Klagenfurt/Wien - Der ehemalige Vorstand der Kärntner Hypo,
Günter Striedinger, ruft den Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte an. Er will sich mit dem Nein der heimischen Instanzen
zu den von ihm geforderten Ermittlungen gegen die CSI-Hypo nicht
abfinden, wie die "Wiener Zeitung" in ihrer Dienstag-Ausgabe
berichtet. Er sieht sich als "Bürger zweiter Klasse".
Striedinger hatte CSI-Anwalt Guido Held angezeigt, er fühlte sich
aufgrund der diversen Anzeigen der CSI bei der Staatsanwaltschaft
verleumdet. Die Staatsanwaltschaft legte die Anzeige nach einigen
Monaten zurück, der gestellte Fortführungsantrag Striedingers wurde
ebenfalls abgewiesen. Striedinger wandte sich an die
Generalprokuratur, diese betonte, sie könne nur gegen die Verletzung
gesetzlicher Vorschriften durch ein Strafgericht
Nichtigkeitsbeschwerde erheben, was in diesem Fall nicht zutreffe.
Am Donnerstag geht auch der Prozess zwischen der BayernLB und der
Mitarbeiterstiftung der Hypo Alpe Adria Bank in Wien weiter. Für
dieses Verfahren und den Prozess zwischen dem Land Kärnten und der
Bank um die Haftungsprovisionen hat Hypo-Vorstandschef Gottwald
Kranebitter laut "Kronen Zeitung" die Finanzprokuratur um
anwaltlichen Beistand gebeten. Der Präsident der Finanzprokuratur,
Wolfgang Peschorn, lehnte dieses Ansinnen aber ab.
"Bedauerlicherweise liegt das für die Übernahme eines
Vertretungsmandates erforderliche Vertrauensverhältnis nicht vor.
Andernfalls würde die gemeinsame Aufarbeitung der Vergangenheit auch
ergebnisorientiert erfolgen", so Peschorn laut "Krone" in seiner
Antwort nach Klagenfurt. (APA)