Kleineres Parlament für Faymann vorstellbar

24. Jänner 2012, 12:34

Bundeskanzler gegen Abschaffung des Bundespräsidenten - Begutachtungsentwurf für Sparpaket soll Ende Februar vorliegen

Wien - Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) kann sich im Rahmen der Sparpaketdebatte keine Abschaffung des Bundespräsidenten, wohl aber eine Verkleinerung des Parlaments vorstellen. Sowohl Faymann als auch Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) betonten im Pressefoyer nach dem Ministerrat am Dienstag, dass die Politik auch im eigenen Bereich sparen werde. Die Abschaffung eines der verfassungsrechtlich vorgesehenen Organe sei aber nicht Gegenstand der Debatte, so Faymann mit Blick auf den Bundespräsidenten. Die Reduzierung der Mandate im Parlament und in den Landtagen sei jedoch "eine Diskussion, wo ich mich beteilige".

Kein Kommentar von Spindelegger zu Prölls Idee

Nicht konkret Position beziehen zu der von seinem niederösterreichischen Landesparteichef Erwin Pröll aufgeworfenen Frage wollte ÖVP-Obmann Spindelegger. Er sagte lediglich, dass damit die Diskussion eröffnet sei und man nun gewissenhaft die Frage klären werde, wie man auch bei sich selbst einsparen könne.

Kein Kommentar zum Sparpaket

Zurückhaltend zeigten sich sowohl Faymann als auch Spindelegger bei der Frage nach dem aktuellen Stand in den Geheimverhandlungen zum Sparpaket. Dementiert wurde von Faymann lediglich, dass man erst ein Viertel des gesamten bis 2016 angestrebten Sparpotenzials von zehn Milliarden Euro beisammen habe. Es sei "deutlich mehr". Nicht kommentieren wollte die Regierungsspitze die Angabe von Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) nach dem Ministerrat, bereits ein fertiges Sparpaket von 1,5 Milliarden Euro bei den ÖBB vorgelegt zu haben. Faymann betonte diesbezüglich, es hätten alle Minister aus ihren Ressorts Vorschläge gemacht und überall gebe es noch offene Punkte.

Bures hatte zuvor die bereits von ÖBB-Chef Christian Kern vorgestellten Sparpunkte genannt: Demnach sollen 525 Millionen Euro durch die Einstellung der Frühpensionierung bei den ÖBB eingespart werden, etwa eine Milliarde Euro an Einsparungen soll es im Infrastrukturbereich geben. Nicht gekürzt werden sollen demnach die "gemeinwirtschaftlichen Leistungen" (also etwa Subventionen für Nah- und Regionalverkehr).

Zeitplan

Faymann betonte, dass die Regierung ihren konkreten Gesetzesentwurf Ende Februar vorlegen und in Begutachtung schicken werde. Danach soll es auch Verhandlungen mit den Sozialpartnern geben.

Ebenfalls geplant ist, wie am Rande des Ministerrats zu erfahren war, eine Regierungsklausur. Diese soll nach den derzeitigen Plänen allerdings in Wien stattfinden. Einen Termin dafür gibt es offenbar noch nicht. Hintergrund: Dem Vernehmen nach will die Regierung bei der Klausur das bis dahin politisch zu akkordierende Sparpaket vorlegen, in der Folge sollen dann die konkreten Entwürfe für das Budgetbegleitgesetz erstellt werden, das dann wie angekündigt Ende Februar in Begutachtung gehen soll.

Geheimtreffen der Landeshauptleute

Auch die Landeshauptleute machen sich Gedanken zum Sparpaket. Der aktuelle Vorsitzende der Landeshauptleutekonferenz, der steirische Landeshauptmann Franz Voves, nutzt am Dienstag das Schladminger Nightrace für informelle Gespräche mit den Kollegen aus Wien und Niederösterreich in gemütlicher Hütten-Atmosphäre: Für den frühen Nachmittag lud Voves, begleitet von seinem Stellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP), Michael Häupl (SPÖ) und Erwin Pröll (ÖVP) in die Holzhackerhütte am Rande der Rennpiste zum Essen ein. Erwartet wurde, dass dabei Sparpaket und Reformen im Mittelpunkt stehen würden. (APA)

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Sternchen100
00
26.1.2012, 16:25

Die Menge an Leute, die in Brüssel arbeiten, muss im Inland an politischen Jobs eingespart werden, der BR ist überflüssig, da die LH-Konferenz ohnehin das Sagen hat. Gemeinden gehören verwaltungsmäßig zusammengelegt, d.h. die Verwaltung stellt der größere Ort. Für mich persönlich würden drei Verwaltungsbereiche für Österreich genügen: NO, SO und W. Dafür mehr Rechte für Gemeinden, die allerdings wie gesagt größer sein sollten.

Lieber wieder mehr Ausbau von öffentlichen Verkehrsnetzen (!), Post, Bahn, Schulen, Kindergärten etc. und Lebensmittelgeschäfte in erreichbaren Entfernungen.

)so(
00
25.1.2012, 06:21
Personelles Umschichten vom Bundesrat zum Nationalrat

Bundesländerinteressen werden durch die NR-Wahlkreise und realpolitisch vor allem die LH-Konferenz ausreichend berücksichtigt - für manche Beobachter mehr als ausreichend. Generell ist es mehr als naiv anzunehmen, durch eine Abschaffung des Bundesrates könne man Staatsfinanzen sanieren.

)so(
00
25.1.2012, 06:13
Je weniger Parlamentarier, umso einflussreicher werden Lobbyisten und Ministerialbürokratie

Lobbyisten werden Abgeordneten gerne jene Abertausende Textseiten "erklären", die sie Gesetz werden lassen sollen. Aber die zu lesen und zu verstehen Parlamentarier bereits heute kaum noch Zeit finden. Nicht etwa, weil "de Bollitika eh olle z´deppat sind", sondern weil eine Einzelperson schlicht nicht Abertausende Seiten in oftmals nur wenigen Stunden lesen kann. Verfasst werden bereits heute die Gesetzestexte nahezu ausschliesslich ausserhalb des Parlaments - von der Ministerialbürokratie, ministernahen externen "Consultants" und befreundeten "Anwaltskanzleien" oder "Think Tanks". Das Parlament, als eigentliche Volksvertretung, würde damit weiter geschwächt. Und mangels politischem Grundlagenwissen in der Bevölkerung mag dieser kleinforma

)so(
00
25.1.2012, 05:47
Nicht weniger, sonder MEHR Parlamentarier sind nötig!

Die eigentliche parlamentarische Arbeit findet nicht in den Plenarsitzungen statt, sondern in den (Unter-)Ausschüssen. So wie der dortige Bereichssprecher vorgibt, entscheidet dann idR der gesamte Klub. Reduziert man die Abgeordnetenanzahl, so wird die immer komplexer werdende Materie auf immer weniger Köpfe verteilt. Insbesondere bei kleineren Oppositionsparteien muss bereits heute mehrere Sachthemen bearbeiten und ist damit bereits heute zumeist überfordert, weil ihm/ihr, anders als dem zu kontrollierenden Minister, keine Ministerialbürokratie und kein üppig ausstaffiertes Kabinett zur Verfügung steht. Bereits heute reicht die Zeit - selbst für Bereichssprecher - kaum noch, die Regierungsvorlagen überhaupt zu lesen. Geschweige denn tief

Die grausame Realität 2012
00
25.1.2012, 06:06

Speed kills 2.0

tortoise
00
25.1.2012, 00:02
Ein kleinerer Faymann....

...wäre für das Parlament sicher auch vorstellbar! Und genau das ist das Thema: Keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus - will heißen: In unserem Staat nimmt kein Politiker / Gremium / Interessenvertretung in Wirklichkeit der anderen was weg. Man hat ein stilles "bovoire vivre" einen "Zusammenlebenskontex" gefunden, der jedem Funktionär und dessen Freunden und Familie ein gutes Leben garantiert. Teilweise offiziell, teilweise subersiv, aber immer zu Lasten des Steuerzahlers! Die Monarchie war wahrscheinlicher nicht kostenspieliger, möglicherweise aber ehlicher! Das ist das Elend dieses Landes und wahrscheinlich der meisten europäischen "Demokratien"...

Franz Klug
00
24.1.2012, 23:55
Der Kaiser muss wieder her!

Damit ein bischen Demokratie gewahrt bleibt und trotzdem wenig Kosten anfallen wird der Kaiser nur auf Lebenszeit gewählt.
Aus Kostengründen werden alle Gemeinden und Landtage und das Parlament abgeschafft.
Beim Regieren hilft dem Kaiser der überparteiliche Rechnungshof, der alle notwendigen Spitzenposten mit anerkannten ausgewiesenen sparsamen Experten besetzt.
Alles streng überparteilich, da auch die Parteien gleich abgeschafft werden, da ja eh nur unnütz Geld verbraten und in die eigenen Tasche wirtschaften. (AIR)

Der Große von Gegenüber
00
25.1.2012, 06:43

welchen Kaiser hättens denn gerne?
Vielleicht den Diadem-Schmuggler Giraffen-Karli von und zu Habsburg ...

Allmächtiger Satan
01
24.1.2012, 18:31

Eine Maschinendiktatur braucht kein Parlament, sondern nur Kühlkörper. Hinweg mit den zweibeinigen Fehlentscheidern, her mit den Rechnern.

happyhour1
 
01
24.1.2012, 17:40
Die schiere Größe...

...des Nationalrats ist nicht das Problem. Am wenigsten kostete ansonsten ein Nationalrat mit 0 Abgeordneten. Das wäre aber eine sehr teure Variante ...
Das Problem liegt im Listenwahlrecht. Dieses ermöglicht es den Parteizentralen fortwährend Marionetten in den Nationalrat zu schicken. Durchbrechen ließe sich das, indem zumindest die Hälfte der NR-Abgeordneten, ob 165 oder 183, in Einerwahlkreisen nach Mehrheitswahlrecht direkt gewählt. Die andere Hälfte könnte nach dem Verhältniswahlrecht wie bisher verteilt werden. Damit wären auch kleinere Parteien (und das sind ja in Wirklichkeit schon alle...) vertreten.

crossroader
01
24.1.2012, 18:58
der Goldene Schnitt

...etwa die Hälfte würde genügen - und den Bundesrat einfach mit Landtagsabgeordneten beschicken...

Werner F, der Inserator
00
25.1.2012, 01:51

Glaub ich nicht. Fuer kleinparteien wie den grünen und dem bzoe waere der parlamentarische alltag und amit die oppositionsarbeit sehr schwer. Sie muessen mit weniger abeordneten das gesamte spektrum abdecken und alle ausschuesse besetzen.

happyhour1
 
00
24.1.2012, 17:35
Die schiere Größe...

övp sucks !!!
64
24.1.2012, 16:44
ein kleineres parlament richtet sich gegen kleinparteien, die ins parlament kommen wollen

wenn es weniger mandate gibt, wird es für kleinparteien viel schwerer, ins parlament zu kommen.

der vorschlag, das parlament zu verkleinern, ist daher ein durchschaubares instrument zur machtabschottung, sofern nicht gleichzeitig auch erleichterungen für kleinparteien gefordert werden

Ziegen Käse
11
24.1.2012, 17:56

Dein Nick ist mir sympathisch, deine Aussage ist jedoch falsch. Die Verringerung von Abgeordneten erschwert den Kleinparteien überhaupt nichts, sofern dies mit der prozentuellen Hürde + Verteilung korreliert....

Tango Korrupti1
13
24.1.2012, 16:50
und darum müssen wir dreimal so viele Abgeordnete durchfüttern, wie Deutschland

DAS IST ABER NICHT IHR ERNST???

O5
11
24.1.2012, 16:35

Ein kleineres Parlament bringt finanziell fast nichts. Was ein vielfaches bringen würde: Auflösung der Bundesländer, Auflösung des Bundesrates, Zusammenlegung der neun Gebietskrankenkassen, usw.

RegR Borromäus Maschitz
00
24.1.2012, 16:10
liebling...

...ich habe dasparlament geschrumpft!

ob diese idee mit dem denkmalschutz vereinbar ist???

Plinius
02
24.1.2012, 16:02
ein überlegenswerter Vorschlag,...

...der aber weiterreichen sollte! Die Anzahl der Abgeordneten kann man ohne jeden Verlust halbieren. Den Bundesrat nur dann nicht wenn er mehr Kompetenzen bekommt. So wie er jetzt ist, ist er leider ein politischer Zoombie, ein Untoter der im Parlament umhergeistert. Die Landtage belassen, aber ebenfalls reduzieren. Tja, wenn man will könnte man sehr viel machen. Der Republik würde ein Relaunch gut tun.

Geldverschwender
14
24.1.2012, 15:46
ENDLICH WACHT ER AUF DER HERR BUNDESKANZLER

Sofort Volksabstimmung, ob wir uns 183 Personen zu je 16.000 kosten leisten wollen oder der NR Rat reduziert gehört.

WIR HABEN drei MAL SO VIELE ABGEORDNETE WIE DEUTSCHLAND !!!

Quelle:
http://derstandard.at/132650357... geordneten

also bitte weitermachen Herr Bundeskanzler

Archi
00
26.1.2012, 17:11
vielleicht wärs nicht schlecht, wenn sie den artikel, zu dem sie verlinken, selbst auch lesen würden...

oder habens ihn eh gelesen und bloß nicht verstanden?

der.Geheimrat
00
24.1.2012, 16:01
wieso 16.000????

Brutto verdienen die ca. die Hälfte, netto etwa ein viertel von dieser Zahl.
Keine Ahnung von nix aber schwachsinnige Zahlen posten

Tango Korrupti1
00
24.1.2012, 16:46
Kosten je Abgeordneten OHNE parlamentarische Mitarbeiter 16.000 !!!

Interessante Rechnung : eine Verringerung um 18 Abgeordnete bringt 4-5 mio Euro, d.h. JEDER KOSTET 16.000 EURO im MONAT - Da stellt sich die Frage: Wollen wir das wirklich bezahlen, oder reichen auch 100 Abgeordnete für 8 mio Einwohner
und wie viel sparen wir bei Auflösung des Bundesrates, aber inkl. paralamentarischer mitarbeiter um 6000 - 8000 monatlich, und zig Sekretariatskräfte

und und und

Warum wird da nicht die Bevölkerung befragt?

http://derstandard.at/132650346... ro-bringen

Moneymaker
00
24.1.2012, 16:25

Brutto verdienen die NR-Abgeordneten derzeit exakt EUR 8.160,00. Die "Kosten" von denen "Geldverschwender" schreibt, werden daher näherungsweise wohl auf die EUR 16.000,00 hinkommen. Berücksichtigt man neben diesen direkten Personalkosten noch jene Kosten, welche die Abgeordneten typischerweise durch die von ihnen verursachten Kollateralschäden (Korruption, Stimmenkauf, Wahlwerbung etc.) verursachen, dann ist das reale Einsparungspotential noch wesentlich höher.

Tango Korrupti1
00
24.1.2012, 16:49
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Posting 1 bis 25 von 51
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