Kortisol

Stresshormon wirkt viel schneller als bisher angenommen

24. Jänner 2012, 10:12
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    foto: apa/oliver berg

    Stress ist ein psychobiologisches Phänomen.

Psychobiologen entdecken Wirkung von Kortisol auf Thalamus - Anpassung des Individuums an das Stress auslösende Ereignis

Stress könnte sich beim Menschen weitaus umfassender auf die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung auswirken als bisher angenommen. Forschern der Universität Trier unter der Federführung des Psychobiologen Hartmut Schächinger ist in Zusammenarbeit mit dem Brüderkrankenhaus Trier erstmals der Nachweis einer raschen Wirkung des Stresshormons Kortisol auf den Thalamus gelungen. Damit würde Kortisol beim Menschen die thalamische Informationsverarbeitung von Stressereignissen nahezu unmittelbar beeinflussen und nicht - wie bisher angenommen - frühestens nach 20 Minuten. Dieser Befund wurde in der neuesten Ausgabe des renommierten "Journal of Neuroscience" publiziert. Die Gehirnstruktur des Thalamus ist für viele kognitive Prozesse äußerst wichtig, u.a. für die Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung.

Physiologische und kognitive Reaktionen

Stress ist ein psychobiologisches Phänomen. Während Stress kommt es zu physiologischen und kognitiven Reaktionen. Mit diesen soll eine vorteilhafte Anpassung des Individuums an das Stress auslösende Ereignis begünstigt werden. Zwar wird im Rahmen einer Stressreaktion Kortisol schon innerhalb von Minuten in den Blutkreislauf freigesetzt. Bisher wurde jedoch vermutet, dass Kortisol nur relativ langsam im Gehirn wirken kann. Grund für diese Vermutung liefern Untersuchungen, die belegen, dass die durch Kortisol ausgelösten molekularbiologischen Prozesse frühestens nach 20 Minuten zu spezifischen Funktionsänderungen der Zellen führen können. Damit wäre ein Einfluss des Stresshormons Kortisol auf die unmittelbare kognitive Verarbeitung des Stress auslösenden Ereignisses ausgeschlossen.

Funktionsänderungen innerhalb weniger Minuten

Mit dem jetzt publizierten interdisziplinären Forschungsprojekt konnte jedoch in mehreren unabhängigen Experimenten gezeigt werden, dass Kortisol innerhalb weniger Minuten Funktionsänderungen im Thalamus hervorruft. Der Thalamus ist eine sehr wichtige Gehirnstruktur, die bei der Verarbeitung fast aller Wahrnehmungen eine Rolle spielt. Zudem ist der Thalamus an der Regulation von Wachheit und Aufmerksamkeit beteiligt. Die Forschungsergebnisse zeigen daher, dass das im Rahmen einer Stresssituation ausgeschüttete Hormon Kortisol sehr wohl einen Einfluss auf die kognitive Verarbeitung des Stress auslösenden Ereignisses ausüben könnte. (red, derStandard.at)

Pandora`s Box
00
24.1.2012, 21:50

"Die Forschungsergebnisse zeigen daher, dass das im Rahmen einer Stresssituation ausgeschüttete Hormon Kortisol sehr wohl einen Einfluss auf die kognitive Verarbeitung des Stress auslösenden Ereignisses ausüben könnte."
So is!

janek
01
24.1.2012, 14:54

deshalb SOLLTE ein Kortisol-Tagesprofil (5 Messungen an einem Tag - und nicht eine - wie dass der Standard bei Untersuchungen in Österreich ist!) bei JEDEM Patienten mit Verdacht auf Burn-Out, Depression, Müdigkeitssyndrom und änliches gemacht werden - bevor der Patient eine falsche Diagnose einer psychischen oder "somatoformen Störung" bekommt!!!
mehr Info:
http://www.adrenal-fatigue.de/

Bonair
11
25.1.2012, 06:31
Wozu?

Angesichts der breiten Verfügbarkeit von Nebennierenrindenstimulationstests sind Tagesprofile weder hilfreich noch sinnvoll.

Birgit 68
01
25.1.2012, 09:00

Sie meinen also, die Nebennierenrinde sei nur bei chronischem Stress besonders gut stimulierbar?
Aber das kann man doch nicht per se als Krankheit definieren!?
Meine ist auch besonders gut stimulierbar, denn ich wache jede Nacht gegen meinen Willen um 3 Uhr auf (und ich vermute, dass da mein Kortisonspiegel hoch ist). Abgesehen von 3 Uhr in der Früh, wo ich lieber schlafen können würde, fühle ich mich aber nicht im Stress. Was nun? Den Kortisolspiegel senken?
Vielleicht fühle ich mich ja gerade deswegen nicht im Stress, weil meine Nebennierenrinden eben besonders gut stimulierbar sind?

Bonair
11
25.1.2012, 18:57
Ich hoffe doch sehr, dass Ihre Cortisolpegel kurz vor dem Aufstehen steigen.

Generell einmal muss man festhalten, dass es gemeingefährlicher Schwachsinn ist, mit dem derzeitigen Wissenstand bei Personen mit starkem beruflichen oder privaten Stress in den Corticosteroidhaushalt einzugreifen bzw. ungerichtete Diagnostik zu bertreiben. Cortisoltagesprofile sind in der Diagnostik psychischer Erkrankungen praktisch wertlos und sollten nicht gemacht werden, da ihre Aussage generell minimal und im speziellen Fall wertlos ist, da Stimulations- und Suppressionstests vorliegen.
Kurz gesagt: Man weiß jetzt, dass Cortisol sofortige Effekte auf den Thalamus hat, aber man hat keine Ahnung was für welche das sind - wozu also solche Diagnostik?

janek
00
26.1.2012, 09:57
Cortisoltagesprofile sind in der Diagnostik psychischer Erkrankungen praktisch wertlos und sollten nicht gemacht werden?????

Cortisoltagesprofile sind in der Diagnostik psychischer Erkrankungen schlicht NICHT ERWÜNSCHT - weil gerade solche Profile jegliche psychische Diagnosen - als FALSCHE DIAGNOSEN bestätigen!

http://www.gesundheitgestalten.de/fileadmin... urnout.pdf

Bonair
00
26.1.2012, 19:41
Na gut...

...wenn Sie mit einem funktionslosen Link kontern, muss ich natürlich all meine Aussagen zurückziehen.

Ihre Argumentation hat weder aus neuropsychiatrischer noch aus endokrinologischer Sicht Hand und Fuß.

janek
00
26.1.2012, 20:34

interesant, bei mir funktionier der Link

Mr.Blue
01
24.1.2012, 13:49
l sehr wohl einen Einfluss auf die kognitive Verarbeitung des Stress auslösenden Ereignisses ausüben könnte.

klingt wie ein Schulreferat, das man vorträgt, recherchiert von Quellen, die man selbst nicht verstanden hat.

Erklärt wurde im Artikel zumindest nicht, was die wichtigen Fachbegriffe Thalamus, Kortisol und die Wirkung des einen auf das andere sind, nicht.

Interessant zum Beispiel wäre konkret welcher Einfluss das wäre, und nicht nur die Info, dass ein Einfluss vorhanden ist ...

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