Unternehmen gibt Tipps und entwickelt selbst eigene Verbesserungen als Open Source
Ein eigenes Team widmet sich bei Google dem Thema "Make the Web Faster", dies aus unterschiedlichsten Blickpunkten: Von den Grundlagen der Internet-Infrastruktur bis zum Browser ziehen sich die Bemühungen. In einem aktuellen Blog-Eintrag geht es einmal mehr um die Basics: Wie über diverse Optimierungen das Transmission Control Protocol (TCP) schneller gemacht werden kann.
Problematik
Das Problem bei TCP sei - wie bei vielen anderen Netzwerktechnologien - dass es vor vielen Jahren unter ganz anderen Voraussetzungen entwickelt wurde. Aktuelle Web-Browser würden den inhärenten Beschränkungen mit diversen Tricks begegnen, etwa in dem sie mehrere Verbindungen gleichzeitig öffnen. Allerdings haben solche Methoden auch ihre negative Seite, erhöhen sie doch gleichzeitig die Latenzwerte.
Gegenmittel
Google empfiehlt nun den Wert für das "TCP Initial Congestion Window" auf 10 zu erhöhen (IW10). Derzeit würden üblicherweise bei der Aufnahme einer TCP-Verbindung drei Pakete verschickt, was in drei Round-Trips für gerade einmal 15kB an Daten resultiere. Mit IW10 sei es den Untersuchungen von Google zufolge möglich die Latenzzeiten um mehr als 10 Prozent zu reduzieren. Als weitere Strategie empfiehlt man das anfängliche Timeout einer Verbindung von 3 auf 1 Sekunde zu reduzieren. Ein Wert von drei Sekunden sei vor vielen Jahren einmal angemessen gewesen, für das aktuelle Internet aber viel zu lang.
Fast Open
Zudem empfiehlt man die Nutzung von TCP Fast Open (TFO): Dabei wird der erste HTTP-Request schon im initialen TCP-SYN-Request untergebracht, anstatt separat gesendet zu werden. Dadurch ließe sich die Ladezeit von Webseiten zwischen 10 und 40 Prozent reduzieren. Darüber hinaus legt man den BetreiberInnen die Verwendung von Proportional Rate Reduction for TCP (PRR) nahe. Dabei handelt es sich um eine Google-Entwicklung, die rascher als bisherige Algorithmen auf Paketverluste reagiere und die Übertragungsgeschwindigkeit entsprechend anpasse. PRR wurde bereits in den offiziellen Linux Kernel aufgenommen, schon bald soll es auch zum offiziellen Standard erklärt werden.
Ausblick
Für die Zukunft arbeite man noch an neuen Algorithmen, um die Übertragung in mobilen Netzwerken zu beschleunigen, kündigt das Unternehmen an. All die Arbeiten in diesem Bereich werden als Open Source veröffentlicht und auf einer eigenen Google-Code-Seite dokumentiert. (apo, derStandard.at, 24.01.12)