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Simon Le Bon, König des Edelpop der 1980er-Jahre, sang in Wien von den letzten Dingen. "Girls on Film" gab es auch.
Wien - Irgendjemand hat sich ja wahrscheinlich etwas dabei gedacht, als er alte Wochenschau-aufnahmen von der Oktoberrevolution im Bühnenhintergrund flimmern ließ. Gegengeschnitten wurden sie mit Adolf Hitler sowie körnigen Schwarzweißfilmen über in Dingsland herumstehenden Kanonen, die mit Schießmunition beladen werden.
Entweder wurde der Tourbühnen-Designer anlässlich des nahenden Weltuntergangs mit einem dementsprechenden Auftrag ins Filmarchiv geschickt. Suchbegriffe: Apokalypse plus immer Saison plus Wiedererkennungsfaktor plus hoch. Es kann aber auch sein, dass Duran Duran das sentimentale, im Spätwerk der Band äußerst verhaltensunauffällige Trinklied Before The Rain auf eine dringlichere Relevanzebene wuchten wollten.
Die sich gut ausgehenden Reime auf verflossene Liebschaften, gebrochene Versprechungen und totally kaputte Herzen, die wie eine Zeitbombe ticken, bevor die Stille niederfällt und der Regen hinwegwäscht die Sünden der Welt, werden mit einer echten Botschaft kurzgeschlossen. Diese lässt das Publikum zu einer verschworenen Gemeinschaft werden, deren kleinste gemeinsame Nenner lauten: Ich-trink-auf-dein-wohl-Marie, böse Politik, Welt in Gefahr wegen Machtstreben, aber auch Hoffnung: Hopp-auf, Frieden schaffen, now!
Das zweite Lied des Abends bestätigte den didaktischen Ansatz der britischen Edelpop-Urgesteine aus den funky 80er-Jahren. Im alten Hadern Planet Earth regnet es wirklich sündenflutartig, sonst herrscht aber ebenfalls Totenstille. Crazy, ein stiller Wolkenbruch! Geschildert wird diese gespenstische Szene anhand eines Astronauten auf der Heimreise. Der schaut ganz schön blöd, als Duran Duran ihm über Funk hinaufsingen, dass niemand mehr daheim ist, weil den Maya der Kalender ausgegangen ist.
Vergangenheit und Gegenwart, dazu düstere Zukunftsaussichten, sie prägten das Konzert von Duran Duran im Wiener Gasometer. Angetan mit einer seltsamen Jacke, auf der die einstigen Schulterpolster in den Brust- und Bauchbereich gerutscht sind, stellte der sich augenscheinlich bester Gesundheit und einer plausiblen Frisur erfreuende Sänger Simon Le Bon mit alten Hits wie A View To A Kill, Blame The Machines oder Girl Panic auch eines klar: Als "New Romantics" waren Duran Duran in den Eighties schwer überschätzt.
Von wegen blaue Blume, diese Band malt schwarz. Duran Duran sind Untergangspropheten. Mit bombigen Miami-Vice-Drum-Beats und fräsenden Keyboardeffekten erzählte man von den White Lines früher in Rio. Stichworte: Hungry Like A Wolf und Wild Boys. Dass es dann auch noch Girls on Film gab, war ein Lichtblick. So knapp, bevor wir ex und hopp gehen. (Christian Schachinger, DER STANDARD, Printausgabe 25.1.2012)
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setlist:
Before the Rain
Planet Earth
A View to a Kill
All You Need Is Now
Blame the Machines
The Reflex
Come Undone
Safe (In the Heat of the Moment)
Girl Panic!
Notorious
Tiger Tiger
White Lines (Don't Don't Do It)
(Grandmaster Flash & Melle Mel cover)
Ordinary World
Hungry Like the Wolf
Reach Up For the Sunrise
The Wild Boys / Relax
(Frankie Goes to Hollywood cover)
Encore:
Girls on Film
Rio
herr schachinger, zumindest ein bisserl recherchieren hätten Sie dürfen, bevor sie die setlist abtippen - sowohl "blame the machines" als auch "girl panic! sind keineswegs "alte hits" - girl panic ist die aktuelle single (lustiges video, übrigens), blame the machines ebenfalls vom neuen album.
ich denke man sollte die kritik des schachinger niemals so ernst nehmen, selbst wenn man die verrissene band bzw. den künstler gern mag und auch das konzert genossen hat (duran duran stehe ich sagen wir mal neutral gegenüber, aber in anderen fällen ging´s mir schon ebenso), denn es gibt immer wieder passagen in den artikel, die es wert sind gelesen zu werden. hier hat mich vor allem folgendes sehr amüsiert: "..mit einer seltsamen Jacke, auf der die einstigen Schulterpolster in den Brust- und Bauchbereich gerutscht sind, stellte der sich augenscheinlich bester Gesundheit und einer plausiblen Frisur erfreuende Sänger Simon Le Bon..." schön formuliert!
1) "Als "New Romantics" waren Duran Duran in den Eighties schwer überschätzt. [...]"
Schachinger, Sie haben ja so was von keine Ahnung. Musikalisch und musiktechnisch waren Duran Duran stets UNTERschätzt.
2) Ich war zwar nicht auf dem Konzert, aber was Schachinger da in seiner "Kritik" (mmmfffphhh) mitteilen will, soll mal wer verstehen. Ich sag ja immer: Hände weg von berauschenden Substanzen.
Wie das so geht mit den Geschmäckern, ich muss Hrn. Schachinger mehr als beipflichten. DuranDuran waren seinerzeit arg überschätzt und sie werden retrospektiv heute überschätzt - der vergoldende-Rückspiegelblick-Effekt.
Ironischerweise liefern Sie selbst mir das passende Stichwort: musiktechnisch. In den 80ern hatten sich DuranDuran schlicht dadurch abgesetzt, dass sie Equipment für EUR 500.000,- besaßen und einsetzten, das allen anderen Bands nicht zur Verfügung stand. Das prägte ihren Sound. Musikalisch war nicht viel dahinter.
Heutzutage wären sie damit chancenlos, jeder Amateur kann sich um 350,- das eierlegende Wollmichsau Multieffektgerät kaufen, ein eiernder Wollmilchsound hat längst nichts elitäres mehr.
ich weiß gar nicht, ob die damals primär eine teenie-band oder mainstream waren. bis auf andy taylor waren das sicher keine richtig guten musiker, aber die tracks hatten sehr wohl etwas in sachen aufbau, arrangement, melodie und produktion. man muss auch abba nicht gut finden, kann aber durchaus respekt vor deren nummern haben.
ich muss mir wohl die ersten scheiben wieder mal anhören. wollt kan blödsinn schreiben.
bild mir ein, mal ein interview mit ihnen gesehen zu haben, in dem sie selbst irgendwas "der einzige von uns, der wirkich etwas konnte, war andy". somit werden sie sich massiv entwickelt haben. gut so.
das waren keine "Wochenschauberichte" sondern Ausschnitte aus a) "Panzerkreuzer Pontemkin" und b) "Metropolis", soviel dazu. Zur Musikalischen Darbietung selbst: In den 80ern war mir die Band völlig wurscht, obwohl ich da altersmäßig perfekt id. Zielgruppe gepasst habe. Umso größer die durchwegs positive Überraschung!
1.) nach der 5ten Nummer hatte der FOH die Halle soundtechnisch im Griff - 2.) nach ca. der 6ten Nummer waren DD auch "warmgespielt" - 3.) Die "schw*len 80er Keybord-Wi**reien waren auf das beschränkt, was DD-Songs brauchen, um zu funktionieren - 4.) Simon LeBon hat noch immer eine wirklich gute Stimme!! 4.) Die Band hat gut & kompakt gespielt 5.) Höhepunkt: "NOTORIUS" - Funky-WahWah-Git
SUPERGROOVIG!! FAZIT:Toller Abend!!
das waren keine "Wochenschauberichte" sondern Ausschnitte aus a) "Panzerkreuzer Pontemkin" und b) "Metropolis", soviel dazu
sie erwarten doch wohl nicht im ernst, dass ein "kritiker" vom vertiablen range eines hrn schachinger weiß, worüber er schreibt?
Das ist mir ja extrem peinlich!
Da möcht`ich mich einmal mit meinem Halbwissen "patzig" machen, und dann passiert mir sowas :-) :-)
ABER: In Hinblick auf die "Keybord-Batterie" des Herrn Rhodes, ist "PANZERKREUZER-BONTEMPI" sehr nett!!!
und hätte hier gerne gelesen wie es war.
Also, wie war das Konzert von Duran Duran im Gasometer? Weil, der Herr Schachinger erzählt hier ja nix davon. der erzählt nur was ihm im Moment so in seinem Leben beschäftigt. Weltuntergang und Maya-Kalender halt das übliche Zeugs von Leuten die nichts wichtiges in ihrem Leben gefunden haben.
Also, jetzt wirklich ohne Polemik: Wie war das Konzert???
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