Rede zur Lage der Nation

Barack Obama startet in den Wahlkampf

25. Jänner 2012, 06:20

Wirtschaftliche Gerechtigkeit Hauptthema seiner Rede - Warnung an den Iran im Atomstreit

Washington - US-Präsident Barack Obama will für größere wirtschaftliche Gerechtigkeit kämpfen und damit seine Wiederwahl im Herbst schaffen. Die Vereinigten Staaten müssten ein Land bleiben, in dem "jeder eine faire Chance erhält, jeder seinen gerechten Beitrag leistet und jeder sich an dieselben Regeln hält", sagte er am Dienstagabend (Ortszeit) vor dem US-Kongress in Washington.

In seiner letzten Rede zur Lage der Nation vor der Wahl in November bekräftigte Obama Pläne zu Steuererhöhungen für Millionäre. Gleichzeitig kündigte er zahlreiche neue Maßnahmen zur Belebung der weiterhin schwachen Wirtschaft an. In der Außenpolitik betonte er die erneuerte Führungsrolle der USA in der Welt, die den Druck auf den Iran verstärkten und eisern an der Seite Israels stünden.

Republikaner: "Klassenkampf"

Der Präsident nutzte die rund einstündige Ansprache vor Millionen Fernsehzuschauern in den USA, um zu Beginn des Wahlkampfes die Chancengleichheit ins Zentrum seiner politischen Agenda zu rücken. Er wolle verhindern, dass "es einer schrumpfenden Zahl von Leuten wirklich gut geht, während eine wachsende Zahl von Amerikanern kaum über die Runden kommt", sagte er. "Keine Herausforderung ist drängender. Keine Debatte ist wichtiger."

Die oppositionellen Republikaner verurteilten die Rede als Klassenkampf: "Kein Aspekt der Obama-Präsidentschaft ist trauriger gewesen als seine steten Bemühungen, uns zu spalten, sich bei einigen Amerikanern anzubiedern, indem andere gegeißelt werden", sagte der Gouverneur von Indiana, Mitch Daniels, in der offiziellen Antwort der Republikaner.

Steuerreform

Obama konkretisierte seine Pläne, Wohlhabende stärker zur Kasse zu bitten, um damit zum Abbau des riesigen Staatsdefizits beizutragen. Bürger mit einem Einkommen von mehr als einer Million Dollar (gut 768.000 Euro) jährlich sollen einen Mindestsatz von 30 Prozent zahlen. Ein Viertel aller US-Millionäre hätten niedrigere Steuersätze als Millionen Bürger aus der Mittelschicht, meinte er. "Die Amerikaner wissen, dass das nicht richtig ist." Es sei an der Zeit, die gleichen Regeln von oben bis unten anzuwenden: "Keine Rettungsaktionen, keine Almosen und keine faulen Ausreden."

Die Steuerreformen sind Teil eines mit Beginn der Rede vom Weißen Haus veröffentlichten Plans für eine dauerhaft stabile Wirtschaft, der den privaten Sektor und Einzelpersonen stützen soll. Er sieht etwa vor, Steuerschlupflöcher für Unternehmen zu streichen, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Hausbesitzer sollen Zugang zu billigeren Krediten bekommen und ein Hochschulbesuch soll leichter finanzierbar sein.

Zusammenarbeit mit Republikanern

Zudem will Obama sein Land unabhängiger von Energie aus dem Ausland machen. Er habe seine Regierung angewiesen, mehr als 75 Prozent der potenziellen Öl- und Gasfelder vor den US-Küsten für die Erschließung zu öffnen. Im Wirtschaftsstreit mit China schlägt er eine härtere Gangart ein: Er werde ein Gremium bilden, das andere Länder zur Umsetzung fairer Handelspraktiken drängen werde. Es solle etwa Verstöße gegen den Schutz des geistigen Eigentums in China untersuchen und dafür sorgen, dass weniger gefälschte oder gesundheitsschädliche Güter in die USA gelangen.

Mit Blick auf den heftigen Widerstand der Republikaner gegen viele seiner Gesetzesvorhaben bot Obama erneut seine Zusammenarbeit an, um auf den erzielten Fortschritten aufzubauen. "Aber ich habe vor, Obstruktion mit Aktion zu bekämpfen", warnte der Präsident. Zugleich betonte er die Erfolge seiner Regierung. "Die Lage der Nation wird stärker", meinte er und verwies unter anderem auf die Schaffung von Millionen neuen Arbeitsplätzen in den vergangenen 22 Monaten, auf Maßnahmen zur Verringerung des US-Budgetdefizits und neue Regeln, die verhindern sollen, dass sich die Finanzkrise wiederholt.

Warnung an den Iran

In seinem knappen außenpolitischen Redeteil hob Obama die Schwächung der Terrororganisation Al-Kaida und das Ende des US-Einsatzes im Irak als Erfolge hervor. Amerika sei entschlossen, den Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern. "Es soll keinen Zweifel geben: Amerika ist fest entschlossen, den Iran am Erlangen von Atomwaffen zu hindern, und ich werde keine Variante vom Tisch nehmen, um dieses Ziel zu erreichen", sagte der Präsident. Eine friedliche Lösung sei aber noch möglich.

Der Präsident widersprach außerdem republikanischen Opponenten, die ihm vorwerfen, dass der Einfluss der USA in der Welt während seiner Präsidentschaft geschwunden sei. Stattdessen sieht Obama eine "erneuerte" Führungsrolle seines Landes. "Von den Koalitionen, die wir zur Sicherung von nuklearen Materialien gebildet, den Missionen im Kampf gegen Hunger und Krankheit, die wir angeführt, den Schlägen, die wir unseren Feinden zugefügt haben, bis hin zur dauerhaften Kraft unseres moralischen Vorbilds: Amerika ist wieder da", sagte Obama.

Angesichts der Präsidentschaftswahl am 6. November gilt Obamas diesjähriger Lagebericht als Startschuss für den bevorstehenden Wahlkampf. Die Republikaner ermitteln derzeit in einer Serie von Vorwahlen ihren Herausforderer. Die beiden führenden Bewerber Mitt Romney und Newt Gingrich greifen den demokratischen Amtsinhaber hart an, weil er nach ihrer Sicht mit seiner "sozialistischen" Politik die freien Märkte angreift und die Wirtschaft schwächt. (APA/Reuters)

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Couchsurfer
00
15.2.2012, 01:54
Politischer Kampfbegriff Mittelschicht

Wir sind alle in Wirklichkeit nicht Mittelschicht, sondern Mitglied der "kaufkraftbefreiten" Unterschicht:

Wenn die Geldmenge um 10% jährlich wa¨chst, dann müsste jeder auch seinen Geldbesitz jährlich um 10% steigern. #Kaufkraftverlust #Geld

Bei dem "Bruttostundenverdienst al- ler Arbeiter", der im Juni 1948 bei 1 DM lag, müsste er heute bei 120 Euro liegen

Warum das Einkommen zu falschen Schlüssen über die Kaufkraft führt: Höchste Einkommen, Unternehmen, Median

Bei der Währungsreform 1948 (mit Geldentwertung 10:1) gewannen die Massen massiv an Kaufkraft

Alles von der Seite http://www.kiwifo.de/html/brei... kaufkr.htm

aus diesem PDF: www.kiwifo.de/Breitgesc... fkraft.pdf

F S 3
11
28.1.2012, 11:47
Die Medienfigur des Obamarama als Potus der U.d.S.S.A. wurde mit außerordentlichem Geschick kreiert…

…Er war nie ein Mann des Volkes, sondern ein weiterer Hampelmann der Finanziellen Internationalen, deren Zielsetzung es ist, Amerika als mächtigste Militärmacht der Welt zu demontieren.

Deshalb wird Amerika von Krieg zu Krieg geschickt, und versucht seine Gesellschaft von innen her zu zerstören.

Aus diesem Grund wurde auch ein buchstäbliches Gruselkabinett als "Alternative" der anderen Demokraten, den Republikanern, in die diesjährige "Wahl"(LOL) geschickt.

Außer Ron Paul eine Ansammlung von verlogenen Kriegstreibern und falschen Fuffzigern:
http://derstandard.at/plink/132... 8/24587505

legal eagle
 
00
27.1.2012, 10:48
ich war bein den primaries der demokraten und auch im wahlkampf 2008 sehr skeptisch, was obama betraf -

aber mit hillary clinton hat er eine beachtliche außenpolitik zustande gebracht und innerstaatlich das, was gegen einenhauptsächlich rassistisch motivierte radikalopposition der republikaner möglich war, durchgebracht. ich finde seine erfolge recht beachtlich. und er ist der glaubwürdigere kandidat.

die tagline "one term president" wird der GOP nix nützen - wen wollen sie denn anstelle obamas wäheln? eine ferngesteuerte millionärs-marionette oder einen heuchlerischen ex-politiker, der sogar von seiner eigenen fraktion aus dem amt gejagt wurde: was für eine auswahl!

Lars Jonka
20
26.1.2012, 01:33
"...und jeder sich an dieselben Regeln hält" ??

Herr O. betreibt ein lupenreines Ponzischema, ein Pyramidenspiel, bei dem die Verbindlichkeiten ausschließlich mit neuen Schulden bedient werden können.
Genau dafür sitzt Bernie Madoff LEBENSLANG im Gefängnis.
Das sind nicht "dieselben Regeln", das ist lupenreine Doppelmoral.

gigngogn
 
22
25.1.2012, 16:13
Can we make more empty promises? Yes we can!

byron sully
32
25.1.2012, 15:11

einen klasenkampf (nämlich für die superreichen) führen eher die republikaner. leider setzt dem obama zu wenig entgegen.

bratak
40
25.1.2012, 15:03
so viele posts ...

und noch immer keine programmpunkte von romney oder gingrich, die zeigen, wieviel besser sie als obama sind

xEurocent
00
26.1.2012, 00:04

Romney und Gingrich wollen die obersten 1% steuerlich entlasten:
http://msnbcmedia.msn.com/j/MSNBC/C... log600.jpg

Mr.Matze
10
25.1.2012, 22:34

Romney sieht aus wie einer vom A-Team, kann aber nicht bis drei zählen.

Sepp Papmahl
10
26.1.2012, 09:48
Romney und das A-Team

Ein amerikanischer Präsi muss auch nicht bis drei zählen können. Hauptsache ist, dass er die Anordnungen der "interessierten Kreise" umsetzt.
Was hat Obama erreicht? "Jes we can" war warme Luft. Guantanamo ist immer noch in Betrieb, angeblich deshalb, weil er die "Gefangenen" nicht los wird. Die hätte man eben rechtzeitig "auf der Flucht erschießen" müssen, wie in den amerikanischen TV-Krimis. Immer noch nicht gemerkt, wer Amerika und damit die westliche Welt regiert?

General Cornwell
11
25.1.2012, 20:18
Romneys Programmpunkt ist Wirtschaft

und genau das brauchen die Amerikaner jetzt - nicht noch mehr Schulden - davon haben sie schon genug...

xEurocent
11
26.1.2012, 00:05
Romneys Programm: Noch mehr Schulden:

http://msnbcmedia.msn.com/j/MSNBC/C... log600.jpg

Peter Sichrovsky
01
25.1.2012, 14:36
Redenkoennen

Es ist schon mal angenehm, in einem Land zu leben, in dem das Staatsoberhaupt in vollstaendigen Saetzen reden kann.

Odo
51
25.1.2012, 14:25
Der Inhalt der Rede bestätigt eine "Gallup"-Umfrage vor wenigen Wochen, wonach Präsident Obama zusammen mit Michele Bachmann unter allen Präsidentschaftskandidaten derjenige ist, dessen Ansichten am weitesten von der politischen Mitte entfernt sind.

Mitt Romney wurde in der Umfrage von den Wählern ja als der Kandidat gesehen, dessen Positionen am ehesten der politischen Mitte entsprechen. Kein Wunder also, dass Herr Obama und seine Jünger eine solche Heidenangst vor einem GOP-Präsidentschaftskandidaten Romney haben.

General Cornwell
00
25.1.2012, 20:20
das ist vollkommen richtig

Romney wird es nicht so leicht haben im rep. Vorwahl kam - weil er Zentrist ist, weil er Mormone ist - aber einmal in der Hauptwahl ist das eine Bombenpositionierung, deshalb fürchten die Demokraten wie der Teufel das Weihwasser...

byron sully
22
25.1.2012, 15:13

wo manche leute die mitte sehen, ist echt abenteuerlich. auf europa übertragen wäre z.b. da selbst die deutsche CDU vermutlich linksextrem.

General Cornwell
01
25.1.2012, 20:19
Nur wählen halt in den USA immer noch

die US-Amerikaner, auch wenn es noch soviele Europäer nicht glauben mögen...

Walter KURTZ
 
10
25.1.2012, 14:54

Übrigens ist in noch einem Punkt Obama der Präsident der Superlative: seine Reden haben die niedrigsten Flesch Kincaid Wertungen in der Neuzeit.
Während bisherige Reden zumindest das Niveau der zehnten Schulstufe erforderten, reicht für Geniepräsidenten Obama die achte.

OssiP
 
10
26.1.2012, 13:19
seine Reden haben die niedrigsten Flesch Kincaid Wertungen in der Neuzeit.

Eh klar sonst verstehen es die dummen Republikaner
auch nicht.

Walter KURTZ
 
00
27.1.2012, 10:17

Naja, vielleicht hält Obama die Amerikaner schlichtwegs für blöd: da spricht er von "no bailouts" nachdem er 5 Minuten vorher sich des auto bailouts gerühmt hat...

OssiP
 
00
27.1.2012, 19:51
Naja, vielleicht hält Obama die Amerikaner schlichtwegs für blöd

Nicht nur Obama, was ja 2 Amtszeiten Bush beweisen.

Verbal Kint
10
25.1.2012, 18:04
Wenn es so ist, dann Gratulation an Obama

Ich hätt aber persönlich gedacht, dass Reagan da besser abgeschnitten hat.

quo_vadis_austria
32
25.1.2012, 13:41
Die Vereinigten Staaten müssten ein Land bleiben, in dem "jeder eine faire Chance erhält, jeder seinen gerechten Beitrag leistet und jeder sich an dieselben Regeln hält"

Der Unterschriftenautomat der Finanzoligarchie kann ja sprechen ... oder vielmehr - er kann vorzüglich unter theatralischer Unterstreichung des Inhaltes vom Teleprompter vorlesen!!

Where is the fu**ing Change Barack??

Sebastian Seidelbast
 
01
25.1.2012, 14:55
Stellungnahme

Leider wird hier sehr viel Blödsinn verzapft.
Selbst ein US - Präsident hat sehr wenig Macht über
die Lobbyisten.
Wenn er so könnte wie er wollte, dann würde das anders ausschauen.
Abgesehen davon sind die USA total verschuldet.
Das können auch künftige Präsidenten nicht in den Griff bekommen.
China besitzt mehr Dollars als Fort Knox als Währungsreseve in Gold anzubieten hat.
Zu gut gelebt, alles auf Credit bezahlt - jetzt das böse erwachen.
Auch bei uns wird es bald krachen.
Die GLOBALISIERUNG war nett gedacht, aber unüberlegt.
Zollfreie UNION dann Aufnahme einiger Staaten, wie Rumänien.
Es gärt auf der ganzen Welt.
Die Leute haben oft nichts zum Essen, aber die Chefs
wollen dabei sein.
Lachen dämlich in Kameras, weil alles so gut ist!?

Standard Leser4
 
00
26.1.2012, 14:26

Sehr geehrter Sebastian, wo lassen Sie denken ? Warum wissen ausgerechnet Sie, d best gehuetete Geheimniss der Chinesen, wieviele USD sie als Waehrungsreserve haben. Haben die nicht auch Pfund, EURO, etc ? Also verraten Sie wieviele USD haben Sie u wieviel Gold? Gold eher mickrig oder?
Ausserdem hat die USA keine MWSt sondern eine von Staaten unterschiedliche Verkaufssteuer, bei Einfuehrung einer solchen waeren die Schulden bald getilgt. Niemand will d in Amerika! In Oesterreich hat man nicht mehr soviel Spielraum bei der MWSt 20 % sind genug oder wollen Sie 27 % so wie in Ungarn ?
Noch ein Tipp, glauben Sie nicht alles was der Verschwoerungsspezialist Quo vadis forever russia soo von sich gibt. Natuerlich liegt noch genug Gold in F Knox!

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