"Keine Lektionen aus der Krise gelernt"

Alexandra Föderl-Schmid aus Davos, 24. Jänner 2012, 18:12
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    foto: reuters

    Viel Schnee gibt es immer in Davos. Neu ist, dass sogar Forumsgründer Klaus Schwab kapitalismuskritische Töne anschlägt und die Kritiker Demos ausfallen lassen.

Rekordbeteiligung am Weltwirtschaftsforum in Davos - Heuer kein Protestmarsch

So viele Teilnehmer wie noch nie kommen heuer nach Davos: 2600 pilgern zum Weltwirtschaftsforum, das heute, Mittwoch, von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet wird. "Je schlechter es der Wirtschaft geht, desto größer ist der Andrang", diagnostiziert Klaus Schwab, der das Forum 1971 gegründet hat. Die Welt sei im Umbruch und befinde sich "unter dem Eindruck eines globalen Burnout-Syndroms". Sein überraschendes Fazit: "Wir haben die Lektionen aus der Finanzkrise nicht gelernt."

Da schon Schwab den Kapitalismuskritiker gibt, ist es wenig überraschend, dass heuer der übliche Protestmarsch der Globalisierungskritiker abgesagt wurde. Einige Aktivisten der Occupy-Bewegung wollen jedoch ein Iglu-Camp aufbauen. Schwabs Vorgaben für das weltweit wichtigste Treffen der Wirtschaftselite mit insgesamt 40 Staats- und Regierungschefs lauten: "Der Kapitalismus in der bisherigen Form passt nicht länger zu unserer Welt. Lassen Sie uns Lösungen suchen!"

So viele Risikofaktoren wie noch nie listet heuer der "Global Risk Report" auf: Dazu gehören "chronische finanzielle Ungleichgewichte", massive Einkommensunterschiede, Lebensmittelkrisen und Cyber-Attacken. Folgerichtig steht das heurige Treffen unter dem Motto "Die große Transformation - neue Modelle gestalten".

Plattform

Die EU-Kommission will Davos als Plattform nutzen, um ihr Modell, wie Großbanken stärker an die Kandare genommen werden können, mit Banken- und Politikvertretern zu diskutieren. EU-Kommissar Michel Barnier sagte in einem Interview, dass er eine schärfere Regulierung bei den Gehalts- und Bonuszahlungen für Banker erwäge. Die Bezahlung von leitenden Bankangestellten verglichen mit Anfängern in der Branche könnte begrenzt werden.

Wie schon in den Vorjahren werden die Debatten über die Krise in Europa breiten Raum einnehmen. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, wird ebenso in Davos sein wie Weltbank-Präsident Robert Zoellick, EZB-Chef Mario Draghi und die Finanzminister aller G-20-Staaten. Die USA schicken auch heuer wieder US-Finanzminister Timothy Geithner. Der österreichische Außenminister Michael Spindelegger will sich dagegen in Wien auf der praktischen Ebene mit den Budgetproblemen befassen und sagte wegen der Verhandlungen über das Sparpaket seinen Davos-Trip ab.

Damit der Kontakt der Mächtigen auch nach Davos nicht abreißt, startet der indische Geschäftsmann Vivek Ranadivé in Davos ein "Facebook für Weltführer": Auf Topcom sollen Obama, Merkel und Co beste Freunde sein. (Alexandra Föderl-Schmid aus Davos, DER STANDARD, Printausgabe, 25.1.2012)

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11 Postings
m0nk
01
25.1.2012, 11:15
und das österreichische bundesheer beschützt diese kriminelle bande auch noch auf steuerkosten!

ich nicht
01
25.1.2012, 10:35
da unser kanzlaa failmann nicht einmal englisch spricht, kann er in davos wohl nur mit eva dichand diskutieren.

ich nicht
01
25.1.2012, 10:34
da kanzla failmann nicht englis

Soldman Gachs
00
25.1.2012, 10:05
i heared, someone wants to pizz, shit and spit in our lunch!?

be careful, my friends!

sociovation
00
25.1.2012, 09:49
Das beste Beispiel dafür,

wie man mit Bildungsverweigerung Milliarden verdienen kann.

Geronimo 02
01
25.1.2012, 09:15
;-(

wer wirklich auch nur ein wenig (mit)denken kann, bracut nicht einmal mehr den kopf schütteln.
ist unnötiger sauerstoffverbrauch.
wer von all diesen "teilnehmern" ist dazu in der lage auch nur ein wenig in die zukunft (nachzu)denken oder aus bisher geschehenen auch nur schlüsse zu ziehen?
oder unseren "daheimgebliebenen"?
all die sogenannten maßnahmen, welche in den letzten tagen/monaten/jahren vorgeschlegen worden wären und meist nicht einmal nur ansatzweise umgesetzt wurden, soll nun, warum auch immer, plötzlich verwirklicht werden.
wer soll diese raffer & gierrüssel aufhalten oder glaubt einer ernsthaft, dass einer davon auch nur ein wenig über sein eigenes konto hinaus sehen kann(will)?
erster schritt für jounalisten:
IGNORIREN

Karl Labruni
01
25.1.2012, 08:03
Müssen die Forumsleute den Demonstanten die letzten Jahre nun etwa recht geben?

Wofür dann noch die Eurofighter, unzähligen Polizisten und Militärs? Um die Unfähigkeit zu prolongieren?

Karl Labruni
03
25.1.2012, 08:01
Die Teilnehmer an diesem Forum sind gleichzusetzen mit den Profiteuren des jetzigen Systems!

Warum sollte die was ändern wollen! Alles was sie zur jetzigen Situation beitragen könnten wäre , ihre Versammlungen abzusagen und das Ökosoziale Forum ans Ruder lassen. Die haben bereits passende Modelle in der Schublade!

Michail Bakunin
01
25.1.2012, 11:28

"Die große Transformation - neue Modelle gestalten". Die sind ja nicht bescheuert, natürlich werden die diskutierten "neuen Modelle" den Machterhalt der Elite und deren Privilegien nicht gefährden. Über Kommunismus werden´s ja kaum diskutieren ;-).

Vor 10 Jahren, als es die großen Proteste gegen das WEF und dessen neoliberale Deregulierungsagenda gab, da war von Einsicht keine Spur - ordentlich von der Polize in die Fresse gab`s für die KritikerInnen. Leseempfehlung aus der Zeit: Das WEF. Geschichte, Struktur, Politisch-Ökonomische Ziele

http://www.anarchismus.at/anarchist... ktur-ziele

Francesca
02
25.1.2012, 08:44
Vollkommen richtig, aber das WEF diente schon

immer als Schafspelz. Nichts aus der Krise gelernt, haah. Die hardcor-noeliberalen in D und Rest-EU haben schon gelernt, wie sie die sogenannte Staatsschuldenkrise dazu nutzen können, den Sozialstaat und die Rechte der ArbeitnehmerInnen weiter zurück zu schrauben. Und dann darf diese Merkel auch noch eröffnen!

Gianni52
02
25.1.2012, 07:44
Aus der Krise nichts gelernt ...

Natürlich nicht! Schauen Sie sich mal unsere Politikerriege an! Ist da einer, der Rückschlüsse von Entwicklungen auf die Zukunft umlegen kann?
Ich kenne keinen und sehe weit und breit niemanden.
Da die Politik in Österreich komplett unfähig ist überhaupt Reformen durchzuführen, ist es auch nicht zu erwarten, dass aus Krisen gelernt wird!!!

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