Wachsende Armut: Volkshilfe fordert sozial gerechte Schuldenbremse

24. Jänner 2012, 13:10

Fenninger gegen Kürzung der Notstandshilfe und für höhere Mindestsicherung

Wien - Die Volkshilfe hat am Dienstag eine "sozial gerechte Schuldenbremse" gefordert. Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich, verwies bei einer Pressekonferenz auf die Zahlen: 511.000 Österreicher leiden demnach unter drückender Armut, 6,2 Prozent der Gesamtbevölkerung sind manifest arm und 313.000 Menschen können ihre Wohnung nicht ausreichend heizen. Fenninger sprach sich deshalb unter anderem gegen eine Kürzung der Notstandshilfe und für ein Anheben der bedarfsorientierten Mindestsicherung auf zumindest 1.031 Euro aus.

"Die Situation in Österreich ist dramatisch: Die Armut nimmt zu", so Fenninger. Wenn Österreich aber das selbst gesteckte Ziel, die Zahl der Armutsgefährdeten bis zum Jahr 2020 um 235.000 Personen zu reduzieren, erreichen wolle, müsse Armutsbekämpfung oberste Priorität haben. "Die Volkshilfe ist nicht der Meinung, dass man nicht sparen muss, entscheidend ist aber, wo gespart wird. Wir fordern daher eine sozial gerechte Schuldenbremse. Gerade bei den Ärmsten darf nicht gespart werden", erklärte der Geschäftsführer.

"Gefahr für die Gesellschaft, die Demokratie und die Sicherheit"

Fenninger sieht in der steigenden Armut eine "Gefahr für die Gesellschaft, die Demokratie und die Sicherheit". Die Volkshilfe lehnt daher Kürzungen bei der Notstandshilfe, der Gesundheitsversorgung und den sozialen Dienstleistungen vehement ab. Gefordert sei hingegen unter anderem ein sozial gerechtes Steuersystem mit einer Entlastung der Arbeit und einer Belastung des Vermögens. "Es braucht eine monetäre Mindestsicherung, die zum Leben reicht und über der Armutsgefährdungsschwelle liegt", so Fenninger. Die bedarfsorientierte Mindestsicherung von 773 Euro liege derzeit "merklich" unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1.031 Euro.

Sieglinde Trannacher, Mitarbeiterin der Volkshilfe Kärnten, stellte die Ausbildung zur Sozialombudsfrau vor, die 2010 startete. 28 Personen in sechs Bundesländern absolvierten diese Ausbildung seither und sind nun in Gemeinden oder Stadtteilen ehrenamtlich als Sozialombudsmann oder -frau tätig. Menschen in Not können sich an die Ombudsleute wenden und erhalten Hilfe in Krisen, erklärte Trannacher.

Auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten dürfe es keine "Schuldenbremse ohne Ungleichheitsbremse" geben, betonte Fenninger. "Unsere Erfahrung zeigt: Armut in Österreich wird gemacht, sie ist 'Made in Austria'", verwies er auf den Titel der laufenden Volkshilfe-Spendenkampagne, mit der bisher 800.000 Euro für Bedürftige lukriert wurden. (APA)

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unfähige politiker

und övp politiker machen arm !

volkshilfe

auf die sozialeinrichtunen des magistrats bzw. ams / land hat, wo das geld vergeben wird, habens keine einfluss!

es würde genügen wenn die menschen endlich die augen aufmachen und sehen, warum diese menschen arm sind. weil gesetzliche förderungen verweigert werden, weils wissen das sich bedarfsorientierte nicht wehren können.

das ist der skandal die abteilungen in den sozialabteilungen des magistrats behalten sich das geld vom land für andere projekte und den dummen nicht gebildeten sozialhilfeempfängern sagen sie, aus irgendeinem grund bekommens nichts.

und keiner deckt sowas auf!

wenn sie wüssten, was ich weiss über sozialmissbrauch und warum immer mehr arm werden!

bei uns wird betrug an den armen akzeptiert!

Sozialleistungen und Kriminalität

sind korrespondierende Gefäße - soll heißen, spare ich bei den Sozialleistungen, handle ich mir auf der anderen Seite steigende Kriminalität ein.
Weiters ist bei armen Menschen jeder Euro verplant und geht bei Einsparungen dadurch der Wirtschaft (Konsum) im Verhältnis 1 : 1 verloren.
Der Erfolg solcher Sparmaßnahmen ist mehr als fraglich und könnte, sollte man noch alle Faktoren (Rezession, Slumbildung usw.) einbeziehen, zu einem Nullsummenspiel werden.

Dazu muß gesagt werden, dass auch Grundsätzliches in Ordnung gebracht werden muß, wie zb bei den Mietgesetzen am Privatimmobilenmarkt.

Bravo Fenninger!

13./14.

Monatsgehalt auf den Jahresgehalt aufteilen und normal besteuern. Vermögenssteuer. Erbschaftssteuer.
Wir kleiner Verdiener (3500€ Haushaltseinkommen netto/Monat) hätten mehr davon als uns das kostet. Warum sagt das keiner laut???!!?

"working poor" werden auch von der Volkshilfe "gemacht"

Z.B. durch Löhne und Arbeitsbedingungen im Bereich der Pflege.
Selbstverständlich hat Fenninger mit allem, was er sagt recht - er sollte nur halt einmal damit anfangen, die Missstände in seinem eigenen Unternehmen zu beenden.

leider haben sie recht

auch die volkshilfe hat ihre wurzeln vergessen. und der autokratische umgang mit mitarbeiterInnen, betriebsräte, die wegen unkündbarkeit gewählt werden wollen, ist leider ein musterbeispiel an neoliberalem umgang mit personal.
jedeR, der die augen offen hat, weiss schon lange um die problematik - es ist ein bisschen spät herr fenninger. (ich mag es halt nicht, wenn ausgerechnet die, die ihr rückgrat verloren haben, und auf den schein wert legen, dann sich als mahner aufspielen).

sie sind ein antisozialer hetzer

typisch für die leser dieses blattes

tschüss

Wofür ?

Bundespräsident Heinz Fischer hat gestern dem Bundeskanzler Werner Faymann, seinem Vizekanzler Michael Spindelegger, den Ministern Niki Berlakovich, Gabriele Heinisch-Hosek, Rudolf Hundstorfer, Reinhold Mittterlehner und Alois Stöger sowie Staatssekretär Josef Ostermayer Ehrenzeichen der Republik Österreich überreicht. Um welche Ehrenzeichen es sich gehandelt hat, wurde in einer Aussendung der Präsidentschaftskanzlei zunächst nicht näher erwähnt. Auch auf der Homepage des Präsidenten fand sich kein Hinweis. Aber: Es waren keine billige Orden, sondern solche, die sich herzeigen lassen beim Opernball oder ähnlichen Anlässen. Der Kanzler, sein Vize und die Minister erhielten das Grosse Goldende Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Repub

+ beiliegenden

gut gefülltes Kuvert.....

wenn ich orden nicht peinlich finden würde würds mich aufregen;-)

Dramatisch! Aber für wen eigentlich wirklich?

Wenn sozialdemokratische "erfolge" sind: sozialminister hundstorfer: ist stolz wenn wem die mindestsicherung (eh schon unter der armutsgrenze) gekürzt wird. - bügermeister häupl: ist stolz wenn wem die mindestsicherung (eh schon unter der armutsgrenze) gekürzt wird. - sozialstadträtin wehsely: ist stolz wenn wem die mindestsicherung (eh schon unter der armutsgrenze) gekürzt oder gestrichen wird u. zwangsarbeit wieder betrieben wird...
Hoffentlich überfrisst u. ersäuft sich unsere verhandelnde "noble politelite" derweil nicht...

regts euch nicht auf,

weiterhin fette subventionen für mendorf und meindl;-))

"bergbauer" mensdorff....

na ja, er und seine alte sind ja gute freunde von michi h., hat ihnen ja irgend ein sch... verdienstzeichen überreicht.

"Fenninger sprach sich deshalb unter anderem gegen eine Kürzung der Notstandshilfe.."

Kürzung der Notstandshilfe dürfte in einem sozialen Fiasko der Gesellschaft enden, inkl. Kriminalitätsanstieg, so etwas darf nicht kommen.

sozial gerechte schuldenbremse würde bedeuten auch endlich mal über ein maximal zulässiges einkommen einzuführen.

zb. 100.000 (brutto) / jahr

ein einkommen darüber kann durch keine "leistung" gerechtfertigt und damit nicht gesellschaftlich wünschenswert sein.

Differenz

Wenn nun jemand aber dennoch über 100k verdient (oder einnmmt, wie Sie meinen, weil vedienen geht ja nicht), soll er dann die Differenz abgeben?

was würde das bringen?

Maximallohn analog zum Mindeslohn ja bitte, Abschaffung der Zinsenwirtschaft

Geld= Macht, wer mehr Macht hat, hat mehr Einfluss u zwar in allen Belangen, da Geld bei uns Zinsen einbringt, und keine reine Tauschwährung ist, bringt die Anhäufung von Geld Macht und Einfluss, arme Menschen müssen ihr Geld aber zur Gänze ausgeben und werden demnach immer ärmer, Reiche werden immer reicher, weil sich ihr Geld ganz gut auch alleine vermehrt.
Auch bei erheblichen Unterschieden der geistigen Fähigkeiten und des Naturells von fleißig bis faul, Eigenschaften für die wir wahrscheinlich gar nichts können, weil Intelligenz und auch Leistungswille oft angeboren sind, darf es nur einen bestimmten Spielraum geben, was Leistung wert sein kann, denn es gibt ja auch eine Untergrenze=Mindestlohn, sonst wird es echt unmoralisch, oder?

Vorallem ein Maximallohn in der Freunderl-Wirtschaft unserer Politiker

Es ist vollkommend gleich von welcher Partei Frau und Herr Politiker kommen, solange deren Höchstlohn, Freunderl-Geschäfte und Neben-Funktionen bestehen, wird da gespart werden wo es dem kleinen Bürger weh tut.
Ich bin nicht dafür dass die Mindestsicherung abgeschafft wird, obwohl es viele Lücken gibt, wo dieses System ausgenutzt wird. Aber stellt man sich im Vergleich vor, dass ein Haushalt mit Mindestestsicherung, allen möglichen Zuschüssen und Kindergelt aufs annähernd selbe Monats-Budget einer Arbeiter-Familie kommt, ist das sehr wohl unfair. Die "Arbeiter" für die "Armen" mitzahlen zu lassen und deren Gehälter zu hoch zu versteuern bringt keinen wirtschaftlichen Nutzen mit sich. Einst wurde Mehrarbeit belohnt, ...

Vorallem ein Maximallohn in der Freunderl-Wirtschaft unserer Politiker

zahlt es sich heute fast nicht mehr aus Überstunden oder einen zweiten Job anzunehmen. Die Büße der Freizeit und gesundheitlichen Belastung für den Zuverdienst von wenigen Hunderten Euro,- wollen gut überlegt sein.
Man muss wohl wohlhabend in die Freunderl-Wirtschaft geboren werden, Verbrecher (also Politiker) sein um es im Leben nicht schwer zu haben.
Dass mit unserem Steuersystem Schwarzarbeit gefördert wird braucht man sich nicht zweimal auf der Zunge zergehen lassen. Wie will sich eine Familie bei den heutigen Mieten, lebenserhaltenden Kosten, Kindern mit 2-3000,- so durchs Monat bringen, dass noch Geld übrig bleibt um sich ein kleines Gartenhäuschen und Urlaub heran sparen zu können. – Ich bin dafür dass der Mindestlohn angehoben wir

wird, die Kollektivverträge überarbeitet werden und derjenige der arbeitet, Überstunden schiebt steuerlich entlastet wird.
Die wirklich großen Fische, sind keine Arbeiter und die können gerne höher zur Kasse gebeten werden.

Vorallem ein Maximallohn in der Freunderl-Wirtschaft unserer Politiker

Natürlich scheiden sich da die Geister, aber war es immer schon so, dass wenn mehr Geld im Umlauf gerät, die Wirtschaft gefördert wird und ein Lebensstandard der Mittelschicht erreicht wird.
Die Amerikanisierung, Rewe-Wirtschaft und Co haben in den letzten 20 Jahren eines bewirkt. Der kleine Unternehmer kann nicht mehr bestehen, weil die Preise ständig gedumpt werden (wenn auch die Qualität darunter leidet) und der Bürger nach zweimaligen Euro umdrehen seinen Stolz ablegt und dort einkauft wo es kostengünstiger ist. Dafür gibt es heute weniger Sekretärinnen und Geschäftsführer, weil eh schon jeder dritte im Betrieb sich Manager nennen darf und das verdient, was ihm nicht gebührt. Würde man zm. EU –weit eine einheitliche Lohnbesteuerung einf

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