Großbritannien

Schülerin schickt Oxford eine verspottende Absage

24. Jänner 2012, 13:10
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    foto: reuters/hackett

    Elite-Unis wählen nicht die Bewerber mit dem größten Potenzial aus, kritisiert eine Schülerin.

Die Elite-Uni sei ein Symbol für das ungerechte Bildungssystem, sagt die 19-jährige Elly Nowell - und provoziert die Uni mit einer frechen E-Mail

"Viele meiner Freunde und zweifellos viele Fremde haben nicht verstanden, dass ich so eine E-Mail an die Bastion des Prestiges und der Privilegien schicke": Elly Nowell, eine 19-jährige Schülerin, hat sich nach dem Bewerbungsgespräch an der Universität Oxford in Großbritannien dazu entschlossen, ihre Bewerbung zurückzuziehen. Im Laufe der Bewerbung für das Rechtsstudium sei ihr klar geworden, dass sie nicht an dieser Institution, die ein Symbol für die "Ungerechtigkeit des Bildungssystems" sei, studieren wolle, schreibt Nowell in einem Gastbeitrag im "Guardian". Es widerstrebe ihr, Teil dieses System zu sein, das von einer kleinen Gruppe der Elite geprägt werde, die nur sich selbst auswähle.

"Mir ist klar, dass Sie enttäuscht sein könnten"

Ihre Absage formulierte Nowell ähnlich wie jene Absagen, welche die Universität Oxford an viele Bewerber, die nicht aufgenommen werden, schreibt: "Ich habe über ein Rechtsstudium an Ihrer Universität nachgedacht. Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich meine Bewerbung zurückziehe. Mir ist klar, dass Sie von dieser Entscheidung enttäuscht seien könnten, aber Ihre Universität steht in Konkurrenz mit vielen anderen, fantastischen Einrichtungen, und nach Ihrem Bewerbungsgespräch fürchte ich, dass Sie dem Standard der anderen Universitäten nicht entsprechen."

Die E-Mail wurde von Nowells Freunden geteilt und schaffte es danach auch in die klassische Medienberichterstattung, wo ihre Absage zu einer Diskussion über das britische Bildungssystem führte. 

Bevorzugung von Privatschülern

"Ich habe die ganze Zeit, während ich dort war, darüber gelacht, wie ernst dort alles genommen wurde", sagte die Schülerin in einem Interview mit der BBC über ihr Bewerbungsgespräch. Sie kritisierte auch den Unterschied, der zwischen Minderheiten und Studierenden aus der Mittelklasse an der Elite-Uni gemacht werde. Das formelle Setting an der Universität würde zudem Bewerber aus Privatschulen gegenüber jenen von öffentlichen Schulen bevorzugen. Dadurch würde das tatsächliche Potenzial der Bewerber verzerrt.  Oft würden sehr gute Studierende abgewiesen. Ob man Potenzial habe oder nicht, könne nicht davon abhängen, ob man in einem 20-minütigen Gespräch überzeugen könne.

Universität weist Vorwurf zurück

Die Universität argumentierte in einer Stellungnahme gegenüber der BBC und dem "Guardian" damit, dass von den sieben Studierenden, die für das Rechtsstudium aufgenommen wurden, nur einer von einer Privatschule gekommen sei. Zudem würden sich nur wenige Studierende über das Aufnahmeverfahren beschweren.

Nowell selbst wundert sich darüber, dass ihre verspottende E-Mail für so viele Aufsehen sorgt. Eine Erklärung dafür hat sie aber bereits gefunden: "Oxbridge ist eine ziemlich lächerliche und prominente Elite-Einrichtung, die im Gegensatz zu Investmentbankern oder dem Königshaus nie verspottet wird". (lis, derStandard.at, 24.1.2012)

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Posting 1 bis 25 von 108
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Fuzzface
00

Vielleicht sollte man im Artikel explizit darauf hinweisen, dass sie noch *nicht* in Oxford aufgenommen war.

Die Kritik, die sie am System dort übt, mag ja richtig sein, aber ist das eine "Absage"?

Trotzdem bin ich mir sicher, dass aus der sehr PR-talentierten Dame noch was werden wird, egal ob mit oder ohne Elite-Uni ;-).

Ghost in the Machine
00
25.1.2012, 23:32
Ein wenig off topic

Lediglich 7 Jus-Beginner sind wohl kaum richtig. Ich wette, dass im Original "one out of (every) 7" steht.

Nevim
00
26.1.2012, 22:47

Es sind sieben im entsprechenden College.

Timagoras
 
00
25.1.2012, 12:02

grundsätzlich gut, richtig und witzig.

aber ich hätte das mail erst NACH meiner aufnahme (und nicht vor einer möglichen ablehnung) geschrieben.

Frankensteins Fekternich
12
25.1.2012, 11:45
Bravo! Das Mädchen hat Eier

Wohin dieses elitäre System führt, sieht man an den desaströsen Wirtschaftsdaten von GB.
Wenn London nicht Hauptsitz der kriminellen Finanzhaie wäre, hätten die Briten schon das Rating
BB-

blub7
10
25.1.2012, 18:42
bei dem mädchen...

...ist ws. einfach nur das bewerbungsgespräch in die hose gegangen und ist jetzt beleidigt...wenn man sowas so schrecklich findet, dann bewirbt man sich erst gar nicht an so einer bösen bösen uni

Mister Magister
 
00
29.2.2012, 14:29

Funktioniert deine Kristallkugel wieder?

Oder zerfrisst dich wieder mal der Neid, dass eine unter 20 jährige mehr Eier hat, als du selbst wenn man dich klonen würde? :D

blub7
00
29.2.2012, 14:52
was hat das mit...

...kristallkugel zu tun? jemand der nicht an eine uni will, geht auch nicht für ein bewerbungsgespräch hin ;)

Greyarea
 
01
25.1.2012, 09:47
Zudem würden sich nur wenige Studierende über das Aufnahmeverfahren beschweren

das ist genau die gleiche antwort, die man im gasthaus bekommt wenn man sagt das essen sei versalzen. bis jetzt hat sich noch keiner beschwert. nur weils keiner macht, heisst das noch lange nicht, das es nicht stimmt

Dr. Viktor Frankenstein
11
25.1.2012, 09:45
... provoziert die Uni mit einer frechen E-Mail.

Ich glaube nicht dass Oxford ueber diese 'Absage' sehr betruebt war. Ein typischer Medienrummel der jetzt auch noch international aufgebauscht wird.

her wig
01
25.1.2012, 09:35
Das Potential zu erkennen

kann ein ganzes Leben dauern. Natürlich geht das in einem 20-minütigen Gespräch nicht, aber was wäre denn die Alternative? Kreuzerltests?

NONE
12
25.1.2012, 06:58

Da hat Sie Recht.

siliconvalley
71
25.1.2012, 02:44
"Es widerstrebe ihr, Teil dieses System zu sein, das von einer kleinen Gruppe der Elite geprägt werde, die nur sich selbst auswähle."

Sie hätte dort studieren, und ihre gute Ausbildung dazu benutzen können, diese Zustände zu verbessern und die Gesellschaft zu verändern.

guenther t
01
25.1.2012, 07:42

dein name sollte siliconEvalley sein!

derkleinemannvonderstraße
00
25.1.2012, 09:00

Wow, da hat wer beim gestrigen Steve Jobs Artikel was Neues gelernt:)

know your enemy
11
25.1.2012, 07:34
nix verstanden, setzen 5

und ob sie es glauben oder nicht: eine gute ausbildung in den rechtswissenschaften gibts auch abseits von elite-unis

NONE
01
25.1.2012, 06:58

LOL

Genau.

Weil das ja alle anderen die dort studieren, genauso machen wie du schilderst, GELL? ;-)

Drink Grog
02
25.1.2012, 03:50

ja, klar *hüstel*

Peter W1
 
03
25.1.2012, 00:56

"Die E-Mail wurde von Nowells Freunden geteilt"

shared bedeutet nicht geteilt ;) .

ubu roi
00
25.1.2012, 09:46

stimmt, wird vom facebook-neusprech aber nahegelegt. in ein paar jahren werden wir uns daran gewöhnt haben, fürchte ich.

Martin Major
 
00
29.2.2012, 15:54

dem kann man nur durch kreiseln und plussen gegensteuern :)

Nadann Weitweg
00
25.1.2012, 09:29
Geteilt

ach so, jeder hat einen Teil bekommen, oder? Oder meint man vielleicht doch verbreitet?

Olivio Tasso
134
25.1.2012, 00:33
Naja

die Bildungswelt aus der Perspektive einer 19-jährigen. Mit der Reue ist's auch nicht weit her sein.

Trolling is a art.
03
25.1.2012, 09:52
Mit Ihrer Bildung "ist's auch nicht weit her sein".

Susanne_B
26
25.1.2012, 08:23

Die Bildungswelt aus der Perspektive einer kritischen, sich selbst hinterfragenden Siebzehnjährigen. Ich wäre stolz auf sie, wäre sie meine Tochter.

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