Bürgernähe in Wien

Hektischer Amtstag am Meidlinger Bezirksgericht

24. Jänner 2012, 17:19

Auffällig viele Exekutionsverfahren im 12. Bezirk - Im Erdgeschoß des Gerichtsgebäudes kann man im Secondhand-Shop Wertsachen verkaufen

Wien - Einkaufszentrum, U-Bahn-Station, Verkehrshölle, der Wienfluss und die Mutter aller Discos, das U4 - das Bezirksgericht Meidling in der Schönbrunner Straße liegt mitten im Leben. Bis zu 150 Menschen nutzen jeden Dienstagvormittag den hiesigen Amtstag, um bei den zwölf Richtern und zehn Diplomrechtspflegern Klagen und Anträge einzubringen oder Erklärungen zu Protokoll zubringen. Die Bandbreite reicht von Scheidungen und Obsorgestreitereien bis hin zu kleineren Straf- und Zivilverfahren.

Im langen Gang sitzt ein junger Mann, der gerade im Secondhand-Geschäft im Erdgeschoß seine Uhr verkauft hat. Mit dem Erlös will er die Aufschiebung einer Exekution erreichen. Diese Hoffnung begleitet viele herauf in den fünften Stock des Gebäudekomplexes, in dem das Bezirksgericht für den 12. Bezirk untergebracht ist. "Meidling hat 87. 000 Einwohner, pro Jahr haben wir es hier mit mehr als 18.100 Exekutionsverfahren zu tun", schildert Gerichtsvorsteher Oliver Scheiber eines der auffälligsten Probleme. Dazu kommen jährlich unter anderem 8263 Zivilverfahren (bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro), 965 Verlassenschaftsverfahren, knapp 500 Strafverfahren und mehr als 200 Scheidungen.

39 Standorte schon gestrichen

Beim Amtstag können Menschen direkt in Kontakt mit der Justiz treten, eine Vorsprache ist kostenlos. Was beim Amtstag nicht geht: allgemeine Rechtsberatung, Überprüfung von Verträgen, komplexere Anzeigen. Personen, die bereits anwaltlich vertreten sind, können am Amtstag keine "zweite Meinung" einholen.

Für Gerichtsvorsteher Scheiber ist der Amtstag die Verwirklichung der sprichwörtlichen Bürgernähe. Er rechnet nicht damit, dass Meidling von der geplanten Zusammenlegung von Bezirksgerichten betroffen sein wird. Über die politische Entscheidung zu einer schlanken Verwaltung will er sich kein Urteil anmaßen.

Nicht die erste Sparwelle

Es ist jedenfalls nicht die erste Sparwelle bei Bezirksgerichten, erst vor wenigen Jahren wurde österreichweit von 180 auf derzeit 141 Standorte reduziert. Dort, wo die Bezirksgerichte gestrichen wurden, werden regelmäßig sogenannte Gerichtstage abgehalten.

Neben dem Dauerbrenner Kinderobsorge registriert Familienrichterin Romana Fritz zunehmende Anfragen zur Sachwalterschaft. "Menschen werden immer älter und brauchen dann eben Hilfe", meint sie. Wenn notwendig, auch gegen die Sachwalter. (Michael Simoner, DER STANDARD, Printausgabe, 25.1.2012)

Kommentar posten
22 Postings
doom pedro
01
26.1.2012, 11:45
NO SLEEP TIL MEIDLING

Sonja P.
00
STRAIGHT OUTTA MEIDLING!

Ohne Gurt im Ionensturm
10
25.1.2012, 12:05

Na gottseidank sind die Exikutionen zurückgegangen.

Rene Stangeler
182
24.1.2012, 19:44
Wird demnach wenige Meidlinger geben

die noch keine Exekution hinter sich haben (87.000 Einwohner, 18.100 Exekutionsverfahren pro Jahr). Wird sicher Mehrfachbankrotteure geben aber irgendwann kommt wohl jeder dran.
200 Scheidungen im Jahr ist recht wenig. Liegt wohl daran dass für Moslems Scheidungen haram sind.

hel_di
01
Exkution heisst nicht zwingend Zahlungsunfähigkeit

zur Kalrstellung: Eine Exekution zu haben heisst nicht notwendigerweise, dass man zahlungsunfähig ist sondern nur, dass (mit teilweise windigen Belegen) versucht wird Geld, das nach dem Wirksamwerden eine Zahlungsbefehls einzutreiben. Manchmal handelt es sich dabei um Verfahren, wo man um eine Einspruchmöglichkeit zu einer Verhandlung zu bringen den ZB wirksam werden lässt.

o.u.
01
25.1.2012, 14:29

wenn eine Person zahlungsunfähig wird, wird sie mehrere Exekutionsverfahren am Hals haben (Handy, Bank, Kreditkarte, Elektronikladen, Möbelladen, Strom/Gas, Miete, etc) da kommt man locker pro natürliche Person auf 10 Stück... wenn Firmen Konkurs anmelden hängen da noch die ganzen Gläubiger dran (da zählt dann jeder einzeln als Exekutionsverfahren) ... soviel zu Ihrer Rechnung

net-diver
 
02
25.1.2012, 13:36
Ja...

... klar. Die Österreicher sind Bankrotteure und die Moslems können sich nicht scheiden lassen.

Eine einfache Welt haben Sie sich da gebastelt.
Inkompetent und infantil, aber dafür einfach.

cgau
02
25.1.2012, 11:57
lieb.....

ich finds immer besonders unterhaltsam, wenn menschen wie Sie, durch das verwenden von insiderausdrücken ("haram"), versuchen den eindruck besonderer kompetenz zu erwecken und damit souverän scheitern, weil sie offensichtlich doch keine ahnung haben....

Rene Stangeler
50
25.1.2012, 17:30
Also bei mir hier in Ottakring

ist "haram" schon lange kein Insiderausdruck mehr.

net-diver
 
01
26.1.2012, 13:31
Dann...

... verwenden Sie diesen Ausdruck auch richtig und stellen nicht irgendwelche obskuren Behauptungen auf.

Ätzend
00
25.1.2012, 11:29
Ein wenig verkehrt, Ihre Welt.

Scheidungen sind ausschließlich für Katholiken "haram". Dass 99% der Katholiken schlicht und einfach Heuchler sind, ist eine andere Sache. Und die Exekutionszahlen betreffen natürlich fast alle Mehrfachbankrotteure. Entweder kann und will man seine Rechnungen zahlen, dann wird man nie exekutiert, oder man kann nicht, dann häuft es sich schnell.

Dirty Sanchez i.R.
 
02
25.1.2012, 10:31
Im islam

ist eine Scheidung eigentlich ureinfach (für den Mann), es reicht, bei drei Gelegenheiten "ich verstoße Dich" zu sagen. Führt Ihre Theorie somit ad absurdum.

Rene Stangeler
30
25.1.2012, 17:32
Umso schwieriger für die Frau

Dass sich Moslemmachos nicht scheiden lassen (wozu auch,?) liegt auf der Hand. Die Frau hat sowieso zu kuschen.

Dirty Sanchez i.R.
 
01
25.1.2012, 21:24
Wozu?

Nun, um sich, wenn die Mitgift verpraßt und die Frau gealtert ist, Nachschub zu holen.

Bundesministerium für Jenseitige Angelegenheiten
05
25.1.2012, 08:18

woher haben Sie denn die information, dass scheidungen im islam verboten wären?

Bonair
02
25.1.2012, 06:08
Liegt wohl daran dass für Moslems Scheidungen haram sind.

Personen mit islamischem Religionsbekenntnis machen ca. 10% der Bevölkerung Meidlings aus - wenn Ihre "Theorie" stimmt, dann dürfte es im 12. praktisch keine Hochzeiten von Nicht-Moslems geben.

OliM
55
24.1.2012, 18:26

war Rechtspraktikant im Zuge meines Gerichtsjahres dort, eine lustige Zeit wars :)

Christoph Smaul, formerly known ass
 
00
25.1.2012, 21:27

Ja lustig gell..

Herr Breuer
21
25.1.2012, 13:52
Ich war mal in Meidling auf einen Kaffee

Herr Wichtig

OliM
00
26.1.2012, 21:14

Herr Neid

Re?ersi
00
25.1.2012, 14:28
Ich auch.

Im Café Raimann. Gmiatlich dort, aber was fehlt ist eine Bar oder ein Tresen. Wobei das dann wieder Sitzplätze kostet. Aber alles kann man halt nicht haben...

I make things
00
26.1.2012, 09:13
ja

auf der philadelphiabrücke bin ich auch schon ausgestiegen, im zuge saß auch noch ein typ und hat witze erzählt, eine lustige Zeit wars

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