Schäden in Millionenhöhe

Frächterprotest legt Fiat lahm

24. Jänner 2012, 15:20

Rom - Der Frächterprotest, der seit Montag für chaotische Zustände in Italien sorgt, trifft die Autogruppe FIAT hart. Wegen Engpässen bei der Lieferung von Rohstoffen musste die Produktion in den Werken des Autobauers in ganz Italien eingestellt werden. Der Kaufleuteverband Confcommercio warnte, dass es zu Problemen bei der Lieferung von Lebensmitteln kommen könnte.

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti klagte über Schäden in Höhe von 50 Mio. Euro pro Tag mit verderblichen Lebensmitteln, die nicht geliefert werden konnten. Täglich seien 525.000 Tonnen Landwirtschaftsprodukte mit Lkw unterwegs, zehn Prozent davon seien verderblich.

Spontan organisierte Frächter blockierten auch am Dienstag wichtige Knotenpunkte auf dem Autobahnnetz von Norden bis Süden, indem sie ihre Fahrzeuge vor Mautstationen quer stellten. Dabei kam es zu erheblichen Problemen bei der Versorgung von Treibstoff. Die Fernfahrer wollen bis Freitag streiken. Eine zwangsmäßige Arbeitseinberufung der protestierenden Fernfahrer wird vom Innenministerium nicht ausgeschlossen.

"Das Lkw-Transportsystem erdrosselt Italien. 80 Prozent der Waren wird mit Lkw geliefert, nur fünf Prozent per Bahn, das ist ein lächerlicher Prozentsatz für ein modernes Land", kommentierte Italiens Umweltminister Corrado Clini.

Innenministerin Anna Maria Cancellieri warnte, dass der Protest entarten könnte. Medien berichteten von Handgreiflichkeiten zwischen Lkw-Fahrern und Kollegen, die sich nicht der Sperre anschließen wollten. Der Frächterstreik wurde von einem Unfall überschattet. Ein demonstrierender Fernfahrer wurde unweit der Stadt Asti in der norditalienischen Region Piemont von einem Lkw mit einer deutschen Fahrerin am Steuer überfahren. Über den Unfall wurde eine Untersuchung in die Wege geleitet.

Italiens Gewerkschaftschefin Susanna Camusso appellierte für ein sofortiges Ende der Straßenblockaden. "Man darf nicht die Rechte der Bürger verletzten. Die Straßen müssen geräumt werden", kommentierte Camusso, Chefin des Gewerkschaftsverbands CGIL. Mit ihrer Aktion protestierten die Frächter gegen hohe Benzinpreise, zunehmende Mautgebühren und Versicherungsbeiträge. Sie verlangten hinzu Maßnahmen zur Unterstützung des Transportwesens. (APA)

wn7539
00
25.1.2012, 07:11
Welcher Appell

Italiens Gewerkschaftschefin Susanna Camusso (CGIL) genauso wie ihr Vorgaenger Epifani sind immer die Ersten gewesen die mit der "Streikfahne herumgefuchtelt" haben.

Jetzt ist sie dagegen - na klar, der Streik wurde ja nicht von ihrer Gewerkschaftsfraktion ausgerufen - und somit kann sie sich bei einer evtl. Einigung nicht im Erfolg "sonnen".

Wenn man die Schaeden der sinnlosen Streiks seit Mitte der 70er Jahre (einige waren durchaus berechtigt) zusammenrechnet - Italien koennte eines der reichsten Laender der EU sein

flotter denker
00
24.1.2012, 18:24
Kann man diese Protestler nicht fuer die Schaeden

die sie anrichten zur Verantwortung ziehen?
Brecht doch endlich all diesen gewaltbereiten Vereinigungen das Genick!

so so ....
00
24.1.2012, 16:44

Solange es solche Idioten gibt ...

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