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Bio oder konventionell - alles eins? Das nicht. Allerdings liegt der Bio-Massenmarkt viel näher am konventionellen Markt, als der ökologische Nischenmarkt. Und: Die Unterschiede sind weit weg von der Konsumentenerwartung und den Behauptungen durch die Konzerne selbst.

Lisa, Lilli, Engelbert, Susi, Chonchita, Oki Doki, Alles Roger, Sissi, Floh, Chupachup, Yupidu, Schnappi, Pippifein und Hallo Du - eines der glücklichen Schweine, die es dank "Ja! Natürlich" zu Fernsehruhm brachten.

Fröhliche Kühe auf grünen Bergwiesen, wem wird da nicht warm ums Herz. Bergbauern sind beliebte Namensgeber im Biosegment. Dabei gilt jeder als solcher, der unter "erschwerten Bedingungen" Landwirtschaft betreibt ...

...dazu zählen steile Flächen, klimatische Benachteiligung, aber auch die Entfernung zum nächsten Busbahnhof. So kommt es, dass es auch im Burgenland Bergbauernhöfe gibt.

Angaben zu Wasserverbrauch, Artenvielfalt und Treibhausgasemissionen sind bei Bioprodukten en vogue. Mancher Konsument denkt dabei vermutlich an den ökologischen Fußabdruck - ein Irrtum, der den Biomarken wahrscheinlich nicht allzu viel ausmacht.

Auch Hofers "Zurück zum Ursprung" geht mit Einsparungen bei CO2 und Wasser auf Kundenfang. Weil man im tatsächlichen Wasserverbrauch aber keine Unterschiede zur konventionellen Produktion fand, bedient man sich des theoretischen Konzepts des "grauen Wassers".

Das wird an keinem Punkt der Produktionskette jemals entnommen oder verbraucht. Eine theoretische Größe, die von Ökologen üblicherweise nicht zur Berechnung des Wasserverbrauchs eingesetzt wird.

Regionalität ist in Sachen Bio auch ein Thema: Zitronen aus Südafrika, abgepackt in den Niederlanden, Knoblauch aus Spanien, abgepackt in Italien, Paprika aus Israel, Pfirsiche aus ...
Es waren einmal riesige, gütige Lebensmittelkonzerne, die wollten nur das Beste für die Menschen und die Umwelt. Nur das Optimum ist ihnen im Dienste der Konsumenten gut genug. Deswegen tummeln sich dort, wo unsere Lebensmittel herkommen, fröhliche Kühe auf grünen Bergwiesen. Emsig picken die Henderln vor sonnendurchfluteten Stadln, und hie und da legen sie auch ein Ei. Das Brot kommt aus der Backstube, kernige Bäcker und Bäckerinnen legen zur morgendlichen Stund' herzhaft mehlbestäubte Hand in wohligem Ambiente an. Vor allem die Bio-Welt ist voll der sprechenden Bilder und wohlklingenden Begriffe. "Zurück zum Ursprung" führt man die Konsumenten, "Natur pur" lässt man ihnen angedeihen und "Ja! Natürlich" will auch der Verbraucher nur das Beste - darin ist man sich mit dem frechen Schweinderl und seinem großherzigen, in Karo und Lederhose gewandeten Bauer aus der Werbung einig.
Immer mehr Geld für Bio
So viel Idylle, das ist gewiss, sind uns unser Bauernstand und die von ihm produzierten Güter wert. Der kritische Konsument gibt mittlerweile viel Geld für Bio aus, die Umsätze steigen jährlich. Allein zwischen 2006 und 2010 legte der Bioanteil im Frischesegment des Lebensmitteleinzelhandels um mehr als die Hälfte auf 306 Millionen Euro im Jahr zu. Den allergrößten Teil des Kuchens sichern sich in Österreich allerdings die großen Supermarktkonzerne wie Rewe (Billa & Co.), Spar und Hofer. Die Handelsriesen mischen mit ihren Bio-Eigenmarken inzwischen den gesamten Markt auf. Das Geld, das von heimischen Haushalten im Jahr 2010 beim Bio-Einkauf ausgegeben wurde, fließt zu 91,5 Prozent in die Taschen der Supermarktriesen und Lebensmitteldiskonter. Die verbleibenden 8,5 Prozent teilen sich Bio-Läden und Reformhäuser.
"Der Preisdruck auf Bio im Eigenmarkenbereich ist sehr hoch", beklagte Bio-Österreich-Obmann Rudi Vierbauch vergangenen Herbst. Bei Bio-Eigenmarken, etwa bei Milch, gebe es oft keinen großen Preisunterschied mehr zu konventionellen Lebensmitteln. Die Preisdifferenz zwischen biologischen und konventionellen Produkten bewegt sich laut AMA (Agrarmarkt Austria) etwa bei Milch, Käse und Erdäpfeln zwischen sieben und zehn Prozent. Den größten Preisunterschied von 50 Prozent und mehr gibt es beim Fleisch. Den Konsumenten und Konsumentinnen ist ihr gutes Gefühl den höheren Preis ganz offenbar wert.
Was steckt hinter den Bio-Handelsmarken?
Sind es aber auch die Produkte? Was steckt wirklich hinter den Bio-Handelsmarken der Konzerne? Dafür hat sich Agrarbiologe Clemens G. Arvay für sein neues Buch "Der große Bioschmäh" mehr interessiert, als den Handelsriesen lieb sein dürfte. Man mag überrascht sein oder nicht: Auf viel Idylle ist er auf der Suche nach der Realität nicht gestoßen. Anstatt auf romantische Bio-Bauernhöfe und zu glücklichen Schweinderln führten ihn seine Ausflüge zu Tierfabriken, endlosen Monokulturen und großflächiger, industrialisierter Landwirtschaft. "Das Erbe der Landwirtschaft ist aufgrund von Konzerninteressen bedroht", warnt Arvay im derStandard.at-Gespräch. "Auch die Biobauern werden verschwinden, wenn sich die Konsumenten dagegen nicht wehren." Nicht die Bioidee an sich sei schlecht, sondern die Vereinnahmung durch die Großkonzerne. Was ihm wichtig ist: "Der Konsument hat mit Biolebensmittel-Kooperativen und solidarischen Landwirtschaftsprojekten Alternativen. Die muss er nützen, um sich und die Bauern aus der Abhängigkeit der Konzerne zu befreien."
Der biologische Massenmarkt sieht laut Arvays Recherchen dem herkömmlichen Massenmarkt verdammt ähnlich. Das Biobrot kommt aus der Brotfabrik mit dem Charme eines Stahlkonzerns und ist direkt neben einem solchen angesiedelt. Fabrikshallen, Flotten von Lastwägen, Maschinen, Fließbänder, monströse Öfen, bedient von Maschinenführern statt von Bäckern und Bäckerinnen: So sieht der durchschnittliche Biobäcker des Handels aus. Fast müßig zu erwähnen: Das Fußvolk kommt hier zum großen Teil aus dem Ausland, aus Osteuropa, einige auch aus Afrika. Die allermeisten Biobäcker produzieren ihr Biobrot in denselben Nächten, mit denselben Maschinen und auf dieselbe industrielle Weise wie die konventionelle Ware. Auch in der Bioindustrie kommen übrigens Fertigmischungen zum Einsatz.
Automatisierte Biowelt
Und wie geht die industrialisierte Biobranche mit Tieren um? Da braucht man ebenso starke Nerven wie in den konventionellen Agrarfabriken auch. "Obwohl ich als Agrarbiologe gewusst habe, was mich erwarten wird, war wohl die Situation der Nutztiere am schwersten verdaulich bei den gesamten Recherchen", sagt Arvay. Für das Geflügel-Kapitel betritt der Autor eine eher gruselige Welt: "Eine Bio-Welt der automatischen Vogelnester, des Mittwochs als Bio-Schlüpftag, der Kükenfließbänder und der Todeskarusselle." Er trifft auf ein Imperium der holländischen Bruteier, der Hühnerrasse JA-757, der industriellen Fütterungsautomaten und der Kükenvernichtungsanlagen.
In dieser Welt haben Bio-Landwirte nichts mehr mit Bauerntum zu tun, sie sind zu vertraglich gebundenen Hühnerfütterern und Hühnermästern expandierender Handelskonzerne degradiert. Die glücklichen Hühner vermisste der Autor bei Betriebsgrößen von zuweilen 15.000 Stück sowieso. Dafür liegt in so einem Betrieb die Ausbeute bei 14.000 Bioeiern pro Tag. Auch eine Landwirtin aus der Steiermark, die Legehennen für die Bioindustrie hält, kommt zu Wort: "Vor zwanzig Jahren begannen wir als unabhängige Bauern mit fünfhundert Hennen und konnten ein volles Einkommen damit erwirtschaften. Heute haben wir dreitausend Tiere im Stall." Damit zähle man zu den Kleinsten der Branche, sagt sie. Das Überleben sichert der Betrieb schon lange nicht mehr, ihr Mann geht nun einer anderen Arbeit nach. Für Arvay liegt der Schluss klar auf der Hand: "Dort, wo die Handelskonzerne ihre Hände im Spiel haben, schaut der Bauer durch die Finger." Und das Nutzvieh sowieso, lautet die logische Ergänzung.
Freigang ins Grüne
Kein Vorteil der biologischen Geflügelhaltung gegenüber der konventionellen Bodenhaltung wird in der Werbung offensiver ausgenützt als der Auslauf, der Bio-Henderln und Bio-Puten gesetzlich zugestanden wird. Doch ausgerechnet der Freigang ins Grüne funktioniert nicht. "Mit dem Auslauf klappt es in diesen Dimensionen sowieso nicht mehr", äußert ein Biokaufmann seine Meinung. Was ihm immer wieder auffällt: "Wann immer ich an einem der großen Bioställe vorbeifahre, sehe ich leer gefegte Auslaufflächen." Dass sich auch die Vögel möglichst ihre Füße nicht schmutzig machen sollen, weil die in der Folge produzierten sogenannten Schmutzeier mehr Arbeitsaufwand oder weniger Gewinn für den Betrieb bedeuten, sei nur am Rande erwähnt.
Ungeachtet der fiktiven Werbewirklichkeit stellt sich natürlich auch der Alltag der heimischen Bio-Rinder weit weniger blumig dar, als man die Konsumenten glauben lässt. In mehr als drei Vierteln der Bioställe des Landes sind die Rindviecher während des Großteils ihres Lebens in Ketten gelegt. Möglich ist das durch eine rot-weiß-rote Sonderregelung: Betriebe mit weniger als 35 Großvieheinheiten (500 kg lebende Tiermasse, also ungefähr eine erwachsene Milchkuh, Anm.) dürfen mit der Anbindehaltung froh und munter weitermachen, obwohl diese für Biobetriebe laut EU-Bioverordnung eigentlich verboten ist. Für richtiges Wohlgefühl sorgt auch der "Kuherzieher" nicht, ein Metallbügel, der die Kühe mittels elektrischem Schlag beim Stuhlgang dazu anhalten soll, ihren Kot nur im dafür vorgesehenen Graben abzugeben. Ein Verbot wird diskutiert.
Triste Realität
Dass es ganz nahe an der Realität wäre, einen TV-Spot zu drehen, in dem das "Ja! Natürlich"-Schweinchen am industriellen Förderband hängend durch einen Hals-Brust-Stich das Leben aushaucht, kann sich der Konsument mittlerweile vermutlich ausmalen. Denn auch die Realität auf den Schlachthöfen nimmt sich eher trist aus. Bio-Tiertransporte laufen nicht anders ab als herkömmliche, in den Schlachtereien steht man unter Zeitdruck, leistet auch hier Akkordarbeit. "Unser Geschäft läuft nur mehr über die maximale Auslastung. Massenproduktion ist die Vorgabe der Handelskonzerne, anders geht heute gar nichts mehr", erklärt ein Betriebsleiter.
Lediglich 14 elitäre Schweine bleiben in Österreich von einem vergleichsweise tragischen Schicksal verschont: Lisa, Lilli, Engelbert, Susi, Chonchita, Oki Doki, Alles Roger, Sissi, Floh, Chupachup, Yupidu, Schnappi, Pippifein und Hallo Du. Das sind die Fernsehstars der "Ja! Natürlich"-Werbung. Wenigstens sie führen ein überglückliches Leben - am Gnadenhof. (Regina Bruckner, derStandard.at, 25.1.2012)
Wissen: Für die Konsumenten gibt es Alternativen bei Bio-Lebensmittelkooperativen und solidarischen Landwirtschaftsprojekten. Alle Adressen gibt es bei ATTAC Österreich, Inhaltsgruppe AgrarAttac, Margaretenstraße 166/3/25, 1050 Wien
Erstes Projekt Österreichs zur solidarischen Landwirtschaft (Bio, Raum Wien): http://www.ochsenherz.at/csa.html
Mehr zum Buch: www.arvay.info
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bei uns in Österreich ganz einfach so, daß weiten Teilen der Bevölkerung Qualität (Geschmack) bei Lebensmitteln nicht wichtig ist. Es gab doch schon immer besseres Fleisch, schöneres Gemüse - alles Ladenhüter oder für das Prozenterl, das den Unterschied merkt.
Und den Handelsriesen bleibt de facto nur mehr der Preis, um die Konkurrenz zu schlagen.
Irgendwann hat man entdeckt, daß man unter dem Deckmantel "Bio" ja doch den Leuten mehr Geld aus der Tasche ziehen kann. Und so ist es geschehen.
Freilich spielt irgendwann die Betriebswirtschaft auch eine Rolle und man muß halt ganz viel Bio produzieren, um nicht zu sagen: massenproduzieren.
Jetzt sind wir wieder soweit: Massenproduktion, halt Bio und für den Konsumenten schön teuer.
Was kann ich als konsument machen : kaufen, wenn es wie im artikel steht xfach sonderregelungen gibt. Da ist ja wohl auch die politik gefragt, gesetze so zu formilieren, dass nicht jeder europ. bauer etwas anders machen kann und ein biorind ins freie kann - unabhaengig von groessen der betriebe.
mindestens zwei Fleischer nennen, wo Sie tadellos produzierte Ware bekommen. Ein 'Herr Hofstädter' kann im Radio noch so sehr auf seine Qualität pochen, Tonnenweise steht diese nicht zur Verfügung. Auch beim 'Sorger' in Frauental habe ich schon ausländische Lkw anliefern sehen. Ab einer gewissen Größe ist Schluß mit Lustig.
Wir hier holen zweimal die Woche beim Bauern im Ort die Milch, bei seinem Nachbarn wird einmal im Monat geschlachtet, dann gibt es Wurst, Leberkäse, Leberwurst, usw. Ein anderer Bauer hat hier gutes Gemüse, zwar nicht immer aber saisonal und lokal. Und (Apfel)säfte zweimal im Jahr aus der Gegend von Puch bei Weiz.
Ich brauche keine Bio-Siegel, ich kaufe das was die Bauern selbst essen - und die sind nicht blöd und essen keinen Mist.
Was wir noch von den Supermärkten holen ist von ehemals 100 Euro in der Woche auf 30 bis 40 Euro im Monat geschrumpft.
Bei den Bauern ist es nicht günstiger, aber es schmeckt uns besser und es ist nachhaltiger. Das Geld bleibt in der Region und fließt nicht zu REVE in Deutschland.
Nicht so bös gemeint aber ist dein Nachbar eine Fabrik?
Der hat die Einrichtungen um Tiere zu Schlachten und gleichzeitig in Mengen Leberkäs, Wurst, Streichwurst und anderes herzustellen?
Die Haltung und aufzucht der Tiere ist dann aber schon wo anders oder?
Naja klingt super, nur auto werd ich mir dafür trotzdem keins kaufen.
Deine Frage ist interessant. Deine Frage zeigt das wir(du) bereits so Industriegläubig sind, das wir davon überzeugt sind das man eine Fabrik benötigt um z.B. Leberkäse herzustellen.
Der Schweinebauer von dem ich rede, ist gelernter Metzger und hat auf seinem Hof eine komplette Metzgerei und arbeitet dort mit Unterstützung eines Tierarztes und unter Einhaltung aller hygienischer Standards.
Und um Leberkäse zu machen benötigt man nur ein paar größere Maschienen, um das Bret (oder wie immer das heisst) nicht per Hand rühren zu müssen, aber man benötigt keine Fabrik.
Meine Großeltern haben früher noch Wurst usw. von Hand gemacht. Glaub mir, das Schwein kommt auch nicht aus der Fabrik. Das könnte auch im Wald überleben ;-)
dann bleiben die Schweinefabriken auf ihrem unter Tierqual produzierten Mist sitzen und die armen Rinder, welche zwischen Geburt und Transport zum Mega-Schlachthof keine Wiese zu sehen bekommen, werden unverkäuflich. Saisongemüse kaufen und Produkte aus fernsten Ländern boykottieren. Ich mach es schon lange und mir geht nichts ab!
Stellen sie sich vor 1 million staedter fahren am wochenende ins nachbar bundesland ihre frische milch holen. Das schwierige ist ja die logistik. Die ernaehrung von menschen eines mini dorfes ist das eine, in groesseren regionen etwas anderes. Sicher klein produzenten der region staerken. Aber was ist mit den x klein betrieben, die ihre rinder am beton stehen lassen duerfen, ein bioschild am holztor haben und auch die verladelkw der schlachter warten. Das ist auch dorfidylle.
Hast Du meine Überschrift nicht gelesen oder nicht verstanden?
Abgesehen davon hat das Eine nichts mit dem Anderen zu tun. Man muß Tiere nicht quälen. Man kann nur nicht Fleisch produzieren zu dem Preis den der Konsument zu zahlen bereit ist, ohne Tiere zu quälen.
Für mich sind die Bauern nur Getriebene der Kaufkraft der Konsumenten. Aber im Grunde verstehe ich davon nichts, weil wir uns hier seit Jahren nicht mehr in Supermärkten ernähren. Daher kann ich auch nicht mitreden über den "Schmäh". Ich kann nur sagen wie wir uns vor dem Schmäh entzogen haben, aber ohne einer Forderung. Es darf jeder selbst entscheiden wo er wohnt. Wenn Leute gern in der Stadt wohnen, dann akzeptieren sie die Supermärkte. Es ist ja deren Entscheidung!
Sich darüber zu echauffieren, dass Bio-Brot nicht von schwieligen Bäckerhänden im Lärchen-Stüberl geknetet wird, halte ich für relativ lächerlich und naiv.
Ich sehe hier weniger einen "Bioschmäh" als einen "Werbungsschmäh" - der im übrigen in der Vermarktung von konventionellen Lebensmitteln nicht weniger dreist die realitätsfremdesten Bilder malt.
Bio heißt nicht automatisch vorindustrielle Produktionsmethoden, sondern nur, dass die Auflagen in Punkto Tierhaltung, Pestizideinsatz, Futtermittel etc. strenger sind.
Wer darüber enttäuscht ist, dass sein Bio-Schnitzerl nicht von einem zu Tode gestreichelten Schweinderl kommt, soll nicht über den "Bioschmäh" jammern, sondern seinen Fleischkonsum überdenken.
ich habe ein wenig Info gesucht:
Klaus Werner-Lobo (Schwarzbuchautor) schrieb:
„An diesem Buch werden viele schwer zu schlucken haben, die sich ihr gutes Gewissen bequem im Supermarkt kaufen wollten. Für alle, die sich nicht täuschen lassen wollen, ist es eine unverzichtbare Informationsquelle.“
Hans Weiss (Schwarzbuch Markenfirmen):
„Ein wichtiges Buch! Anschaulich und präzise werden die Bio-Schmähs von Billa, Hofer, Spar und Co. entlarvt. Man staunt und schaudert.“
Menschen lassen sich eben gerne bleden. Wenn Bio draufsteht, erzeugt das ein besseres Gefühl, es beruhigt und befriedigt viele Menschen, weil sie etwas Gesundes gekauft haben. Das Produkt an sich muss jedoch nicht besser sein. Es verhält sich so wie mit Functional Food (zB Kaugummis mit Magnesiumzusatz): der Kunde ist einfach zufriedener und erkennt einen Mehrwert, wenn er Bio kauft. Für mich sind die Bio-Kriterien aber generell viel zu lasch. RICHTIG Bio sieht nämlich anders aus. Aber sobald die Bio-Ware Überhand nimmt, verliert Bio ohnehin wieder an Bedeutung.
Kinder, die grade entdecken, dass in der Werbung manches überzeichnet wird?
Nicht mehr geeignet ab 14 Jahren, wenn man dann schon versteht, dass trotzdem ein Ja Natürlich Produkt immernoch besser ist als ein holländisches Glashausgemüse, obwohl das Schweinderl gar nicht echt reden kann?
aber in der Rinderhaltung ist die Kettenhaltung mittlerweile verboten. Für Kleinbauern gibts eine Übergangsfrist von ein paar Jahren, die aber recht bald ausläuft.
Ok, ich habs gegoogelt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Anbindestall
tja, wenn die leute sich nicht zu schade wären, dann könnten sie sich in ihren gärten selber gemüse anbauen.
und was die stadtbewohner angeht, da bin ich jetzt mal genauso egoistisch wie sonst die städter, wenn es um die autobenützungsgewohnheiten der landbevölkerung geht.
Kein Problem, dann aber auch keine "technischen" Errungenschaften für die Landbevölkerung.
Das alles wird ja auch nicht am "Feld" angebaut.
<Ironie off>
Keine Ahnung warum sich Land- oder Stadtbevölkerung immer gegenseitig verbal an den Hals gehen müssen - wo doch jeder von jedem profitiert und unterschiedliche Lebensweisen halt auch klarereweise unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen müssen.
sagen sie mir eine technische errungenschaft, die ohne ländliche ressourcen auskommt? oder haben die wiener auch denn erzberg gekauft?
aber sie haben völlig recht, dass land und stadtbevölkerung sich gegenseitig schätzen soll. in langjähriger forentätigkeit habe ich jedoch noch nie verständnis dafür bekommen, dass ich als landbewohner auf mein auto angewiesen bin.
Wenn Sie WIRKLICH mit dem eigenen Gemüsebeet und den alternativen Anbauten der Nachbarn (zum Tauschen) auskommen sollten, bräuchten Sie jedoch gar kein Auto.
Sollten Sie mit dem Auto aber in die Stadt zum Arbeiten fahren, wären Sie jetzt allerdings ein wenig inkonsequent in Ihrer Argumentation. ;-)
Ist halt alles miteinander verwoben - des einen Vorteil, des anderen Nachteil.
Den Städtern fehlt die "Landluft" und die Stille.
Den Landbewohnern fehlen die Arbeitsplätze.
Die Städter haben dafür Infrastruktur satt,
die den Landbewohnern halt oft fehlt.
Dafür haben Sie die Stille, die Landluft und Ihr Beet.
Während "zusätzliche" Autos in der Stadt halt noch schlechtere Luft und noch mehr Lärm produzieren.
usw.
Einfache Antwort: Weil es den Kindern, die dazu posten, super gefällt.
Darum lesen Sie morgen den Superartikel: "Maa voll arg, Vorstand hat Fehlentscheidung getroffen und kassiert trotzdem"
Und übermorgen: "Bist du gelähmt es gibt Lokale wo das Rauchverbot nicht eingehalten wird"
Und über über morgen: "Ma na he wenn die Sunn wegg is, is glei wieder frisch"
what did you expect? Snowwhite?
Hier mit Pauken und Trompeten einen Papiertiger zu zerreissen mag zwar der Quote dienen, aber was für eine Aussage sollte denn getroffen werden?
Ja, es ist gut hinzuweisen, dass der Gesetzgeber in Ö der Agrarlobby ein paar "Sonderregelungen" zugestanden hat.
Auch dass Mainstream-Produktlinien bedeuten, dass die Preise für die kleinen Bio-Betriebe nicht mehr rentabel sind ist eine bittere Erkenntnis.
Andererseits ermöglicht der Einzug des "Bioschmähs" in Großbetrieben hier doch klare Verbesserungen in der Produktion. Dass trotzdem nicht jeder Kuh der Euter händisch massiert wird, ist aber so überraschend auch nicht.
Also was nun, alles beim Bauern ums Eck kaufen wird nicht gehen, also eh egal?
Beleidigung meiner Intelligenz.
Da die Werbung scheinbar bei den Leuten gut rein geht, sagt das auch sehr viel über die Intelligenz der breiten Masse aus. Auch Wahlen zeigen 1:1 das selbe Bild der geistige Zurechnungsfähigkeit und schlichten Denkweise der Leute im Land.
Sagt mir der Hausverstand!!
Sonst könnte man meinen:
Da kommt ein junger, recht zartbeseiteter Agrarökonom (http://www.facebook.com/cgarvay) drauf dass nicht mehr wie vor 20-30 Jahren Individualisten mit ihren kleinen Bio-Bauerhöfen Millionen mit Bio-Nahrungsmittel versorgen können und nennt seine Recherche dann "Der große Bioschmäh" und gibt so (ungewollt) den wirklich grauslichen Produzenten und den "Geiz-ist-geil-Konsumenten" Auftrieb!
DANKE - AUCH AN DEN STANDARD !!!
Ich backe mein Bio-Brot selber. Aber nicht mit handgeknetetem Teig, und nicht in einem holzbeheizten Backofen, sondern mit einem autom., elektr. Brotbackautomaten. Ist mein Brot jetzt noch Bio???
Freunde, Bio ist nicht Esoterik und Chemie ist nicht giftig. E 220 im Wein, das ist Natur, was dazu, SO2, geht doch, ist noch immer Bio. Steht eh drauf: enthält Sulfite. Und da traust dich noch Blutspenden gehn.
biologisch kann man sehr wohl was quer über den Globus verschiffen... ökologisch ist das kompletter Schwachsinn! Beim Biowahn sollte man auch den ökologischen Aspekt nicht außer Acht lassen und das Ganze etwas gesamtheitlicher betrachten!
Der Bauer des Vertrauens ist immer noch eine der besten Lösungen - und ich kenne persönlich Bauern, die sich, aufgrund des Aufwandes wegen, nicht als Biobauern deklarieren lassen - sich mehr auf das Wesentliche konzentrieren und zudem biologisch-ökologischer arbeiten als man es von Biobauern fordert...
...und ich kenne persönlich Hauptschüler, die sich, aufgrund des Aufwandes wegen, nicht als Maturanten deklarieren lassen - sich mehr auf das Wesentliche - unqualifizierte Arbeit - konzentrieren ...
Klar, wenn einem die Trauben zu hoch hängen, *müssen* sie einfach sauer sein.
handelsmarken von konzernen niemals funktionieren wird und kann!
bio ist eine grundsätzliche einstellung gegen über lebensmittel, mit dem umgang der natur, der tiere aber auch der produzenten. Bio muss im bewusstsein jedes einzelenen menschen stattfinden, dann wird man auch bereit sein entsprechendes zu hinterfragen, zu erfahren, zu erhalten, ensprechendes zu unterstützen und finanzieren, man wird es am ende auch schmecken und an der eigenen gesundheit erkennen. es gibt jede menge bio gütesiegel bei welche man genau das bekommt, man muss sich eben dafür interessieren und auch bereit sein den preis dafür zu bezahlen. wenn es nur darum geht preisunterschiede von 5 - 10% nachzuhirschen wird man nur verarscht - logisch!
...viele davon die grundsätzlich bereit sind gehen eben diese handelsmarken der grosskonzerne auf dem leim...
würde am ende auch bei guter qualität der preis auch wieder stimmen. aber so können in wahrheit nur profitorentierte grossbetriebe existieren, welche lobbies in österreich und in der eu hintersich haben und sich alles richten und die gesunde ehrliche produktion ruiniert. das ist das grundproblem bei der sache.
im "hinterfragen" und sich "dafür interessieren" steckt die lösung!
na klar ist das großindustrie und förderband und fabrikshalle. wer etwas anderes glaubt, wenn er im supermarktriesen einen massen-bio-brotlaib kauft, ist naiv. da wird dann ein anderes mehl verwendet, aber das wars wahscheinlich auch schon mit dem unterschied. trotzdem ist mir ein weniger mit pestiziden belastetes mehl immer noch lieber als das herkömmliche. aber glaubt echt irgendjemand diese werbeidylle??? billiger effekt, das buch so zu nennen und von dieser idylle weg zu argumentieren.
dass es biobauern gibt (viele, sehr viele) die ihren hendeln normales schei**dreckfutter geben und für die biokontrolleure ein paar säcke biofutter zum herzeigen habn.
FINDE ICH SEHR SCHADE !
ich esse BIO weil ich kein genmanipuliertes futter haben will. und keine pestizide.
das das liebe ferkel beim todesstoß nicht glücker sein wird ist schon klar, aber hoffentlich gesünder, bzw. weniger verpestet.
Vom Standard bin ich eigentlich bessere Recherche und mehr Objektivitat anstatt Polemik gewohnt…
Vor Verfassung des Artikels und Aufstellung von Behauptungen wie „Bio oder konventionell - alles eins? Der größte Unterschied sind die Futtermittel, alles andere gleicht sich fast wie ein Ei dem anderen.“ hätten Sie sich wohl besser einmal mit den Produktionsrichtlinien für die biologische LW auseinander gesetzt (http://www.bio-austria.at/biobauern... chtlinien) und neben den Futtervorschriften sicherlich auch noch andere gravierende Unterschiede (Haltungsbedingungen,…) zur konventionellen LW entdeckt.
Ich erwarte mir in Zukunft eine objektivere Berichterstattung!
Strategisch ist der Artikel ja nachvollziehbar - viele Leser, volles Forum. Klar mit dem Titel: Der große Bioschmäh, ist die große Kontroverse vorprogrammiert.
Allerdings wird man aus diesem Artikel nicht wirklich schlau. - Sollte die Autorin wirklich geglaubt haben, dass die Produkte im Supermarkt von Kleinstbauern stammen und jedes Vollkornweckerl mit Liebe und Hingabe in einer Kleinstbackstube geformt wurde - sollte sie ihr persönliche Erkenntnis eher für sich behalten. Ich glaube die Überwiegende Mehrheit ist sich dessen schon bewusst.
Und leider erreicht man mit dieser Art von "Journalismus" wohl eher, dass sich eine "eh alles wurscht - Stimmung" breitmacht.
Dann wird wieder zum schlechtesten gegriffen, statt zum zweitschlechtesten!
Da man davon ausgehen kann, daß genannte Einzelhändler (so genannt, weil es nicht mehr viele von ihnen gibt) auch auf dieser Medienplattform inserieren, wird sich die Kritik in Grenzen halten bzw. in einem kontrollierten (!) Maße allgemein gehalten. Mahlzeit!
insofern hab ich bei dem artikel was neues gelernt!
nichts neues, aber einer bestätigung:
an dem beispiel sieht man sehr gut, wie sich der markt selber reguliert: nur die äußerst notwenigen und mindest- bestimmungen werden eingehalten.
das ist der sich selbst regulierende markt!
Sollen sich halt die Leute die bisher schon zu faul waren sich um ihre Ernährung Gedanken zu machen wieder mal ins Fäustchen lachen. Fakt ist dass bei regelmässigen Tests der Konsumentenschützerorganisationen fast immer alle Nahrungsmittel mit Pestizidcocktails zugeschüttet sind und Bio nicht immer aber fast immer viel besser abschneiden.
das problem ist der handel, der zuviel mitnascht. der konsument kann sich schon dieses biobrot kaum leisten. dass dieses natürlich auch industriell verarbeitet wird, dagegen hat hoffentlich keiner was. auch im fleischbereich sollte eigentlich alles möglich sein ohne verteuerung. der konsument hat ohnehin zu wenig geld für einen einkauf und eine zweiklassengesellschaft will auch keiner, auch wenn sie bereits da ist. auch die moralisierenden ideen der öko-und vegefundis sind unangebracht. es würde alles funktionieren, wenn bestimmte kräfte nicht so viel verdienen würden. ein biobauernhof muss lebensfähig sein und auch die normale landwirtschaft sollte möglich sein mit guten bedienungen fürs tier. das wäre alles möglich
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