Ab 1. März

Google vereinheitlicht Datenschutz-Policy für alle Dienste

25. Jänner 2012, 09:05
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    Google vereinheitlich Datenschutz-Bestimmungen und Nutzungs-Bedingungen.

Konzern wertet künftig alle Informationen der verschiedenen Google-Dienste gesammelt aus

Google ändert seinen Umgang mit Nutzerdaten und will künftig alle Informationen, die man bei verschiedenen Diensten des Konzerns hinterlässt, gesammelt auswerten. Der Internet-Riese versprach am Dienstag Vorteile für die Nutzer durch das neue Verfahren mit relevanteren Suchergebnissen und Werbeanzeigen. Für die Änderungen sollen ab 1. März die Datenschutz-Bestimmungen vereinfacht und zusammengeführt werden - statt heute 70 einzelnen Dokumenten für verschiedene Dienste soll es eines geben.

"Intuitiveres Google-Erlebnis"

Wenn ein Nutzer bei Google angemeldet ist, "können wir Informationen, die Sie bei einem Dienst gemacht haben, mit Informationen aus anderen Diensten kombinieren", erläuterte Googles Datenschutz-Chefin Alma Whitten in einem Blogeintrag. Kurz gesagt, werde man über alle Google-Dienste hinweg als ein Nutzer behandelt. Das solle für ein "einfacheres, intuitiveres Google-Erlebnis" sorgen. Zur Veranschaulichung hat das Unternehmen auch wieder ein Video veröffentlicht.

Relevantere Suchergebnisse versprochen

"Wir können die Suche besser machen - indem wir verstehen, was Sie wirklich meinen, wenn Sie Apple, Jaguar oder Pink eintippen", argumentierte Whitten. "Wir können Sie darauf hinweisen, dass Sie spät dran sind für ein Treffen, ausgehend von Ihrem Aufenthaltsort, ihrem Kalender und einer Vorstellung vom aktuellen Verkehr." Oder man könne für jeden die richtigen Vorschläge bei der Rechtschreibkontrolle machen. Die Idee sei, die eigenen Informationen sinnvoller einzusetzen.

Die Vision von Google als Helfer im Alltag ist nicht neu. Der damalige Konzernchef und heutige Verwaltungsratsvorsitzende Eric Schmidt umriss schon vor mehr als einem Jahr ähnliche Szenarien. Jetzt scheinen die Pläne jedoch konkret zu werden, möglicherweise unter dem Druck von Konkurrenten. Apple vermarktet mit seinem iPhone 4S den "persönlichen Assistenten" Siri, mit dem man sich unterhalten kann.

Soziale Suche

Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook und Microsoft experimentieren mit "sozialer Suche", die besser auf die einzelnen Nutzer zugeschnitten sein soll. Google konterte jüngst bereits mit einer personifizierten Version seiner mit Abstand führenden Suchmaschine - erntete jedoch Kritik, weil einige Experten und Konkurrenten den hauseigenen Facebook-Rivalen Google+ bevorzugt sehen. 

Kritik von Datenschützern vorgreifen

Google betont, dass man sich weiterhin dem Schutz der Nutzerdaten verpflichte. So könnten Nutzer jederzeit ihre Daten verlangen. Die Informationen würden zudem nicht ohne explizite Zustimmung der User nach außen sichtbar gemacht, mit Ausnahme einer richterlichen Anweisung. Der Konzern könnte mit der Vereinheitlichung der Bestimmungen auch eventuell ähnlicher Kritik vorbeugen, wie sie Facebook entgegenschlägt. In Europa wurden von der Initiative "Europe vs. Facebook" 22 Anzeigen gegen das soziale Netzwerk eingebracht. Initiator Max Schrems erklärte im WebStandard-Interview, dass die Nutzungsbedingungen von Google+ noch undurchsichtiger seien als bei Facebook. (red/APA)

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Posting 1 bis 25 von 34
1 2
IOVIS
00
15.3.2012, 15:21
Alternativen zu Google-Diensten:

statt GoogleSuche -> startpage.com
(völlig anonymisierte Suche "enhanced by google",
keine Cookies, kein Speichern der IP, ...)

GoogleTranslate -> www.bingtranslator.com
(genauso gut)

Youtube -> www.videomix.cz
(private tschechische Seite; lässt alle Youtube-Videos quasi "gefiltert" suchen und abspielen und sogar speichern. Youtube sieht nur, dass Videomix zugreift).

GoogleMaps -> www.viamichelin.at
(renommiertes Kartenwerk mit Routenplaner und einblendbaren Information der bewährten Michelin-Führer (Sehenswürdigkeiten, Hotels, Restaurants)

-> www.openstreetmap.org
(übersichtliche Karte und hohem Zoomniveau. Eingetragen sind u.a. Banken, Geschäfte, Haltestellen, Parkplätze, Restaurants, Schulen, Tankstellen, etc.)

Fredl Huber
00

"Initiator Max Schrems erklärte im WebStandard-Interview, dass die Nutzungsbedingungen von Google+ noch undurchsichtiger seien als bei Facebook."

warum finde ich das nicht?

UnsereIdentitätMimtSimulacraUnserWissenIstDiskursiv
00
27.1.2012, 14:16
Ich will gar nicht, dass ein Computer versucht mir einen Maßanzug zu geben, ich will für neue Informationen offen sein, die über mein Stamminteresse und -wissen hinaus geht.

Der Mann in Orange
00
26.1.2012, 20:58

siri? das hat doch damit rein gar nichts zu tun, nichtmal oberflächlich...

rote stricherl ->
00
26.1.2012, 12:44

was google meiner meinung nach so problematisch macht:

bei facebook und ähnlichen diensten weiss ich: was ich poste und in meinem profil eintrage wird gespeichert und ausgewertet

bei google sind sich die nutzer aber nicht im klaren darüber, dass ihre suchbegriffe und privaten emails und dokumente ausgewertet werden

~
01
27.1.2012, 18:21

facebook user sind sich nicht im klaren darüber:
* dass sie der i-like - Button auf diversen Webseiten verrät (auch wenn sie nicht angemeldet sind)
* dass private messages und nur für freunde - sachen natürlich auch ausgewertet werden
* ...

OGHaha
00
25.1.2012, 20:39
Solange man, sozusagen "anonym", also ohne "registrieren und einloggen" auch noch suchen darf ist mir dies, mit dynamischer IP, ziemlich egal.

Aber: wie lange noch?

wsc3
21
25.1.2012, 14:24
Spannend

noch immer hat Google offensichtlich den Status, dass sie die Guten sind. Können machen was sie wollen, bei anderen Unternehmen wären diese Nachricht mit einem riesigem Aufschrei der Empörung quittiert worden. Aber Google...

The Vinci
02
25.1.2012, 16:29
Ich halte Google nicht für "die Guten"...

...aber es fällt mir schwer, jetzt etwas für Endnutzer grob nachteiliges an den neuen Privacy Policies zu finden.

Das soll sicherlich nicht heißen, dass ich Googles Geschäftspraktiken kritiklos hinnehme, aber wird durch die neue Policy jetzt irgendwas "bedenklicher"?

Denn schon zuvor haben die jeweiligen policies einen Datenaustausch zwischen den einzelnen Services erlaubt (Google Kontakte in Google Plus, das Teilen von Bildern via Picasa mit Google+ usw.), jetzt gibt es halt ein Dokument für alle Services.

Wäre sehr froh über eine kurze Erklärung der entstehenden Nachteile anstatt des Rotstrichelns ohne Angabe von Gründen.

Monopoly mit Hut
00
26.1.2012, 08:03

Stichwort Privacy Policy: "So könnten Nutzer jederzeit ihre Daten verlangen."

Wie wäre es hingegen damit, dass ich als Nutzer jederzeit meine Daten löschen könnte? Beispielsweise die Einträge in meinem "persönlichen" Wörterbuch? Wieviele tausend (meistens deutsche) Benutzer werden in ihrem Wörterbuch "Hacken" und "angehackt" finden, nur weil sie den Unterschied zwischen "Haken" und "Hacke" nicht mehr kennen und die Schreibweise auch durch die dauernde falsche Benutzung nicht richtiger wird?

The Vinci
00
26.1.2012, 14:32
Sie können alles löschen,...

...wenn Sie ihren Account löschen. Auch bei den meisten Services lassen sich all Ihre Inhalte löschen. Ob dem dann tatsächlich so ist (sprich keine Kopie heimlich auf dem Server bleibt), ist freilich eine andere Frage, die sich aber bei jedem Online-Service stellt. Die Personalisierte Suche lässt sich deaktivieren, ebenso wie targeted Ads. Nur die regionale Komponente der Suche ist nicht mehr einfach auszutricksen.

Monopoly mit Hut
10
26.1.2012, 07:55

Ok, ich fang mal mit den Nachteilen an.

Ich hatte einmal einen YouTube-Account, sogar mit eigenen Videos. Leider wurde YouTube dann von Google aufgekauft und hat dann etliche Monate/Jahre später verlangt, den YouTube-Account mit einem Google-Account zu verknüpfen.

Das war der Zeitpunkt zu dem ich meinen Account abgemeldet habe. Ich habe keine Lust, dass alle meine Suchabfragen, Videos und was Google sonst noch alles bietet in einen Topf geworfen werden.

Welchen Vorteil hätte ich denn davon? Dass alle meine Suchen jetzt plötzlich durch frühere Abfragen verfälscht werden? Dass ich keine mehrfachen Accounts für unterschiedliche Zwecke haben darf?

The Vinci
00
26.1.2012, 14:27
Die Youtube-Geschichte war sehr unglücklich gehandhabt,...

...und hat viele User vergrämt. Jedoch hat dies mit den Policies wenig zu tun, sondern mit Google's Entscheidung, die Services weiter zusammenzuführen. Die Policies richten sich nur zwangsläufig danach. Meine Frage bezog sich eher darauf, welche Nachteile im Bezug auf die eigene Datensicherheit etc. entstehen.

ToMaKa
11
25.1.2012, 15:16
Eine Frage der Zeit

bis die User dahinter kommen das Google mindestens (!) genauso evil ist wie die meisten anderen auch. Derzeit lassen sie sich tatsächlich alles gefallen und hinterfragen gar nichts.

Google hat leider ein ausgesprochen gutes Marketing bzw. PR.

@speendo != @speedo
 
01
25.1.2012, 14:13
Pink

Lustig, dass sie gerade "Pink" als Beispiel bringt.

Ich könnte mir vorstellen, dass sich viele Internetnutzer ein anderes Ergebnis für das Suchwort "pink" wünschen, je nachdem, ob in welcher Stimmung sie sind und wer ihnen beim Suchen zuschaut.

Wer nicht versteht was ich meine, dem sei eine Suche nach "pink" im http://www.urbandictionary.com/ nahegelegt.

Monopoly mit Hut
00
26.1.2012, 08:09

Vollkommen richtig.

Die personalisierte Suche ist ein ziemlicher Topfen. Die persönlichen Daten will ich normalerweise ja gar nicht in Suchergebnissen finden, weil ich sie ja eh selbst produziert habe.

Und bei mehrdeutigen Begriffen (z.B. Pink, Jaguar, Apple) will ICH den Kontext vorgeben können und das NICHT einem Automatismus überlassen, der nicht antizipieren kann, welchen Kontext ich jetzt gerade meine.

Einmal interessiert mich bei "Jaguar" die Großkatze, im anderen Fall aber wirklich das Auto. Ich will diese Mehrdeutigkeit aktiv bei der Suche beeinflussen können!

The Vinci
34
25.1.2012, 12:59
Finde ich nicht schlecht...

Wurde auch langsam Zeit. Als einer der wenigen Nutzer, die sich diesen Krampf gelegentlich tatsächlich durchlesen, empfand ich es als sehr störend, für jeden Google Service eine eigene Privacy Policy zu haben.

Natürlich wird auch diese Überarbeitung viel Kritik einstecken (siehe den völlig überzogenen Schundartikel von http://gizmodo.com ), aber die Änderung bringt aus meiner Sicht kaum Privacy-Probleme mit sich, die nicht schon vorher bestanden hätten. Es bleibt also dabei: Verantwortungsvoller Umgang oder gänzliche Vermeidung der Services.

angehender Medientechniker
 
11
25.1.2012, 12:32
Gut dass das jetzt alles Mal vereinheitlicht wird.

Ich für meinen Teil bin zufrieden über die Richtung in die man bei Google gerade geht. Auch wenn einige die Verzahnung der einzelnen Dienste verteufeln, habe ich für meinen Teil kein Problem dass es bald einfach nur noch "Google" bei Google gibt:
http://www.computerworld.com/s/article... ly_product

Und wenn's stimmt wird Google-Dashboard ja auch bald einer Rundumerneuerung unterzogen, was sicher nicht zu unserem Nachteil ist.

Wer's nicht kennt: Das ist eine Übersichtsseite für alle Google-Services mit denen man verknüpft ist
www.google.com/dashboard

Trollblume
03
25.1.2012, 09:16

Es soll schon eine App geben, wie man die Suche wieder entpersonalisieren kann! Mich interessiert das definitiv nicht. Wird Zeit sich um Alternativen umzuschauen.

konsens ist nonsens
02
25.1.2012, 11:53

Lustig ist dabei vor allem, dass ein Facebook Mitarbeiter am JavaScript mitgearbeitet hat, während Facebook selbst Bing mit solchen "sozialen Inhalten" füttert. PS: Auf Bing lässt sich meines Wissens nach diese "sozialen Inhalte" nicht abschalten, Google hat eine Schaltfläche.
Wer bei Google weitere personalisierte Signale abschalten will, macht das in den Einstellungen ("personalisierte Suche deaktivieren").
Ort, Sprache, etc. bleiben allerdings immer - der Bubble bleibt erhalten, obwohls auch reizvoll wäre hier den Aspekt auch noch abzudrehen.

Warum keinen Slider, mit dem man die Anzahl der berüchsichtigten Signale einstellen kann? 0=ungefiltert, voll oben=alle social signals werden auch eingerechnet.

ChilliPalmer
00
26.1.2012, 17:31
Da das nur funktioniert, wenn man sich bei Bing anmeldet, habe ich damit weniger ein Problem.

Mit was ich jedoch ein Problem habe, ist dass die Google Anmeldung serviceübergreifend ist. Ich möchte generell nicht bei Google Search angemeldet sein (Teufel, ich hab sowieso nur einen Google Account dank der Übernahme von Youtube –.–)

Aber sobald ich mich auf YouTube anmelde bin ich auch auf Google Search angemeldet, und beim abmelden das selbe. Jetzt muss ich jedes mal vorm Suchen schauen, ob ich nicht zufällig angemeldet bin, udn mich ggf abmelden…

angehender Medientechniker
 
00
25.1.2012, 12:25
Kann mir gut vorstellen, dass so ein Slider in absehbarer Zeit kommt.

Schließlich ist man bei Google gerade damit beschäftigt alle Dienste(vor allem auch designmäßig) auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Und bei Google+ gibts ja bereits Slider(etwa um einzustellen wie viel man von einzelnen Nutzern/Unternehmen in seinem Stream sehen will)

Dinyar Rabady
12
25.1.2012, 10:49

Es gibt auch einfach einen knopf neben dem suchfeld.

slacker
11
25.1.2012, 10:26
LOGOUT!

chuck.u.farley
11
25.1.2012, 09:54

kein google account, keine gespeicherten daten, keine personalisierte suche. so einfach ist das.

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