Global 2000 spricht nach der OMV-Informationsveranstaltung von "Beruhigungspillen", die Grünen halten es für ein "Öko-Märchen"
Poysdorf - Die geplanten Schiefergas-Bohrungen im Weinviertel bei
Poysdorf stoßen auch nach der ersten Informationsveranstaltung der OMV vom
Montag auf heftigen Widerstand bei Umweltschützern. Global 2000 und die
niederösterreichischen Grünen sprachen am Dienstag in Aussendungen von
"Beruhigungspillen" des Unternehmens und "Öko-Märchen". Man lehne das Vorhaben
weiterhin strikt ab, wurde erneut betont.
Es sei nicht gelungen, den Menschen zu garantieren, dass die Bohrungen
ungefährlich für die Umwelt seien, hieß es. Global 2000 stößt sich vor allem
daran, dass die OMV keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen will. Das
"Pilotprojekt" für die Probebohrungen sei aber noch nicht bei den Behörden
eingereicht, was die Grünen als Chance sehen. "Fakt ist nämlich: Es gibt keine
Ökomethode, das Schiefergas zu fördern", meinte die stellvertretende Klubobfrau
Helga Krismer. Man werde daher in der Landtagssitzung am Donnerstag erneut einen
Antrag stellen, um die Bohrungen zu verhindern.
Die OMV plant, ab Sommer 2013 zwei Probebohrungen bei Herrnbaumgarten und
beim benachbarten Poysdorf bis in etwa 6.000 Meter Tiefe durchzuführen. Bis
Anfang 2015 soll die technische Machbarkeit klar sein, dann will man bis 2018/19
die Wirtschaftlichkeit prüfen. 2019/20 könne man dann sagen, ob eine Förderung
darstellbar sei, wobei über allem die Ökologie stehe, betonte das Unternehmen am
Montag. (APA)