermark bis zu 2.500 und in Wien bis zu 1.700 Jugendliche von "Jugendcoaches" betreut werden. In Wien, wo bereits seit 2009 ähnliche Projekte laufen, habe man die Erfahrung gemacht, dass rund zehn Prozent der Schüler eines Jahrgangs derartige Unterstützung brauchen, schilderte Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl. Finanzstadträtin Renate Brauner betonte die Wichtigkeit solcher Projekte, immerhin habe in Wien die Hälfte der Arbeitslosen keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung.

25 Millionen Euro

Das Projekt soll nun "Step by Step" ausgeweitet werden, so Hundstorfer, damit vor der für Ende 2013 geplanten flächendeckenden Einführung aus dem einen oder anderen "Bauchfleck" gelernt werden kann. Mit Herbst sollen Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich dazukommen. Die Kosten liegen bei derzeit vier Mio. Euro. Im Endausbau werden es laut Hundstorfer rund 25 Mio. sein, die das Sozialressort im Rahmen der 500 Mio. Euro für die gesamte Lehrlingsausbildung für die "Jugendcoaches" ausgeben wird. Dann sollen österreichweit um die 400 "Jugendcoaches" im Einsatz sein. Hundstorfer erwartet sich allerdings längerfristig Einsparungen durch das Projekt. Er unterstütze lieber Schule und Lehrer dabei, den Jugendlichen bei der Berufsorientierung zu helfen, und erspare sich Kosten für Nachqualifizierung.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied betonte die Verantwortung der Lehrer bei dem Projekt. Wie bei den in der Modularen Oberstufe geplanten "Lerncoaches" oder der verstärkten Individualisierung in der Neuen Mittelschule (NMS) gehe es auch hier um eine "Erweiterung des Lehrerbildes hin zu Begleitung" der Schüler. (APA)

vincent preis
25.01.2012 15:19
das ökonomische umkehrprinzip der schule

wie bewirke ich mit einem gegebenen mitteleinsatz am wenigsten.

Carla Sociale
25.01.2012 20:40
Leider haben sie Recht.

kurtfritz
25.01.2012 16:30
haben sie auch argumente für ihre meinung

oder wollten sie nur ihr bauchgefühl absondern?

vincent preis
25.01.2012 17:25
ein beispiel

für störenfriede, unwillige und schwänzer werden um millionenbeträge coaches angestellt. verschwendung von ressourcen ohne nutzen.
ich hätte schon vorschläge, werde dann aber als altmodisch, wenn nicht gar nazi beschimpft.

kurtfritz
26.01.2012 08:56
die vorschläge wären spannend

schule ist zunehmend konfrontiert mit der notwendigkeit von nacherziehung, weil eltern damit überfordert sind. jugendcoaches, die das ein stück weit übernehmen scheinen mir da keine ganz blöde idee zu sein.

vincent preis
26.01.2012 09:34
schule ist mit mehr konfrontiert

als lehrer bin ich nur mehr mit unsinnigen vorgaben konfrontiert. wenn man sich das ende der berufslaufbahn herbeisehnt, dann glaube ich man nach jahrzehnten nicht mehr als lehrer allein schuld an den ganzen missständen. voraussichtlich werde ich nach der schüsselschen pensionsreform jetzt bei der neuerlichen pensionsreform noch ein jahr draufgeben müssen. wenigstens alle gleichaltrigen sind schon fast 10 jahre in pension.

Tiger00
03.02.2012 19:39
sie haben recht

man sollte sie endlich in pension schicken - zum wohle unserer jugend! auf einen frustrierten, demotivierten und pragmatisierten beamten in frühzeitiger rente mehr kommts auch nimmer drauf an...

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