Anti-Piraterie

EU-Parlament startet Debatte um ACTA-Ratifizierung

Birgit Riegler, 25. Jänner 2012, 10:43
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    foto: apa

    Bittere Pille: ACTA-Kritiker befürchten, dass Generika vernichtet werden, sollte es zu Verwirrungen zwischen dem bereits verfügbaren Markenprodukt und der wirkstoffgleichen Kopie kommen.

Kritiker befürchten, dass bestimmte Generika verboten werden könnten und sich die Medikamenten-Versorgung in Entwicklungsländern verschlechtert

Während sich heftiger Widerstand gegen die US-Zensurgesetze SOPA und PIPA breitmacht, nimmt das umstrittene Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) immer konkretere Formen an. Die österreichische Bundesregierung hat am Dienstag die Unterzeichnung des Anti-Piraterie-Abkommens beschlossen. Die Kritik an ACTA, das Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen grenzüberschreitend bekämpfen soll, ist indes nicht abgerissen.

Kritiker orten Gefahr für Medikamentenversorgung

Im EU-Parlament hat mit dem Ausschuss für Entwicklung nun ein erstes Gremium der Bürgervertretung damit begonnen, eine Empfehlung für oder gegen das Abkommen zu erarbeiten, berichtet heise. Vor allem die Versorgung von Entwicklungsländern mit günstigen Medikamenten und Generika sehen Kritiker gefährdet.

Generika bei Markenverwirrung einbehalten

So wird befürchtet, dass Generika vernichtet werden müssen, sollte eine Verwechslungsgefahr zwischen dem bereits verfügbaren Markenprodukt und der wirkstoffgleichen Kopie bestehen. In diesem Fall würden Generika beschlagnahmt, bis eine gerichtliche Entscheidung vorliege, erklärte ein Vertreter der EU-Kommission. Eine abschließende Plenarabstimmung im EU-Parlament wird frühestens für Mai erwartet.

Widerstand

Obwohl SOPA und PIPA die Schlagzeilen der vergangenen Wochen dominierten, ist auch der Widerstand gegen ACTA nicht gänzlich verstummt. Nachdem Polen und Österreich zuletzt bekanntgegeben haben, das Abkommen unterzeichnen zu wollen, wurden Regierungsseiten beider Länder durch Anonymous-Aktivisten angegriffen. Datenschützer befürchten, dass ACTA auch zur Überwachung von Internetnutzern und zur Zensur im Netz missbraucht werden könnte.

2011 vom EU-Rat abgesegnet

In den USA, Australien, Japan, Kanada, Südkorea, Marokko, Neuseeland, der Schweiz und Singapur wurde ACTA bereits vergangenes Jahr unterzeichnet. Im Dezember war das seit 2007 vornehmlich geheim ausverhandelte Abkommen vom Rat der Europäischen Union abgesegnet worden. Bevor es in Österreich zur Unterzeichnung kommt, muss es erst vom Nationalrat bestätigt werden.

Heinrich Elsigan
00
Generica, verstehe Problematik nicht ganz?

Soweit ich es verstanden habe dürfen zugelassene Generica erst nach einer Frist von 10-max.15 Jahren (Marktexklusivität) innerhalb von Europa (und Schweiz? EWR) freigegeben werden.
Indien produziert Generica für Afrika, die im EWR nicht zugelassen sind, aber über Zwischenstationen in Europa gehen, ohne für den europäischen Markt vorgesehen zu sein.
Da ich nicht annehme, dass Medikamente zur Behandlung von HIV gegen das Suchmittelgesetz fallen, siehe https://findok.bmf.gv.at/findok/sh... ZDRLGesPdf (Punkt 3.) müsste doch eine Durchfuhr prinzipiell möglich sein, oder?

12345 ... weiter weiss ich nicht!
00
26.1.2012, 10:57
genau so sinnvoll wie Kyoto ...

wo Einer nach dem Anderen aussteigt ... billige Medikamente? Warum nicht? Warum soll es in Afrika keine Plagiate geben? Warum sollen die Armenhäuser dieser Welt Entwicklungskosten tragen, für Produkte welche seit 20 Jahren im Westen erhältlich sind?
Warum sollen Daten aus dem Internet verschwinden? Soll doch jeder selbst auf seine Daten aufpassen oder ein besseres Angebot schaffen! Ich erinnere mich an einen Werbecartoon zum Kapitalismus wo der Wettbewerb in den Himmel gelobt wird. Heutzutage geht es nur noch um die Rechte! Wenn man Rechte hat kann man Schei..e produzieren und niemand darf´s besser machen!
http://www.youtube.com/watch?v=q... ure=fvwrel

sleepy
00
26.1.2012, 01:10
Keine Sorge um die Generica!

Hier wird die Lösung ganz einfach sein: GELD!

Man spricht hier von Produkten welche von der Pharma-Industrie (viel Kohle!) erzeugt und vertrieben werden. Hier wird sich, sollte ein weiterer Vertrieb dem Schwachsinn von ACTA wirklich ins Gehege kommen, bald ein kleines Paragrapherl finden lassen, welches hier Klarheit verschaffen wird. Man ist sich ja nicht des eigenen Geldes feind ... und wo Geld ist, ist bald einmal und ziemlich schnell auch noch ... ein neues Gesetzerl geschaffen.

Bernoulli
00
25.1.2012, 12:44
"Generika bei Markenverwirrung einbehalten"

Wo bleibt Rabartenstein?

Gernot Lindner
00
25.1.2012, 12:24
Rechtliche Konsequenzen?

Schönen Tag an alle,

was ich mich frage, ist wie sich das rechtlich auswirkt. Bei uns in Österreich ist ja scheinbar nur die Verbreitung von urheblich geschütztem Material strafbar - nicht aber z. B. der Download. Was passiert, wenn das z. B. in Amerika nicht erlaubt ist und man dann versucht das in Österreich durchzusetzen, wo's legal ist... Gibt's da nen Juristen, der das beantworten kann?

Hectic
00
25.1.2012, 11:59
Warum unterschreibt unsere Regierung eigentlich alles Blindlinks?

Vormund von Peter W1
00
25.1.2012, 14:33

weil wie wahl (die irgendwann mal is) eh wurscht ist. (und wenns nicht so wär, wäre wählen eh verboten)

Ali
00
25.1.2012, 13:09

Wer redet denn von blindlinks?

Wohl eher gegen entsprechende Spenden der Lobbies ;)

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