Vorwahlkampf der US-Republikaner heizt sich weiter an - Obama schießt sich auf Romney als Gegner ein
Washington - Wenige Tage vor der nächsten Vorwahlrunde der US-Republikaner in Florida heizt sich das Rennen zwischen den Favoriten Mitt Romney und Newt Gingrich weiter an. Den beiden Kandidaten nahestehende Unterstützungskomitees gaben kurz vor dem Votum nach eigenen Angaben rund zehn Millionen US-Dollar für TV-Spots aus.
Eine Gruppe mit dem Namen "Winning Our Future", die für Gingrich wirbt, kündigte an, Werbung im Wert von sechs Millionen US-Dollar (4,61 Mio. Euro) zu schalten, wie ein Berater der Gruppe am Dienstag gegenüber Reuters erklärte. Die Gruppe "Restore Our Future", die für Romney kampagnisiert, kaufte 4,5 Millionen an Werbezeit. Beide Unterstützerkomitees sind als sogenannte "Super PACs" registriert. Diese erlauben es Firmen und Privatpersonen, unbegrenzte Summen für den Wahlkampf eines Kandidaten zu spenden. Im Jahr 2010 hatte das US-Höchstgericht entschieden, dass Spenden für Wahlwerbung als freie Meinungsäußerung zu werten sind.
Gingrich in Umfragen vorne
Gingrich eröffnete in dem wichtigen Vorwahlstaat Florida im Laufe des seit Anfang Jänner laufenden Vorwahlbewerbes sieben Büros mit 14 bezahlten Kräften und bis zu 5.000 Freiwilligen. Romney hingegen unterhielt zu Wochenbeginn nur drei Büros mit fünf bezahlten Angestellten. Florida ist der bisher größte und wichtigste US-Staat im laufenden Vorwahlkampf der Republikaner. In Umfragen konnte Gingrich, der ehemalige Sprecher des US-Abgeordnetenhauses, seinen Rivalen Romney dort zuletzt überholen.
Romney, der ehemalige Gouverneur von Massachusetts, wird von Präsident Barack Obama dennoch als wahrscheinlichster Gegenkandidat bei der Präsidentenwahl im Herbst behandelt. Von der Wahlkampagne Obamas hieß es, es seien TV-Spots über Romneys Vergangenheit als Mitbegründer der Investmentfirma Bain Capital geplant. In diesen soll der Politiker und Geschäftsmann wegen der umstrittenen Schließung einer Stahlfabrik in Kansas City durch seine Firma angegriffen werden. Nachwahlbefragungen der ersten Vorwahlrennen hatten gezeigt, dass Romney vor allem aus den oberen Einkommensschichten Zuspruch erhielt, allerdings weniger Unterstützer unter einkommensschwächeren Wählern fand. (APA)