Radfahrer aus Prinzip, exzessive Musikliebhaber und Flohmarktwühler - ist es das, was die Szene "Alternative/Indie" ausmacht? Wie kann "Independence" überhaupt Merkmal einer Gruppe sein? Die Devise: Alles, nur nicht angepasst. Und so sind viele Jugendliche (laut aktueller Studie immerhin 14,5 Prozent) gemeinsam "anders".
"Früher bezeichnete man mit 'Indie' unabhängige Plattenlabels", erklärt die 18-Jährige Leo, "mittlerweile assoziiert man androgyne Unisex-Outfits damit, Nerdbrille, Converse und selbstgewuzelte Zigaretten."
Musik spiele noch immer eine wichtige Rolle; wie überhaupt kulturelle Themen. Prinzipiell sei Bildung sehr wichtig: Die Frage, ob man studieren will, ist meist rhetorisch zu verstehen. "Der Versuch, belesen, engagiert und absolut individuell zu sein, kann aber leider recht zwanghaft bis arrogant wirken", warnt Leo. Sie findet es lächerlich, die Lieblingsband zu verstoßen, sobald sie Erfolge im "Mainstream" feiert. Was aber gar nicht gehe: "Fitnessstudio, Solarium, Lacoste-Shirt mit aufgestelltem Kragen und David Guetta. Letzterer höchstens auf Partys." (klien, DER STANDARD, Printausgabe, 25.1.2012)