Uni Wien

Kritik an Schließung der Professur für Politische Bildung

24. Jänner 2012, 14:04

Nach drei Jahren wird die österreichweit einzige und erste Professur für Didaktik Politische Bildung wieder geschlossen

Wien - Nach drei Jahren soll die österreichweit erste und einzige Professur für Didaktik der Politischen Bildung an der Universität Wien geschlossen werden. Wie die Uni am Dienstag angab, habe man sich "intensiv bemüht", die Professur zu besetzen, werde sie nun aber in Abstimmung mit der Fakultät Philosophie und Bildungswissenschaft nicht neu ausschreiben. In einer Aussendung wertet der Vorstand der IG Politische Bildung (IGPB) das als "schweren Rückschlag für die politische Bildung" und fordert den Fortbestand oder die Übersiedelung im Rahmen der Reform von Lehramtsstudiengängen.

Kritik von IG Politische Bildung

2008 gegründet, sollte die damals auf zwei Jahre befristete Professur Methoden zur Vermittlung von Politischer Bildung an Schulen untersuchen und Lehrer besser vorbereiten. Die Bedeutung der Professur ergebe sich "aus den erheblichen Mängeln in der wissenschaftlichen Grundlegung politischer Bildung in Österreich", vor allem im Bereich der Lehrerausbildung, so die IGPB in einer Stellungnahme. Auch über die Universität hinaus sei sie "für die Entwicklung der politischen Bildung in Österreich von großer Wichtigkeit".

Dass die Einrichtung im Rahmen der Demokratieinitiative der Regierung vom Wissenschaftsministerium zusätzliche Mittel erhalten hatte, schürte die Erwartung, "dass die Universität Wien über eine zweijährige Startphase hinaus für eine dauerhafte Einrichtung und Besetzung der Professur sorgen würden". Wie nun aus dem Entwurf des Entwicklungsplans der Uni von 2013 bis 2015 hervorgeht, wird es dazu vorerst nicht kommen. (APA)

question me
01
25.1.2012, 13:28

wie blöd gedacht!

das war eine sehr praxisorientierte forschungseinrichtung und als eigenständiges institut wichtig. pol-bildung muss im lehramt auch abseits von geschichte gemacht werden und genau das wurde gemacht. wolfgang sander hat das sehr einfühlsam und fachübergreifend gemacht.

Zitronenbaum
00
25.1.2012, 11:03

Sehr schade. /:
Übrigens auch schade: an unseren Schulen wird Politische Bildung (und Recht) erst erschreckend spät unterrichtet. Dabei geht es in diesem Unterricht gerade um solche Sachen wie zB wie der österreichische Staat aufgebaut ist.

EquinoxOmega
00
25.1.2012, 16:50
wenn überhaupt

In meinen GSK Unterricht hatten wir, praktisch nur Geschichte. Die einzige Stunde politische Bildung hatten wir in der 8. Klasse, kurz vor einer Nationalratswahl. Von Recht habe ich zumindest in der Schule überhaupt nichts gehört.

CassiV
00
25.1.2012, 10:56

Erschreckend... Die Professur an sich wäre mal eine gute und durchaus notwendige Sache angesichts dessen, was man in Österreich oft findet. Es scheint nicht gewünscht, dass tatsächlich über Politik und Programme nachgedacht wird...

ubu roi
11
25.1.2012, 09:48

klingt wie eine vorleistung für die blaue regierung(sbeteiligung).

1992
02
24.1.2012, 20:47
kein zufall

kein zufall, wenn ein vizerektor sich selbst als der beste experte in dem bereich sieht und alles abdreht, was ihm nicht passt.

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