Die ägyptische Revolution als Kampf der Medien: Um gegen das Aufgebot von mobil organisiertem Volk und ausländischer Berichterstattung zu bestehen, setzte Ex-Präsident Hosni Mubarak auf staatliche Medienkanäle, die gezielt gegen Journalisten Stimmung machten. In Folge berichtete "Reporter ohne Grenzen" bereits am 4. Februar 2011 von einem toten Journalisten und 79 angegriffenen Reportern, wovon 76 über längere Zeit festgehalten wurden. Zahlreiche Medienbüros mussten wegen Verwüstung oder zu hohem Risiko geschlossen werden und die Zahl der Anzeigen von sexuellen Übergriffen auf weibliche Mitarbeiterinnen stieg.
Ein Jahr nachdem die Massenproteste den Weg für ein modernes Kairo geebnet haben, liegt die Situation der Journalisten in Ägypten weiterhin im Argen. Immer noch gibt es sexuelle Übergriffe auf Reporterinnen, immer noch werden Journalisten verhaftet und müssen sich vor Militärtribunalen verantworten. Auch die Freiheit des Internets wird von der amtierenden Militärregierung nicht akzeptiert. So wurde letzten Monat die Haftstrafe für den Blogger Maikel Nabil Sanad auf zwei Jahre festgesetzt, weitere Internetaktivisten sitzen nach wie vor hinter Gittern. (tara/derStandard.at/25.01.2012)