SMS-Vernaderer

ÖSV dementiert "Maulwurf"-Gerüchte

25. Jänner 2012, 13:38
  • Artikelbild
    foto: apa/ schlager

    Hirscher zur Einfädler-Affäre: "Ich bin überzeugt, dass niemand im ÖSV irgendetwas anderes als mein Bestes im Sinn hat."

  • Artikelbild
    grafik: apa

"Erhobene Nummer kann keinem ÖSV-Mitarbeiter zugeordnet wer­den" - Hirscher fordert Ende der Schuld­zuweisungen

Schladming - In Sachen Einfädler-Affäre hat der Österreichische Skiverband (ÖSV) am Mittwoch verlautbart, dass "die erhobene Telefonnummer keinem ÖSV-Mitarbeiter zugeordnet werden kann". Weiters stellte der ÖSV fest, "dass es nicht gelingen wird, mit derartigen Aktionen das gut eingespielte Team im Österreichischen Skiverband zu stören". Zu weiteren Mutmaßungen und sonstigen haltlosen Verdächtigungen gebe es künftig vom ÖSV keine Stellungnahme mehr. Auf Anfrage von derStandard.at, woher man die Telefonnummer habe, wollte Markus Aichner, seines Zeichens Medienbetreuer der ÖSV-Herren, keine Auskunft geben und verwies auf die Presseaussendung. Die Sache sei erledigt.

Auch Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher hat am Mittwoch mit deutlichen Worten ein Ende der Spekulationen über einen "Maulwurf" im eigenen Lager gefordert. "Ich bin überzeugt, dass niemand im ÖSV irgendetwas anderes als mein Bestes im Sinn hat. Diese Schuldzuweisungen sind unverantwortlich und müssen aufhören", ließ der Sieger des Schladminger Nachtslaloms ausrichten. Hirscher reagierte damit auf einen Bericht der Tageszeitung "Österreich", in dem vermeintliche "Vernaderer" im ÖSV-Betreuerteam namentlich genannt wurden.

Hollywood in Schladming und Kitzbühel

Der alpine Ski-Weltcup schreibt indes kitschige Geschichten. Nach dem Erfolg von Didier Cuche am Samstag bei seiner Abschiedsvorstellung in Kitzbühel endete auch der Nachtslalom am Dienstag in Schladming hollywoodreif: Hirscher, der tagelang Mittelpunkt der Einfädler-Affäre war, carvte vor 45.000 enthusiastischen Fans zum Sieg.

"Das ist der Lohn für die vergangenen Tage", meinte Hirscher, als er am späten Dienstagabend mit einem Glas Sekt auf seinen ersten Triumph auf österreichischem Boden anstieß. Cooler und passender hätte Hirscher auf die Ereignisse seit Samstag nicht antworten können. Doch der 22-Jährige gestand: "Das war wirklich die bisher größte Herausforderung in meinem sportlichen Werdegang. Vor dem zweiten Durchgang hatte ich erstmals seit langem wieder mal richtig Bammel. Ich war sehr nervös." 

"Puh, jetzt musst Gas geben"

Als im Ziel die "1" aufleuchtete, waren Erleichterung und Genugtuung riesig. "Ich konnte es am Anfang nicht glauben, weil ich doch ein paar Fehler gemacht habe. Ich habe nur durch den Platzsprecher gehört, dass ich bis zur Zwischenzeit Zeit verloren habe. Da dachte ich mir: 'Puh, jetzt musst Gas geben.' Im Ziel ging dann ein Kindheitstraum in Erfüllung. Schladming ist das absolute Highlight der Saison."

Gefeiert wurde auf dem Siegespodest mit einer standesgemäßen Sektdusche, brennende Augen gab es bei Hirscher aufgrund einer schützenden Skibrille nicht. Ein Trick, den er sich von seinen Motocross-Helden Ken Roczen und Jeffrey Herlings abgeschaut hat. Der Weg aufs oberste Treppchen war in den vergangenen Tagen kein leichter gewesen.

Lektion fürs Leben

"Mit 22 Jahren sind wahrscheinlich wenige Leute in so einer Situation. Ich habe viel gelernt fürs Leben und hoffe, dass ich mich mit solchen Sachen nie wieder auseinandersetzen muss. Jetzt blicke ich nach vorne", sagte der ÖSV-Jungstar über die Stunden voller Gerüchte, Sticheleien, Diskussionen und Zweifel. Wichtig waren für Hirscher Freundin Laura, die Familie und das engste sportliche Umfeld. "In solchen Zeiten ist es sehr wichtig, ein gutes Umfeld zu haben. Das sind Leute, die wirklich zu mir stehen."

Die Basis zum Sieg wurde für Hirscher bereits am Montagabend gelegt, da kam es nämlich zur großen Aussprache und öffentlichen Versöhnung mit Ivica Kostelic. "Das war megacool vom Ivica, dass er der Aussprache zugestimmt hat. Ich bin ein Typ, der es sofort ausdiskutieren muss, wenn etwas zwischen mir und einem anderen steht. Vor allem wenn es sich um ein Idol von mir handelt. Wir sind beide keine Lügner, wir verstehen jetzt die jeweilige Meinung des anderen. Für mich war dann am Montagabend die Welt schon wieder so gut wie okay", sagte der Annaberger.

Geierschnabel-Trick

"So gut wie", weil es bis zum Nachtrennen noch die sportliche Verunsicherung abzulegen galt. Schließlich hat Hirscher in Wengen und Kitzbühel zweimal in Serie - zweifelsohne - eingefädelt. Deshalb griff Hirscher beim Nightrace erstmals zu den Skiern mit Geierschnäbeln. "Das war eine kluge Entscheidung", sagte Hirscher. "Beim Training am Renntag hat es weder negative noch positive Auswirkungen gehabt. Deshalb bin ich mit den Schnäbeln gefahren, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Einfädlers nicht so hoch ist."

Und mit den Schnäbeln absolvierte Hirscher den Tanz auf der Rasiermesserklinge mit Bravour, das Spiel mit dem Limit gibt ihm den Kick. "Das ist das Schönste beim Skifahren. Wenn du ein Rennen gewinnst, obwohl du 103 Prozent riskierst und die Chance eines Ausfalls 50 Prozent ist. Das ist dann ein megatolles Gefühl." Dass auch Kostelic als Vierter im Spitzenfeld landete, freute Hirscher: "Wir haben nach dem Hokuspokus beide einen guten Job gemacht, jetzt steht wieder der Sport im Vordergrund."

Gesamt-Weltcup kein Thema

Auf die Frage, ob nun wieder der Gewinn des Gesamt-Weltcup ein Thema sei, gab es von Hirscher eine klare Antwort: "Nein, den hat ja ohnehin schon Kostelic gewonnen." Deshalb wird sich Hirscher auch weiterhin voll auf seine Paradedisziplinen Slalom und Riesentorlauf konzentrieren. Die nächsten Weltcup-Stationen Garmisch-Partenkirchen (Super-G, Abfahrt) und Chamonix (zweimal Abfahrt, Super-Kombination) sind kein Thema.

Hirscher wird entweder zum Kennenlernen des Olympia-Gebiets in Sotschi am 11. und 12. Februar (Abfahrt, Super-Kombination) oder dann eine Woche später in Bansko (Riesentorlauf, Slalom) in den Weltcup zurückkehren. "Jetzt werde ich einmal unbedingt ein paar freie Tage nützen, da habe ich abseits vom Skifahren schon einiges geplant. Dann werde ich mit voller Motivation und neu gesammelten Kräften wieder durchstarten."  (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 89
1 2 3
el gonYo
10
26.1.2012, 19:36
vielleicht wars der schröcksi selber ???

ein weiteres mysteriöses und uns alles unverständliches mosaiksteinchen im perfiden plan des ösv die weltherrschaft an sich zu reißen.

Ferdinand Freybier
00
26.1.2012, 15:49

gepriesen sind die Skifahrer!

duke box
00
26.1.2012, 15:16

die marlies hat das sms geschickt von benny seinem handy.

die wollte den marcel nervös machen vor dem direkten duell in schladming.

ironischerweise hat sie dann selbst eingefädelt.

root66 ~~~
00
26.1.2012, 15:11
Ein Maulwurf?

Ein wahrhaft enormes Luxusproblem!!
Unausstehlich, dieser Alpen-Napoleon!

Truhe
 
00
26.1.2012, 13:29
Kunstschnee im Dachgebälk

Sportfunktionäre mit Aufmerksamkeitsdefizit...

Wenn man nicht über die Unterwäsch' der Damen diskutieren kann muss man halt einen aprés Ski Agenten Thriller inszenieren.

Hääärr Züürkusdiräääktoor der Tüüntüüfaaax hate eene SMS geschrüüböön!

Calimero22
00
26.1.2012, 12:56

viell. kann man bei solchen artikeln kurz die vorgeschichte erwähnen o. einen link zum entsprechenden artikel plazieren und nicht einfach davon ausgehen, daß man alle relevanten artikel gelesen hat ...

Doc Steel
02
26.1.2012, 12:41
der schröcksi hat seine

kontakte bei A1 spielen lassen....

rufdatenerfassung by ösv.

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
26.1.2012, 11:41
Der SMSler hat seine Schuldigkeit getan...

... der Nachtslalom in Schladming war damit genug im Gerede! (C:

sickmyduck
11
26.1.2012, 10:59

mmn. sollten siege mehr gewichtet werden als brav auf platz zu fahren, würde siege aufwerten und risiko belohnen.

also wie in der f1, ein sieg bringt deutlich mehr punkte als rang 2 usw...

Panini
73
26.1.2012, 10:53
Mit 22 Jahren sind wahrscheinlich wenige Leute in so einer Situation.

Wenn der Horizont nur bis zur nächsten Torstange reicht, ja ...

Boarding
00
26.1.2012, 11:23

Ich bin mir sicher, Sie sind schon mal unter so einem medialen Druck gestanden. Ob dieser gerechtfertigt ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Fakt ist nur, dass er jetzt da ist.

Boarding
00
26.1.2012, 11:23

Ich bin mir sicher, Sie sind schon mal unter so einem medialen Druck gestanden. Ob dieser gerechtfertigt ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Fakt ist nur, dass er jetzt da ist.

kw9
20
26.1.2012, 10:17

sowas kann auch nur im schnitzelland eine affäre werden. wegen skifahren. man glaubt es ja nicht.

billy bob
00
26.1.2012, 11:40

sehr richtig! bei den dicken deitschn war die vignette schon eine affair....

kw9
00
26.1.2012, 10:17

sowas kann auch nur im schnitzelland eine affäre werden. wegen skifahren. man glaubt es ja nicht.

Frank der Grosse
04
26.1.2012, 07:40

Die Sache ist erledigt? Ui, wars also doch ein ÖSV-ler!

Isildur
00
26.1.2012, 01:28

ÖSV = Friede, Freude, Eierkuchen!!!

GE
11
26.1.2012, 00:49

Also ehrlich gesagt, kam es mir immer komisch vor das Marcel Hirscher so gut wie kaum Unterstützung im gesamtem Team hatte. Also es wäre ein Zeichen eines Teams, wenns sich mind. 1 oder mehrere eine Herz gefasst hätten und einfach ihre Meinung gesagt hätte, dass alles nur BULLSHIT sei. Es geschah nciht, somit ist für mich faktisch keiner ausgeschlossen eine STUMPFSINN gesagt zu haben, siehe die ganzen Berichte in den Medien. Laut oe24 rainer gstrein und Florian Raich beides Trainer vom Benni Raich. Faktisch frei gesprochen hat ihn ja nur Hujara als FIS boss, dass allein ist schon weiters grotesk. Warum sagt nicht Berthold, "lasst den Keks, da is nix!"
Die Fislinge die Gacke erzählen gehören vom ÖSV entfernt!

marc13
00
26.1.2012, 08:08

das ist richtig und sehe ich auch so. nur-die nächste frage ist-WARUM-ihn niemand unterstützt bzw. warum das überhaupt so weit kommen musste.
das ist alles mehr als seltsam.

M-A-X
01
25.1.2012, 22:42

jemand auf die Idee gekommen dort mal anzurufen? ;-)

Rudi Lölein
71
25.1.2012, 21:49

conchita wurst
marcel hirscher
was kommt als nächstes?

billy bob
00
26.1.2012, 11:42

solangs kein dieter bohlen wird, is alles senkrecht, mann!;)

widiwutsch
00
26.1.2012, 08:45
Kapier ich nicht so ganz...

asdf 1234
00
25.1.2012, 21:04
und was heisst das jetzt:

"Erhobene Nummer kann keinem ÖSV-Mitarbeiter zugeordnet werden" derstandard.at

Wenn also der standard sich mein handy borgt und mit meinem handy eine sms verschickt - an wen auch immer - dann ist schon klar, dass mein handy nicht dem standard zugeordnet werden kann, sondern eben mir.

Nur gut, dass ich mein handy immer bei mir habe.......

I make things
00
26.1.2012, 07:45
.. und was heisst das jetzt ..

das der / die / das versenderin der sms, so diese wirklich versendet wurde, äusserst raffiniert vorgeht und seitdem nicht mehr abhebt, wenn angerufen wird.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 89
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.