Krise bei Schlecker

Billig bis zum Ende

Kommentar | Verena Kainrath, 24. Jänner 2012, 18:59

Der Konzern ist dabei, sich mit dem Insolvenzverfahren geschickt unzähliger Lasten zu entledigen

Anton Schlecker macht gerne auf billig. Der deutsche Milliardär hat sein Drogerie-Imperium auf Dumping- löhnen aufgebaut. In schmuddeligen Filialen legte er die Preislatte tief. Sozialstandards folgte er mit Widerwillen, Mitarbeiter fanden sich stattdessen oft einer Bespitzelung ausgesetzt, die an Sittenwidrigkeit nicht zu überbieten war. Zieht sich Schlecker angesichts der drohenden Pleite jetzt erneut billig aus der Affäre, ist die Wirtschaftsposse an Ungeheuerlichkeit nicht mehr zu überbieten.

Der Konzern ist dabei, sich mit dem Insolvenzverfahren geschickt unzähliger Lasten zu entledigen. Jene, die ihm etwa die Gewerkschaft aufbürdet: Keine Rede wird künftig mehr von gesicherten Arbeitsplätzen und höheren Gehältern sein. Für Schlecker kommt es noch besser: Der Staat zahlt in den kommenden drei Monaten die Löhne. Und geht die geplante Selbstverwaltung durch, dürfen die Chefs der Gruppe künftig auch noch munter selber weiterwerken.

Dass das System Schlecker scheiterte, ist Genugtuung für all jene, die ohne Größenwahn und Ausbeutung reüssieren. Gewonnen ist damit wenig, der Fall von Schlecker bringt nur Verlierer: Steuerzahler, die den Schaden ausbaden. Die Industrie, die einen großen Kunden verliert. Konsumenten, die noch weniger Anbietervielfalt vorfinden - vor allem aber bleiben die Mitarbeiter auf der Strecke. Anton Schlecker hat die Verantwortung. Und das notwendige Privatvermögen, um ihr gerecht zu werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.1.2012)

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23 Postings
stefan1981
11
25.1.2012, 14:51

na genau, der herr schlecher wird ins privatbörserl greifen um die löhne zuzahlen, damit der steuerzahler nicht belastet wird. das ist wohl ein netter wunschtraum.

bloody-nine
 
00
25.1.2012, 13:16
soviel zum

"unternehmerischen risiko" der "leistungsträger"...

Ja, dürfen's denn das ?
01
25.1.2012, 11:54
der Fall von Schlecker bringt nur Verlierer : ... Die Industrie, die einen großen Kunden verliert. Konsumenten, die noch weniger Anbietervielfalt vorfinden - vor allem aber bleiben die Mitarbeiter auf der Strecke.

Kaum anzunehmen, dass die Kunden, die bisher bei Schlecker Waschmittel und Zahnpaste gekauft haben, ab sofort das Wäschewaschen und Zähneputzen einstellen werden.

Die Schlecker-Kunden werden zu anderen, besseren Drogeriemärkten gehen, und die werden mehr Waren verkaufen und mehr Mitarbeiter einstellen.

So what ?

Doktor Schuh
00
25.1.2012, 16:38
eigenartiger kommentar

im artikel steht, dass kunden anbietervielfalt verlieren. sonst nichts. und das stimmt. wegen anbietervielfalt muss man keine gewohnheiten aufgeben. dass andere märkte die ganze entlassene belegschaft von schlecker auffangen glauben sie wohl nicht selbst?

strolch25
02
25.1.2012, 11:27
Drogeriemarkt

Ich weiß nicht warum der Schlecker immer als Drogeriemarkt bezeichnet wird, ich hab dort noch nie einen Drogisten gesehen, es ist unmöglich sich eine spezielle Kräutermischung machen zu lassen oder verdünnte Schwefelsäure zu kaufen. Die einzige Verkäuferin, kann zwar leidlich Deutsch, hat aber keine Ahnung wo die Mistsackln sind.

sennowise
23
25.1.2012, 08:38
Na, na, na,

jetzt mal langsam. Der Herr Schlecker ist einer der Tüchtigen, die mit eigener unermüdlicher Arbeit, trotz des extrem leistungsfeindlichen Klimas in DE, ein grosses Unternhemen mit aufgebaut hat. Leistung!!!!!! Leistung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Bertel Mann
02
25.1.2012, 07:36
" Anton Schlecker hat die Verantwortung. Und das notwendige Privatvermögen, um ihr gerecht zu werden."

Und was soll dieser Satz?
Denn so dämlich zu glauben, dass Anton Schlecker jetzt sein Privatvermögen einsetzt, um die Probleme zu lösen, kann niemand sein.

Bioberni31
012
25.1.2012, 08:32
Das nicht

aber das das Privatvermögen zur Tilgung der Schulden herangezogen wird wäre nur korrekt. Schliesslich entstand das Vermögen ja auch aus dem Schleckerbetrieb.

john the miracle
00
25.1.2012, 11:40
tja, es leben die

gmbh's und ag's, diese feinen rechtsformen die das unternehmerische risiko auf ein minimum beschränken. und sie können herrn schlecker natürlich nicht sein hart erarbeitetes vermögen wegnehmen, das er auf dem rücken seiner angestellten "erarbeitet" hat, denn das wäre ja enteignung.

christian felber möchte in seiner gemeinwohlwirtschaft beide genannten rechtsformen abschaffen. vielleicht wird jetzt klarer, warum.

Mazzesinsulaner
 
00
25.1.2012, 15:13

"Denn der 67-Jährige steht als persönlich haftender Einzelunternehmer hinter der Anton Schlecker e.K. Im schlimmsten Fall könnte er alles verlieren und damit die wohl größte Pleite in dieser Rechtsform hinlegen. Die Nerven der Familie werden entsprechend blank liegen."

http://kurier.at/wirtschaf... amilie.php

john the miracle
00
25.1.2012, 22:01
oooh...

...das ist tatsächlich heftig! hatte ich nicht erwartet bei einem konzern dieser grösse! ich frage mich warum der nicht längst eine gmbh daraus gemacht hat, das ist ja fast fahrlässig!

Bertel Mann
00
25.1.2012, 09:11
Und Sie glauben tatsächlich, dass dies passieren wird?

jMor
 
00
25.1.2012, 10:56

Hab nirgends gelesen, dass jemand daran glaubt.

Im Artikel wurde in den Raum gestellt, dass er genug Geld hätte.

Und auf ihre Frage, ob jemand wirklich so dämlich ist zu glauben, dass er es tun würde waren die ersten 2 Wörter: Das nicht.

Wieso unterstellen sie ihm dann, dass er es 'tatsächlich' glauben würde? Er schrieb doch: Das nicht!

Erzpiefke
 
20
25.1.2012, 02:41
Schlecker wird nicht unzähliger Lasten entledigt

sondern liquidiert. Genau das will Konkurrenz und die kann Druck auf ihre Lieferanten ausübem. die auch die Lieferanten und Gläubiger von Schlecker sind. Letztlich ist weniger Konkurrenz auch gut für die Lieferanten.

gelegentlich heiter
03
24.1.2012, 22:25

Nicht nur versifft und letztklassig, sondern auch noch teuer. Preisvergleich von vier Drogerieketten (durchgeführt von AK Wien): Warenkorb am teuersten bei Schlecker (45,78€ Schlecker, 32,18€ Müller).

Erzpiefke
 
10
25.1.2012, 02:24

Die Methoden dieser Preisvergleicher sind wesentlich unseriöser als die von Schlecker. So pries die ARD in einer kürzlichen Sendung an, daß Edeka fast so günstig wie Lidl sei. Das ist offensichtlicher Schwachsinn und wird auch von den Leuten, die täglich einkaufen, nicht geglaubt.

Stadtmann
10
25.1.2012, 08:28

Stimmt. Alleine bei einem bestimmten Schafskäse ist z. B. Rewe schon um ganze 0,31 Euro teurer. Und so gehts dann dahin. Der Vergleich in der Sendung war wirklich haarsträubend zu Gunsten von Edeka. Ausserdem schauts in Austria sowieso noch mal anders aus.

Pericolo Giallo
03
24.1.2012, 20:55
grindige geschäftslokale

grindige geschäftslokale an zweitklassigen standorten und ausbeuterische geschäftspraktiken, das sind die markenzeichen von schlecker. aber günstige preise sind mir noch nicht aufgefallen.

Biff Malibu
02
25.1.2012, 00:25
endlich

habe ich es verstanden...

Pericolo Giallo
00
26.1.2012, 07:07
bitte um verzeihung

hab's mehrmals versucht, da mein posting über eine stunde lang nicht erschienen ist.

Ich bin der Meinung...
00
24.1.2012, 20:43
Das in einem Insolvenzverfahren

die "Falschen" die Zechen zahlen ist eines der größten Sauereien unseres Rechtssystems.

Die Lieferanten werden Federn lassen müssen, Herr Schlecker braucht keinen Cent seines Vermögens zur Rettung antasten.

Pericolo Giallo
00
24.1.2012, 19:48
grindige geschäftslokale

grindige geschäftslokale an zweitklassigen standorte und ausbeuterische geschäftspraktiken, das sind die markenzeichen von schlecker. aber günstige preise sind mir noch nicht aufgefallen.

Pericolo Giallo
01
24.1.2012, 19:33
grindige geschäftslokale

an zweitklassigen standorten und ausbeuterische geschäftspraktiken sind schlecker-markenzeichen, aber günstige preise? die wären mir nicht aufgefallen.

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