Die Bekanntheit der Marke Viagra strahle ab. Polnischer Hersteller Viaguara muss sich anderen Namen suchen
Luxemburg - Wer einen Energy-Drink oder etwas
Alkoholisches zu sich nimmt, sollte dabei nicht auf potenzsteigernde
Wirkung durch das Medikament Viagra hoffen. Mit dieser Begründung hat
das EU-Gericht in Luxemburg am Mittwoch entschieden, dass der
polnische Getränkehersteller Viaguara sich einen anderen Namen für
seine Energydrinks und alkoholischen Getränke suchen muss.
Die Richter urteilten, der US-Pharmakonzern Pfizer habe zu Recht
Widerspruch gegen den Antrag der Polen eingelegt, Viaguara als
Markennamen für Getränke einzutragen. Die Ähnlichkeit der beiden
Namen sei "insgesamt stark". Außerdem gehe die Bekanntheit der Marke
Viagra "über die von den betreffenden Arzneimitteln angesprochenen
Verkehrskreise hinaus". Es sei durchaus möglich, dass die Getränke
mit Viagra "gedanklich in Verbindung gebracht" werden könnten.
Die Richter hielten fest, dass nichtalkoholische Getränke
"tatsächlich nicht die gleichen positiven Wirkungen wie die zur
Behandlung von Erektionsstörungen bestimmten Arzneimittel haben". Der
Verbraucher könne aber durchaus "zum Kauf in dem Glauben neigen, in
ihnen ähnliche Eigenschaften wie die Herbeiführung einer gesteigerten
Libido vorzufinden". Außerdem habe auch der Getränkeproduzent
behauptet, seine Produkte hätten "weitere, Psyche und Körper
stärkende und stimulierende Wirkungen".
Bei Viagra handle es sich zwar um Arzneimittel, doch vermittele es
in der Öffentlichkeit "ein Bild von Lebenskraft und Potenz". Die
Arzneimittel dienten "in jüngeren Altersgruppen der Bevölkerung auch
zu "rekreativen Zwecken", befanden die EU-Richter. Dieses Image könne
auch auf die Getränke übertragen werden. Viaguara als Getränkemarke
sei daher eine "unlautere Ausnutzung der Wertschätzung der Marke
Viagra". (APA)