Wirtschaftsprognosen

Weltwirtschaft für IWF in gefährlicher Phase

24. Jänner 2012, 18:35
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    foto: apa/martin schutt

    Der IWF zeichnet eine düstere Prognose für die Weltwirtschaft.

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Währungsfonds kürzt auf breiter Front die Prognose - Eurozone sei in einer "neuen gefährlichen Phase", die auf den Rest der Welt ausstrahle

Berlin/Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen wegen der Staatsschuldenkrise im Euroraum und weltwirtschaftlicher Schwächetendenzen auf breiter Front und teils drastisch gesenkt. Für die Eurozone rechnet der IWF in einem am Dienstag aktualisierten Ausblick für dieses Jahr mit einer "milden Rezession" und einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um ein halbes Prozent. Auch für Österreichs wichtigsten Handelspartner Deutschland ist der Fonds vorsichtiger. Er erwartet nur noch 0,3 Prozent Wachstum und damit einen Prozentpunkt weniger als zuvor.

Besonders skeptisch ist der IWF in seinen Prognosen für die Krisenstaaten Italien und Spanien. Etwas ungünstiger als bisher fällt auch der Blick des Fonds auf die globale Wachstumslokomotive China aus. Mit Werten zwischen acht und neun Prozent werde die chinesische Wirtschaft aber 2012 und 2013 immer noch Spitzenwerte erreichen.

Um die Krise im Euroraum einzudämmen, forderte der IWF von den Europäern, vereinbarte Reformen rasch umzusetzen und ihre Rettungsschirme erheblich großzügiger als bisher geplant mit Geld auszustatten. Ländern mit finanzpolitischen Spielräumen wie Deutschland legt er zudem nahe, ihren scharfen Konsolidierungskurs zu lockern, um der Wirtschaft mehr Raum für Wachstum zu geben. Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse mit einer lockeren Geldpolitik und Liquiditätshilfen absichern, dass sich die Finanzprobleme im Währungsraum und in seiner Bankenbranche nicht verschärfen. Aber auch andere Länder müssten ihren Teil zur Stabilisierung der Weltwirtschaft beitragen. Von den USA wird ein mittelfristig ausgerichteter Plan zur Schuldenbegrenzung gefordert, China zu einer Stärkung des Binnenkonsums aufgefordert.

Aufschwung bedroht

"Der weltwirtschaftliche Aufschwung ist bedroht", heißt es in der IWF-Analyse. Zwar würden die meisten Industrieländer wohl eine Rezession vermeiden, die Abschwächungstendenzen seien aber umfassend. Grund sei im Wesentlichen, dass die Wirtschaft im Euroraum "in eine neue gefährliche Phase" eingetreten sei und in eine "milde Rezession" abgleiten werde. Das strahle auf den Rest der Welt aus. Der IWF senkte daher die Wachstumsschätzung für die Weltwirtschaft gegenüber seinem Ausblick vom September drastisch. Mit 3,3 Prozent im Jahr 2012 werde der Zuwachs 0,7 Prozentpunkte geringer als bisher erwartet ausfallen. Auch die Schätzung für 2013 liegt mit plus 3,9 Prozent um 0,6 Prozentpunkte niedriger. Unverändert schätzt der Fonds allerdings die Entwicklung in den USA in diesem Jahr mit einem Plus von 1,8 Prozent ein. Den Ausblick für 2013 nahm er um 0,3 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent zurück.

Am deftigsten fällt die Abwärtsrevision für die Eurozone aus. Deren Wachstumsausblick senkte der Fonds für 2012 um 1,6 Prozentpunkte auf ein Minus von 0,5 Prozent. Und auch der erwartete Zuwachs von 0,8 Prozent im nächsten Jahr bedeutet in etwa eine Halbierung des bisherigen Schätzwerts. Dramatische Einbrüche werden den beiden großen Euroländern Italien und Spanien vorausgesagt. Italien dürfte dieses Jahr laut Fonds auf ein Minus von 2,2 Prozent fallen, nachdem zuletzt noch ein Mini-Wachstum von 0,3 Prozent erwartet worden war. 2013 werde Italien mit 0,6 Prozent in der Rezession bleiben. Ähnlich sieht es für Spanien aus: Für dieses Jahr rechnet der Fonds nun mit einem Schrumpfen von 1,7 Prozent und für 2013 um 0,3 Prozent, Absenkungen um jeweils zwei bis drei Prozentpunkte.

Für den bereits stark nach unten korrigierten neuen Ausblick bestehen laut IWF immer noch viele Abwärtsrisiken. So spricht der Fonds von einem Szenario, das eine Zuspitzung der Schulden- und Finanzkrise im Euroraum zeichnet. Dieses könnte die Schätzung für die Währungsunion noch einmal um vier Prozentpunkte drücken.

Von der Politik rund um den Erdball forderte der Fonds entschiedene und rasche Schritte, um aus der Abwärtsspirale herauszufinden. So müsse die Haushaltssanierung in den meisten Industriestaaten vorangetrieben werden. In Ländern mit finanziellen Spielräumen wie Deutschland sollten die Zügel mit Rücksicht auf das Wachstum in der Welt indes nicht zu sehr angezogen werden. Die EZB sollte zusätzliche befristete Schritte einer geldpolitischen Lockerung gehen und weiter den Finanzmärkten Liquidität zur Verfügung stellen. Zudem müssten die Rettungsfonds ESM und EFSF mit ausreichend Mitteln ausgestattet werden. Beim Thema Bereinigung der Bankenbilanzen im Euroraum warnte der Fonds, den Risikoabbau zu sehr zulasten von Krediten vorzunehmen. Die Banken müssten zusätzliches Kapital erhalten. (APA/Reuters)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 162
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europa fassen
02
25.1.2012, 13:49
Jetzt schallen wieder die gewohnten Töne beim IWF,

nachdem Strauß-Kahn mittels gekauftem Zimmermädchen skandalisiert wurde.

Ist schon jemandem aufgefallen, dass recht bald nachdem Strauß-Kahn zur Überraschung aller begann, gegen die Ungleichheiten im Finanzsystem zu wettern (April 2011), er in einen Sexskandal (Mai 2011) verwickelt wurde?

Die Finanzmafia will keine neuen Verhältnisse!!

also
01
25.1.2012, 13:28
"die Banken müssten zusätzliches Kapital erhalten..."

damit sie weiter spekulieren können, oder??
Die Banken sollen sich auf ihr Kerngeschäft besinnen, nämlich mit dem Geld ihrer Kunden sorgsam umzugehen und erträgliche Zinsen verrechnen und nicht nur mit diesen geizen...

Robert Fien
00
26.1.2012, 04:05
die Banken sollten einfach verstaatlicht werden und der Gemeinschaft dienen

mensdorff pfui...
03
25.1.2012, 13:18
Weltwirtschaft für IWF in gefährlicher Phase

- meine damen und herren - es reicht.

stellt endlich ein neues internationales wirtschaftssystem auf die beine.

higgs - wozu?
01
25.1.2012, 13:45

zuerst mal ein funktionierendes geldsystem, denn das ist die basis der wirtschaft - wenn das geldsystem passt, pendelt sich die wirtschaft zwangsläufig ein und kann wieder der bedürfnissbefriedigung der menschen dienen, und nicht dem erhalt eines perversen geldsystems.

inbressitte
01
25.1.2012, 12:42

Der IWF erinnert mich an die "Raupe Nimmersatt". Kennt die noch wer ? ...achja eine neue Super-Krise kommt auch wieder. Da müssen wir sparen und wachsen und neue Schulden machen. Ich freu mich!

Der Steuerzahler1
03
25.1.2012, 12:11

Solange den Banken keine strikten gesetzlichen Grenzen gesetzt werden was sie mit den Steuergeldern, die von uns allen zur Kapitalaufstockungwieder und wieder zur Verfügung gestellt werden sollen, machen dürfen und was nicht, ist das ein Fass ohne Boden.

Die Schnecke
00
25.1.2012, 11:59
börsen sprechen andere sprache

und warum ist dann auf den Börsen doch alles relativ eitel wonne?

Das muss mir mal jemand erklären. Die Meldungen passen doch da überhaupt nicht zusammen

also
01
25.1.2012, 13:36
weil weiter spekuliert wird, was das Zeug hält,

so schafft man wieder virtuelle Werte, welchen keine realen gegenüber stehen - ein neuerliches Aufblasen von gefährlicher Luft...

CEEIT
01
25.1.2012, 12:22
Weil es eine Liquiditäts-Hausse gibt oder

eine Rettungsgeld- und Kriseninflation. Das Geld sucht Sachwerte wie Immobilien, Gold und vc.a. auch Aktien anstatt Anleihen.

Rudolfo Karellowitsch
01
25.1.2012, 11:42
Im Grunde haben wir hier im Herzen Eurpoas die gleichen Verhältnisse

wie z.B. in Ägypten zur Zeit Mubaraks. In beiden Fällen müssen sich die Mächtigen hinter ihrem Militär verstecken, weil das Volk mit Ihnen nicht mehr zurecht kommt?

Wie lange dauert es noch, bis der europäische Frühling einsetzt und wir diese Schmarotzer, Banker, Politiker aus dem Land jagen, die uns nur aussaugen und nicht für uns dienen, obwohl wir sie fürstlich bezahlen?

strike_back_mw3
00
25.1.2012, 13:17

hmm, hab mich auch schon gefragt wovor die so große Angst haben dass die 5000 Soldaten der schweizer Armee zum Schutz benötigen. Unsere Bevölkerung verzeiht der Politik viel aber wenn die Politik nur mehr für die Finazmärkte arbeitet und alles auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen wrid dann endet selbst diese Geduld irgendwann.

sociovation
00
25.1.2012, 11:10
Die Weltwirtschaft ist vor allem durch die "Leistungen"

vieler der dort Anwesenden in einer gefährlichen Phase.
Mal schauen, ob sich die Bildungsferne jener Schichten etwas verreingern lässt...

cantanto
00
25.1.2012, 11:06
Und hier wieder die tägliche Meldung (wie immer ganz rechts oben auf der Startseite)

zur Verstärkung der Angst und Unsicherheit - im Auftrag und durch Bezahlung der Bilderberger...

Lachhaft und bei immer mehr Menschen vollkommen unwirksam!

nomad13
00
25.1.2012, 12:01
Klaro - aber dass die Afffen bereits

eine kleine Entwertung in Aussicht stellen - steht
da nicht (knapp unter der 50PRozent Marke wird dass dann werden - der private FEDClan arbeitet jetzt Punkt für Punkt bis zum Ende ab (Punkt 4 von 5 bald erreicht) - dass heisst so dass die rich die Sachwerte noch einverleiben können)
Was glaubst denn? -Der War 4 Mosssadladen lenkt dann erst richtig ab. Timing - meinlieber
LOL

Marth
04
25.1.2012, 11:02
Dieser IWF ....

Meine Lieblingswörter 2011/2012: Sparen, Wachstum, Schulden, Pump. Jaja, jetzt wissen wir es schon.
Es ist wirklich spannend, wie sich das Forum jede Woche auf fast die gleiche Schlagzeile repliziert.
Aber jetzt hätte ich doch mal ein paar andere Fragen. Warum findet der IWF die USA so super? Wegen der Verschuldung oder wie?
Schulden müssen runter, ja ok. Braucht man auch nicht jeden Tag aufs neue ausrollen. Aber mal eine Frage: Wie sollen bitte Zinsgewinne entstehen, wenn keiner keinem was schuldet? Was macht denn dann der Finanzsektor?
Warum, wenn nicht wegen Schulden, brauchen wir heute in Industrienationen dauernd ein möglichst hohes Wachstum?

saison
06
25.1.2012, 10:14

"Die Wirtschaft hat nicht die Aufgabe, Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil. Die Aufgabe der Wirtschaft ist es, die Menschen von der Arbeit zu befreien."

Werner Götz

higgs - wozu?
03
25.1.2012, 11:09

so ist es, und damit das funktioniert muß die basis der wirtschaft passen, und die basis ist das geldsystem - unser geldsystem bewirkt genau das gegenteil: es zwingt die wirtschaft zu wachstum, das wachstum zwingt die menschen in die vollbeschäftigung bis hin zur sklaverei - und somit ist der auslöser für diese wirtschaft, die nicht mehr der bedürfnissbefriedigung der menschen, sondern nur mehr dem erhalt des geldsystems dient, an genau diesem geldsystem festzumachen.

isengart
00
25.1.2012, 14:18
Die Basis der Wirtschaft...

...ist nicht die Geldwirtschaft, sondern die Realwirtschaft. Bei allen Diskussionen sollte das nie vergessen werden und es sollte auch nicht darauf vergessen werden, dass jede Geldwirtschaft letztlich von der Realwirtschaft abhängig ist. - Worauf will man denn spekulieren, wenn nicht auf Rohstoffe für oder Produkte der Realwirtschaft?

seid's denn alle deppat?
03
25.1.2012, 10:46
Danke!

Lukas Paier
51
25.1.2012, 10:11
Europa vor dem Abgrund

Europa muss sich teilweise neu erfinden. Hohe Arbeitslosigkeit und massive Strukturprobleme in den Südländern (die fast keine Exportindustrie haben) sind wohl keine vorübergehender sonder anhaltender Zustand auf den wir uns einstellen müssen.

Auch bei uns ist unser Reichtum auf Schulden aufgebaut und auf die Frage "wer hat den über seine Verhältnisse gelebt" ist die einzig wahre Antwort: WIR ALLE (Oma, Opa, Mama, Papa und jeder selbst). Der Staat (wir) finanziert seinen Bürgern (uns) mehr, als er (sie) sich leisten können - und das seit zig Jahrzehnten. Irgendwann ist das Ende erreicht und der Wohlfahrts-Überkonsum der einen Generationen muss von anderen "abgearbeitet" werden.

www.anleitung-zum-reichtum.com

buena1vista1
00
25.1.2012, 12:32
Unser "Reichtum"?

bei 1 Million Armen bzw. armutsgefährdeten Menschen in Österreich eine gewagte Aussage.

tramezzino
00
25.1.2012, 10:26

ist bekannt - und auch den politikern. trotzdem machen sie weiter versprechungen und lügen, was das zeug hält, obwohl man die wahrheit erwarten darf.

Soldman Gachs
00
25.1.2012, 09:52
Poll: 48% see europe as poor investment!

live from davos!

zimbo
 
10
25.1.2012, 09:39
Man sollte die Lesitungen an diese Parasiten massiv reduzieren.

Weltbank: Europäer arbeiten nicht genug

Eines der größten Probleme Europas ist einer Studie der Weltbank zufolge die geringe Lebensarbeitszeit und die daher sinkende Produktivität.

„Die Europäer arbeiten weniger Stunden pro Woche, weniger Wochen pro Jahr und weniger Jahre ihres Lebens als Arbeitnehmer in anderen Regionen der Welt“, heißt es in der gestern veröffentlichten Studie mit dem Titel „Goldenes Wachstum: Wie das europäische Wirtschaftsmodell seinen Glanz zurückbekommt“.

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