Pfusch geht auch heuer leicht zurück

24. Jänner 2012, 12:36
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Krisenländer haben besonders hohen Anteil an Schattenwirtschaft

Wien - Sollte sich die Wirtschaftslage in Österreich heuer stabil entwickeln, wird die Schattenwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent zurückgehen. So lauten die Berechnung von Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider. Im Vorjahr wurde ein Minus von 2,07 Prozent verzeichnet, davor ein Rückgang um 1,22 Prozent. Im Krisenjahr 2009 war die Schwarzarbeit jedoch um 2,91 Prozent angestiegen.

Sollte es zu einer Rezession kommen, sei auch 2012 ein Anstieg möglich, sagte Schneider am Dienstag im Gespräch mit der APA. Grundsätzlich lasse sich sagen: Gibt es genug legale Arbeit, wird diese von dem Arbeitnehmern dem Pfusch vorgezogen.

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass insbesondere die Krisenländer Griechenland, Italien und Spanien eine ausgeprägte Schattenwirtschaft haben. So machte der Pfusch in Griechenland von 1989 bis 2012 ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Zum Vergleich: In Deutschland lag der Wert um die Hälfte niedriger.

Besonders verbreitet ist der Pfusch nach wie vor am Bau, auf den 38 Prozent der "Nachbarschaftshilfe" entfallen. Es folgen die Gastronomie und die Privathaushalte. Insgesamt ist die Schattenwirtschaft in Österreich rund 20 Mrd. Euro schwer, hat der Professor der Uni Linz errechnet.

Schneider rät der Politik, zur Eindämmung des Pfusches eine befristete Mehrwertsteuer-Rückvergütung bei arbeitsintensiven Dienstleistungen einzuführen. Weiters soll die steuerliche Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen erweitert werden und Firmen von öffentlichen Aufträgen für mehrere Jahre ausgesperrt werden, wenn sie schwarz arbeiten lassen. Langfristig empfiehlt er eine Senkung der Lohnnebenkosten. (APA)

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